OM-D
Roy Fochtman

Roy Fochtman (fotocommunity-Mitglied seit 2012)

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Meine Erwartungen

Ich fotografiere nun seit über 5 Jahren mit Kameras der Marke Nikon, D3000 und seit 2013 mit der D7000. Seitdem benutze ich die D7000 als meine Hauptkamera und ich habe sie immer dabei. Außerdem gehören ein 50mm f/1.8 und ein Sigma 18­35mm f/1.8 zu meiner Standardausrüstung immer in meiner Tasche. Manchmal sogar ein Sigma 50­-200mm. Ich benutze die Kamera nicht nur um Fotos zu schießen, sondern auch um Videos zu machen. Zusammen mit einem Freund betreibe ich den You-Tube ­Channel “2BadMen” wo bisher immer diese Hauptkamera zum Einsatz kam.
Ich bin mit meiner Nikon sehr zufrieden: sie ist robust, die Bildqualität ist echt gut, sogar bei ISO 1600 oder 3200, und sie sitzt sehr gut in meinen (großen) Händen. Jedoch hat die Kamera einige Nachteile:

  • Sie ist schwer, vor allem im Zusammenspiel mit dem Sigma 18-­35mm f/1.8 drauf
  • Bei dunklen Lichtsituationen funktioniert der Autofokus nicht immer gut
  • Geringe Display-­Auflösung
  • Der Sucher ist sehr rudimentär
  • Es gibt kein zusätzliches Einstellrad für den ISO­-Wert
  • Es gibt kein Live­-Histogramm
  • Keine Fokus­-Hilfe (Peaking?)
  • Kein integriertes WiFi
  • Keine Live­-Zebra-­Streifen
  • Keine Ton­-Pegel­-Regelung im Video­-Modus
  • Kein RAW-­Video
  • Blende lässt sich während der Videoaufnahme nicht anpassen
  • 24fps bei Video, also keine Möglichkeit zu Slow­-Motion
  • Kein Nikon­-Low­-Profile für Videos
  • Keine Kopfhörerbuchse

Die Nikon D7000 wurde im Oktober 2010, wohingegen die Olympus OM-­D E-­M5 Mark II im Februar 2015 auf den Markt gebracht wurde. Es ist vielleicht kein fairer Vergleich, dennoch ist die Nikon D7000 die einzige Kamera, mit der ich die Olympus vergleichen kann.
Ich erwarte zwar nicht, dass die Olympus die Nikon D7000 überragt, aber allein wenn ich mir die Spezifikationen der Olympus anschaue, dann glaube ich schon, dass dies der Fall sein wird. Was ich von der Olympus erwarte ist vor allem eins: INNOVATION. Und ich denke, die hat es drauf.

Was mich an der Kamera auch besonders interessiert, ist das 5­-Achsen Stabilisierungssystem. Ich mache relativ viele Videos und arbeite oft mit einem Schwebestativ. Natürlich sind die Aufnahmen dann wirklich stabil, aber ich kann nicht länger als 5 Minuten am Stück mit dem Schwebestativ + Nikon D7000 + Sigma 18­-35mm herumlaufen. Es ist einfach ZU schwer. Das neue Stabilisierungssystem von Olympus könnte dieses Problem lösen und das Schwebestativ sogar ersetzen. Das wäre schon ein riesiger Fortschritt. Ich bin sehr viel unterwegs, und das Gewicht der Kamera ist entscheidend, besonders wenn man nur mit 10 Kg Gepäck fliegen darf.
 

Bedienung und Gebrauchstauglichkeit

Es ist mein erstes Mal mit einer Olympus Kamera und auch mein erstes Mal mit einem Micro-­Four-­Thirds Sensor. Nachdem ich die Kamera ausgepackt und das Objektiv angeschlossen habe, stelle ich fest wie klein und leicht die Kamera ist. Das ist aber kein schlechtes Zeichen, sondern eher ein Zeichen an technischem Fortschritt. Ich denke, man kann sich daran gewöhnen, dass die Kamera und die Knöpfe einfach kleiner sind als an einer üblichen DSLR­-Kamera. Trotz der Größe der Kamera sitzt sie ganz gut in der Hand und ich komme ganz gut an alle Knöpfe. Die Kamera wirkt sehr robust und scheint auch sehr gut verarbeitet zu sein.
Es gibt viele neue Funktionen, die bei Nikon gar nicht vorhanden sind. Die Menüstruktur fand ich bereits am Anfang verwirrend aber trotzdem habe ich es geschafft, innerhalb von 3 Minuten das Datum auszuwählen und das RAW-­Format einzustellen.

Das mitgelieferte Objektiv (12­50mm f/3.5­6.3) hat keinen physikalische Fokus­ und Brennweitenanzeige. Und das fehlt mir. Alles ist nur über den Live­-View bzw. den Sucher zu sehen. Ich hätte die Kamera gerne mit einem Prime­-Objektiv getestet, wie zum Beispiel einem 25mm f/1.8 .
Der Sucher verfügt über eine hohe Auflösung und sein Display sieht sehr scharf aus. Ich habe aber eine ca. dreisekündige Latenz festgestellt, wenn man mit dem Auge darauf geht. Nach einer bestimmten Inaktivitätszeit wird der Sucher ausgeschaltet, der dann erst nur mit dem Drücken des Auslösers wieder angeht. Dann vergehen erstmal ca. drei Sekunden, bis der Sucher wieder an ist. Es ist extrem wichtig, dass diese Latenz reduziert wird, da Motive sonst zu schnell verschwinden können, bevor man die Chance hat den Auslöser zu drücken.

Das Menü

Das Menü von der Kamera ist sehr unübersichtlich. Am Anfang dachte ich, dass ich mich daran gewöhnen könnte. Nach ein paar Tagen stellte sich aber eine Ernüchterung ein. Die Funktionen sind überall verteilt (Shooting Menü 1, Shooting Menü 2, Playback Menü, Custom Menü, Setup Menü) womit die Anordnung keinem mir bekannten und logischen Prinzip folgt.

Ich habe über 30 Minuten gebraucht, um die FPS bei Video anzupassen. Überall habe ich nach Informationen dazu gesucht, jedoch nichts gefunden. Später habe ich aus Versehen auf die “OK”­-Taste gedrückt und das Video­-Menü kam. Das ist nicht wirklich intuitiv. Die Tasten haben bei Olympus mehrere Funktionen, je nachdem in welchem Modus man sich gerade befindet und ob man die Taste jetzt lang oder kurz gedrückt hält. Es sollte aber für den Benutzer sichtbar sein, was man so alles in einem bestimmten Modus auswählen und anpassen kann.

Wenn ich im Video­-Modus bin und die Einstellungen aufrufe (über “Menü”), dann sind alle Einstellungen vorhanden. Wieso sind dann nicht unter “Shooting Menü 1” direkt die Video­-Einstellungen vorhanden? Dagegen sind die Menüs von Blackmagic­-Kameras (nein, ich werde nicht von Blackmagic bezahlt) ein gutes Beispiel für eine übersichtliche Aufteilung und Darstellung der Funktionen. Die sind sehr übersichtlich, mit standardisierten Icons und ich weiß direkt, wo ich was finden kann! Siehe Bild:
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Unter dem Menü “Camera” von Blackmagic kann ich direkt den ISO­Wert und den Weißabgleich einstellen.

Bei der Olympus Kamera sieht dies etwas anders aus. Um das Movie-Menü zu erreichen, muss erstmal das “Custom Menü” ausgewählt werden und danach nach unten scrollen, bis man die Zeile “i” erreicht hat.
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Die Audio-­Einstellungen sind bei Blackmagic direkt unter dem zweiten Menü­-Punkt zu finden. Auch hier, sehr übersichtlich. Keine Scrollbalken, keine versteckten Funktionen.
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Unter “Recorder Settings” finde ich bei Blackmagic die wichtigsten Einstellungen:

  • Aufnahmeformat
  • Dynamikumfang
  • FPS
  • Time Lapse Interval

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Im Movie-Menü von Olympus sind jedoch nicht direkt die wichtigsten Einstellungen vorhanden, sondern man muss noch tiefer in die Struktur hineingehen, um auf diese zu gelangen.
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Die oberste Zeile zeigt bei Blackmagic während der Aufnahme die wichtigsten Parameter.
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Ich sage zwar nicht, dass OLYMPUS das Menü von Blackmagic 1 zu 1 übernehmen soll, denn die OLYMPUS OM-­D E-­M5 Mark II ist nicht nur für Video-­Aufnahmen, sondern auch für Fotos gedacht. OLYMPUS sollte aber die Menüstruktur überarbeiten, damit die Benutzer die gesuchten Funktionen und Einstellungen schnell finden können. Mein Vorschlag wäre hier “Shooting Menü 1” durch ein für den aktuellen Modus gedachtes Menü zu ersetzen.
 

Neue Funktionen

Ich habe mich nicht mit allen von Olympus beschriebenen Funktionen auseinander gesetzt, sondern nur mit denen, dich mich persönlich interessieren. Videos mit einer Länge von 16 Sekunden, Art­-Filter und Photo Story finde ich nicht so spannend, weshalb ich sie nicht weiter untersucht habe.

High Res Shot

Die Ergebnisse sind sehr gut. Es eignet sich vor allem für Objekt­- und Landschaftsfotografie. Die Bilder sind sehr scharf und mit ca. 40 Megapixeln lassen sich größere Abzüge drucken. Die Aufladezeit des Blitzes kann sogar eingegeben werden, eine sehr kluge Funktion! Andere Hersteller hätten wahrscheinlich die Aufladezeit des internen bzw. externen Blitzen nicht berücksichtigt und dies erst mit späteren Firmware­-Updates gelöst. Um die “High Res Shot”­Funktion zu testen, habe ich die Kamera auf ein Stativ montiert und eine Landkarte mit sehr dünnen Linien fotografiert. Ein Stativ ist ein MUSS um diese Funktion nutzen zu können.
Hier das ursprüngliche Vergleichsbild:
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Olympus OM-D E-M5 Mark II, High Res Shot @200%
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Olympus OM­-D E-M5 Mark II, M­Modus @300%
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Nikon D7000, M­Modus 300%
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Man erkennt, dass das erste Bild, welches mit dem High Res Mode gemacht wurde, viel schärfer als die zwei folgenden Bilder ist. Es ist zwar keine Funktion, die ich täglich nutzen würde (da ich nicht oft mit Stativ arbeite), würde sie aber gerne noch ein paar Mal zu Landschaftsfotografien ausprobieren.

5-EV Kompensierung

Olympus beschreibt, dass mit dieser Kamera Belichtungszeiten mit bis zu 5-­EV mehr möglich sind, ohne verwackelte Fotos als Ergebnis zu bekommen. Das neue Stabilisierungssystem kommt hier zum Einsatz. Um dies zu testen, habe ich folgendes Foto gemacht, mit einer Belichtungszeit von 0,5 sec:
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Zoomt man in Lightroom hinein (100%), so kann man erkennen, dass dünne Linien immer noch scharf aufgenommen wurden. Ich habe an diesem Bild, keine Verwacklungen festgestellt.
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Das neue Stabilisierungssystem funktioniert ganz gut und kann in Situationen mit wenig Licht eingesetzt werden.

HDR

Die Kamera verfügt über einen HDR-­Knopf, somit lässt sich dieser Modus sehr schnell ein­ oder ausschalten. Über die Einstellungen lassen sich die Anzahl an Bildern und die EV­-Schritte einstellen. Die Kamera schießt die Bilder direkt nacheinander, und zwar sehr schnell. Ich bin mir nicht sicher, ob Olympus auf einen Algorithmus zur Ausrichtung der Bilder zurückgreift, aber wenn ja, kann man somit HDR­-Bilder direkt aus der Hand aufnehmen. Außerdem ist es möglich die Aufnahmen direkt mittels Kamera zu einem HDR­-Foto zu kombinieren, was auch sehr schnell funktioniert. Ein Plus-Punkt für Olympus!

Live Time, Live Bulb, Live Composite

Die Unterschiede dieser drei Modi waren mir am Anfang nicht klar. Erst einige Tests brachten hier wirklich Klarheit, auf deren Basis ich im Nachhinein sagen kann, dass ich von ihrem Nutzen sehr überzeugt bin. Die Anzeige des Histogramms während der Aufnahme finde ich sehr gut, denn man hat die Belichtung direkt unter Kontrolle und kann die Aufnahme stoppen, bevor das Motiv überbelichtet wird. Was mir aber fehlt sind zwei Funktionen:

  • Die Möglichkeit, die Aufnahme stoppen zu können, ohne dafür die Kamera ausschalten zu müssen (evtl. mit der „Löschen“-Taste?)
  • Eine Zeitanzeige bei Live-Bulb, vor allem bei längeren Belcihtungszeiten

Folgendes Bild habe ich mit Hilfe der Live-­Time­-Funktion erstellt. Ich wollte diesen “Bewegungs­-Effekt” des Wassers festhalten, jedoch ohne den Himmel zu überbelichten. Dank der Live-Anzeige war dies möglich.
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Schwenkbarer LCD mit Touchfunktion

Einigen Fotografen wird das schwenkbare LCD stören, Filmemacher hingegen werden es lieben. Es kann sowohl zur Seite als auch nach oben und unten gedreht werden. Perfekt für Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven. Das einzige Problem: Durch den Anschluss eines externen Mikrofons wird der Drehwinkel des Displays begrenzt. Das LCD ist sehr hochauflösend womit so genug Informationen über die aktuelle Aufnahme ihren Platz finden (manchmal sogar zu viele). Das Gute dabei ist, dass man die Anzeige anpassen kann, womit man unter anderem als Beispiel die Ein-­ oder Ausblendung des Histogramms vornehmen kann. Die Touch­-Funktion unterstützt das Fokussieren durch das Berühren an den gewünschten Stellen. Die Touch­-Funktion könnte aber noch besser werden, indem es um folgende Unterfunktionen nachgerüstet wird:

  • Verschieben von Anzeigen: Hält man eine Anzeige gedrückt, sollte man diese so an eine andere Stelle des Displays verschieben oder ein­ bzw. ausblenden können.
  • Erkennung von Gesten: Ähnlich wie bei der GoPro Hero 4 Silver, könnten Gesten
    unterstützt werden, sodass man zum Beispiel mit dem Wischen von unten nach oben auf die Galerie kommt oder das Hineinzoomen mit zwei Fingern.
  • Dauerhafte Anzeige der aktuellen Brennweite: Besonders wenn das angeschlossene Objektiv keine physikalische Brennweite­Anzeige hat.

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WiFi und Steuerung über Smartphone

Danke OLYMPUS, dass ihr auf die Bedürfnisse der Benutzer eingeht. WiFi­-Konnektivität ist heute eine der wichtigsten Funktionen, die eine Kamera haben sollte. Vor allem für Diejenigen, die viel unterwegs sind und nicht immer ein Notebook mit sich tragen (möchten), um die Kamera eventuell mit Programmen wie Lightroom & Co. steuern zu steuern. Das Verbinden der Kamera mit dem Smartphone geschieht sehr schnell und die Kamera kann direkt über das Smartphone gesteuert werden. Die Oberfläche der App ist intuitiv und man findet sich schnell zurecht.
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Video

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Folgendes Video habe ich ursprünglich für meine Bewerbung an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in München gemacht: Link. Für das Video habe ich ausschließlich die OLYMPUS verwendet, mit angeschlossenem Rode Video-Mic Pro oben drauf.
Trotz gelegentlich starkem Regen, hat die Kamera diesen ohne Probleme überstanden. Sie funktioniert noch! Alle Aufnahmen wurden mit einer Auflösung von 1920x1080p, im IPB Modus, bei 60fps und mit einer Belichtungszeit von 1/125 sec. gemacht.

5-Achsen Stabilisierungssystem

Am Anfang war ich ein bisschen skeptisch was das neue Stabilisierungssystem anging. Um die Praxistauglichkeit der Kamera und des Stabilisierungssystems zu testen, habe ich mich für den Einsatz der Kamera in einer Kurzfilmproduktion entschieden, da ich reine Testaufnahmen für unzureichend halte. Nur Testaufnahmen aufzunehmen ist nicht falsch, aber es gibt zwischen den Aufnahmen nicht immer einen Zusammenhang. Wenn ich mit der Kamera Videos aufnehme, dann ist es um mit den Aufnahmen eine Geschichte zu erzählen. Wenn sich ein Zuschauer den Kurzfilm anguckt und keine Verwacklungen feststellt bzw. im Film drin ist, dann ist das Ziel erreicht worden. In unserem Kurzfilm “Drive” haben wir die Kamera ohne Schwebestativ eingesetzt, nur haben vollständig auf das 5­-Achsen Stabilisierungssystem gesetzt. Ich bin mit den Ergebnissen mehr als zufrieden! Die Aufnahmen wirken sehr ruhig, selbst als ich neben dem Fahrrad (schnell) herlaufen musste! Die Kamera gleicht alle Bewegungen und Erschütterungen sehr gut aus.

Jedoch habe ich eine wellenartige Formation erkannt, wenn man schnell schwenkt (Siehe dazu “Drive”, ab Minute 1:50). Olympus hat mit diesem neuen Stabilisierungssystem eine unglaublich gute Arbeit geleistet. Denkbar ist hier, dass Olympus kleinere Mängel noch nachträglich in Form von Firmware­Updates beheben wirdKleinigkeiten können im Nachhinein durch Firmware­Updates gelöst werden. Außerdem denke ich, dass die nächsten Versionen des Stabilisierungssystems immer besser und besser werden.
Ob die Kamera eine DSLR mit Schwebestativ ersetzten kann, lässt sich schwer sagen. Dafür müsste ich weitere Videos machen. Jedoch hat die Olympus einen riesigen Vorteil: Sie ist kompakt und sehr leicht. Ein Schwebestativ hingegen wiegt sehr viel mehr und beansprucht meine Kraft dementsprechend, weshalb für mich nur eine maximal fünfminütige Dauernutzung möglich ist. nach 5 Minuten habe ich keine Kraft mehr hin und her zu rennen.

Fokus-Peaking

Ich kann nur sagen: Danke Olympus! Das Fokus­Peaking funktioniert wirklich sehr gut und ist eine große Hilfe, vor allem bei Videos. Man kann verschiedene Farben für das Peaking einstellen (Grün, Rot, etc) sowie die Intensität. Für Videos arbeite ich mit AF­S/M, sodass ich bereits vor der Aufnahme den Fokus einstelle. Während der Aufnahme ist es möglich manuell zu fokussieren. Das Fokus­-Peaking ist für solche Fälle gut geeignet und liefert sehr gute Ergebnisse.

Flat Profiles

Diejenigen, die sich intensiv mit Filmen beschäftigen, wissen über Flat Profiles Bescheid: Mit diesen ist es möglich farblose, also “flache” Bilder aufzunehmen. Ja, es sieht natürlich erstmal sehr schlimm aus, bei der Postproduction bietet das Video so aber viel mehr Spielraum; speziell beim Color­-Grading. Für die Kamera sind leider (noch) keine Flat­-Profiles verfügbar. Auf der folgenden Seite existieren aber ein paar Vorschläge dazu, wie man flache Videos aufnehmen kann.
Ich wünsche mir, dass Olympus hier ein standardisiertes Flat­-Profile veröffentlicht. Offizielle Flat-­Profile sind wichtig, vor allem für die Menschen, die mit Film Convert o.Ä. arbeiten.

Bildqualität

Die Bildqualität der Videos ist sehr gut. Ich habe zwar keine Videos mit dem ALL-­Intra-­Codec gemacht aber IPB liefert bereits sehr gute Ergebnisse. Das nächste Bild ist ein Ausschnitt aus einem Video­-Test mit einem Edelkrone-­Slider:
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Die Bildqualität ist zwar gut und Details werden scharf aufgezeichnet, dennoch werden Videos nur mit 8 Bit aufgenommen. Den genauen Dynamikumfang der Kamera kenne ich nicht, es sind aber bestimmt keine 13, wie bei der Blackmagic Pocket Cinema Camera. Pro-Res-­Unterstützung gibt es leider auch nicht.

Anmerkungen

Das sind die Sachen, die mir an der Video­-Funktion gefallen haben:

  • 5­-Achsen ­Stabilisierungssystem
  • 60fps bei Full HD
  • Peaking-­Fokus
  • Lautstärke­-Anzeige
  • Konstante Brennweitenanzeige
  • Live­-Histogramm

Folgende Punkte könnten ergänzt bzw. weiterentwickelt werden:

  • Anpassung der Blende und des ISO­Wertes während der Aufnahme
  • Darstellung von Zebra­-Streifen während der Aufnahme
  • Belichtungszeiten von 1/50 sec, wichtig für 24­25 fps.
  • 4K-­Auflösung und 120 fps bei Full HD?
  • Flat­-Profile
  • Pro-Res­-Codecs oder RAW­-Video
  • 10 Bit Farbtiefe
  • Rolling­-Shutter

OLYMPUS beschreibt die Video­-Funktion als “verwacklungsfreie Videos in Kinoqualität”.

  • Verwacklungsfreie Videos: Ja
  • Kinoqualität: Nicht wirklich


Die wichtigsten Kriterien für “Kinoqualität” sind meiner Meinung nach eine großer Dynamik­umfang, professionelle Codecs oder RAW-­Unterstützung und die Minderung des Rolling­-Shutter­-Effekts. Letzteres ist wegen der Art, wie die Pixeln des CMOS­-Sensors ausgelesen werden, schwer zu reduzieren. Wenn OLYMPUS an diesen Punkten weiterarbeitet, dann ja, sprechen wir von (fast) Kinoqualität. Aber allein das Sensor­-Stabilisierungssystem und die 60fps machen aus dieser Kamera eine sehr gute Video­-Kamera.
 

Fazit

OLYMPUS bringt mit dieser Kamera jede Menge innovative Funktionen in den aktuellen Markt. Vor allem mit dem High Res Mode, dem 5-­Achsen­ Stabilisierungssystem und dem Live­-Modi. Die Kamera eignet sich gut für Street Photography sowie für Reisen, denn sie ist kompakt, leicht und die Bildqualität ist sehr gut. Außerdem wird das Interesse bei vielen Filmemachern geweckt, denn ab jetzt können sie verwacklungsfreie Aufnahmen ohne Schwebestativ machen. Die Benutzeroberfläche und die Menü-Struktur sollten überarbeitet werden, sodass die Benutzer mit der Kamera möglichst intuitiv umgehen können. Die Video­-Funktion bietet jede Menge Möglichkeiten für Filmemacher, aber auch hier, sollten einige Punkte überarbeitet werden.
Sorry Nikon, aber Olympus geht hier auf die Bedürfnisse der Benutzer ein und liefert Lösungen schneller.

Seine Testbilder mit der Kamera:

Sein Testvideo mit der Kamera:


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