Erfahrungsbericht Marko Wokal

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Marko Wokal

Marko Wokal (fotocommunity-Mitglied seit 2001)

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EIZO CS 2420 Testaktion

„Werde EIZO CS 2420 Produkttester“, mit diesem Slogan hat mich die fotocommunity gelockt. Vier Wochen lang, dürfen 10 Auserwählte den Monitor testen und für 3 Tester besteht sogar die Chance ihn zu gewinnen. Coole Aktion, die habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen.
Da ich mittlerweile überwiegend im Studio fotografiere, haben sich auch meine Ansprüche an mein Equipment geändert. Habe ich vorher normal auf Speicherkarte fotografiert und dann die Bilder in einen 24“ iMac kopiert und bearbeitet, fotografiere ich inzwischen direkt in den Rechner. Dadurch habe ich viel bessere Möglichkeiten, die Aufnahmen zu kontrollieren.

Für diesen Zweck habe ich mir ein 15“ MacBook mit Retina Display zugelegt. Die hohe Auflösung des Displays ist bei der Bildbetrachtung und Bearbeitung natürlich genial. In Bezug auf Bildschärfe und Bildrauschen ein ganz anderes Niveau, als ich es bisher gewohnt war. Dennoch sind 15“ nicht gerade üppig, wenn es um die Bearbeitung von Porträts geht.

Die Option, nach dem Fotografieren die Bilder auf eine externe Festplatte zu schieben und dann auf dem iMac zu bearbeiten ist machbar aber irgendwie nicht das gelbe vom Ei. Also liebäugle ich mit einem Externen Monitor, welchen ich direkt an das MacBook anschließen kann. Zumal mit zwei Monitoren die Möglichkeiten noch viel weitreichender sind. Schon die Option auf dem großen Bildschirm nur das Bild zu haben und alle Werkzeuge auf dem kleinen Display ist verlockend.
Den EIZO CS 240 hab ich mir schon oft angeschaut und auch einiges darüber gelesen. Alles was ich in Erfahrung über den Monitor bringen konnte, hat mich durchweg überzeugt. Nur ein Punkt hat mich immer zögern lassen: Wird mir die Auflösung reichen oder doch lieber auf einen 4K Monitor warten. Ich muss zugeben, das Retina Display vom MacBook ist schon eine feine Sache.

Was kann es also besseres geben, als eine Testaktion des Nachfolgers CS 2420 bei der fotocommunity. Nichts. Also schnell beworben und verdammtes Glück gehabt dabei zu sein.
Da ist er nun, der Karton mit dem Testobjekt.

Eizo Monitortest
Nachdem ich ihn von der Paketstation abgeholt hatte, konnte es gar nicht mehr schnell genug gehen.

Im Lieferumfang findet man alles was man benötigt, um den
 Monitor am Rechner
 anzuschließen. EIZO MonitortestDabei ist ein
 Netzkabel, ein Thunderbolt-Kabel, ein USB Kabel, ein DVI-D Kabel, der Fuß, 4 Schrauben für
eine Befestigung mit einer Wandhalterung, ein Ring für die Kabelführung am Fuß sowie die Bedienungsanleitung und Software CD.

Der Fuß ist schnell montiert und somit der Monitor schnell aufgebaut.

Wie die folgenden Bilder zeigen, gibt es mehrere Möglichkeiten den Monitor in der Höhe sowie der Neigung anzupassen. Auch eine Drehung um 90° ist möglich, so dass man im Hochformat arbeiten kann.

Wer das Vorgängermodell kennt, der wird schnell feststellen, dass sich auch vom Design her einiges getan hat. Die Tasten auf der Vorderseite sind verschwunden und durch blaue LED Touchelemente ersetzt worden. Auch die Rückseite ist gefälliger ausgefallen. Der Monitor lässt sich mit nur einem Knopfdruck schnell vom Fuß abnehmen.

Auch die Griffmulde unter dem EIZO Schriftzug ist sehr praktisch. Gerade beim Einstellen des Bildschirms kann man hier gut anpacken. Aber auch für einen schnellen Standortwechsel macht sich die Mulde gut.

Auf den nächsten beiden Bildern sind alle Anschlüsse gut zu sehen.

So, nun wollen wir mal den Monitor am rechten Fleck aufstellen und mit dem Testen unter realen Bedingungen beginnen.

In der Praxis erweisen sich auch die USB Buchsen als falsch platziert. Da beim Drehen ins Hochformat die Buchsen nach oben wandern. Das hat zur Folge, dass die angeschlossenen Geräte mit kurzen Kabeln zum Teil in der Luft hängen.
Jetzt wäre es ja einfach den Monitor einfach in die andere Richtung zu drehen, doch das ist leider nicht möglich.

Auch wenn es bei der Kabelführung noch potential zur Verbesserung gibt, ist die Möglichkeit im Hochformat zu arbeiten schon richtig geil. Bisher habe ich noch nicht die Möglichkeit dazu gehabt und auch noch nie darüber nachgedacht, dass man sowas brauchen könnte. Aber wie man im linken Bild sehen kann, ergeben sich dadurch ganz andere Möglichkeiten bei der Bearbeitung. Wo ich im Normalfall ins Bild hineinzoomen würde, kann ich hier in der 100% Ansicht arbeiten und hab immer den Gesamteindruck vor mir. Dadurch, dass ich nun zwei Bildschirme habe, kann ich auf dem großen Monitor wirklich nur das Bild anzeigen. Für alle anderen Fenster bleibt der Monitor des MacBooks. Auf dem EIZO lässt sich so ein Bild bis 30cm x 45cm 1zu1 darstellen.

_DSC3467
Doch bevor ich nun starten konnte, habe ich den Monitor noch kalibriert. Dafür habe ich mir den Spyder 5 PRO von Datacolor besorgt. EIZO bietet zwar selber ein passendes Gerät an, den EX 3. Dieser ist allerdings nur mit der ColorNavigator Software nutzbar, somit hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, auch meine anderen Geräte zu kalibrieren. Der Spyder 5 ist baugleich zum EX 3 allerdings mit zusätzlicher Software von Datacolor.
Da mein MacBook kein Laufwerk mehr hat, habe ich mir erstmal schnell die ColorNavigator Software von der EIZO Homepage geladen und installiert.
Das Kalibrieren ist in wenigen
Schritten erledigt. Erstmal
habe ich mir die zwei Profile“Webdesign und Fotografie“
bearbeitet. Um auch auf dem
MacBook ein verlässliches
Bild zu bekommen, habe ich diesen auch gleich kalibriert. Trotz gleicher Werte bleibt die Darstellung unterschiedlich im Vergleich zum EIZO. Wenn mir die Fotos auf dem EIZO gefallen, dann sind sie auf dem MacBook leicht rotstichig. Also habe ich den EIZO im „Webdesign“-Profil manuell etwas angepasst, um annähernd gleiche Ergebnisse zu haben. Da ich davon ausgehen kann, dass die wenigsten Betrachter meiner Bilder im Netz einen EIZO Monitor nutzen, war die Entscheidung für mich relativ schnell getroffen, das MacBook als Referenz zu nehmen.
Es ist also zwingend notwendig mit mehreren Profilen zu arbeiten.

_DSC3458

Denn die schönsten Bilder bringen nichts, wenn nur ich sie so sehen kann. Zum späteren Zeitpunkt habe ich mir dann noch das Druckprofil bearbeitet, hier kommen nun auch die stärken das Monitors zum Vorschein. Dank der matten Oberfläche und der guten Farbdarstellung, kommen die Ausdrucke verdammt nah an den Softproof ran. Das hat mir bisher immer Schwierigkeiten bei den Mac ́s gemacht.

Ein gedrucktes Bild wird sicherlich immer anders aussehen wie ein leuchtender Monitor. Aber gerade was schwierige Helligkeitswerte angeht, stellt diese der EIZO super da.

Nach vier Wochen Testzeit und täglich zwei bis drei Stunden Bildbearbeitungszeit, will ich mir gar nicht vorstellen ihn wieder zurückschicken zu müssen. Er macht sich super in meinem Workflow. Die Befürchtungen die ich anfangs hatte, dass mir die Auflösung nicht reicht, sind verflogen. Das liegt sicherlich auch an der Art des Einsatzes. So habe ich ihn nur zum Bearbeiten der Bilder genommen, nicht jedoch um Texte zu lesen oder zu verfassen. Denn hier ist das Retina Display schon im Vorteil. Lieben gelernt habe ich die Arbeit im Hochformat, das wird mir wohl am meisten fehlen. Hier musste ich auch feststellen, dass 24 Zoll echt die Grenze ist für Hochformat. 27“ oder 30“ wäre mir zu groß. Wenn ich natürlich nur einen Monitor nutzen möchte, dann sind die größeren wieder besser.
Zusammenfassend kann man sagen: Der CS2420 ist ein echt genialer Monitor mit einem Top Preis-/ Leistungsverhältnis. In Schulnoten würde ich dem Monitor eine 1 Minus verpassen. Das Minus geht zu Lasten der Kabelführung und den USB Buchsen an der, meiner Meinung nach falschen Seite. Die Bedienung ist Top, das Design gefällt mir auch gut, besser als beim CS 240.

Was könnte man an dem Monitor verbessern? Das ist natürlich sehr subjektiv, trotzdem möchte ich ein paar Dinge nennen, die ich mir vorstellen könnte:

  • beim Drehen ins Hochformat könnte sich das Monitormenü auch automatisch mit drehen, so müsste ich es nicht immer manuell ändern
  • eine Meldung an die Grafikkarte beim Formatwechsel, so dass auch diese automatisch die Darstellung anpasst.
  • alternativ auch eine Taste zum Formatwechsel
  • USB-Anschlüsse im Fuß, vorn oder an der Seite, so das beim Drehen das Bildschirmes die 
Kabel der angesteckten Geräte unberührt bleiben.
  • Kabelführung im Fuß

Vielen Dank an EIZO und die fotocommunity für die Möglichkeit, diesen Test machen zu können.

Getestet von Marko Wokal, Fotograf und Fotostudiobetreiber aus Chemnitz im Alter von 37 Jahren. Meine Schwerpunkte sind die Porträt- und Aktfotografie.