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Col Lage


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Stadt, Möbel und die Kunst

Keine schlechte Idee, die Stadt mit Kunst aufmöbeln zu wollen. Keine schlechte Idee auch, das teure Mobiliar für die Fußgängerzone im Dreierpack mit Mengenrabatt zu kaufen.
Aber Vorsicht Falle: Wer Fehler macht, wird vermöbelt.

Drei Zeitgenossen könnten helfen.

Zuerst der Miesmacher.
Der fragt, ob das Aufmöbeln der Stadt nicht zur Unzeit kommt. Teures Geld für was eigentlich?

Dann der Bedenkenträger.
Schwer wiegt der sein Haupt und fragt, wer denn diese Kunst überhaupt will? Hat sie etwas mit meiner Stadt zu tun? Gibt es überzeugende Anknüpfungspunkte zu optischen Glanzlichtern der Innenstadt, oder stehen die Neuen künftig nur so im Stadtbild herum?

Schließlich der Praktiker.
Der weiß, wer in den eigenen vier Wänden Kunst aufstellt, hat alles andere schon fertig. Steckdosen stimmen, Tapeten kleben, Tisch und Stuhl stehen an Ort und Stelle. Das aber ist in der Innenstadt nicht der Fall. Dort stehen Skulpturen neben Verkaufsvitrinen, lustige Spielgeräte und Brunnen geben sich ein buntes Stelldichein. Und jetzt auch noch diese Großwerke dazwischen? Hier liegt der größte Knackpunkt.

Mit viel Aufwand hatte der OB Bürger und Experten nach einem „Leitbild“ für die Stadt fragen lassen. Das war gut. Aber soll das etwa eine Antwort sein? So geht das nicht. Ohne wirkliches Konzept möbelt zusätzliche Kunst in der Stadt sie nicht auf, sondern stellt sie nur voll.

[aus einem Zeitungs-Kommentar zum Thema, von mir geändert]

Kommentare 5

  • ewaldmario 9. November 2004, 20:35

    irgenwie stark ...
  • Col Lage 5. November 2004, 7:14

    @vera, deine ausweitung der typologie durch einfache kombination gefällt mir!
    ich glaube, daß sich oftmals die 'verantwortlichen' einen 'zugriff' auf steuergelder verschaffen, um über die kunst vor allem sich selbst denkmäler zu setzen.

    @erika, zugriffe müssen energisch sein, wenn sie wirken sollen.

    @lisa, ich habe im text die 'spuren' zur stadt und zu den handelnden personen verwischt. das bild sollte allgemeiner gelten.
    ich gebe dir recht, es geht um probleme der stadtplanung, somit um irrsinnig viele und auch gegensätzliche interessen und es gehören viele fachkenntnisse dazu. leider entscheiden amtsinhaber häufig nach 'gutsherrenart' - überheblich, selbstherrlich, eigenmächtig - also irgendwie undemokratisch.
    ja, und was will kunst? das kann vermutlich nur sehr individuell beantwortet werden. für den einen soll sie lediglich 'schmücken', für den zweiten soll sie 'aufklären' ... 'in frage stellen' ... 'kritisieren' ... usw., für andere wiederum 'konservieren' (ahnengalerie), 'dokumentieren/illustrieren' (geschichte), 'verändern' (abstraktes) usw.

    und, lisa, wenn du 'staunst' beim anblick von kunst, dann kannst du niemals eine 'kunstbanausin' sein, dann hat sie ja in dir was ausgelöst, dann hast du sie 'entdeckt' ... zur kenntnis genommen.

    und bedenke bitte, kunst soll nicht zwingend nur 'schön' sein - und was ist 'schön' ? für dich möglicherweise was anderes als für mich?

    danke für euer interesse und eure anmerkungen.
    gruß col
  • Lisa W. 4. November 2004, 14:46

    Hallo colya,dein foto wirkt auf mich eher bedrohlich,wie eine panzerfaust...,dahinter der baum (natur) und dann die wohnstätte(mensch).
    dein text dazu ist interessant...mich würde interessieren,was du verändert hast:-) und spricht viele probleme an,die nicht so einfach nebenher diskutiert werden können.
    möbel und kunst und aufmöbeln:-))tolle begriffe...,ich überlege tatsächlich,was ist kunst ...,will kunst erfreuen,aufrütteln..möbelieren...?
    ich muß gestehen,ich gehöre zum teil zu den bedenkenträgern,praktikern und auch miesmachern...,es kommt auf die wertigkeit an.vielleicht bin ich ein kunstbanause...,aber wenn ich durch die grünanlagen unserer stadt gehe und die kunst ? wahrnehme,kann ich nur staunen :-))
    in der stadt fällt es nicht so auf...
    viele grüße,lisa
  • Vera Boldt 4. November 2004, 12:28

    Ist wohl schlecht bestellt, Colya, um die öffentliche Kunst. Ich schätze die Miesmacher, die Praktiker und die Bedenkenträger prozentual sehr hoch ein, dann kommen noch die doppelten dazu... die praktischen Miesmacher. die miesen Bedenkenträger, und die bedenklichen Praktiker, die Reihe kann man beliebig fortsetzen.
    Dein Foto ...mir gefällt es sehr. Hier sieht es aus, als ob die Kunst sich über sämtliche Zeitgenossen hinweg
    setzt und sich energisch "Zugriff" verschafft.
    LG
    Vera
  • Col Lage 4. November 2004, 8:26

    das bild gefällt mir selbst nicht besonders.
    es ging mir mehr um den text, den ich neulich las und den ich als ergänzung zum nachfolgenden bild gern hier platzieren wollte.
    gruß col
    konkurrenz_STREIT
    konkurrenz_STREIT
    Col Lage