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Martina Schlerka

Martina Schlerka (fotocommunity-Mitglied seit 2007)

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Erster Eindruck

Oh wie schön, wie habe ich mich gefreut, als ich erfuhr, dass ich mit 4 anderen fotocommunity-Usern die neue Nikon D5500 testen darf, und nun ist sie da. Vorsichtig habe ich sie ausgepackt und halte nun den Body in den Händen und wie immer, wenn ich eine Nikon Kamera in Händen halte, überkommt mich ein Gefühl der Wertigkeit. Zuerst stelle ich fest, dass sie sich wunderbar in meine Hand einschmiegt, die Griffmulde wurde vertieft, was eine wunderbare Sicherheit gibt. Sie ist kleiner als meine Nikon D600 und auch um einiges leichter, ein richtiger Handschmeichler eben. Zu dem Set gehört und liegt ebenso dem Paket bei, das Zoom-Objektiv AF-S DX Nikkor 18-105 mm. Außerdem hat Nikon noch ein Fisheye spendiert, welches allerdings nicht zu dem Kameraset gehört.

Display

Nun kann es also losgehen. Da ich nicht zu der Sorte der Handbuchleser gehöre, setze ich das Zoom-Objektiv auf den Body und lege einfach los. Das was mir direkt super gut gefällt, ist das dreh- und schwenkbare Display mit einer Auflösung von ca. 1,37 Mio Pixel mit Touch-Funktion. Dieses kann man komplett von der Kamera weg ausklappen und zum Transport wieder einklappen, was vor unschönen Kratzern schützt. Doch sosehr ich auch das Display berühre, sowenig tut sich dort was. Also doch der Blick ins Handbuch. Aha, die Touch-Funktion muss erst aktiviert werden. Gelesen und getan. So, nun sieht das doch ganz anders aus. Es macht Spaß, denn die Funktion vom Klappdisplay erlaubt ungewöhnliche Perspektiven. Wozu ich sonst immer meinen Müllsack brauchte, nämlich um mich auf den Boden zu schmeißen um dann durch den Sucher das beste Ergebnis zu erhalten, klappt nun mit dem Display direkt aus der Hocke. Das Scharfstellen geht prima über die Touch-Funktion, punktgenau durch Fingertipp. Sehr hilfreich finde ich diese Funktion z. B. auch bei Selbstportraits, so wünsche ich mir das und ich freue mich riesig, dass Nikon dieses Feature endlich auch verwirklicht hat. Praktisch finde ich auch, dass ich mich zum Einstellen der wichtigsten Werte wie ISO-, WB, Blende etc. nicht extra durch seitenlange Menüs scrollen muss, sondern diese bequem über das Display verändern kann. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, möchte man es nicht mehr missen. Obwohl ich die Videofunktion nur einmal angetestet habe, empfand ich die Kontrolle über das Display als wirklich hilfreich, zumal es eben auch Aufnahmen aus spannenden Positionen ermöglicht.

Weitere Features

Die Bildqualität ist ansprechend, knackescharf, die Farben sauber und sehr naturgetreu, satte 24 MP lassen auch das Reinzoomen ins Bild zu einem Erlebnis werden. Der Autofokus mit seinen bis zu 39 Messfeldern reagiert schnell und tadellos. Was mir nicht so gut gefiel, war die Tatsache, dass der Selbstauslöser jedes Mal in der Aufnahmebetriebsart neu gesetzt werden musste. Die Gehäusetasten sind alle gut erreichbar angebracht und lassen sich prima bedienen. Da ich normalerweise gerne im Blendenprioritätsmodus fotografiere und sehr gerne auch manuell scharf stelle, habe ich diese Funktion des Autofokus nur am Rande ausprobiert. Außer der Blendenvorwahl bietet die Nikon D5500 auch die Zeitvorwahl, sowie die Möglichkeit Blende und Zeit selber einzustellen, also im manuellen Modus seine Bilder zu schießen. Für die Benutzer, die sich lieber auf die Automatik verlassen, hat Nikon selbstverständlich auch den Programmmodus an Bord. Über das Menü lassen sich viele Effekte auf die Fotos anwenden, so der Schwarz/Weiß-Modus, der Colorkeyeffekt sowie die Tönung des gesamten Bildes. Wirklich ansprechend umgesetzt, auch für Leute, die nicht über Bildbearbeitungssoftwares verfügen und dennoch schöne Resultate erzielen wollen. Alles in allem verwöhnt uns Nikon wieder mit einem ausgefeilten Menü welches die vielfältigsten Einstellungsmöglichkeiten anbietet, welche hier zu besprechen, jedoch den Rahmen sprengen würde.

Zoomobjektiv

Das mitgelieferte und zum Kit gehörende Zoomobjektiv DX-VR 18-105 mm ist ein tolles Objektiv, wenn man auf Reisen nicht viel mitschleppen will. Mit einer Lichtstärke von 3,5 – 5,6 ist es nicht besonders lichtstark aber durchaus noch im Normalbereich. Der Bildstabilisator schwächelt meines Erachtens im Zoombereich von 105 mm noch ein wenig, da wäre noch Verbesserung nötig. Das Fisheye ist prima und steht auf meiner Objektiv-Wunschliste ab sofort ganz oben. Es tut mir fast schon Leid, dass ich das Kit nicht im September testen konnte. Dann wäre Barcelona eine tolle Kulisse um alles nochmals auf Herz und Nieren zu testen.

Fazit

Nun ist die Testphase leider schon wieder vorbei, 4 Wochen sind eigentlich viel zu wenig, um alle Funktionen ausreichend zu testen. Gerne hätte ich noch die WLAN-Funktion ausprobiert, bin aber auf den ersten Blick nicht so richtig warm damit geworden und habe es dann leider versäumt, nochmals hier nach zu haken. Fazit jedoch nach 4 Wochen:

Eine wundervolle Kamera, die sich genau richtig in kleine Hände einschmiegt, auch nach längerem Tragen nicht zu schwer wird und eine tolle Bildqualität bietet. Besonders hat es mir das ausklappbare Display angetan und die damit verbundenen Möglichkeiten. Schade finde ich, dass die Kamera keine GPS-Funktion, wiewohl das Vorgängermodell, mehr hat und man hier das GPS-Modul noch extra dazukaufen müsste. Erwähnen möchte ich auch noch den tollen Akku, man hat das Gefühl er hält ewig durch – auch und besonders wenn man viel über die Life-View-Funktion fotografiert. Begeistert hat mich auch die schnelle Akkuaufladezeit von ca. 2.5 Stunden. Alles in allem ein TOP-Gerät, dem ich gerne den Daumen hoch gebe und für mich eine Kaufempfehlung wert ist. Halt gewohnt gute Nikon-Qualität, wertig und überzeugend.

Beispielbilder

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