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Wulf von Graefe


World Mitglied, Ostfriesland

Zu nah!

Für "solche Art Bild" natürlich nicht ;-)

Aber für den Vogel bei seinem Nest, der sich so nicht dorthin traut!

Wenn man erst bei so kleinem Kerl wie einem Wiesenpieper die gesammelte Kindernahrung "durchbestimmen" kann, und er noch mit vollem Munde Warnrufe mitteilt (die hier gewöhnlich nicht mitgeteilt werden), dann ist man seiner empfindlichen Kinderstube zu nahe gekommen!
Egal ob selbst in der puren Fotografenausführung, irgendwie eingewickelt und untergekrochen oder mit ganzem Tarnzelt oder (wie ich in diesem Falle) mit dem Auto.

Das war auch ein Versehen, wie es mir gerade bei den Wiesenpiepern, die oftmals direkt an Grabenböschungen an Wegen ihre Nester haben, immer wieder einmal passiert.
Gewöhnlich fahre ich dann gleich mit einer artigen Entschuldigung und ohne Bild auf ausreichenden Abstand. Hier habe ich denn aber doch eben schnell 3 Bilder gemacht, um hier noch einmal damit zu illustrieren, wie es bei vielen Arten eben lieber nicht aussehen sollte!

Das ist zwar bei vielen Gartenvögeln oftmals noch weniger (oder auch manchmal gar nicht) "schlimm". Aber je weiter ab der berüchtigten "ausgetretenen Pfade" da ein Vöglein wohnt, desto mehr erhöht sich die Gefährdung seiner Brut, wenn er nicht heimlich und schnell genug zu seinem Nest kommen kann!

Und solche "Rumsitzer" mit vollem Mund sind immer ein "Störfall", weil sie bei wirklich gelungener Tarnung (auf genügend Abstand!) gar kein solches "Posing" machen würden!

Wenn es wohl auch die amtierende Ich-war-ganz-nah-dran-Macke nicht ernstlich tangieren wird, so wollte ich zur Zeit der Vogelkinderstuben überall doch wenigstens noch einmal darauf hingewiesen haben ;-)

Kommentare 10

  • shake 7. Mai 2009, 22:19

    Danke für die aufrüttelnden Worte. So etwas kann zur Brutzeit nicht genug gesagt werden. Um Nester mach ich einen großen Bogen. Trotzdem eine schönes Naturdokument das du uns hier zeigst.
    LG Thomas
  • Marina Luise 7. Mai 2009, 21:02

    Ich denke der Denkanstoss war schon lange fällig! :)) Gut so!
  • Annette Ralla 7. Mai 2009, 20:57

    Ich bin auch der Meinung das, sobald man sich als Störung bemerkt, man den Rückzug antreten sollte. Eine sehr gelungene Dokuaufnahme durch die man einen schönen Einblick in die Futtergewohnheiten des Wiesenpieper bekommt.
    LG Annette
  • Tanya R. O. 7. Mai 2009, 16:30

    Ach Wulf.. dein Wort in Gottes Ohr ... Ich schau mir teils Bilder gar nicht mehr an, weil ich mir nur zu gut vorstellen kann wie sie gemacht wurden. Ich geh zur Zeit nicht mehr auf den Balkon um die Nestbauer im Dachgibel nicht zu stören.. wobei gerade seh ich mit dem Fernglas, Madame hat Nahrung im Schnabel :-) Somit ist der Nestbau wohl passé und die kleinen da.
    Es sind wohl "nur" Spatzen aber auch sie soll man nicht stören.. jedenfalls meine Meinung.
    lg Tanya
  • Claudia Hummel 7. Mai 2009, 15:28

    Guter Appell... ich mache solche Fotos zwar nicht aber es war mir auch nicht klar, dass Singvögelchen mit einem Schnabel voll Beute immer gestört wurden. Die Amseln, die 4 Meter neben meiner Terassentüre brüten hüpfen immmer schon 2 m vom Nest entfernt betont unauffällig durch die Hecke und sie 'rufen' mich jedesmal lautstark wenn eine Katze im Garten auftaucht, die ich dann auch sofort verscheuche :-D
  • boerre27 7. Mai 2009, 15:20

    Absolut gelungene Aufnahme - gefällt mir sehr.

    Zu der Angelegenheiten mit dem Stören: Seitdem es den Menschen gibt, stört er, zerstört er und reißt alles an sich. Das trifft auf jeden der 6,5 Milliarden Menschen auf der Welt zu. Bei manchen ist es ganz besonders extrem - das sind die Ignoranten - und bei manchen weniger. Wir werden uns bald selber zerstören, nur vorher leider auch unser natürliches Umfeld, das gar nichts dafür kann. Wenn Leute Eure Einstellung haben, ist das okay, wenn Leute Ignorant sind - trifft leider auf die Mehrheit der Menschheit zu - ist alles verloren.

    Liebe Grüße - boerre27
  • Fabienne Muriset 7. Mai 2009, 13:35

    Gut, dass du das Thema ansprichst. Wichtig ist doch, dass man sensibel genug ist, um es zu bemerken, wenn man stört. Mir ist es vor einem Jahr passiert, dass ich zufällig im Wald angehalten hatte und dann Bettelrufe von Jungvögeln hörte. Meine Neugier war geweckt, und bald stellte sich heraus, dass ein Baum in der Nähe eine Spechthöhle beherbergte. Ich versteckte mich hinter einem anderen Baum und legte an, in der Hoffnung, einen fütternden Specht beim Anflug auf das Loch erwischen zu können. Dieser war jedoch nicht blöd und hatte mich längst bemerkt, flog mit vollem Schnabel von einem Ast zum andern und vermied es, das Nest anzufliegen. Spätestens da realisierte ich, dass mein bedingungsloser Rückzug gefordert war.
    Letzte Woche passierte mir das selbe an einem belebteren Waldweg mit einem Kleiber, der aber das Nest anflog, obwohl ich offen auf dem Weg stand. Hier hatte ich dann auch keine Skrupel, ein paar Schnappschüsse zu versuchen. Ich denke, mit jedem solchen Erlebnis lernt man auch, die Situation richtig einzuschätzen - sofern man das denn auch lernen will...

    Grüsslis
    Fabienne
  • Stefan Rieben 7. Mai 2009, 13:11

    Hallo Wulf,
    ich finde es gut, das du mit diesem Bild und dem begleitenden Kommentar dazu auf die sensible Brutpflege aumerksam machst. Was ist Störung und was nicht? Im Prinzip ist ja alles schon Störung, da sollte man am Besten gleich zu Hause bleiben. Nein, im Ernst, ich mache mir da oft Gedanken darüber, stelle mir vor, was ich bei meinen Spaziergängen unter meinen Füssen an Kleinlebewesen, auch auf den Wegen natürlich, alles flachwalze. Für mich ist das Gespühr, die Liebe zur Natur und meine Erfahrung der entscheidende Indikator. Stören tun wir meistens immer, auch mit dem langsam durchfahrenden Auto welches ein paar Krähen veranlasst, einige Flügelschläge weiter weg wieder Platz zu nehmen.
    Ich vergleichs dann manchmal mit meinem Leben, wenn mein Wecker um 3 Uhr morgens (Bäckerei) klingelt und ich viel Geld zahlen würde, um noch länger zu schlafen. Ich glaube, wenn man sich verantwortungsvoll verhält, ist es auch nicht weiter schlimmm, so wie du beim Wiesenpieper, einige Bilder zu machen, natürllich zur kurzen Ärgerung und Unruhe des Altvogels, um dananch sofort wieder zu verschwinden, da passiert noch nichts. Wichtig ist einfach, und dies sollte für alle Naturfotografen und Naturfreunde gelten, dass das Wohl der Tiere vor den perönlichen Ambitionen steht.
    Wünsche dir einen schönen Frühling mit vielen interessanten Beobachtungen draussen in unserer Natur, Grüsse aus der Schweiz Stefan
  • Norbert Kappenstein 7. Mai 2009, 12:37

    Ein sehr schöner Schnappschuss in
    natürlicher Umgebung. Toll gelungen.
    LG Norbert
  • Michael Manitz 7. Mai 2009, 12:35

    tolle Momentaufnahme ! - klasse

    Grüße, Michael