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jürgen.fritz


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Über mich

Und so habe ich es geschrieben und gebe es dir. Und habe ich mich geirrt, irre ich, werde ich irren: halb so schlimm. Da, nimm’s. Es ist ein Jahr aus meinem Leben. Ein Jahr ist verstrichen, seit ich es zu schreiben begann. Wieder weht der eisige Wind durch die winterlichen Wälder meiner Toscana, und Elisabetta ist zu mir ins Bett gekrochen, winzig, schutzlos, glücklich.
“Der Mond! Sieh, der Mond!”
Ein Raumschiff umkreist den Mond, andere werden bald auf ihm landen, um die Grenzen auszuweiten für unsere Perfidie und unseren Schmerz. Sieh nur hin, betrachte ihn dir auf dem Bildschirm! Ich liebte den Mond einmal sehr, beneidete diejenigen einmal sehr, die ihn betreten würden. Aber wie ich ihn jetzt sehe, so ganz ohne Gut und Böse, leblos, schon mißbraucht, uns unsere Schuld, unsere Gemeinheiten von hier vergessen zu lassen, uns abzulenken von uns selbst, muß ich an die Worte denken, die du einmal sagtest, François:
“Der Mond ist ein Traum für den, der keine Träume hat.”
Mir ist diese grüne, weiße, blaue von Gut und Böse und Leben wimmelnde Kugel lieber, die da Erde heißt. Eine vergiftete Kugel, ich weiß. Das Leben, François, ist eine Verurteilung zum Tode. Doch du tust gut daran, es mir nicht zu sagen. Und weil wir zum Tode verurteilt sind, müssen wir sie gut überqueren und ausfüllen, dürfen keinen Schritt vergeuden, dürfen keine Sekunde einschlafen, dürfen keine Furcht haben zu irren, zu zerbrechen, wir, die wir Menschen sind, nicht Engel und nicht Bestien, aber Menschen.
“Komm Elisabetta, meine kleine Schwester. Du hast mich einmal gefragt, was das Leben ist. Willst du es immer noch wissen?”
“Ja. das Leben, was ist das?”
“Etwas, das man gut ausfüllen muß, ohne Zeit zu verlieren. Auch auf die Gefahr hin, daß es zerbricht, wenn man es gut ausfüllt.”
“Und wenn es zerbrochen ist?”
“Dann ist es nutzlos geworden. Nutzlos. Amen!”


Zitat: Oriana Fallaci - Nichts und Amen (1969)

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