Samsung Smart Camera NX1
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Eilan Belhaus

Eilan Belhaus (fotocommunity-Mitglied seit 2013)

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Aus dem Alltag eines ambitionierten Hobbyfotografen

Erfahrungsbericht Samsung NX1

Zunächst bedanke ich mich bei der Fotocommunity, die diesen Test möglich machte. Mein Dank geht auch an das Unternehmen Samsung, das mir die NX1 für einen Monat zu Testzwecken zur Verfügung gestellt hat. Für den Testbericht habe ich allerdings die guten Ratschläge der fotocommunity in den Wind geschlagen, und keine anderen Testberichte zuvor gelesen. Ich habe die NX1 so genutzt, wie ich meine eigene Kamera auch nutze. Ich habe den Verdacht, dass viele Hobbyfotografen, die eine Systemkamera haben, mit ihren Geräten ähnlich wie ich umgehen. Und für sie ist dieser Testbericht gedacht.

Über mich als Fotograf

Bei meiner aktuellen Kamera kenne ich noch immer nicht alle Funktionen, nach mehr als einem halben Jahr. Und vielleicht kenne ich sie auch nach einem Jahr noch nicht alle. Ganz sicher aber werde ich niemals alle Funktionen nutzen. Eine Kamera, die alles kann, brauche ich eigentlich nicht. Ich fotografiere hauptsächlich Landschaften und Dinge in der Natur, die sich möglichst nicht allzu schnell bewegen – ich bin nicht mehr der Jüngste. Ja, und für kleinere Reportagen muss ich manchmal auch Leute fotografieren. Ich bin kein Alleskönner und kein Experte. Ich nutze meine Kamera so gut wie nie zum Filmen. Ich bin der ambitionierte „Otto Normalverbraucher“ unter den Hobbyfotografen.

Der Test

Für die Samsung habe ich mich als Tester beworben, weil ich vorher schon zwei andere Kameras aus der NX-Serie hatte: Die NX 100 und die NX 200. Ich hatte mich für die spiegellosen Systemkameras entschieden, weil ich glaube, dass diese Technik Zukunft hat. Irgendwann war ich dann aber doch ein wenig enttäuscht, dass Samsung scheinbar keine fehlerfreien Objektive hinbekam. Also wechselte ich zum MFT-System, mit dem ich sehr zufrieden bin. Hatte Samsung inzwischen gelernt, es besser zu machen? Diese Frage beschäftigte ich, seit ich die NX1 zum ersten Mal gesehen hatte.

Mit einigen Tagen Verzögerung kam das Paket an. Darin waren zwei Kartons. In dem einen war der Body der NX1 zusammen mit der üblichen Kurzbeschreibung, Software (auch LR5) Akku und Ladegerät. Wie bei Samsung inzwischen üblich, wird der Akku in der Kamera geladen. Im anderen Karton war das lichtstarke Kitobjektiv mit der passenden Gegenlichtblende und einem Säckchen, in dem ich während des Tests die Kamera- und die Objektivkappe aufbewahrte. Alles war hübsch verpackt. Das Auspacken machte einfach Spaß.

Da lag sie nun vor mir auf dem Tisch, die Kamera, mit der Jim Rakete in Hamburg herum gelaufen war. Jim Rakete! Und nun konnte ich das gleiche tun, nicht im Hamburg aber in Pforzheim und Umgebung – immerhin. Nun ja, vielleicht konnte ich nicht ganz das gleiche tun. Denn anders als Jim Rakete bin ich kein Profi. Vom 7. bis zum 31 Mai mache ich etwa 750 Bilder, von denen ich 670 behalte. Es sind Landschaftsaufnahmen, Bilder von Blumen und Leuten. Ich fotografiere auf der Landesgartenschau in Mühlacker, bei kleinen Reisen im die Umgebung und bei einer Reportage über eine Märchenerzählerin in einer Altenwohnanlage. Es sind alles Situationen aus meinem normalen fotografischen Alltag.

Meist stelle ich die Kamera auf Blendenvorwahl, die ich gerne weit öffne. Dafür nutze ich die möglichst niedrige ISO Zahl. Wenn Not am Mann ist korrigiere ich die Belichtung um eine bis zwei Stufen.

Bei meinen ersten Ausflügen mit der NX1 fällt mir sofort auf, wie gut Kamera und Objektiv ausbalanciert sind. Ich kann das Set locker mit zwei oder drei Fingern der rechten Hand am praktischen Handgriff tragen. Und das sieht cool aus, fast wie bei Jim Rakete…

Auch schön: die Bedienung der Kamera klappt fast intuitiv. Alle Knöpfe, Schalter und Räder liegen an der richtigen Stelle; ins Menü muss man nur, wenn man etwas Spezielles sucht. Der Sucher ist hell, der Bildschirm brillant. Die Handhabung der Kamera klappt trotz ihrer Größe gut. Der Suchersensor, der zwischen Display und Sucher umschaltet, ist, wie bei allen Kameras, die ich kenne, etwas nervös. Schaut man auf das geklappte Display und nähert sich mit dem Finger, schaltet er um auf Sucher. Das kann nerven. Der Sensor lässt sich aber abschalten.

Praktisch ist die Möglichkeit, über das Display auszulösen. Die Kamera fokussiert dann an der Stelle, auf die man tippt. Das macht Freude und geht sehr einfach. Noch einfacher ist es sicher, die Kamera über das Smartphone fern zu steuern, doch das habe ich nicht ausprobiert.

Das lichtstarke Objektiv macht mir zunächst Freude, weil ich mit offener Blende recht nette Freisteller hinbekomme. Ich kann auch ziemlich nahe an die Motive rangehen; fast schon makrofähig, denke ich. Die Brennweite von 16-50 mm (24-75 mm kleinbildäquivalent) deckt alles ab, was ich von einem Kitobjektiv verlange.

Bildqualität

Beim Betrachten der Bilder dann der erste Dämpfer. Die Stabilisierung des Objektivs ist nicht so leistungsfähig wie ich gehofft hatte. Etliche Bilder sind doch verwackelt. Und bei starken Hell-Dunkel-Kontrasten sieht man schon recht deutliche Farbsäume. Sie lassen sich mit LR nur zum Teil korrigieren. Ein Problem, das ich bei meiner alten NX 200 auch hatte. Bei den höheren Brennweiten, lässt die Durchzeichnung feiner Strukturen zum Rand hin sichtbar nach.

Der eingebaute Blitz ist mit dem mitgelieferten Objektiv fast nicht zu gebrauchen. Auch bei abgenommener Gegenlichtblende wirft es einen Schatten, vor allem, wenn man in engen Innenräumen auf 16 mm stellt.

Etwas, das ich nicht für sinnvoll halte und nicht nutze sind hohe ISO Zahlen. Mit der Lichtempfindlichkeit steigt das Rauschen proportional an, zumindest bei den meisten Kameras. So auch hier.

Mein Fazit

Auf „Herz und Nieren“ habe ich die NX1 nicht getestet. Viele Vorteile dieser Kamera sind mir sicher entgangen. Dennoch kann ich sagen, die NX1 ist die beste Samsung- Systemkamera, die ich bisher kennen gelernt habe. Die Bedienung ist meiner Meinung nach vorbildlich. Die Optik hat mich nicht ganz zufriedengestellt. Hier muss Samsung noch nachbessern.

Es gibt inzwischen wohl schon eine Reihe von Herstellern, die Objektive für das NX- Bajonett anbieten. Zudem sind Adapter erhältlich, mit denen man Linsen mit anderen Anschlüssen an die NX1 schrauben kann.

Seine Testbilder mit der Kamera:

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