Lichtmomente aus einem „verzauberten Land“

Stapelfelder Fototage

So märchenhaft kann Deutschland sein. Kilian Schönberger zeigt die mystischen Seiten seiner Heimat. Foto: Kilian Schönberger

Lichtstimmungen der Natur im Bild festhalten, mit sanften Farben und flüchtigem Pinselstrich, unter Verzicht auf dokumentarisch genaue Details: Dafür wurden die impressionistischen Maler um 1900 zunächst eher verspottet als verehrt. Heute gelten Monet und Co. als Künstler von Welt. Bis heute findet sich diese Stilistik in der Kunst wieder – auch in der Naturfotografie. Davon konnten sich auch die Besucher der Stapelfelder Fototage 2015 überzeugen.

Das Beste vom Besten

Vor mehr als 200 Natur- und Fotofreunden aus ganz Deutschland präsentierten renommierte Referenten in der ausgebuchten Katholischen Akademie eine Auswahl ihrer schönsten Aufnahmen. Auch diesmal war es Organisator Willi Rolfes gelungen, namhafte Könner an der Kamera nach Stapelfeld zu holen. In aufwändig geschnittenen Diashows zeigten sie ihre beindruckenden Bilder. Dabei erzählten die Künstler viel Wissenswertes und humoristische Anekdoten aus der Praxis.

Das Land der Märchen und Sagen

Ganz in der Tradition des Impressionismus sieht sich Kilian Schönberger. Zum Auftakt des Wochenendes wurde seine Ausstellung mit märchenhaften Landschaftsfotos des Wahl-Rheinländers aus der Oberpfalz eröffnet. Und das durften die Besucher wörtlich nehmen. Denn der junge Fotograf will Deutschland als „verzaubertes Land” zeigen: Er sucht Orte, die als Locations für Märchen und Sagen dienen könnten – visuell betretbare Bühnenbilder. Orte, die den Betrachter mitnehmen in die mystische Welt von Feen und Trollen, Magiern und Druiden, so stimmungs- wie geheimnisvoll. In den großformatigen Bildern seiner Ausstellung ist ihm das eindrucksvoll gelungen.
Zur Eröffnung erzählten Dr. Heinrich Dickerhoff und Conny Sandvoß zu ausgewählten Aufnahmen kleine Szenen aus verschiedenen deutschen und keltischen Märchen – und entführten das verblüffte Publikum in eine fremde Welt.
Die Ausstellungstafeln im Format 90 x 90 cm wurde von der Firma CEWE in Oldenburg auf hochwertigen Alu-Dibond Platten produziert und bereitgestellt.

Ein umfassendes Programm

Naturwissenschaftliche wie auch künstlerische Ansätze bestimmten die Fotovorträge. Wieder erlebten die Besucher sehr unterschiedliche Themen und Motivgestaltungen: Von zart-pastelligen Blüten in poetischen Interpretationen über Insekten vor der Makrolinse und erstaunlich nahen Aufnahmen von Dachsen und Füchsen bis zu spektakulären Bildern aus klimatisch unterschiedlichsten Lebensräumen weltweit. Eine Fotoreise in die  jordanische Wüste stand in krassem Kontrast zu Impressionen aus den schottischen Highlands und einer Hommage an die Kreideküste auf Rügen. Dazu startete Gastgeber Willi Rolfes zusammen mit Heinrich Siefer von der „Plattdüütsch Warkstäe” und Musikdozentin Dr. Ulrike Kehrer am Klavier ein – gelungenes – Experiment: eine Kombination aus Bildern, Live-Musik und plattdeutschen Texten, die Stimmungen in der Natur beschrieben.

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Ausstellungen, Workshops und vieles mehr

Alle Referenten stellten sich in vertiefenden Workshops den Fragen der Teilnehmer. Zudem gab es wieder einen kleinen Fotomarkt mit Buch Verkaufsständen, Ausrüstern, die ihr Sortiment vorstellen und Kamera-Experten und auch die Technik-Sprechstunde von Angela von Brill wurde rege genutzt.

Wiederkommen lohnt sich

Der 12. bis 14. Februar 2016 sind schon fest im Programm der katholischen Akademie für die Stapelfelder Fototage eingeplant.
Viele der Besucher haben sich schon direkt wieder angemeldet. Denn auch wenn sie von Anfang an jährlich dabei waren, sind sie sich sicher: „Es ist garantiert wieder viel Neues dabei!“