Diese Website verwendet Cookies, um verschiedene Funktionalitäten bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Website erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Weitere Informationen  OK

Was ist neu?

Dirk-Christian


Pro Mitglied

zwei Aspekte Russlands

Dieses Foto entstand während der ersten Tage des Jahres 1992, die zugleich die ersten Tage der GUS (Gemeinschaft unabhängiger Staaten, vormals Sowjetrepubliken) waren. Eingereist waren wir nach Weihnachten 1991 noch in die niedergehende Sowjetunion. Eine horrende Teuerung ließ den Menschen mit dem alten Rubel die Kaufkraft schmelzen wie ein Schneeball in der Sonne. Zum ersten Mal hatte ich, der niemals in der DDR, in Polen oder sonstwo im Ostblock war, jene leeren Regale und Schaufensterauslagen mit ziemlich langen Menschenschlangen davor gesehen. Ab dem 1. Januar 1992, an diesem Abend fuhren wir mit dem Nachtzug von Smolensk nach Moskau, waren die Schaufenster plötzlich üppig gefüllt, zugleich hatte eine weitere Abwertung des Inflationsgeschüttelten Rubels stattgefunden, so dass mit der geschwundenen Kaufkraft der Menschen plötzlich "alles, was das Herz begehrte" zu kaufen war. Leider hatten sehr viele Menschen nun aber kein Geld zum Kauf der neuen Waren. Riesige Coco-Cola-Leuchtwerbungen und auch MacDonalds waren über Nacht in den neuen Markt eingefallen. In diesen Tagen eines erneuten russischen Wandels traf ich beim Umhergehen über den Abbat, der Hauptgeschäftsstraße Moskaus, auf zwei andere Aspekte eines vorausgegangenen russischen Waldels:
Während im Vordergrund ein kleines russisch-orthodoxes Kirchlein aus der Zeit vor 1917 mit Zwiebeltürmchen und den charakteristischen goldenen Kruzifixen mit Doppelquerbalken zu sehen sind, erhebt sich aus der nachfolgenden Zeit des russischen Arbeiter- und Bauernstaates im Hintergrund jene seelenlose und die Individualistät von Menschen gleichmachende Plattenbauweise. Fand und finde diesen Kontrast immer noch erschreckend menschenverachtend.
Habe dieses vom Dia reproduzierte Bild als leicht farbintensiviertes Gemälde hier eingestellt. So kommt sein Ausdruck noch stärker meinem irritierten Erleben nah.

Kommentare 7

  • Jean le Grand 17. Oktober 2013, 0:27

    Religion und Sozialismus....zwei elementare Pfeiler, die sich zu Zeiten der UdSSR nie vertragen haben, beziehungsweise gar nicht koexistieren konnten....
  • gre. 26. Februar 2013, 22:51

    gute arbeit........du hast den blick !
    lg gre.
  • Fred Welke 25. Februar 2013, 12:56

    Starker Kontrast. Gefaellt mir. vg Fred
  • Andrea Frey 24. Februar 2013, 20:44

    Das Foto sieht aus, wie mit Wasserfarben gemalen! Toll deine Info dazu und NEIN, ich habe kein neues Hues Hundchen!
    LG Andrea
  • Zitronenjette 24. Februar 2013, 15:47

    menschenverachtend! Genau das ist es, was mich beim Lesen Deines Textes mit den Kopf hat nicken lassen.
    Sehr gut und beeindruckend verbindest Du das zu sehende Bild mit Deinem Text.
    Ja. Wirklich gut. Übrigens finde ich Deine Umsetzung des Bildes auf Gemäldeart prima. Die goldenen Kruzifixe leuchten dadurch besonders mahnend.

    Dir und Deiner Familie wünsche ich noch einen wunderschönen Restsonntag!
    ;)
  • gabi44 24. Februar 2013, 12:38

    Das erklärt die schlechte Quali - aber es ist der Text dazu,
    der das Ganze in ein besonderes Licht rückt. Solche
    Archivbilder haben ihren ganz eigenen Reiz und WERT !
    lg gabi 44
  • josefG 24. Februar 2013, 10:02

    sehr interessante Aufnahme und Erklärung dazu
    mfG josefG

Informationen

Sektion
Ordner Architektonisches
Klicks 500
Veröffentlicht
Sprache
Lizenz

Exif

Kamera DMC-TZ22
Objektiv ---
Blende 8
Belichtungszeit 1/30
Brennweite 4.3 mm
ISO 400