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Jürgen Pasch

Jürgen Pasch (fotocommunity-Mitglied seit 2009)

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Über mich

Ich beschäftige mich seit 2008 vorwiegend mit Landschafts-, Architektur- und Portraitfotografie mit verschiedenen Schwerpunkten. Die nachfolgenden Verfahren der Bildbearbeitung haben bei mir immer einen hohen Stellenwert eingenommen. Ich verwende dazu Lightroom, Photoshop, diverse Plugins von NIK, DxO, Antropics und ON1. Für die Bilder meiner Fujifilm X-Pro1 setze ich auch Capture One ein. Typische wiederkehrende Arbeiten betreffen Portraitretusche und Bildlooks, die Beseitigung von stürzenden Linien bei Architekturaufnahmen und das (auch manuelle) Erstellen von DRI-Bildern aus Belichtungsreihen.

In den letzten Jahren habe ich dazu einen sehr gut ausgestattenten Laptop von Samsung mit kalibriertem 17 Zoll Monitor verwendet, der eine gute Hintergrundbeleuchtung hat und der als „für Bildbearbeitung geeignet“ ausgewiesen war. Nun hatte ich die Gelegenheit, den hardwarekalibrierbaren CS240 Monitor von EIZO zu testen, der farbverbindliches Arbeiten im Adobe RGB-Farbraum zu einem sehr günstigen Preis ermöglicht und wohl für ambitionierte Privatanwender vorgesehen ist. Ich war wirklich sehr neugierig, wie sich das Arbeiten im Adobe RGB-Farbraum von meinem bisherigen Arbeiten mit sRGB unterscheiden würde!

Eckdaten des CS2420

Bevor ich weiter ins Detail gehe, nachfolgend die Eckdaten des CS2420, wobei so gut wie jeder Punkt bei einem normalen Büro-Monitor nicht existiert:

        • Wide-Gamut-LCD-Module (IPS) mit einem Seitenverhältnis von 16:10 und einer Auflösung mit mehr als Full-HD Auflösung von 1920 x 1200, die 99 % des Adobe RGB- Farbraumes abdecken. Dazu ein entspiegeltes Display, große Blickwinkelstabilität, flimmerfreies Arbeiten, LED HintergrundbeleuchtungJP_160609-0331_unbenannt
        • 10-Bit-Farbdarstellung unter Verwendung einer 16-Bit-Look-up-Table (LUT) statt der 8-Bit-Grafikkarte, um eine maximale Farbgenauigkeit und -tiefe zu erreichen und Darstellungsfehler wie Streifenbildung oder Tonwertabrisse zu vermeiden
        • Digital Uniformity Equalizer (DUE) für Farbreinheit und homogene Helligkeitsverteilung. Jeder Farbton sieht überall auf dem Bildschirm gleich aus
        • Einen Kontrastumfang von 1.000:1
        • Eine Reaktionszeit von 15ms
        • 16-Bit-LUT zur exakten Hardware-Kalibrierung von Helligkeit, Weißpunkt und Gamma
        • USB 3.0 HUB mit 3 Ports
        • Fünf Jahre Garantie
        • Eine Lichtschutzhaube ist leider nur optional erhältliches Zubehör. Der CS2420 kam in einem stabilen Karton, der mit zehn Kilogramm beschriftet war. Seitlich eingelassene Laschen ermöglichten einen bequemen Transport. Zum Lieferumfang des EIZO CS2420 gehören neben dem Netzkabel und dem Kabel für den USB-3.0-Hub auch Signalkabel für Mini Display Port und DVI-D. Für meine Zwecke kam noch ein HDMI-Kabel. Neben einer Schnellanleitung für die Kalibrierung findet man auf der beiliegenden CD das Handbuch für den Monitor, die Software ColorNavigator 6 zur Hardware-Kalibrierung und dessen Handbuch.

EIZO Monitor

 

Montage

Der Monitor kommt in zwei Teilen, das Standbein ist bereits vormontiert und der runde platzsparende und bequem drehbare Standfuß muss noch mit einer Einrastbewegung angebracht werden. Das Standbein kann per Druckknopf vom Display gelöst werden. Weitere Ergonomiefunktionen zum Verstellen des CS2420 beinhalten die Höhenverstellung des Monitors, die Neigung nach vorne und nach hinten ist ebenfalls möglich, und hochkant kann er auch gedreht werden. Allerdings sind die Neige- und Höhenverstellung zu Anfang doch recht schwergängig.

Die Anschlüsse für den Betrieb befinden sich links und rechts vom Standbein und sind gut lesbar beschriftet. Mit DP, HDMI und DVI sind alle wichtigen Digitaleingänge vorhanden. EIZO stellt noch einen USB-3.0-Hub mit drei Anschlüssen zur Verfügung, die seitlich versetzt, weiter oben eingelassen sind. Leider kann man dann nur von hinten aus USB-Stecker reinstecken.

Bedienung

Die Bedienung erfolgt recht intuitiv und schnell über Multifunktions-Sensor-Tasten, die im unteren rechten Eck angebracht sind. Die rechteste Taste ist die Ein-/Aus-Taste, die leider im Halbdunkel schwer zu ertasten und damit zu finden ist. Sobald man eine Taste berührt, erklingt ein sanfter Ton und es wird direkt darüber auf dem Bildschirm die „Beschriftung“ der Funktionstasten eingeblendet. Die weitere Navigation und die Veränderung von Einstellungen sind dann ein Kinderspiel. Hier lässt sich auch leicht der Farbraumwechsel von Adobe RGB zu sRGB bewerkstelligen, um z.B. die Druckqualität zu beurteilen. Es können im „Custom Mode“ auch Parameter verändert werden, die eigentlich von der Kalibrierung gesetzt werden.

Mit den Multifunktions-Sensor-Tasten gibt der Monitor von vorne betrachtet ein schlichtes, professionelles, funktionales Äußeres wieder, das durch seine wertige Verarbeitung und ebensolche Materialien noch unterstrichen wird.

EIZO CS2420

Nach dem Anschluss des CS2420 an meinen Laptop konnte ich mit der Windows 10- Tastenkombination +P den Monitor als „Second screen only“ etablieren, diese Einstellung gilt auch noch nach dem erneuten Hochfahren.Der Monitor hat mich dann schon mit seinen vorkalibrierten Werkseinstellungen stark beeindruckt; die überaus gleichmäßige Hintergrundbeleuchtung, die Homogenität der Farben vom Rand bis zur Mitte, die nuancierte Farbwiedergabe und der Farbkontrast auf dem entspiegelten Display begeistern! Außerdem ist er direkt nach dem Einschalten mit der Helligkeit voll da.

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Die Hardware-Kalibrierung erfolgt dann recht schnell mit der Software ColorNavigator 6 von EIZO. Dafür benötigt man zusätzlich einen Kolorimeter wie meinen Spyder 4. Es werden diverse Modelle unterstützt. Die Software schreibt dann das Ergebnis über das USB-Kabel direkt in die Look-Up-Table des Monitors und nicht in die der Grafikkarte. Wie schon erwähnt, ermöglicht dieses dann Korrekturen ohne Verluste in der Farbdifferenzierung und ohne Tonwertabrisse.

Bildbearbeitung

Danach habe ich die Bilder meines Photo-Shoots „Double Tattoo“ bearbeitet. In meiner Kamera war der AdobeRGB-Farbraum voreingestellt und so konnte ich die Bilder dann mit allen Farben bestaunen. Das hat mir große Freude bereitet. Gerade die Portraits mit ihren zarten Gesichter-Farben und –verläufen habe ich vorher noch nie so nuanciert dargestellt gesehen.

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Ich habe auch viele Bild-Looks ausprobiert und in diesen langen Sitzungen festgestellt, dass man mit dem Monitor stundenlang arbeiten kann, ohne zu ermüden.

In den sRGB-Farbraum kann man ja sekundenschnell zum Vergleich umschalten, dann sieht man, dass in den dunklen Farbtönen weniger Nuancen und Struktur sichtbar ist. Man kann die Grenzbereiche der Farben und Kontraste mit sRGB einfach nicht richtig beurteilen, habe ich dabei gelernt. Dies beantwortet auch die Frage, ob sich so ein Monitor lohnt, wenn die Ausgabe dann doch sRGB ist: Auf jeden Fall! Außerdem will ich meine Bilder nie mehr anders sehen. Die exakte Reproduzierbarkeit der Darstellung ist auch nicht zu unterschätzen. Denn schließlich habe ich für meine Fotoausrüstung weitaus tiefer in die Tasche gegriffen.

Wird man bei der Bildbearbeitung mit so einem Monitor schneller? Eher nicht, die Soft Proofs können aber aufgrund des Farbraumwechsels entfallen.

Fazit

In meinen Augen ist der CS2420 bei der exzellenten Bildqualität und allen anderen schon erwähnten Produkteigenschaften ein sehr professionelles Gerät, dem ich die Note sehr gut gebe.

Der Monitor ist mir freundlicherweise von EIZO zum Testen gestellt worden, vielen Dank dafür.