Erfahrungsbericht awe-photoart

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awe-photoart (fotocommunity-Mitglied seit 2010)

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EIZO CS2420 Erfahrungsbericht

Über mich: Andreas Werthwein, Gerabronn, Jahrgang 1960

Fotografie ist für mich Leidenschaft und Begeisterung, Augenblicke zu fixieren, das Spiel mit dem Motiv, Licht & Schatten, Bewegung & Ruhe – um auch weniger günstigere Motive perfekt in Szene zu setzen.

Ich würde mich zu den ambitionierten “Hobby-Fotografen“ zählen. Schwerpunkte sind Landschaften, Natur, Städte und Architektur etwas Street und People. Makro- und Sportfotografie kommen leider zu kurz. Gerne würde ich mehr mit Menschen tätig sein – hier fehlt es leider an den Gelegenheiten. Das Thema Kalibrierung war bis dato kein Thema für mich.

Einstieg

Kaum zu glauben – aber wahr,
ich bin Produkttester des neuen EIZO’s – na klar.

Lieferung und Aufbau

Es war schon spannend, auf die Lieferung des EIZO Monitors Color Edge CS2420 zu warten. Umso größer war die Freude, als er eintraf.
Auspacken, aufstellen, anschließen – schon das Handling machte Spaß und der EIZO gibt einen Eindruck von solider Verarbeitung. Toll war: Alle Anschlussleitungen waren dabei und alles funktionierte auf Anhieb.
So wünscht „Mann“ sich das.

Erster Eindruck

Im direkten Vergleich mit meinem „alten“ Monitor zeigten sich sofort die Unterschiede:

a. Klarheit: Obwohl der Monitor, bezogen auf die Abmessungen, nicht der Größte ist, war sofort zu erkennen, dass die Bildwiedergabe klar und deutlich erfolgt.
b. Farben: Hatte ich bei meinem „alten“ Monitor das Problem, dass die Farben zu blass dargestellt wurden; mit dem Problem, dass die Bilder dann zu stark nachbearbeitet wurden, entsprach die Farbdarstellung beim EIZO-Monitor meinen Vorstellungen.
c. Helligkeit: Diese stellte ich auf 50% ein und empfand dies als sehr angenehm.

Kalibrierung

CD in den Rechner – nichts passiert. Ok vermutlich kein Autorun. Die beigefügte Anleitung nur auf Englisch. Setup.exe suchen. Gefunden und starten. Das übliche Prozedere – Oh, was ist der X-Ride Gerätetreiber? Installieren? Erst einmal nein. Lässt sich nicht wegdrücken. Noch ein Gerätetreiber! Ich entschied mich, diese vorerst nicht zu installieren. In der Beschreibung fand sich hierzu auch nichts.
Ich bekam mehrere Warnungen, dass die Software nicht vertrauenswürdig sei; was sicherlich an den Sicherheitseinstellungen meiner Sicherheitssoftware F-Secure liegt.
 Die Frage, ob ich zu Qualitätssteigerung der Datensammlung zustimme, verneinte ich.
 Es war nicht erkennbar, was da im Background passiert. Ich finde so etwas immer schwierig.
Der Rest der Kalibrierung ging reibungslos. Farbe, Intensität, Helligkeit usw. ausgeführt mit der Software Color Navigator 6 und dem EIZO EX3.

Technik bisher

Monitor: Normaler Monitor von HannsG – HZ 221 ca. 6 Jahre alt.
Kamera: Canon 5D Mark 3
Drucker: Konica Minolta C353 PCC, Druckeinstellung Foto / fein / höchste Komprimierung
Bildbearbeitung: Photoshop CC

Bildbearbeitung

Da ich bisher keinen kalibrierten Bildschirm hatte, war ich sehr gespannt, wie es sich damit arbeitet. Als Einstellung wählte ich den Farbmodus Adobe RGB.
Als 1. Bild wählte ich eine Kaktus-Aufnahme mit einem flächigen blauen Hintergrund aus. Es erfolgten mehrere Ausdrucke aus der Windows Bildanzeige, aus Photoshop als Original und als bearbeitetes Bild. Dabei gelang es mir nicht einen Ausdruck zu erhalten, welcher mit der Bildschirmdarstellung übereinstimmte. Die gelb- und rot-Farbtöne wurden sehr gut dargestellt und auch ausgedruckt. Der blaue Himmel war in der Darstellung wunderschön; im Druck violett oder bläulich mit teils zu hohem Rotanteil.

Jedes „Blau“ ist anders:

Kaktus

Links oben: Original
Rechts oben: aus Windows Bildanzeige
Mitte: aus Photoshop
Unten: normales Papier
Mitte und oben: auf Fotopapier

Dies war für mich doch etwas „ernüchternd“. Eine Rückfrage bei EIZO ergab, dass für meinen „Büro“- Drucker kein ICC-Profil vorliegt. Ohne die Angabe des entsprechenden Profils kann keine korrekte Drucksimulation erfolgen. In der jetzt noch zur Verfügung stehenden Zeit war es leider nicht möglich dies über ein örtliches Fotogeschäft nachzuholen. Klar ist aber, dass es nicht am Monitor liegt.

Das 2. Bild eine seltene Biersorte „Balashi“ – erhältlich auf ARUBA – schottisches Malz, deutscher Hopfen – entsalztem Meerwasser – deutsches Braurezept.
 Hier gelang es mir schon besser. Der Ausdruck zeigt große Ähnlichkeit mit der Bildschirmdarstellung. Zufall oder Können? Ich tippe auf Ersteres.

Bier

Links oben: aus Windows Bildanzeige
Rechts oben: aus PS
Mitte unten: Original
Das verschwommene rechts oben ist der Aufnahme geschuldet – Lichteinfall – sorry.

Bild 3: Eine POL-Filter-Aufnahme, wieder mit einem gleichmäßigen Hintergrund. Stark bearbeitet, was die Lichtverhältnisse angeht. Als Amateur war ich mit dem Ergebnis fast zufrieden. Die linke Dachhälfte wurde stark aufgehellt; ebenso die Oberbekleidung der Personen. Verstärkt wurde über der rechten Person der Himmel mit einem hellen Fleck. Dieser wurde bewusst belassen und den Vergleich mit dem Druck zu erhalten.

POL-Filter

Oben: Original
Mitte: Windows Bildanzeige
Unten: Photoshop – im Original gleich wie das Bild in der Mitte

Fazit

Was die Arbeit mit einem kalibrierten Bildschirm angeht, tat ich mich als Laie schon etwas schwer. Viele neue Begriffe und Einstellungen. Ein deutlich genaueres Arbeiten – was ja aber auch gewünscht wird und das Ziel ist. Es zeigt sich aber deutlich, dass Bearbeitungsfehler nicht verziehen werden.
Dies ist aber kein Mangel am Bildschirm. Bedeutet aber, dass man sich mit der Technik ernsthaft auseinandersetzen muss, um ein sehr gutes Resultat zu erreichen. Diese Erkenntnis wurde durch ein ausführliches und erklärendes Telefonat mit EIZO verstärkt. Insbesondere was das ICC-Profil angeht.

Auf hohenlohisch „So g`schwind mit links isch nix.“
Das nehme ich aber als Ansporn und werde den EIZO voraussichtlich kaufen. Für mich ein ausreichender Monitor mit vielen Möglichkeiten zu einem akzeptablen Preis. Gibt man doch für die Kameraausrüstung i.d.R. deutlich mehr Geld aus.
 Die Technik bekomme ich bestimmt besser in den Griff. Ggf. muss ich eben mal wieder die „Schulbank“ drücken.

Für Euch als Leser: Wer mir mit Tipps und Tricks bei Seite stehen mag – dem sage ich heute schon „Danke“.
Allerdings ist, bedingt durch die unterschiedlichen Ergebnisse, auch eine gewisse Unsicherheit entstanden. Derzeit arbeite ich an einem Fotobuch und beabsichtige Bilder auf Leinwand drucken zu lassen. Ich werde mir die Bilder alle nochmals anschauen und evtl. Probedrucke vereinbaren.
Auf technische Angaben habe ich hier verzichtet. Ich bin diesbezüglich kein Profi. Außerdem können diese in der Produktbeschreibung nachgelesen werden. Mir selbst fehlen dazu auch Vergleichswerte.

Eine Lichtschutzblende sollte allerdings im Standardumfang dabei sein. Ich arbeite im Dachgeschoss mit entsprechendem Dachfenster über dem Schreibtisch.

Ein Wort zum Schluss

Mein Erfahrungsbericht kommt etwas später. Der Grund waren die schweren Unwetter Ende Mai 2016. Ich wohne in der Nähe von Braunsbach. Der Ort dürfte inzwischen fast jedem bekannt sein. Ich war fast den ganzen Monat Juni privat und auch beruflich mit Schadensmeldungen und -behebung betroffen; auch in der Nachbarschaft. Danke an EIZO und Florian von der fotocommunity für das Verständnis und die Fristverlängerung.

Liebe Grüße aus Hohenlohe
Euer Andreas W. Werthwein