Samsung Smart Camera NX1
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Kirsten

Kirsten (fotocommunity-Mitglied seit 2006)

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Alle reden darüber: das Spektrum an interessanten Kameras hat sich verändert. Die Spiegellosen, die Kleinen, es gibt jede Menge neuer interessanter Produkte. Ich bin da eher konservativ, ich habe eine gute Spiegelreflexkamera. Aber neugierig auf das, was da aktuell abgeht, bin ich natürlich schon! So ist der Test der Samsung für mich eine Möglichkeit, mich mit einer der „Neuen“ näher auseinanderzusetzen und ich freue mich, das ich ausgesucht wurde!

Und dann kommt sie! Auspacken, nagelneu und jungfräulich. Ein schwerer, aber auch wertiger Body, angenehm in der Hand, optisch eher konservativ. Klar – erst mal laden! Hier kommt nun ein – zugegebenermaßen sehr subjektiver – Wermutstropfen für mich: Es gibt kein externes Akku-Ladegerät?! Ja, das kann man als Vorteil sehen, die NX1 lässt sich über USB laden. Für mich ist es schon fremd, kein Ladegerät zu haben, sondern die Cam direkt zu benutzen.

Ok, am nächsten Tag geht es los. Die Kamera unterscheidet sich gefühlt nicht wirklich von einer Spiegelreflex. Das mitgegebene 16-50 2-2.8 ist sogar fast noch schwerer als vergleichbare Objektive im Spiegelreflexbereich. Aber es macht Spaß – ich hatte bzw. habe vergleichbar das Nikon 17-55 und danach das 28-70 von Tamron an Vollformat. Beiden steht das Samsung-Objektiv in nichts nach. Ich marschiere also am Wochenende erst einmal auf den Mittelalter-Markt. Ok, Bedienungsanleitung lesen könnte helfen – ich lerne „learning by doing“. Die Kamera ist in vielen Bereichen ausreichend intuitiv. Mit der Zeit stelle ich allerdings fest, dass ich manche Menüpunkte immer wieder suche – und oft erst im vierten Anlauf finde, obwohl ich weiß, dass ich sie schon einmal hatte. Aber laden, in die Hand nehmen und losmarschieren geht schon ganz gut!

Leider fange ich mir gleich bereits am ersten Tag einen fetten Sensorfleck ein, zu dem sich einige Bilder später ein zweiter gesellt. Entdeckt habe ich die natürlich erst zuhause am Monitor. Aber zum Glück stolpere ich beim nächsten Menüsurfen über die Sensorreinigung, die dann auch gleich mal angewendet wird – und hilft! Tatsächlich taucht im weiteren Verlauf meiner Leihgabe noch einmal ein Sensorfleck auf, auch hier wieder schnelle Abhilfe. Von da an läuft die Sensorreinigung voreingestellt.

Zurück zum Mittelaltermarkt. Hier haben wir gleich einiges an Testmöglichkeiten. Ein heller, sonniger Tag, der mögliche Kontrastumfang macht sich erst einmal schon positiv. Auch der Autofokus wird bei den Ritterspielen auf Geschwindigkeit erprobt, er kann nichts dafür, das meine Bilder nix werden – ich habe keine gute Position erwischt zwischen den Beinen der Zuschauer bei den Lanzenreitern.

Mein nächster Ausflug gilt der Menschenfotografie – ein Freund möchte sein erstes Portraitshooting, auch hier erweist sich die Kamera als solide. Klar, mit dem Objektiv fällt das Spiel mit der Tiefenschärfe nicht schwer. Aber ich experimentiere wieder ohne Bedienungsanleitung – immer noch gibt es einige Punkte, die sich mir immer wieder entziehen, aber insgesamt geht alles, was wir wollen. Auch der Bildstabilisator – ich habe einfach keine ruhige Hand – kann erheblich ausmerzen!

Meine nächste Exkursion geht in den Abend hinein. Hier gibt es natürlich das Thema Rauschen. Rauschunterdrückung steht auf normal, die ISO habe ich auf „auto“ gestellt und wir marschieren zum Sonnenuntergang durch den Mannheimer Hafen. Von diesem Abend bin ich dann beim Betrachten der Bilder doch recht enttäuscht – ab ISO 800 fängt das Rauschen schon an, in den für mich störenden Bereich zu gehen – schade, hier gibt es von mir eine eindeutige Abwertung.

Wieder einige Tage später bin ich im Abendlicht unterwegs. Und hier nun der endgültige Kontrasttest: Dunkler unterer Bereich und Gegenlicht in der oberen Bildhälfte – das sind wirklich schwierige Bedingungen. Daheim am Rechner zeigt sich ein gruseliges Ergebnis: der dunkle Bereich ist extrem vermatscht. Ok, ich gebe zu, ich habe keinen großen Monitor, hier könnte anderes Werkzeug vielleicht die Sichtweise noch etwas verändern? Ich arbeite mit Lightroom, natürlich versuche ich, was aus den Rohdaten rauszuholen geht. Und bin extrem überrascht: Hier wird aus den Daten, die ich im ersten Moment fast schon entsorgen wollte, tatsächlich ein in jeder Beziehung akzeptables Ergebnis. Weder rauschen die aufgehellten Bereiche, noch gibt es irgendwas an Auflösung oder sonstiger Qualität zu meckern. Hier also ein – nicht ins Bockshorn jagen lassen!

Fazit

Die Kamera ist sicherlich eine Alternative zu Spiegelreflexkameras. Argumente für einen Umstieg sehe ich allerdings nicht. Wenn der verfügbare Objektivpark gleichwertig zu meinem Testobjektiv ist, dann werden da sicher alle Wünsche erfüllt! Nicht überzeugt haben mich die zwar akzeptable, aber nicht überragende Menüführung und – für mich ein großes Manko – das Rauschverhalten. Gewichtsmässig spielt sie in der gleichen Liga wie eine Spiegelreflexkamera und auch qualitativ zieht sie in vielen Bereichen gleich.

Ihre Testbilder mit der Kamera:

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