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Oskar Karre


Free Mitglied, Kamp-Lintfort

Wozu Kunst?

Eigentlich habe ich die Aufnahme nur gebracht um dieses mir sehr wichtige und schöne Bild vorstellen zu dürfen:

Danke lieber Redpicture

Kommentare 6

  • Redpicture 4. September 2013, 20:07

    liebe frau ke.
    immendorff war wohl zur zeit der herstellung des bildes kommunist und mitglied von einer k-guppe (kpd....).

    insofern könnte mit seinem bild der anspruch an seine künstlerkollegen mit seiner kunst einen klassenkämpferischen standpunkt einzunehmen und sich nicht nur mit künstlerischen aspekten (landart etc.) zu befassen verbunden sein..

    draußen eine gruppe demonstrierender arbeiter mit einem transparent und einer kpd fahne.

    es kommt mir so vor, dass eine beliebigkeit der parolen auf das transparent gemalt wurde und die aufforderung "kampf gegen" am unteren biildrand steht, wo man es über den forderungen erwarten würde, davor ein von mir so gelesenes zZ ( zur zeit ..kampf gegen"), was eine beliebigkeit der kampfziele implizieren würde.

    kollege assoziere ich mit gewerkschaft, da wären aber die forderungen eingegrenzter und nicht beliebig.

    daraus entsteht meine vermutung, dass es auch anders, als wie man es offensichtlich sieht, interpretiert werden könnte,

    http://de.wikipedia.org/wiki/LIDL_(Kunst)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Deutschlands_(Aufbauorganisation)

    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2010/12/11/a0217&cHash=3404dfa59a



  • Redpicture 4. September 2013, 7:24

    sobald ich zeit finde antworte ich.
  • Frau Ke 3. September 2013, 21:06

    PS:
    @Redpicture: welche Hinweise siehst du in dem Bild, die für eine Kritik Immendorffs an dem geäußerten Anspruch spricht? ... ich weiß, du wolltest es hier nicht diskutieren, aber kannst du mir einen Hinweis geben? ... Übrigens habe ich das Bild noch direkter interpretiert, nicht als Aufforderung an "die Kunst", also per Kunstschaffen in die gesellschaftspolitischen Kämpfe einzugreifen, sondern direkt an den Künstler, sich, anstatt elfenbeinturmartige Kunst zu betreiben, lieber der direkten Auseinandersetzung zu stellen. Ist aber gut möglich, dass ich das nur deshalb so verstehen kann, weil mir Hintergrundwissen fehlt.
  • Frau Ke 3. September 2013, 17:58

    es muss gunst heißen, sonst reimt es sich doch nicht. ;)

    ich meinte, dass das Foto oben interessanter sei, weil es eine Kommunikationssituation darstellt, also der fotografischen Reproduktion (das verlinkte Bild) etwas hinzufügt. Auf den Inhalt der fotografierten Kunst bin ich nicht eingegangen. Ich habe bei dem verlinkten auch den Eindruck - vielleicht sollte ich besser sagen, den Wunsch, denn tatsächlich finde ich im Bild keine Anhaltspunkte für diese Annahme -, dass nicht die plakative Aussage selbst Thema des Bildes ist, sondern die Kritik an ihr.

    Auf die Notwendigkeit oder die Müßigkeit der Forderung oder Feststellung, Kunst finde nicht im luftleeren Raum statt, will ich nicht weiter eingehen außer anzumerken, dass dies sogar für nicht bewusst gelenktes, gesellschaftlich reflektiertes künstlerisches Schaffen, überhaupt für jegliches Schaffen oder auch dessen Ausbleiben gilt ... luftleer ist hier fast nix. ;)

    Bei diesem Foto oben freu ich mich einfach mitbeobachten zu dürfen (von meiner sicheren Warte hinter dem Bildschirm ;), diese eigentümliche Publikumshaltung in ihrer Mischung aus scheu, interessiert, ein bisschen ehrfürchtig, etwas skeptisch ... ich mag die Leute dort. :-)
  • Redpicture 3. September 2013, 0:17

    lieber oskar, die ganze tiefe deiner gegenübersetzung der beiden bilder zu erfassen und zu interpretieren, dazu bräuchte man jetzt sehr viel zeit und papier,

    frau ke scheint die spannung erfasst zu haben, indem sie auf die wirkung von kunst abhebt. wobei ich da weniger die gunst des publikums, als mehr deren bewußtseinsmäßige formung durch das bild, also die ideologischen implikationen und des sich daraus ergebenden einflußes auf die gesellschaftlichen auseinandersetzungen, als interpretationsmöglichkeit zur diskussion stellen würde..

    während das obere bild eindeutig eine verurteilung und delegitimierung des kommunistischen pol pot regiems darstellt (documenta 13 ?), bin ich mir bei immendorffs bild nicht ganz klar darüber, ob er nicht gerade den anspruch der kommunisten an die kunst kritisiert, in die gesellschaftspolitischen kämpfe eingreifen zu sollen. es gibt meiner auffassung nach dafür in seinem bild gewisse hinweise, denke ich.

    aber, das kann jetzt hier nicht zu ende diskutiert werden.

    jedenfalls findet kunst nicht im luftleeren raum statt, sondern gehört zum ideologischen überbau und reflektiert und wirkt auf das gesellschaftliche bewusstsein, selbst da, oder gerade da, wo sie sich explizit als sinnfrei und ohne zwecke dem publikum präsentiert.


  • Frau Ke 2. September 2013, 22:50

    Als Appetithäppchen stielt es dem Hauptgang für meine Wahrnehmung aber glatt die Show. Das Gegenüber von Kunst und Publikumsgunst finde ich schon sehr beredt.