OM-D
Hermann Klecker

Hermann Klecker (fotocommunity-Mitglied seit 2002)

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Erster Eindruck

Klein, stark, schwarz

Die Kamera ist leicht und kompakt, liegt trotzdem gut in der Hand. Alle Tasten und Rädchen oben auf dem Gehäuse sind groß genug für Männerhände und alle auf eine Art unterschiedlich gebaut, dass ich selbst bei Dunkelheit jede Taste sofort finden konnte. 
Die kleineren Tasten an der Rückwand sind sich untereinander zwar ähnlicher, aber so um das Cursor-Kreuz angeordnet, dass sie ebenfalls bei Dunkelheit leicht ertastet werden können. Bei anderen Digitalkameras habe ich bei den Tasten an der Rückwand im Dunkeln durchaus manchmal danebengegriffen. Bei der Olympus Kamera ist mir das nicht passiert.
Die kompakte Bauweise hat nicht nur Vorteile. Um die Batterie zu wechseln muss man die Kamera vom Stativ entfernen, falls man nicht eine sehr sehr kleine Schnellkupplung verwendet.

Zeitbedarf zum Kennenlernen

Wie es sich für eine gute Kamera gehört, kann man sie einschalten zwischen den etablierten Programmen wie A, S (T), P, M wählen, Blende und Zeit vorwählen und seine Fotos machen, auch ohne die Kamera im Einzelnen zu kennen. 
Um ihre Stärken richtig ausspielen zu können, ist es unverzichtbar, sich Zeit zu nehmen, sie kennenzulernen. Das Handbuch ist dabei erster Anlaufpunkt. Leider ist es in einigen Punkten sehr technisch und nicht leicht zu verstehen. Mehr dazu später.

Großer Funktionsumfang

Also wow! Der erste Blick ins Handbuch und Menü erschlägt einen fast mit den unglaublich vielen Möglichkeiten, die diese Kamera ihrem Fotografen anbietet. Entsprechend umfangreich ist das beigefügte Handbuch.
 Es ist eine gute Idee, neben der App (über die jeweiligen Stores) das Handbuch (als PDF auf der beigefügten CD) aufs Handy zu laden.

Der Finger und der Touchscreen

Der Touchscreen meines Exemplars bedarf einiger Übung. Ganz so gut, wie man es von hochwertigen Smartphones gewohnt ist, lässt sich dieser Touchscreen nicht bedienen. 
Anfangs hatte mich verwirrt, dass sich der Bildschirm abschaltet, sobald ich mich mit meinem Finger dem Bildschirm nähere. Es brauchte etwas Zeit, bis ich verstand, dass mein Finger bzw. meine Hand die automatische Erkennung irritierte, die den Bildschirm abschalten soll, wenn man sich mit dem Auge dem Sucher nähert. Linkshänder haben dieses Problem sicher weniger. Bei ausgeklapptem Bildschirm tritt es sowieso nicht auf. Insgesamt kann man sich als Fotograf daran durchaus gewöhnen. Die automatische Abschaltung ist ja eine gute Sache.
Gut funktioniert das Umschalten auf WLAN und das Auswählen des Fokuspunktes. Deshalb habe ich die Hoffnung, dass die Haptik des Touchscreens via Firmware-Update noch verbessert wird. Die Hardware scheint jedenfalls grundsätzlich zu funktionieren.
 

Die Kamera im Einsatz

Lightbrush

Die Kamera hat super Funktionen mit Live Bulb und Live Time, um Lightbrush zu unterstützen. Allerdings könnte die Anleitung diesen Punkt besser erklären. Die Bedeutung ging für mich aus der Anleitung zunächst gar nicht hervor. Im Einsatz hat sich die Bedeutung dann herauskristallisiert und ist eine super Sache. Damit stellt man das Intervall ein, in dem das Live-View Bild während der Aufnahme aktualisiert wird und dadurch eine unmittelbare Kontrolle des mit der Zeit entstehenden Ergebnisses erlaubt. Ich ärgere mich schon ein wenig, dass dieser Test in die Zeit Mitte Februar bis Mitte März fällt, in der keine Feuerwerke stattfinden. Zu gern würde ich das bei einem Feuerwerk probieren.

Nachtaufnahmen

Nachts zahlt sich die Gestaltung des Gehäuses besonders aus. Alle Tasten können bei Dunkelheit gefunden und voneinander unterschieden werden.
 Für Nachtaufnahmen würde ich in Zukunft die Kamera so einstellen, dass das Live-View Bild in der Helligkeit konstant bleibt und eben nicht die aktuellen Einstellungen nachempfindet. Wie unter HDR beschrieben, habe ich bei den Nachaufnahmen die HDR-Reihe mit 7 Bildern gewählt und dazu die Belichtung auf -2 E.V. eingestellt. Mit dieser Einstellung ist nachts auf dem Bildschirm und im Sucher praktisch nichts zu erkennen.
Ansonsten gestalten sich die Nachtaufnahmen problemlos. Die Kamera zieht ihre Belichtungsreihe problemlos durch. Wenn sie nicht im Lautlos-Modus arbeitet, dann hört man problemlos, ob die Kamera noch arbeitet oder bereits mit ihrer Aufnahme fertig ist.

Live Bulb und Live Time

Zuerst das Lob! Diese beiden Funktionen sind genial! Live Bulb funktioniert, wie man B bzw. Bulb von anderen Kameras her kennt. Allerdings entsteht das Bild schrittweise auf dem Live-View Bildschirm schon während der Belichtung. Bei Bulb belichtet die Kamera genau so lange wie der Fotograf den Auslöser drückt. Ein (Kabel-) Fernauslöser ist also gesetzt. Live Time funktioniert etwas anders. Die Kamera beginnt mit der Belichtung beim ersten Drücken auf den Auslöser und beendet sie beim zweiten Drücken. Das funktioniert also auch ohne Kabelauslöser ganz hervorragend.
Einen Minuspunkt gibt es für die Benutzerführung. Laut Anleitung stellt man Live Bulb oder Live Time im M Programm als Zeit. Das unterscheidet sich also eigentlich nicht von vielen anderen Kameras mit Bulb- Einstellung. Allerdings muss man tief im Menü diese Funktionen erst aktivieren. Einerseits ist dieser Zusammenhang im Handbuch nicht so richtig gut beschrieben, andererseits hätte ich diese Einstellung ganz ohne Handbuch erst einmal nicht gefunden.
Die Aktualisierung des Live-Bildes während der Aufnahme geschieht nicht kontinuierlich sondern in maximal 24 Schritten. (Bei hohen ISO-Werten weniger Schritte). Die Frequenz dieser Schritte muss im Menü eingestellt werden. Die Werte können zwischen 1⁄2 und 15 Sekunden liegen. An dieser Stelle würde ich mir gerade fürs Lightbrush mehr Einzelschritte wünschen bzw. die Abschaffung einer Obergrenze.

Makros in Bodennähe

Ihr kennt ja die typischen Fotograf-Bei-Der-Arbeit Körperhaltungen mit dem Hintern nach Oben. Mit dieser Kamera fällt das besonders leicht. Das schwenkbare Display gepaart mit der Wasserwaage, den Autofokuspunkt per Touch am Bildschirm setzen zu können gepaart mit dem guten Bildstabilisator sind ideal, um aus der Froschperspektive zu fotografieren.
 So macht das Spaß. Habe meinen Winkelsucher keinen Moment vermisst.

Infrarot

Für die Infrarotfotos bin ich nach Stuttgart zum Hoppenlaufriedhof gegangen.
 Die Belichtungszeiten sind beim Hoya 72 in etwa wie bei anderen modernen Digitalkameras mit gutem IR-Sperrfilter ca. 8s bei f/8 und 400 ASA. 
Infrarotfotos mit einer normalen Digitalkamera gestalten sich so, dass die Kamera auf ein Stativ kommt, dort dann das Bild komponiert wird und scharfgestellt wird (falls die Kamera nicht durch Filter selbst in Live-View scharf stellen kann – die Olympus kann‘s) und dann der Fokus auf manuell gestellt wird und der Filter aufgesetzt wird und dann erst das Foto aufgenommen werden kann.
Dabei ist mir die App sehr gelegen gekommen. Ich hatte keinen Kabelauslöser für die Kamera und konnte mit der App über WLAN die Kamera fernsteuern und auch die Ergebnisse direkt begutachten, ohne die Kamera bedienen zu müssen und dabei verwackeln zu können. Später mehr zur App.
Das Objektiv Olympus M.Zuiko Digital 12-50mm F3.5-6.3 zeigt leider einen deutlichen Hotspot, weshalb ich auf die farbige Auswertung der Fotos verzichte und rein schwarzweiße Infrarotfotos damit herstelle.

Splash

Splashbilder gestalten sich mit dieser Kamera genauso als Geduldsprobe wie mit jeder anderen auch. Zumindest dann, wenn man keine automatische Zeitsteuerung (z.B. mit Lichtschranke) nutzt. Und da ich so etwas nicht habe, habe ich fast eine ganze Schachtel Himbeeren „verbraucht“, eh ich meine Fotos im Kasten hatte. Aber Spaß hat es gemacht.
Allerdings hat mir die schnelle Bildfolge von 11 fps sehr geholfen, den richtigen Moment zu erwischen.

Architektur

Bei Architekturfotos, insbesondere bei Innenarchitektur, zeigt sich das Objektiv einfach als zu lang. Es sind trotzdem einige ganz ansehnliche Fotos entstanden.
 

Die Technik der E-M5 Mark II

Art-Styles

Die Art-Styles sind eine nette Spielerei, wie man sie von diversen Smartphone-Kamera-Apps kennt. In einer Systemkamera halte ich das für wenig sinnvoll. Ich glaube nicht, dass ich davon über das einmalige Ausprobieren hinaus jemals Gebrauch machen würde.

RAW+JPEG

Eigentlich dachte ich, RAW+JPEG eingestellt zu haben. Es kamen aber nur JPEGs aus der Kamera. Grund war erneut, dass ich nicht RAW+JPEG eingestellt hatte sondern lediglich eingestellt hatte, dass man RAW+JPEG einstellen kann. Anschließend kann man dann RAW+JPEG einstellen, muss man aber auch erst machen. Klingt kompliziert?
Ist es auch. 
Ein SAP zu konfigurieren ist Kinderkram im Vergleich dazu, diese Kamera einzustellen.

High-Res Shoot

Unbewegliche Motive vom Stativ aus können mit ca. 40 MP fotografiert werden. Dazu erstellt die Kamera acht einzelne Aufnahmen, wobei der Sensor mittels der Mechanik des Bildstabilisators um etwa ein halbes Pixel in jeder Richtung verschoben wird. Aus den vier Aufnahmen errechnet die Kamera dann ein gesamtes hochauflösendes Bild. Das klingt auch sehr kompliziert, hat aber den Charme, dass für diese 40MP jedes Objektiv genügt, dessen Auflösungsvermögen für 16MP genügt.
Die mannigfaltigen Einstellungsmöglichkeiten ermöglichen es, diesen Modus relativ schnell arbeiten zu lassen, wenn man mit Dauerlicht arbeitet, oder aber zwischen den Aufnahmen Pausen einzuplanen, damit sich die Blitze wieder aufladen können.
Der Einsatz von Blitzen wird einerseits gut unterstützt, indem man den Abstand zwischen den Einzelaufnahmen einstellen kann (wozu das eigentlich?) und zusätzlich die Ladezeit für die Blitze einstellen kann. Ist ein Blitz angeschlossen, dann ist die Pause zwischen zwei Fotos mindestens so lang wie die eingestellte Ladezeit. Andererseits ist die Blitzsynchronzeit in diesem Modus überraschender Weise sehr lang, so dass das Bild immer nur teilweise belichtet wird. Dem musste ich eben mit langen Sync-Zeiten (1/25s) begegnen und dazu das Licht im Studio dimmen. Außerdem ist die größtmögliche Blende f/8. Weiter konnte ich die Blende nicht schließen, was ich ebenfalls nicht nachvollziehen kann.
Insgesamt gesehen funktioniert es allerdings und es entsteht ein sehr hoch auflösendes Foto.

Blitzen im Studio

Das Zusammenspiel mit Studioblitzen gestaltet sich genau so unaufregend, wie mit jeder anderen Kamera mit einem M-Modus. Abgesehen natürlich vom Blitzen hochauflösender Fotos.
 Die effektive Synchronzeit ist mit meinen Blitzen und meinen Funksendern bei 1/160s. Ich blitze meistens mit 1/125s – das passt also ganz gut.

Grundeinstellung für Schärfe

Nun bin ich ja nicht grad als Schärfefetischist bekannt. Dass Bilder überschärft direkt aus der Kamera kommen kennt man eigentlich nur von Kompaktkameras und natürlich von DSLRs, deren Fotograf es bei den Einstellungen etwas übertrieben hat. 
Morgen mache ich mich auf die Suche nach den Einstellungen für die Schärfe und schaue mal, ob ich das etwas optimieren kann.
 Übrigens, im 40 Megapixel-Modus erscheinen die Bilder nicht überschärft.

Geräuschkulisse

Während Langzeitaufnahmen macht die Kamera ein ganz leises schleifendes Geräusch. Ich vermute, dass der Sensor und Prozessor aktiv gekühlt werden. Das wäre nicht verwunderlich, denn diese Kamera ist ähnlich wie ein modernes Smartphone ein kleiner Hochleistungscomputer, dessen aktive Elemente im Dauerbetrieb reichlich Wärme erzeugen können, die abgeleitet werden muss. Ansonsten ist die Kamera herrlich leise. Es gibt halt weder Spiegel noch Verschlussmechanik oder gar Filmtransport. Wer diese liebgewonnenen Auslösegeräusche vermisst, kann sie sich optional zuschalten.

AEB

Bei der automatischen Belichtungsreihe erstellt die Kamera die Bilder nicht automatisch nacheinander. Der Fotograf muss den Auslöser drei (bzw. fünf) Mal betätigen. Bei den HDR-Funktionen ist das anders, dabei werden die Belichtungsreihen auf einen Auslöser-Drücker hin automatisch erstellt. Mir erschiene es sinnvoll, das bei AEB ebenfalls zu ermöglichen. Natürlich kann sich der Fotograf einen entsprechenden Drive-Modus zuschalten.

Panorama und Wasserwaage

Bei der Aufnahme der Einzelbilder für ein späteres Panorama ist die auch im Sucher eingeblendete Wasserwaage eine enorme Hilfe. Besonders „aus der Hand geschossene“ Panos werden mit Hilfe der Wasserwaage sehr viel genauer.

HDR

Die OM-D bietet, was ich mir für meine eigenen Kameras schon lange wünsche. Mit ihr lassen sich nicht nur direkt HDR erstellen, sondern auch für die spätere Verarbeitung als HDR mit einem Auslöser-Klick automatisch Belichtungsreihen aus 3, 5 oder 7 Einzelbildern erstellen.
 Für die an sich gute HDR-Funktion wünsche ich mir, die Abstände zwischen den bis zu sieben Fotos einstellen zu können. Sie stehen konstant auf 2 E.V. 7 Fotos mit jeweils 2 E.V. Abstand (also zwei „Blenden“ bzw. der jeweils vierfachen Zeit) haben zur Folge, dass zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Bild etwa 14 E.V. liegen. Das ist selbst nachts relativ viel. Besonders die beiden hellsten Fotos wären für die spätere Montage als HDR überbelichtet und unbrauchbar. Mit 1.5 E.V. wäre der vorhandene Kontrastumfang typischer Nachtszenen besser genutzt. Ich hatte mir damit geholfen, die Belichtungskorrektur auf -2 zu stellen und habe statt zweier überbelichteter Fotos mehr dunkle Fotos bekommen, die bei der späteren Montage die Details in den Lichtern liefern können.
Es ist gut, dass die Kamera direkt fertige HDR erstellt mit immerhin zwei wenn auch fest vorgegebenen Modi. Für mich ist das allerdings nichts. HDR kann man auf solch vielseitige Weise mit einer unvorstellbaren Menge möglicher Ergebnisse herstellen, dass zwei Modi nicht einmal an der Oberfläche kratzen. HDR werde ich auch weiterhin am PC aus Einzelbildern erstellen.

Stabilisator

Bei meinen Makros musste ich bei 200 ASA und f/22 trotz Sonnenscheins bis zu1/8s gehen, um die Tiefenschärfe zu maximieren. Die Fotos sind überwiegend bei 30 oder 33mm Brennweite nicht verwackelt. Natürlich habe ich im Liegen auf einer Wiese mit einer Hand unter dem Objektiv eine sehr ruhige Körperlage eingenommen. Dennoch hat der 5-fach-Stabilisator diesen Test mit Bravour bestanden.

WiFi/WLAN und die App

Für die Kamera gibt es eine App für iOS und Android, leider keine für Windows. Die App macht auf beiden Systemen einen ordentlichen Eindruck und kommt mit jeweils dem gleichen Funktionsumfang.
Dazu müssen Smartphone und Kamera miteinander verbunden sein. Das geschieht über einen WLAN-Access Point, den das Handy anbietet. Schaltet man dort in den WLAN-Modus, dann erscheint auf dem Display ein QR- Code, welcher beim ersten Mal vom Handy aus (am einfachsten direkt aus der App) gescannt werden kann, worauf hin dann automatisch das WLAN konfiguriert und verbunden wird. Bei jeder weiteren Anwendung findet das Handy das WLAN der Kamera automatisch. Es dauert halt einen kleinen Moment.
Die App bietet neben weiteren Funktionen zur Fernsteuerung der Kamera zwei Modi an. In einem Modus dient die Kamera nur als Fernauslöser während alle Einstellungen an der Kamera durchgeführt werden, wie bei einem Kabelfernauslöser auch. Im zweiten Modus sieht man das Live-Bild in der App und kann die wichtigsten Einstellungen in der App vornehmen.
Hier würde ich mir einen dritten Modus wünschen, in dem das Kameradisplay auf das Handy-Display gespiegelt wird. Eine eigentlich relativ einfache Technik, mit deren Hilfe die Bedienung per Kamera und App identisch wäre.
Intensives Arbeiten mit LiveView und WLAN verbraucht relativ viel Energie. Wer dauerhaft so arbeiten möchte, sollte auf jeden Fall ein zweites geladenes Akku bei sich haben.

Das Objektiv

Zum Testen stand mir das Olympus M.12-50mm F3.5-6.3 zur Verfügung. Sein Brennweitebereich ist an dieser Micro Four-Thirds universell einsetzbar. Mehr Lichtstärke braucht es auch nicht dank des guten Rauschverhaltens der Kamera auch bei hohen ISO-Werten und dank des Bildstabilisators.
 Allein zum Freistellen, gerade am Micro-Four-Thirds-Format, hätte ich mir eine offenblendigere Optik gewünscht, die Olympus durchaus auch anbietet, z.B. das ED 75mm 1.8.
Die Abbildungseigenschaften lassen nichts zu wünschen übrig, wie die beigefügten Fotos eindeutig zeigen.
Leider hat sich das Objektiv als relativ empfindlich gegenüber Streulicht herausgestellt. Es sollte nicht ohne Streulichtblende verwendet werden. Man möge mir nachsehen, dass ich in Gegenlichtsituationen überwiegend mit einer Streulichtblende aus Gummi aus dem Hause Nikon gearbeitet habe. 
Die Gegenlichtempfindlichkeit zeigt sich recht anschaulich an der beigefügten OOC-Variante des Fotos der Gruppe Krokusse. Wir sehen hier Lansflares im oberen und mittleren Teil des Bildes. Das Bild lässt außerdem Kontrast vermissen, insbesondere in den oberen Teilen des Bildes. Leider war mir das vor Ort nicht direkt aufgefallen, sonst hätte ich ein Vergleichsbild mit und ohne Gegenlichtblende anfertigen können. In diesem Fall ließen sich die Lensflares und der Kontrast leicht in der Nachbearbeitung korrigieren, was allerdings vermeidbar gewesen wäre.
Die Kamera bietet an, das Objektiv beim Einschalten jeweils zurückzusetzen bezüglich Zoom und Fokus. Diese Option hatte ich anfangs aktiviert, rate davon aber ab. Es hat einfach dazu geführt, dass das Objektiv in für mich unerwarteten Momenten zurückgesetzt wurde, was ich von meinen anderen Kameras so nicht kannte und was in keiner Weise hilfreich war, aber störend.
 

Fazit

Ihr kennt dieses Haben-Wollen-Gefühl? Diese Kamera löst dieses Gefühl aus wie kaum eine andere. Die am Markt verfügbaren Adapter (die mit Blendenring im Adapter) werden mir die Umstellung wohl etwas versüßen können, so dass ich nicht vom ersten Tag an direkt einen ganzen Objektivpark kaufen muss. Zu dem Kit-Objektiv würde sich in jedem Fall etwas noch weitwinkeligeres und etwas lichtstärkeres gesellen.
In jedem Fall bekommt der Käufer hier sehr sehr viel Kamera für sein Geld.

Seine Testbilder mit der Kamera:

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