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Yvonne Späne

Yvonne Späne (fotocommunity-Mitglied seit 2012)

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Erster Eindruck

Die Nikon D5500 zu testen, war für mich im wahrsten Sinne des Wortes erleichternd, denn normalerweise schleppe ich meine Vollformat-DSLR durch die Gegend. Auch wenn ich an das Gewicht gewöhnt bin – man merkt es am Ende des Tages.

Geliefert wurde die D5500 zusammen mit dem AF-S DX Nikkor 18-105mm f/3,5-5,6 G ED VR –Kitobjektiv. Da ich hauptsächlich Makrofotos mache, habe ich mir noch das AF-S Micro Nikkor 105mm 1:2,8G ED mitschicken lassen. Zum Lieferumfang des Kits gehören auch noch ein Tragegurt, ein Videokabel, ein USB Kabel, Akku samt Ladegerät und eine Bedienungsanleitung, die sehr kompakt ausfällt. DSLR-Neulingen sei deshalb empfohlen, sich gleich noch ein Buch dazu zu kaufen, um die Funktionen der Kamera auch alle nutzen zu können.
Gleich beim Auspacken fiel mir auf, wie handlich die D5500 ist. Grund hierfür ist der schmale Body und der weit hervorstehende Handgriff, der für mehr Griffigkeit auch noch große Gummiflächen hat. Auch der Daumen liegt auf der Rückseite auf solch einer Fläche auf und kann nicht so leicht abrutschen. Selbst mit einem recht schweren Objektiv wie meinem Nikkor 24-70 mm, 2,8, das mit Gegenlichtblende alleine schon knapp 1 kg wiegt, liegt die D5500 so sehr gut in der Hand.
Mit dem Kit-Objektiv ist die Kamera ein echtes Leichtgewicht, das gerade einmal 887 Gramm auf meine Küchenwaage bringt. Das macht sie zu einer Kamera, die wirklich überall ihren Einsatz findet und die ich auch z. B. auf längere Wandertouren ohne Probleme mitnehmen würde.

Bedienbarkeit

Auch wenn es eine Kleinigkeit ist: Mir ist sofort aufgefallen, dass die beiden Einstellräder aus Metall sind, was das schon beim ersten Anfassen vorhandene Gefühl der Wertigkeit noch einmal verstärkt. Die Einstellräder rasten beide gut ein, so dass ein unabsichtliches Verstellen nicht so schnell passiert. Alle Tasten sind nikontypisch angelegt und, zumindest für meine kleinen Frauenhände, gut erreichbar. Der Auslöser hat einen gut spürbaren Druckpunkt, und auch alle anderen Funktionstasten fühlen sich straff an und reagieren sofort.

Monitor und Touchscreen

Bisher hatte ich nie einen Body mit schwenkbarem Monitor, daher war meine Befürchtung, dass die Befestigung desselben reparaturanfällig sein könnte. Bei der Nikon D5500 jedoch macht das Scharnier auch nach vier Wochen noch den gleichen stabilen und angenehm festgängigen Eindruck wie am ersten Tag.

Der neue Touchscreen ist sehr präzise und nach kurzer Eingewöhnung auch leicht intuitiv bedienbar. Der 3,2 Zoll-Monitor ist auch bei hellem Licht gut lesbar, selbst wenn man aus einem sehr schrägen Winkel draufschaut.

Leider hat sich eine Erwartung für mich nicht erfüllt: Ich hatte gehofft über den schwenkbaren Monitor auch aus ungewöhnlichen Positionen schnelle Bilder machen zu können. Das geht allerdings nur, wenn entweder das Motiv viel Geduld hat oder vollkommen still steht. Grund: Der Autofokus, der allgemein schon etwas träge ist, ist im Live-View-Modus für schnelle Aufnahmen schlicht unbrauchbar. Er braucht viel zu lange, um scharf zu stellen. Schade, denn gerade das ist es doch, was den schwenkbaren Monitor so reizvoll macht. Um ehrlich zu sein, hätte ich lieber auf den „Schnickschnack“ eines Touchscreens verzichtet und dafür einen schnellen Autofokus gehabt.
Durch den Sucher sieht die Sache viel besser aus, trotzdem braucht die D5500 auch bei Tageslicht etwas länger, als ich es gewöhnt bin. Wobei ich fairerweise dazu sagen muss, dass mein Vergleichsobjekt eine Vollformat-DSLR von Nikon ist.

Autofokus

Trotz des Mankos bei der Geschwindigkeit kann der Autofokus in Sachen Schärfe überzeugen. Normalerweise stelle ich bei vielen meiner Makros manuell scharf, da ich so über eine bessere Kontrolle des doch recht kleinen Fokusbereich habe. Für diesen Test habe ich das vollkommen der Kamera überlassen. In den meisten Fällen war das Ergebnis sehr präzise, der Fokus saß genau dort, wo ich es erwartet habe.

Tiefpassfilter

Der Verzicht auf den Tiefpassfilter gibt den Bildern noch einmal einen Tick mehr Schärfe und lässt selbst feinste Strukturen wie etwa die Schuppen auf den Flügeln eines Schmetterlings zu Tage treten.

Bildqualität

Zur Bildqualität: Hier tut die Nikon, was sie soll und liefert schöne klare Bilder. Wer gerne mit höheren ISO-Werten fotografiert, ist mit der D5500 gut bedient. Bis ISO 800 konnte ich kaum Rauschen feststellen, bis ISO 1600 ist das Rauschverhalten noch gut, darüber hinaus leidet die Bildqualität dann aber natürlich, wie bei fast allen Kameras, doch deutlich.

Fazit

Die Nikon D5500 ist für ambitionierte Hobby-Fotografen gedacht und gemacht. Durch ihre leichte Bedienbarkeit, werden aber auch lernwillige DSLR-Neulinge schnell ihre Freude an dem Gerät haben. Durch das geringe Gewicht und die Handlichkeit ist sie auch als Urlaubskamera, vor allem mit dem mitgelieferten 18-105mm Objektiv, nur zu empfehlen.
Mein einziger echter Kritikpunkt ist der träge Autofokus im Live-View. Wie schon gesagt, hätte ich lieber auf die eine oder andere technische Spielerei verzichtet und dafür einen schnelleren Autofokus gehabt.

Beispielbilder

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