Rollei Profi Filterhalter Set Mark II – Evolution? Revolution?

Kai Pekie

(fotocommunity-Mitglied seit 2003)

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Edeloptik weicht Funktionalität

Bei aller Freude über die hochwertige Lederoptik der Mark I–Version des Rollei Filterhalter-Sets empfand ich doch die eingesetzten Materialien stets als zu schwer.

Schließlich sind wir Landschaftsfotografen immer bemüht, unsere Fotorucksäcke möglichst ohne Rückenschmerzen durch das oft schwierige Gelände zu schleppen. Da lassen wir uns die Einsparung von ein paar hundert Gramm, z.B. durch Umstieg auf ein sündhaft teures Karbonstativ, schon mal etwas kosten.

Deshalb war mein Hauptkritikpunkt am „alten“ Filterset, dass man seine Fototasche bereits ohne den eigentlichen Filtersatz – also nur mit dem Halter-System – um 518 Gramm schwerer machte.

Würde Rollei mit der Ausgabe „Mark II“ daran etwas ändern?
Ich war gespannt, als das Päckchen mit der Neuauflage des Filterhalter-Sets geliefert wurde und ich mich zum „Unboxing“ in mein kleines Fotostudio zurückzog.

Der erste Eindruck

Schon als der UPS-Mann mir das Päckchen einen Tag zuvor an der Haustür in die Hand drückte, war mein erster Gedanke: „Leer?“.

Natürlich nicht! Aber der erste Eindruck täuschte nicht. Was ich dort aus der Rollei-üblichen schwarz-orangenen Umverpackung zog, war deutlich leichter. Schnell war die Briefwaage herausgeholt und die nackten Zahlen bewiesen: Rollei hat das neue Päckchen tatsächlich um großartige knapp 40% leichter machen können. Nur noch 320g zeigte das Display.

Sehr offensichtlich ist, mit welchen Mitteln Rollei das gelungen ist. Die edle lederartige Aufbewahrungsbox der Version „Mark I“ ist nun einer soften und luftigen Tasche gewichen, die aber dennoch besten Schutz für ihren Inhalt bietet.

Zwar ist das Volumen der gepolsterten Gewebetasche auch ein wenig gewachsen, aber sie ist flexibel und lässt sich bestens im Fotorucksack verstauen. Das sieht jetzt zwar nicht mehr unbedingt nach purem Luxus aus, ist aber deutlich praktischer.

Fast bin ich ein wenig stolz, denn Rollei hat damit exakt meinen Vorschlag aus einem vorangegangenen Erfahrungsbericht aufgegriffen.

Naja, ich werde kaum der Einzige gewesen sein, der hier schon früher das Verbesserungspotenzial erkannt hatte. Vermessen, zu glauben, sie hätten das für mich getan. Aber ich freue mich über dieses Stückchen Produktevolution.

Verbesserung im Handling, aber leider auch …

Nun stellte sich die Frage, ob sich im Umgang mit den einzelnen Komponenten etwas geändert haben würde.

Die Konfektionierung des Filterhalter-Systems folgt nämlich prinzipiell dem alten System:
Für alle gängigen Objektiv-Durchmesser von 52 mm bis 77 mm sind Adapterringe beigefügt. Nach wie vor benötige ich also für alle meine Objektive bis 77mm nur dieses eine System. Die Anschaffung mehrerer Filter für jedes Objektiv entfällt.

Ein Basisring, ggf. mit eingeschraubtem Polfilter, wird, wie bei „Mark I“, auf den Objektivadapter geschraubt. Dann wird der eigentliche Filterhalter auf den Basisring geklipst und schon ist das System bereit, mit den gewünschten Filtern bestückt zu werden. Grundsätzlich funktioniert das in der Ausgabe „Mark II“ also wie beim Vorgänger.

Trotzdem geht es leichter und schneller von der Hand. Vor allem die Ver- und Entriegelung mit dem neuen Knopf auf dem Filterhalter bedient sich leichter. Ja … und da ist nochmal das Thema „Gewicht“. Rollei hat auch beim Haltersystem selbst deutlich Gewicht eingespart. Wogen Filterhalter und Basisring inkl. montiertem Polfilter bisher 182g, so bringt „Mark II“ nur noch 118g auf meine Briefwaage. Enorm!

Rollei konnte das erreichen, indem einfach die Materialstärke der Schienen, in welchen die Filter laufen, verringert wurde, ohne dabei aber an der Stabilität zu sparen. Und damit auch der mit einer Gummidichtung gegen einfallendes Streulicht kaschierte dickere ND1000-Filter in die nun engeren Filterführungen passt, wurde eigens dafür eine der Führungen breiter gelassen.

Das hört sich nach „Alles richtig gemacht!“ an … Nun ja …

… Nachteile

Leider fiel mir im Test ein Umstand auf, der in der Vorgängerversion noch nicht zu Tage trat. Ich nutze die Rollei-Filter fast ausschließlich zur Landschaftsfotografie mit meinem Canon 17-40/4.0 L-Objektiv auf einer Canon EOS 6D – einer Vollformatkamera also.

Wie bei Landschafts- oder auch Architekturaufnahmen üblich, ist oft der Weitwinkel das Mittel der Wahl. Aber … bei 17mm Brennweite (Durchmesser 77mm) habe ich den Filterhalter als deutliche Vignette im Bild. Es bleibt leider nur, auf den extremen Weitwinkel zu verzichten, also etwas ins Bild hinein zu zoomen oder aber in der Postproduktion zu schneiden. Überaus ärgerlich!

Testbild mit Brennweite 17mm – der Filterhalter erzeugt eine deutliche Vignette*

Handhabung

Die Vignette bleibt beim Hineinzoomen übrigens bis 24 mm (Vollformat) sichtbar. Damit gibt es bei den beliebten Objektiven mit Brennweiten z.B. 24-70 oder 24-105 mm keine Probleme. Aber die ebenfalls sehr gern in der Landschaftsfotografie verwendeten Objektive ab 15, 16 oder 17 mm sind nur mit der beschriebenen Einschränkung zu verwenden.

Allerdings lässt Rollei die Superweitwinkel-Fotografen nicht ganz im Regen stehen. Für mehrere sehr beliebte Objektive bieten sie nämlich ganz konkret auf das Objektiv abgestimmte weitere Filterhalter an. Die Standardhalter passen da oft nicht, weil entweder die Linse des Objektivs stark nach außen gewölbt ist und mit dem Rechteckfilter kollidieren würde, oder aber das Objektiv eine integrierte und nicht entfernbare Gegenlichtblende hat – so auch z.B. bei meinem Lieblingsobjektiv Tamron 15-30/2.8.

Dafür gibt es bei Rollei einen solchen individuellen Filterhalter – allerdings muss dann nicht nur der Filterhalter, sondern auch das Rechteckfiltersystem mit 150 mm erstanden werden. Wer diesen Umstand kennt, darf überlegen, ob er dann nicht direkt auf das großformatigere System geht und für seinem Weitwinkelobjektiv die maßgeschneiderte Lösung spendiert.

Fazit

Rollei hat in Sachen Produktevolution vieles richtig gemacht, Fehler ausgemerzt und wertvolle Verbesserungen geschaffen.
Den „schwarze Tunnel“ auf den Fotos mit Brennweiten unterhalb von 24 mm könnte man allerdings mit der nächsten Überarbeitung des Produkts noch einmal in Angriff nehmen.

Gutscheincode:

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Der Gutscheincode ist noch bis zum 09.03.2017 gültig.

Und hier geht es zum Webshop von Rollei:

* Hierzu hat das Produktmanagement von Rollei schon verraten, dass man bereits an unterschiedlichen Lösungen für verschiedene Optiken arbeitet.