OM-D
Nicola Matz

Nicola Matz (fotocommunity-Mitglied seit 2012)

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Gesamteindruck

Völlig überraschend wurde ich am 18.02.2015 von der fotocommunity angeschrieben ich sei einer der Produkttester der neuen OM-D E-M5 Mark II und Olympus wird mir die Kamera demnächst zusenden.
Ein paar Tage später bekam ich Post und tatsächlich, die OM-D E-M5 Mark II und das Objektiv M.ZUIKO DIGITAL ED 12-50 mm 1:3.5-6.3 EZ inkl. einer ausführlichen Bedienungsanleitung waren darin. 
Gespannt ging es ans Auspacken. Hier mein erster Eindruck.
Die Kamera macht sofort einen sehr wertigen Eindruck. Wer sie in die Hand nimmt spürt sofort, dass hier nicht mit billigem Plastik gearbeitet wurde, sondern er hat ein robustes staub- und spritzwassergeschütztes Gehäuse in der Hand, das trotz den kleinen Abmessungen knapp 420gr auf die Waage bringt.

Ein seitlich ausklappbarer Monitor der sich um 360° dreht inklusive Touchscreen Funktion runden die Kamera erst einmal ab. Der Klappmonitor ist sehr leichtgängig und lässt sich dabei in fast jede beliebige Position bringen. Das Ausklappen erfordert allerdings etwas Fingerspitzengefühl, das ist nicht ganz optimal gelöst.
Alle Buttons, Tasten und Schalter lassen sich sauber drehen und rasten satt ein. Alles sieht aufgeräumt und solide aus.
 Die Größe der E-M5 Mark II ist allerdings eher etwas für kleine Hände, mir ist sie mit meinen Händen deutlich zu klein und ich komme immer mit dem Handballen an die Funktionstasten. Aber dafür gibt es ja den optionalen Batteriegriff oder Handgriff.
Erster Eindruck: sehr gut.

Objektiv ausgepackt und angeschlossen, dann das übliche Akku rein, anschalten und was passiert? Der Akku ist leider fast leer.
 Mist…man ist total aufgeregt und dann muss man erstmal den Akku laden. Also ist zunächst Handbuch lesen angesagt.
Das Handbuch zur Kamera ist in Deutsch und hat tatsächlich 187 Seiten und ist ein ganz schöner Klopper. Um es vorweg zu nehmen, die OM-D E-M5 Mark II hat so viele Möglichkeiten und Funktionen, dass man als neuer Olympus Einsteiger erstmal komplett erschlagen wird.
Insgesamt bietet die E-M5 Mark II für ihre Größe ein gutes Handling und eine weitreichende Konfigurierbarkeit. Letztere ist aber so weitreichend, dass sich Neulinge bei Olympus eine ganze Weile intensiv mit der Kamera beschäftigen müssen, um die für sie optimalen Einstellungen und Konfigurationen der Kamera zu erreichen.

Der 5-Achsen Bildstabilisator macht seine Arbeit wirklich perfekt und auch Zeiten deutlich unter 1/30 sind je nach Brennweite völlig problemlos realisierbar.
 Den „40-Megapixel-High-Resolution-Modus“ habe ich nicht probiert, da er mit seinen mehrfach hintereinander Auslösungen eigentlich nur für absolut statische Motive geeignet ist, kann aber in der Produktfotografie ein großer Vorteil sein, wenn solch hochauflösende Aufnahmen gefragt sind.

Der elektronische Sucher ist absolut Top und bietet einem alle Informationen die man braucht zur Bildbeurteilung. Vermisst habe ich hier allerdings einen Modus, in dem ich immer dauerhaft alle Infos ausblenden kann, auch beim Auslösen und der Bildschau nach der Aufnahme. Vielleicht habe ich sie auch nur nicht gefunden, wie bereits gesagt ist die Kamera vollgestopft mit sehr vielen Funktionen die sich im Menü oder den konfigurierbaren FN Tasten verbergen.

Der Silent-Modus mit einer kürzesten Verschlusszeit von 1/16.000s ist ideal für Hochzeiten, Kirche und Theater oder wo es eben leise zugehen muss – den will ich nicht mehr missen. Der AF ist überraschend schnell und sitzt zielsicher da, wo ich ihn haben wollte. Top!

Das M.ZUIKO DIGITAL ED 12-50 mm 1:3.5-6.3 EZ ist ein Kit-Objektiv mit akzeptabler Leistung. Wenn man sich die neue OM-D E-M5 Mark II kauft und etwas anspruchsvoller unterwegs ist würde ich lieber etwas drauflegen und das Geld lieber in ein M.ZUIKO DIGITAL ED 12-40 mm 1:2.8 pro investieren das dem hervorragenden Sensor gerechter wird. Durch einen Bekannten konnte ich es kurz vor Testende ausprobieren und da liegen Welten dazwischen.
Ein paar Dinge die mich stören sind die wirklich sehr geringe Akkulaufzeit und dass keine genaue Akkukapazität in % angegeben wird. Ebenso sitzt die Blitzabdeckung etwas locker drin, hier ist Verlust vorprogrammiert. Der Ein/Ausschalter ist linksseitig und irgendwie ungeschickt zu bedienen.

Leider konnte ich wegen einer hartnäckigen Grippe nur sehr wenig testen, die Videofunktion habe ich deswegen wie ein paar andere Features ausgelassen.
 

Fazit

Eine tolle Kamera mit unglaublichem Funktionsumfang und Möglichkeiten. Gedacht für Foto-Enthusiasten, die sich gerne mit den Features der neuen OM-D E-M5 Mark II beschäftigen möchten und mit den sehr handlichen Abmaßen klarkommen.
 Die E-M5 Mark II ist ein fotografisches Werkzeug der Extraklasse, an der es nur wenig zu bemängeln gibt.
Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine kleine, leichte Kamera im Micro-Four-Thirds-System anzuschaffen, sollte sich unbedingt die Olympus OM-D E-M5 Mark II und den großen Objektivpark anschauen. Die E-M5 protzt nur so mit neuen Funktionen und macht richtig Spaß.

Schade, dass ich sie wieder hergeben muss! Die würde gut bei mir reinpassen insbesondere wegen Live-Bulb, Live-Time und Live-Composite.

Seine Testbilder mit der Kamera:

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