FlashDelight – Sonnenuntergang am Seljalandsfoss in Island

 

FlashDelight mit seinem Foto "Sonnenuntergang am Seljalandsfoss in Island"

Foto: FlashDelight

Es ist Anfang Juni und mein vorletzter Tag auf Island. Morgens fahre ich Richtung Vik am Seljalandsfoss vorbei, den man von weitem von der Straße aus sehen kann. Aber einer der bekanntesten Wasserfälle Islands liegt Richtung Osten und zu dem Zeitpunkt daher komplett im Schatten. Also entscheide ich mich für die Weiterfahrt und eine Rückkehr am Abend in der Hoffnung auf besseres Licht zum Fotografieren.

Nachdem ich den ganzen Tag im Süden Islands verbringe und mir vieles anschaue bin ich gegen 18:30 hungrig und versuche einen Platz im Halldorskaffi in Vik zu ergattern. Obwohl der Laden rappelvoll ist habe ich Glück, vielleicht weil ich alleine bin und nur einen Platz brauche. Vor der Tür stehen kleine Gruppen von Leuten und warten, bis genügend Tische frei werden. Die frische Lachsforelle, die mir serviert wird, kommt aus einem Fluss nur 2 km von Vik entfernt und ist ein wahres Gedicht. Ich genieße den Fisch, die Atmosphäre im Restaurant und ein alkoholfreies Bier (schließlich will ich noch Auto fahren und bis zu meinem Ziel, dem Seljalandsfoss, sind es gut 45 km und denselben Weg wieder zurück zu meinem B&B).

Gut gesättigt fahre ich vorher noch zum Strand von Dyrhólaey und bin so gegen 21 Uhr dort. Es ist Sommer und im Juni noch hell auf Island. Der grau-schwarze Kieselstrand ist wunderschön, aber der Himmel grau in grau und nach einigen Aufnahmen entscheide ich, mich mangels besserem Licht auf den Weg Richtung Westen zum Seljalandsfoss zu machen und am nächsten Morgen wieder zu kommen. Am westlichen Horizont kommt die Sonne durch und keine Spur mehr von einheitsgrauem Himmel als ich die Straße am Skogarfoss vorbei fahre.

Am Seljalandsfoss angekommen ist es ungefähr 21:45, also genug Zeit um in Ruhe die Location anzuschauen und erstmal von unten einige Fotos zu schießen. Inzwischen weiß ich, dass die Sonne Anfang Juni hier gegen 23:20 Uhr untergeht und noch genug Zeit bleibt. An vielen Stellen ist der Boden weiter oben schlammig und man muss aufpassen nicht auszurutschen. Nachdem ich von allen möglichen Seiten Fotos gemacht habe, erkunde ich den Pfad hinter dem Wasserfall. Der Fels über den das Wasser stürzt ragt so weit vor, dass man hinter dem Seljalandsfoss herumlaufen kann. Dies ist nicht ganz so einfach getan, wie es sich anhört, denn der Untergrund ist feucht und rutschig und das durch die Gischt herumsprühende Wasser hat einen duschartigen Effekt.

Ich entscheide mich, die tief stehende Sonne durch diesen Wasserschleier aufzunehmen. Das Sprühwasser macht das Weitwinkel-Objektiv in Sekundenschnelle nass und daher richte ich es zunächst aus und merke mir Fixpunkte im Sucher. Nach einer gründlichen Trocknung muss es mit dem Foto dann ganz schnell gehen, d.h. herumdrehen, Kamera in die ausgewählte Position bringen und sofort auslösen. Bereits beim zweiten und dritten Foto ist die Frontlinse wieder geduscht, aber ich denke, dass ich ein ordentliches Foto mit kaum Wassertropfen auf dem Chip habe.

Von einer höheren Position mache ich weitere Aufnahmen und komme mit Ricky, einem Police Officer aus Kanada, ins Gespräch, der wie ich Familie hat und auf Island alleine mit sich und der Kamera unterwegs ist, um die einzigartige Natur in Bildern festzuhalten.

Schließlich ist die Sonne untergegangen. Wir sind alleine hier oben und beschließen noch etwas höher zu steigen. Richtig dunkel wird es auch nach Sonnenuntergang nicht. Nach Mitternacht sind wir wieder zurück am Parkplatz unterhalb des Wasserfalls und verabschieden uns.

Gegen 1:30 Uhr bin ich zurück in meinem B&B und obwohl ich den ganzen Tag unterwegs war, bin ich noch nicht müde genug zum schlafen. Zu eindrucksvoll war die Natur im Süden Islands mit den Wasserfällen, den Gletschern und schwarzen Lavastränden, die ich an dem Tag gesehen habe. Und zu spannend war es den Sonnenuntergang am Seljalandsfoss zu erleben und zu fotografieren.

Wie in einem Film rauschen viele Impressionen noch einmal an mir vorbei, bevor es irgendwann doch Zeit wird das Licht auszuschalten.

Autor: FlashDelight
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