Sybil Janochas Erfahrungsbericht zum
SIGMA 24-70mm F2,8 DG OS HSM | Art

Die Fotografin

Name: Sybil Janocha

In der fotocommunity seit: 2012

Fotografisches Genre: künstlerische Fotografie

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Vorgeschichte

Der Fotografie verbunden bin ich schon von Kind an. Mein Vater war ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf mit improvisierter Dunkelkammer im Badezimmer und hat die gesamte Familie damit manchmal reichlich genervt. So ist bei mir aber auch ein grundsätzliches Verständnis für das Fotografieren entstanden, denn ich durfte natürlich auch mal probieren.

Gegen Ende der 90er Jahre habe ich selbst angefangen, mich intensiver mit Fotografie zu beschäftigen. Zunächst analog unterwegs, habe ich mich ab 2004 umgestellt auf digitale Technik und nutze zur Zeit die Canon EOS 6D. Parallel dazu kommen gelegentlich alte analoge Schätzchen zum Einsatz. Wenn ich ehrlich sein soll: Bei Bedarf benutze ich alles, was ich gerade in Reichweite habe, und sei es mein Handy.

Beruflich beschäftige ich mich mit technischen Fragestellungen. In meiner Freizeit ist die Kamera mein ständiger Begleiter, dann steht die Kreativität im Vordergrund. Ich fotografiere in der Regel ohne einen bestimmten Plan – einfach aus dem Bauch heraus. Meist finden die Motive mich, nicht umgekehrt. Regeln kümmern mich dabei wenig, ich habe einen Hang zu ungewöhnlichem Bildaufbau und auch keine Angst vor frechen Schnitten. Für mich ist das Fotografieren die beste Methode zum Abschalten, meine Art der Meditation.

Hintergründe zum Produkttest

Meine Bewerbung für diesen Test war ein Versuchsballon. Mich hat die Option gereizt, ein so hochwertiges Objektiv eine Zeit lang benutzen zu können und es möglicherweise nicht wieder hergeben zu müssen. Ich lese nicht gerne die meist techniklastigen Testberichte und wollte selbst beurteilen, ob diese Linse wirklich mehr kann als alles andere, was sich – preislich deutlich tiefer angesiedelt – in meiner Fototasche findet. Umso mehr war ich überrascht und erfreut, mit dabei zu sein. Ein feines Nach-Weihnachtsgeschenk.

Jetzt sollte ich also einen Erfahrungsbericht schreiben. Erste Eindrücke habe ich im Zwischenbericht bereits geschildert.

Eigentlich interessiert mich die Technik beim Fotografieren nur insoweit, als sie funktionieren muss, damit ich meine Ideen umsetzen kann. Deswegen will ich hier nicht mit Zahlen um mich werfen – das können andere besser und dafür gibt es Labortests. Hier geht es um meine persönlichen Eindrücke und die Frage, ob der Testkandidat sich auch für meine Art der Fotografie eignet.

Mich interessiert das Spontane, Zufällige, ein flüchtiges Spiel von Licht und Schatten. Ich sammle Stimmungen und Augenblicke. Ich mag das Zusammenspiel von Linien, Formen und Farben, Schärfe und Unschärfe. Spannend ist für mich der Bruch, das Unerwartete im Bild.

Das SIGMA 24-70mm F2,8 DG OS HSM | Art

Über mehrere Wochen war folglich das SIGMA mein „Immerdrauf“. Ich war damit in der Stadt unterwegs, bei Hochwasser am Rhein, ich habe im Zoo und botanischen Garten fotografiert. Tatsächlich musste das Objektiv dann doch mal einen kleinen Regenschauer aushalten. Es hat sich in dieser Zeit definitiv als solides und zuverlässiges Werkzeug bewährt – alles ließ sich komfortabel und intuitiv bedienen, auch an die „verkehrt“ drehende Zoomrichtung habe ich mich langsam gewöhnt. Nur auf extreme Nahaufnahmen musste ich bei der Naheinstellgrenze von 37 cm verzichten.

Normalerweise bin ich bei meinen Streifzügen durch die Stadt mit einer kleinen und leichten 50mm-Festbrennweite (übrigens auch von SIGMA) unterwegs. Jetzt im Vergleich muss ich sagen: Die Möglichkeit zum Zoomen macht auch Motive möglich, für die ich andernfalls mitten auf der Straße stehen müsste. Oder auf eine Leiter klettern. Ein klares Plus. Meine Bilder entstehen nahezu ausschließlich ohne Blitz. Deshalb schätze ich beim SIGMA die Lichtstärke von 2,8 und den kaum hörbaren Bildstabilisator. So konnte ich auch bei schlechtem Licht manche spannenden Street-Szenen mitnehmen.

Kommt die Kamera aufs Stativ, dann heißt es: Bildstabilisator aus, manueller Fokus ein. Alle Schalter sind gut platziert und leicht zu bedienen, ohne dass dabei Fingernägel dran glauben müssen. Zunächst mit leisem Zweifel (brauche ich das?), dann aber zunehmend häufiger habe ich die „MO“-Funktion genutzt – dass ich beim Fokussieren manuell eingreifen kann, ist für mich wirklich ein Pluspunkt, besonders beim Arbeiten freihand mit Offenblende. (Stellt euch einfach vor, ich stehe mitten in einem Gebüsch und will genau diesen einen dünnen Zweig scharf im Bild haben…). Diese Möglichkeit macht mich schnell und flexibel, ohne hinschauen oder auf MF umschalten zu müssen.

Wirklich sehr gut hat sich die Linse auch in puncto chromatische Aberrationen geschlagen. Da ich häufig und gerne Gegenlichtaufnahmen mache, habe ich bewusst eine ganze Reihe von Bildern gegen hellen Hintergrund gemacht, um das zu testen. Das Ergebnis ist mehr als erfreulich – ich kann keinerlei Farbsäume erkennen. Im Weitwinkelbereich weisen die Bilder im Randbereich eine ganz leichte Verzeichnung auf, was ich in der Nachbearbeitung mit Lightroom aber problemlos korrigieren kann.

Der Autofokus trifft auf den Punkt – er ist schnell und leise – und die Schärfe sitzt (ohne irgendeine Form der Nachjustierung), auch wenn vielleicht das letzte Quäntchen Schärfe für viele meiner Fotos nicht kriegsentscheidend ist. Unschärfen im Randbereich konnte ich nicht erkennen. Praktisch finde ich die Distanzskala, denn ich mache auch mal gerne Hip Shots und kann dann zumindest grob abschätzen, ob der Autofokus in etwa das erwischt, was ich angepeilt habe.

Was meine Bilder, speziell die Detailaufnahmen, zum Leben bringt, ist das Bokeh. Die Unschärfebereiche sind richtig schön fließend und lebendig, durch die runde Blendenöffnung kommen die Lichter in der Unschärfe echt gut. Hier zeigt sich für mich ganz deutlich, dass die Bezeichnung „Art“ absolut ihre Berechtigung hat.

Das Fazit

Im Testzeitraum habe ich wirklich intensiv fotografiert, um mit dem SIGMA 24-70mm F2,8 DG OS HSM | Art möglichst viel auszuprobieren und zahlreiche Ideen umzusetzen. Leider war das Wetter nicht auf meiner Seite und strahlender Sonnenschein eher Mangelware. Dank der Lichtstärke hat sich das Objektiv dennoch super bewährt und wir sind gute Freunde geworden. Das SIGMA ist unkompliziert und flexibel in der Handhabung und macht als robuster Begleiter alles mit. Sowohl bei den geplanten Bildern als auch bei spontanen Schnappschüssen unter teils ungünstigen Bedingungen bin ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Das SIGMA ist für meine Arbeitsweise beim Fotografieren eine ernsthafte Alternative zur gewohnten Festbrennweite, es erweitert meine Gestaltungsmöglichkeiten. An das Gewicht habe ich mich im Verlauf des Testzeitraums gewöhnt. Für mich punktet besonders die manuelle Eingreifoption beim Autofokus. Und das schöne klare Bokeh mag ich sehr.
 Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre es die Ergänzung einer Makrofunktion.

Jetzt sitze ich hier, schaue mir meine Bilder an und denke mir… diese Zeit war einfach viel zu kurz, also…
…wenn es möchte, darf es sehr gerne bei mir bleiben. Ich hätte da noch einen Platz in meiner Fototasche frei!

Mit dem SIGMA 24-70MM F2,8 DG OS HSM I ART fotografiert


Mit dem SIGMA 24-70MM F2,8 DG OS HSM I ART fotografiert


Mit dem SIGMA 24-70MM F2,8 DG OS HSM I ART fotografiert


Mit dem SIGMA 24-70MM F2,8 DG OS HSM I ART fotografiert


Mit dem SIGMA 24-70MM F2,8 DG OS HSM I ART fotografiert


Mit dem SIGMA 24-70MM F2,8 DG OS HSM I ART fotografiert


Mit dem SIGMA 24-70MM F2,8 DG OS HSM I ART fotografiert


Mit dem SIGMA 24-70MM F2,8 DG OS HSM I ART fotografiert

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