Samsung Smart Camera NX1
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Barbara Homolka

Barbara Homolka (fotocommunity-Mitglied seit 2004)

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Dienstag, 02. Juni

Ein wenig wehmütig verpacke ich die Samsung NX1 und schicke sie zurück. Wehmütig, weil sie mich jetzt fast vier Wochen begleitet hat. Wehmütig, weil vier Wochen Test für die Samsung NX1 einfach zu wenig sind.

Aber zurück auf Los und von Anfang an die Geschichte erzählt

Geliefert wurde die NX1 mit einem 16-50 mm OIS Objektiv (1.2-2.8). Der Body liegt super in der Hand und macht einen hochwertigen Eindruck, ebenso das Objektiv, das auch im weiteren Test absolut zu überzeugen vermag. Einzig und allein die Rändelräder fallen insgesamt etwas zu klein aus.

Die Stabilität schlägt sich im Gewicht nieder: 1.304 Gramm zeigt meine Küchenwaage an, das Gewicht bewegt sich somit auf dem Niveau meiner 7d.
Wie alle Produkte von Samsung, so ist auch die NX1 einfach und intuitiv zu bedienen. So etwas liebe ich, schnell ist man mit dem Wichtigsten vertraut und kann loslegen. Trotzdem: Das ausführliche Handbuch auf der Samsung-Seite sollte man sich trotzdem herunter laden – und auch lesen, denn zu vielfältig sind die Möglichkeiten, die sich mit der NX1 bieten.

Fotografieren kann man mit der Samsung NX-1 auf viele Arten

Blenden- oder Zeitvorgabe, manuell, vollautomatisch, mit eigenen Benutzereinstellungen und mit den automatischen Aufnahmen. Letztere bieten gerade für den ambitionierten Einsteiger nette Möglichkeiten: Zum Beispiel die Sprung-Aufnahme, die genau dann auslöst, wenn der Springer am höchsten Punkt angekommen ist. Verschiedene Vorwahlen gibt es zum Beispiel für weiches Wasser oder Feuerwerk. Oder eben auch die Möglichkeit, schnell ein Panorama zu erstellen. Das funktioniert genauso gut wie mit dem Smartphone, liefert aber technisch bessere Ergebnisse (und macht ein kleines bisschen süchtig, ich gebe es zu). Darüber hinaus: Die Samsung NX1 kann alles, was eine moderne DSLR auch kann (und halt auch noch ein bisschen mehr).
Barbara Homolka - Panoramabild

Normalerweise fotografiere ich in RAW und manuell, also sind meine meisten Fotos eben auch so entstanden. Auch hier muss man auf kleine Helferlein, wie den Bildassistenten, nicht verzichten. Der Bildassistent enthält verschiedene Vorgaben, zum Beispiel „klassisch“ oder „Retro“, die entsprechend der persönlichen Vorgaben auch noch individuell angepasst werden können – praktisch, wenn’s mal schnell gehen soll.

Aber natürlich: Ich bin eine alte Säckin, und ich mag’s gerne konventionell

Im Sucher das Bild zu komponieren ist für mich deutlich einfacher, als auf dem Display. Die Samsung NX1 kommt mir hier in sofern entgegen, als das beides geht: Auf dem Display und durch den Sucher. Und sie hat mir auch gezeigt, dass so ein Display super sein kann: Per Touchscreen kann ich nämlich meinen Fokuspunkt quasi überall hin verschieben – das erweitert die Möglichkeiten der kreativen Bildgestaltung enorm.

Ein weiteres Plus: Der Punkt für die Belichtungsmessung kann vom Fokuspunkt losgelöst werden. Das (schwenkbare) Display ist im Übrigen auch bei grellstem Sonnenlicht noch gut zu erkennen und so hat man doch tatsächlich die alte Säckin mit ausgestrecktem Arm auf dem Touchscreen rumtippen und fotografieren sehen. Yeah 🙂

Ein großes Plus der Samsung NX1 ist die Serienbildfunktion und der kontinuierliche Autofokus

In der schnellsten Stufe rattert die NX1 wie ein Maschinengewehr und produziert erstaunliche 15 JPEG-Bilder (im RAW-Modus ist es gerade mal eins weniger) pro Sekunde. Leider hinkt der Autofokus da etwas hinterher, nicht immer werden alle Bilder knackig scharf (bei meinem Highspeed-Border-Collie sowieso nicht). In der nicht ganz so schnellen Variante mit acht bis zehn Bildern fallen die Ergebnisse besser aus. Dennoch: Ein wenig trübt es den guten Gesamteindruck. Wenn man dann noch dazu nimmt, dass der Objektivpark für NX1 im Telebereich durchaus noch „ausbaufähig“ ist, ist dies für Sport- oder Tierfotografen schon fast ein KO-Kriterium. Schade! (Fairerweise sollte hier erwähnt werden, dass auf meiner Samsung die Firmware 1.1. installiert war und ich keine neue Version aufgespielt habe. Mit den neueren Firmware-Versionen sollte das Problem behoben sein).

Im Studio

Im Studio tut die NX1 zusammen mit meinem Funkauslöser für den Blitz (ein Blitzsynchronkabel-Anschluss fehlt hingegen) klaglos ihren Dienst und die mitgelieferte Linse erweist sich als wunderbares Portrait-Objektiv. Da ich kein Model zur Hand hatte, hat sich der Timer bestens bewährt, der sich zudem mit Serienbildern kombinieren lässt. Bequem zum Stuhl laufen und versuchen, ein nicht ganz so doofes Gesicht zu machen während die NX1 im vorgegebenen Abstand Fotos schießt, habe ich zum Beispiel ausprobiert, um mein neues Styling abzulichten. Allerdings: Mit dem automatischen Weißabgleich sind die Bilder etwas rot-stichig, was sich in Lightroom aber schnell beheben lässt.
Barbara Homolka - Im Studio

Das Rauschverhalten ist bis ISO 800 wenig, bis 1600 erträglich, ab 3200 leidet die Bildqualität dann doch. Insgesamt liefert die Samsung NX1 jedoch schöne, klare Bilder ab und die Qualität vermag durchweg zu überzeugen.

Was ich leider nicht mehr geschafft habe, ist ein vernünftiges Video zu drehen. Und die neue Firmware 1.3 herunter zu laden, um zu schauen, ob damit der Autofokus präziser arbeitet. Vier Wochen sind halt irgendwie doch zu kurz.

Fazit

Die Samsung NX1 vermag im Test durchaus zu überzeugen und ist für ambitionierte Einsteiger ebenso zu empfehlen wie für den
(semi-)professionellen Einsatz. Wenn Samsung die „Kinderkrankheiten“ noch beseitigt und etwas mehr Auswahl an Teleobjektiven bereit stellt, lässt die NX1 eigentlich keine Wünsche offen.

Ihre Testbilder mit der Kamera:

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