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Was ist neu?

Agora Bilddiskussion intensiv


Community Manager , Köln

with-waters-eye

http://www.fotocommunity.de/blog/agora-bilddiskussion-intensiv

Wichtig:

Hier werden destruktive und/oder verletzende Anmerkungen gelöscht. Wir bitten darum, die Diskussion aufs Bild zu fokussieren und persönliche Streitigkeiten genauso wie irgendwelche Vermutungen über den Bildautor, aus der Diskussion herauszulassen.

1. Das Foto darf noch nicht in der fotocommunity veröffentlicht worden sein
2. Der Fotograf bleibt bis zum Schluss anonym und darf sich erst in einem Schlusskommentar äußern, den er an uns (Bilddiskussion_Intensiv@fotocommunity.net) vorher sendet.
3. Bitte teile uns direkt mit, ob Du als Fotograf ( UserID) nach der Diskussion genannt werden möchtest.
4. Beschreibe, warum Du das Foto genau so aufgenommen hast. Welche Idee steht dahinter?

Kommentare 14

Die Diskussion für dieses Foto ist deaktiviert.

  • Agora Bilddiskussion intensiv 22. Oktober 2016, 17:41

    Der Fotograf Thomas bedankt sich und schreibt:

    "Vielen Dank für einige interessante Anmerkungen zum Optimierungspotenzial. Die Diskussion hat mir in erster Linie geholfen eine emotionale Distanz zum eigenen Werk (und Tun) aufzubauen, die mir bisher gefehlt hat (an der Zeit lags nicht, das Bild ist von 2014). Weil das sicher die Grundvoraussetzung für Verbesserung ist, hat sich meine erste Agora-Teilnahme dadurch schon gelohnt. Ihr habt einige praktische Tips formuliert, die ich gut nachvollziehen kann (oberes Bilddrittel, Farbgebung, Tiefenwirkung, Schärfe über Ebene reinbringen, etc.). Mehrere Rezensenten haben unmittelbar meine Skepsis bestätigt, dass evtl. ein Ruhepunkt (etwas Statisches) fehlt. Ich versuche wohl bei nächster Gelegenheit erst die vorstehenden Themen anzugehen (mit neuen Locations / anderer Bildaufteilung), und dann entscheidet sich für mich, ob der fehlende Ruhepunkt das Schlüssel-Manko ist und ich diesen Ansatz evtl. wieder aufgebe.

    Abschließend noch kurz zur Aufklärung:
    - Location: Lenggries, alle Achtung, gut erkannt!
    - Das Dunkelblau am oberen Rand ist kein Himmel, sondern ein einige km entfernt liegender Berghang. Evt. wäre die Einbeziehung von (geeigneten) Himmelspartien noch eine interessante Option zu Behebung der Schwächen in diesem Bildbereich."

    vielen Dank und beste Grüße
    Thomas
  • elstp 19. Oktober 2016, 9:50

    Ich habe in meiner ersten Anmerkung Idee und Umsetzung gelobt, aber gleich darauf bemerkt, dass sich mir das Bild ohne Erlaeuterung des Autors nicht erschlossen haette.
    Frage: Ist die Umsetzung dann trotzdem als gelungen zu bezeichnen? Es ist in frueheren Diskussionen haeufiger die Forderung geaeussert worden, dass ein Bild auch ohne Subtext zu entschluesseln sein muesse.
  • Clara Hase 18. Oktober 2016, 19:36

    als ich anfänglich den Text las, musste ich unwillkürlich an den Schutzengel denken, der sich erhängte, weil er versagt hatte - auch Angora foto.
    Es ist hier irgendwie die Welt und der Gedanke an Möglichkeiten der Aufnahmetechniken auf den Kopf gestellt.
    Bernhard B - wie kann man soviele Worte und Bereiche finden für ein Foto - kleiner Applaus. Auch für mich das ich es alles gelesen habe. In Word hätte ich wohl die Absätze numeriert und die akuten Punkte unterstrichen.
  • Bernard B.. 17. Oktober 2016, 13:31

    „To sit down on this bank of sand and watch the river flow“, und vielleicht erkennt man dabei den „spirit on the water“ - davon singt ein Nobelpreisträger, und darüber teilen Sie, lieber Fotograf, dem einen oder anderen Betrachter mittels des Fotos auch etwas dergleichen mit (wohl, ohne es zu wissen, geschweige denn zu wollen).

    Der ERSTE BLICK, der Schnell-Check: lohnt es sich, das Bild mehr als eine Sekunde anzuschauen? Das Foto ist weder betörend noch verstörend, die horizontale Gliederung fällt sofort ins Auge und die Abstrahierung: alles so verschwommen-verfließend hier, Assoziationen und Interpretationen kommen auf: ein kleines Isar I? (nein, kein klein Rhein II, auch wenn du dir be-„teuerst“: aber diese Ähnlichkeit in Motiv und Struktur! Hier banale Effekthascherei, dort Aussagekraft); dann kommt als Assoziation auf: panta rhei: alles fließt, nichts bleibt... oder Energiefluss... oder: das Wasser (Leben) fließt, Strömen, Weiterströmen, ohne Grund, ohne Ursprung, kein Anfang, kein Ende, kein Ziel, keine Teleologie, aus der Mitte des Gebirges entspringt hier kein unruhiger Fluss – Bewegung, weiter, sonst nichts – das Bild lässt Freiraum für Interpretationen und gibt Anstöße zum Denken und Sinnieren, was ein Zeichen ist, dass es sich lohnt, sich damit näher zu beschäftigen:

    Der ZWEITE BLICK also nun, und der ist weniger spontan-intuitiv, eher rational-analytisch, bedacht beurteilend:

    WÄSSRIGE AUGEN: Der von Ihnen gewählte Titel („with-waters-eye“): Warum auf Englisch? Mir ist kein Grund ersichtlich. Lieber in korrektem Deutsch als in unbeholfenem, ja falschem, kaum verständlichen Englisch, sonst könnte Ihr mit dem Wählen eines „englischen“ Titels beabsichtigter Eindruck sich in einen unerwünschten gegenteiligen Eindruck verkehren. Vorschlag, wenn es denn ein Titel mit dieser Bedeutung sein soll: „Aus Sicht des Wassers“ (obwohl der Inhalt nicht liefert, was der Titel verspricht, s.u.), oder, wenn es denn Englisch sein soll: The water view (mehrdeutig), oder: The view from/by the water, oder:As seen from/by the water (mit unterschiedlicher Bedeutung from/by).

    PERSPEKTIVE: Da wir bei der Sichtweise sind: Sie schreiben: “…die Idee, das Ufer aus Sicht des Wassers als vorbeiziehende Kulisse wahrzunehmen. “ Warum machen Sie es dann nicht? Warum präsentieren Sie uns nicht das Ufer aus Sicht des Wassers? Ich hätte ein Bild vom Ufer aus der Perspektive eines Bootsfahrers in rasanter Fahrt erwartet, oder ein Bild, zweigeteilt halb unter Wasser, halb darüber, von mir aus mit motion blur effect/Bewegungsunschärfe (leider bin ich mir hier und allgemein bei der mir nicht geläufigen Fotografie-Terminologie auf Deutsch noch nicht recht sicher), also ein Bild vom Wasser aus; und woran das Wasser vorbeirauscht: in realistisch schneller Bewegung verschwommen. Was Sie uns jedoch mit diesem Bild vorlegen: Sie stehen am Ufer, recht lange Belichtungszeit eingestellt, wegen dem Verwisch-Effekt beim Wasser – klick! Dann am Computer mit dem Trickbaukasten herumgestempelt, und dann postulieren Sie: So, das ist jetzt aus Sicht des Wassers – Sie als Betrachter würden sich sicher auch nicht ernst genommen vorkommen. Sie haben sich nicht einmal nass gemacht für das Foto und wollen uns das Ufer aus der Sicht des Wassers präsentieren?

    Nebenbei interessant auch: Sie schreiben nicht: „vom Wasser aus gesehen“, sondern: „aus Sicht des Wassers“, und der Betrachter rätselt ob der Sinnhaftigkeit dieser Worte und denkt diskret angesichts so einer Sichtweise des Wassers daran, dass jedes Foto, jeder Titel, jeder Begleittext, auch immer ein Selbstporträt ist.

    Aber gehen wir mal darauf als Gedankenspiel mit Ihrer kuriosen „Sicht des Wassers“ ein: aus Sicht des Wassers heißt, das Wasser, von außen gesehen in Bewegung, ist aus eigener Sicht in Ruhe, unbewegt, und die Umgebung ist in Bewegung. Auf diesem Foto jedoch scheint alles in hektischer Bewegung begriffen, nichts verweilt, alles eilt, rast vorbei. Gut, das Wasser scheint in langsamerer Bewegung als die Landschaft, da Sie das Wasser, mit 1,3 sec Belichtungszeit aufgenommen, wohl nicht/kaum bearbeitet haben, sondern die übrigen Bildpartien. Die Außenperspektive (man selbst als Beobachter nimmt ein sich bewegendes Objekt, je nach Geschwindigkeit, als mehr oder weniger verwischt dar, während die Umgebung scharf abgebildet wird) trifft hier nicht zu, und die andere auch nicht (also: der Beobachter ist selbst das sich bewegende Objekt oder in ihm, und nimmt sich und das Medium, in dem er sich befindet, scharf wahr; hier: das Wasser würde sich selbst als unbewegt-scharf, die Umgebung als verschwommen wahrnehmen).

    Die gewählte Intensität der Bewegungsunschärfe der Umgebung erinnert an den Blick aus einem Hochgeschwindigkeitszug in rasender Fahrt - vollkommen unangemessen dem beabsichtigten visuellen Ausdrücken der erlebten Geschwindigkeit des Wassers selbst oder eines Beobachters auf diesem Bach, der Isar, sich mit der sicher nicht im dreistelligen km/h-Bereich liegenden Geschwindigkeit des Flusses mitbewegend.

    Perspektive, Umsetzung in den beiden Bildteilen Wasser und Rest sowie extremer motion blur sind alle für das Ausdrücken der Idee hinter dem Bild nicht logisch, nicht stimmig – ein Fall von Nicht-Nachdenken(-Wollen) und gedanklicher Bequemlichkeit beim Bearbeiten des Fotos, und manch ein Betrachter mag sich veralbert vorkommen, wenn ihm so etwas als „Sicht des Wassers“ angeboten wird.

    FASZINIEREND! Dennoch übt das Bild eine gewisse Faszination auf mich aus, so dass ich von aller Un-Sinnigkeit in der Idee und ihrer Umsetzung für eine Weile absehen will und mich der optischen Wirkung des Bildes als reiner Form widmen will:

    Dieser Reiz kommt von der streng horizontalen Gliederung, die eine Aussage-Absicht nahelegt, von der Abstrahierung, von den meist weichen Übergängen, von der Farbwahl und –kombination, vom Versuch, Zeit zu zeigen, wie sie das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann (motion blur -> emotion?) und natürlich vom Motiv:

    BEWEGUNGSUNSCHÄRFE: Zunächst zur Bewegungsunschärfe: Das Wasser hat, wie ein Vorposter in einem dieser vielen starken Beiträge erwähnt hat, durch die gewählte Belichtungszeit, also mittels ein durch Technik erweitertes Sehen, einen Grad von Verschwommenheit, der nur wenig über der liegt, wie sie das menschliche Auge bei diesem Motiv wahrnehmen kann, es bleiben interessante Strukturen erkennbar, die den Betrachter beschäftigen, zumal dies die einzigen Objekte auf dem Foto sind, die dem Auge noch so einigermaßen Halt bieten, ohne gleich mit der vorbeirauschenden Dynamik fortgerissen zu werden.

    Durch die Unschärfe wird hier, in künstlerischer Absicht, noch mehr von der Wirklichkeit auf „Wesentliches“ abstrahiert, als es jedes Foto als reduzierter und derivativer Realitätsausschnitt ohnehin schon prinzipiell tut.

    Neben der Unschärfe verleiht die streng horizontale Anordnung dem Bild einen Grad von „minimalistischer“ Abstraktion, Reduktion, der es zu DER Landschaft mit Bach (mit Stromschnellen) macht. Dennoch ist das Bild natürlich keine reine digital art, sondern behält, auf einer semiotischen Ebene, seinen indexikalischen Charakter, da es zunächst und immer, trotz aller nachgelagerter Manipulationen, aufgezeichnete Realität abbildet.

    Die Fotografie macht einen Schnitt im Strom der Zeit, es entsteht keine endlos strömende Bilderflut, wie bei Video oder TV; nur hier ist der Schnitt durch die relativ lange Belichtungsdauer nicht ganz so hart und kurz.

    Wie Sie die angestrebte Pseudo-Bewegungsunschärfe, als Nachahmung des Mitziehens (panning) in der Nachbearbeitung erreicht haben, ist handwerklich nicht schwer, und Sie haben nicht immer sorgfältig gearbeitet (z.B. sieht man ganz links oben, in der bläulich-grünen Bildpartie, mit dieser helleren Linie in unregelmäßigen Sprüngen, deutlich das sukzessive Klonen von Pixelflächen).

    Das Bild ist nicht unkonventionell, wie Sie indirekt schreiben (abgesehen davon, dass es nicht „konventionell/unkonventionell“ gibt, sondern ein Kontinuum von Konventionalität zu Unkonventionalität). Das Nachahmen eines motion blur-Effektes am Computer oder das Mitziehen/panning ohne bewegtes Objekt, auf das fokussiert wird, verleiht einem Bild nicht automatisch das Prädikat „unkonventionell“, mit der mancher gerne sein Bild schmücken möchte, und ich schließe mich der Bemerkung von 12 pictures an, dass diese Technik auf den üblichen social networking sites für Fotografie recht beliebt ist (und nur dort; ich kenne keinen Namen eines bemerkens-werten Fotografen, der diese Technik anfassen würde, sie streben Expressivität durch tiefere, und damit bereichernde Weise an; und außerdem tummeln sich diese Fotografen bekanntlich auch nicht auf solchen sites, um ihre Werke zur Schau zu stellen).

    Durch das Fehlen eines scharfen Ankerpunktes für den Blick beachtet man notgedrungen, doch auch gerne, mehr die Formen und Farben, und da das Foto so stark manipuliert ist, erscheint es angebracht, Kriterien, wie sie bei der Einschätzung von Werken der visuellen Künste wie der Malerei üblich sind, anzuwenden:

    Die FORMEN: Der Gegensatz zwischen Formen und Flächen mit kaum Struktur und solchen mit gut erkennbarer, nämlich im Fluss, macht das Bild interessanter. Das Wasser: im Vordergrund, auf der einen Seite, ein deutlicher Übergang Land-Wasser, mit Stromschnellen, Wellen kräuseln sich in rauschendem, geschwätzigem Fließen... auf der anderen Seite der Fluss ruhig, und ein ganz gemächlicher Übergang zum sich sanft neigenden Ufer, dem leise redenden Wasser entgegenschweigend...

    Von der Abwandlung von Worten Rilkes zurück zu den Formen, zu DEM formalen Manko: die harte, unharmonische Zweiteilung des Bildes verkehrt viel vom Eindruck vom unteren Bildteil. Der ganze obere Bildteil (Büsche, Bäume, Himmel) trägt sicher dazu bei, dass das Bild noch einen gewissen Eindruck von Realitätsbezug und Räumlichkeit bewahrt, ist aber in meinen Augen viel zu hart abgegrenzt im Vergleich zu dem Weichen des Bildhauptteils; die Farben passen wenig zu ihm, und Binnenstrukturen des oberen Teils stören (dieser hart abgegrenzte lange Keil von links fast durch das ganze Bild); mit mehr formalem Harmonie-Empfinden bei der Bearbeitung des Bildes könnte man einen solchen brutalen Bruch sicher leicht vermeiden.

    Die FARBEN: Die Farben sind wasser-farben-haft, mit fließenden Übergängen zwischen den Tönen, und dabei, wegen des Wischeffektes, vibrierend-dynamisch. Das Grünblau des Baches (das realistisch ist) fasziniert. Die Farbe Lila für das Ufer auch, auch wenn man das als realitätsfern sehen kann, eben künstlerische Freiheit. Die Bearbeitung der Farben im unteren Bildteil erscheint mir eine Aufmerksamkeit für Farben zu zeigen, ja ein großes Gespür für Harmonie, mit diesem Dreiklang: Leitfarbe Grünblau, Komplementärfarbe Rotviolett, dazu ein Hauch Gelborange. Im oberen Bildteil passen die Farben so einigermaßen in sich zusammen, und kaum einigermaßen mit dem unteren Bildteil, in Ton und Intensität.

    Das FRAMING: Der Schnitt links durchschneidet ein interessantes und gefälliges Bildelement im Wasser. Der Fluss als zentrales Element sollte mehr Raum im Bild einnehmen und mittiger im Bild platziert sein, also würde ich oben croppen und/oder unten künstlich erweitern, was nicht schwer sein würde. Ich schließe mich der Meinung von 12 pictures an, dass zur Erzielung der Wirkung von Räumlichkeit der Vordergrund dunkler gehalten werden sollte.

    TOLERANZ: Zu Ihrer Frage nach eventuell anderen gültigen Toleranzwerten, da hier nur Pseudo-Panning vorliege: Toleranzwerte gibt es nur in der Technik, hier ist niemand legitimiert, Toleranzwerte festzulegen. Natürlich ist alles erlaubt, was dem Autor beliebt (und solange es innerhalb des rechtlich erlaubten Rahmens bleibt).

    AN DIE WAND gehängt, wie auch Clara Hase anregte, großformatig, aus mittlerem Abstand betrachtet, ohne vergeblich Details suchen wollend: bestimmt mit intensiverer Wirkung als auf dem Monitor.

    Schließlich der DRITTE BLICK, urteilend genießend und genießend urteilend: Ein Foto von einem Bach, mit kleinen Stromschnellen, über die Konzept und Umsetzung hinwegstolpern: nämlich dahinter eine originelle Idee ohne Tiefgang und einer in wesentlichen Punkten inkongruenten inhaltlichen Umsetzung; bliebe die Form: kein stromlinienförmiges mainstream-Foto, und es lässt dem Betrachter genug Interpretationsspielraum - ja, es lohnt sich für mich, meinen Blick länger als ein, zwei Sekunden auf dem Bild ruhen zu lassen. Sie haben mit dieser Fotografie aus dem Strom der Zeit ein auf jeden Fall interessantes Bild gefischt und bearbeitet.
  • RKPictures 17. Oktober 2016, 8:58

    Grundsätzlich finde ich die Idee, aus der Sicht des Wassers an das Motiv heranzugehen, interessant. Aus meiner Sicht müsste ich die Ausführung allerdings etwas kritisieren: so wie hier dargestellt, ist mir das einfach ZU schnell - bei aller möglichen Geschwindigkeit von Strömungen, aber Wasser hat auch stets etwas Kraftvolles, manchmal Majestätisches ... etwas weniger 'Geschwindigkeit' täte dem Bild daher sicher besser. Und wenn man wenigstens die Umrisse von Bäumen, Steinen oder Büschen am Ufer wahrnehmen könnte, hätte auch das Auge des Betrachters etwas davon ... da aber hier selbst das Wasser sehr unruhig ist, findet man so gar keinen Ruhepunkt für eben jenes Auge ;)
    So ist das Ganze für mich leider nur ein Wischer aus verschiedenen Farben (wobei mich dann am oberen linken Bildrand diese seltsame 'Stückelung' stört, die den Farbfluss (sic) ein wenig unterbricht. Photoshop ?)
    Mein Fazit: Idee gut, aber ich würde es mal mit etwas weniger Geschwindigkeit versuchen. Wer langsam 'wischt', kommt auch ans Ziel ... oder so :)
  • GünterG1 16. Oktober 2016, 20:16

    Weil ich eigentlich immer ein Problem habe Fotos über das Maß "Gefällt mir" bzw. "Gefällt mir nicht" zu bewerten, habe ich mir in letzter Zeit einige Bücher ausgeliehen, in denen das Thema betrachtet wird. Trotz der vielen Aspekte und auch Faustregeln, die bei einer Bildbetrachtung herangezogen werden, fällt immer wieder die Aussage, dass ein Foto am Ende Geschmackssache ist und dass Regeln auch durchbrochen werden können, wenn das dem Bild "gut tut".

    Das Mitziehen der Kamera und das damit hervorgerufene horizontale Verwischen der unterschiedlichen Farben im Vordergrund, Mittelbereich und Hintergrund, reduziert das Foto weitgehend auf eine Farbkomposition in Pastelltönen. Die Farbzusammenstellung (beige, hellblau, violett, olivgrün, blau) gefällt mir persönlich gut. Den Eindruck von Bewegung vermitteln die horizontalen Streifen aber auch die Bewegungsrichtung des Wassers.
    Im Gegensatz zu den anderen Bereichen haben die Strudel allerdings nicht nur eine Richtung, sondern zeigen alle Bewegungsrichtungen. Ob das ein wenig störend wirkt, kann ich noch nicht abschließend beantworten.

    Wenn Bildbearbeitung (für das Foto) für Dich in Frage kommt, würde ich mir überlegen oder am besten probieren, ob es möglich ist, im Bereich der Strudel Schärfe ins Spiel zu bringen (z.B. zweites Bild mit eingefrorener Schärfe darüber legen und bis auf einzelne Bereiche der Strudel per Ebenenmaske ausblenden). Das müsste sehr behutsam gemacht werden und könnte so das Auge des Betrachters durch das Bild führen und so ggf. noch die Strömungsrichtung und -geschwindigkeit unterstreichen. Ob's klappt weiß ich nicht, vorstellen könnte ich es mir. Es könnte aber auch kontraproduktiv sein, weil solche "hinzugefügte Schärfe" der Homogenität und damit der Harmonie des Fotos schadet.

    Das Vorbeiziehen des Ufers hast Du meines Erachtens gut rüber gebracht. Und das sollte ein Foto erfüllen, das durch den Fotografen Wahrgenommene oder Vorgestellte an den Betrachter zu vermitteln.
  • elevatorjwo 16. Oktober 2016, 11:54

    Also ich kenne entlang der Isar, speziell zwischen Lenggries und dem Flaucher in München, eine ganze Reihe von Stellen, an denen sich der Fluss mehr oder weniger stark „kräuselt" oder auch ein wenig wild wird.
    Jede dieser Stellen hat eine etwas andere charakteristische Anmutung, so dass Verallgemeinerungen nicht möglich sind. Schließlich hat uns der Fotograf nicht verraten, wo an der Isar er sich genau befindet.
    In der Nähe von Lenggries z. B. sind sogar die Farbtöne hier im Bild (das leichte Braun/Rosé und das helle Türkis) zu finden, was allerdings je nach Jahreszeit, Wasserstand, Fließgeschwindigkeit und Sonnenstand stark variieren dürfte.

    Somit finde ich für dieses Bild keine allgemeingültigen Entsprechungen, weder in der Farbgebung noch in der „Wildheit“ des Stromes.
    Außerdem, wer sagt denn, dass bei dieser Art der kreativen Fotografie das Ergebnis mit der Realität in Übereinstimmung sein muss.

    Hier zählt m. E. nur die Emotion des Fotografen. Ob er es geschafft hat, diese Emotion zu mir herüberzubringen ist eine ganz andere Sache.

    Bei mir hat er das jedenfalls zum Teil geschafft.
    Ich sehe schon schnell fließendes Wasser, dass an einer Landschaft so vorüber eilt, so dass diese nur noch schemenhaft erkennbar ist.

    Sicher kann hier hinsichtlich Harmonie und Bildaufbau noch an verschiedenen Stellschrauben gedreht werden aber dabei sollte das Bild nach meiner Auffassung in seiner Abstraktion erhalten bleiben.
  • tibbing1 16. Oktober 2016, 10:34

    Ich hadere etwas mit dem Titel „with waters eye“. Abgesehen davon, dass wir uns geografisch wohl mitten in Bayern befinden, erschließt sich mir aus Titel und Erläuterung des Bildautors nicht ganz, ob er „mit dem Auge des Wassers??“ die wie von @elstp bereits angesprochen Sicht des Flusses und dann in diesem Fall die Sicht auf das „vorbeiziehende Ufer“ meint?

    Wie auch immer, der Titel macht das Bild nicht interessanter. Bemerkenswert finde ich aber die Experimentierfreude und den unkonventionellen Umgang mit einer bekannten Technik.

    Der Isar mit ihren Stromschnellen und hoher Fließgeschwindigkeit wird jedoch durch die angewandte Technik einiges an Dynamik genommen – was durch die pastelligen Farben noch unterstrichen wird. Harmonisch geht es an diesen Stellen sicher nicht zu und somit wirkt das Charakteristische dieses Flußabschnittes vollkommen „verwässert“.

    Insgesamt, da schließe ich mich gerne allen an, aber ein kreatives, interessantes und ausbaufähiges Experiment.
  • Mr. Brighter 15. Oktober 2016, 20:10

    In der Summe erscheint mir alles recht "flau", und die Farben des Flusses kommen überhaupt nicht so fotografisch rüber, wie diese in der Wirklichkeit sind.
    Würde ich die Location der Aufnahme nicht kennen, hätte ich mit dem oberen Bildteil ein Erklärungsproblem.
    Die Bildidee ist nicht schlecht, jedoch fehlt das gewisse statische Etwas im Bild, was es dann letztendlich zu einem gewissen Hinschauer machen würde.
    Gruß & back to "red roots"
    mr. brighter
  • twelve_pictures 15. Oktober 2016, 13:57

    Angeregt von Bernhard B. per QM ;-)

    Die Idee der Freischwung- oder auch gestischen Fotografie ist ja nun beileibe keine neue Idee.
    Hier in der FC kann man unter http://www.fotocommunity.de/photos/Freischwung?categories=special&sort=popular
    massenhaft Bilder finden, die sich dieser Technik bedienen.

    Für alle Bilder mit dieser Technik gilt allerdings das Gleiche.
    Ich kann die Kamera waagerecht, senkrecht oder auch vor- und zurückbewegen, kann Kombinationen dieser Bewegungen verwenden oder kann mit dem Zoomobjektiv bei der Belichtung ein- oder auszoomen.

    Jede dieser Bewegungen ruft sehr unterschiedliche Effekte hervor.
    Ebensolche Rolle spielt die Belichtungszeit, die Blende, die Bewegungsgeschwindigkeit und ob ich am Anfang oder am Ende der Bewegung noch kurz verharre.

    Die Frage ist hier also nicht, ob die Allgemeinheit mit dieser Bildidee etwas anfangen kann, sondern, welche Ziele der Fotograf mit seinem Tun verfolgte.

    Da ist es wichtig zu wissen und zu beachten, dass jede der Bewegungen oder Gesten in Abhängigkeit von den sonstigen Einstellungen immer zu einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Abstraktion des Motivs führt.
    Das betrifft sowohl Strukturen und Objekte als auch Farben und Verläufe.

    Ein bewusst kreativer Umgang mit dieser Technik erfordert viel Erfahrung und hier möchte ich ein etwas abgewandeltes Zitat eines Diskutanten aus der vorangegangenen Diskussion verwenden: „Repetitio est mater studiorum.“
    Anders ausgedrückt, Versuch macht kluch und mehr Versücher machen klücher ;-)

    Nun zurück zum vorliegenden Bild:

    Grundsätzlich finde ich diesen Versuch schon mal recht gelungen.
    Das gesamte Bild weist eine klare waagerechte Gliederung auf, was aus meiner Sicht trotz der eher flächenhaften Wirkung doch zu einer gewissen Bildtiefe führt
    Die unteren 2 Drittel sind farblich und strukturell interessant und auch ziemlich harmonisch.
    Ob es Können oder Glück war, dass die Bewegung der Kamera genau in Fließrichtung des Wassers erfolgte kann ich nicht sagen aber auf jeden Fall führte das dazu, dass sich das Wasser in einer noch vorhandenen Strukturierung präsentiert und damit dem Bild eine wohltuende Dynamik verleiht.

    Als störend und unharmonisch empfinde ich das obere Drittel des Bildes.
    Die hier vorherrschenden Farben harmonieren nicht mit dem Rest des Bildes. Eine Aufhellung habe ich versucht, die führt aber nur zum Teil zu einem besseren Ergebnis, weil die Farben selbst nicht wirklich passen.
    Günstiger wäre hier wahrscheinlich eine Stelle am Fluss gewesen, an der der Uferbewuchs lichter ist und das Himmelsblau noch einmal einen schönen oberen Abschluss bildet. Allerdings müsste es dazu auch ein wenig heller sein als hier aber nicht zu hell, um die Tiefenwirkung zu erhalten.
    Zu überlegen wäre auch die Anwendung einer Grundregel – von dunkel nach hell ergibt Tiefe. Erreichbar wäre das durch die Wahl eines dunkleren Vordergrundes also die Einbeziehung des vorderen Uferbereiches.

    Spannender Versuch der gestischen Fotografie aber noch ausbaufähig.
  • Clara Hase 15. Oktober 2016, 11:24

    die Idee ist sicher eine, doch sie wiederspricht dem ursprünglichen, nämlich etwas was in Bewegung ist, einzufrieren.
    Hier ist es gerade anders herum: das bewegte soll bewegt dargestellt werden.
    Im Gegensatz zu z.B. einem gehenden Menschen, oder dem Auto, Sportler, Kranich
    ist das Wasser aber in sich derart veränderlich, dass eigentlich nur Farbsprudel dabei herauskommt.
    Ich bin da grad ganz gegensätzlich zu elstps Meinung aufgestellt, denn gerade auch eine Stromschnelle ist in 1000stel Teilen so verändert, dass man sich wohl nicht einfrieren kann und gleichzeitig die Bewegung zeigt.
    Da es es sich hier um fotokunst handeln soll, sehe ich eher eine Farbtafel die den Gedanken den freien Raum assoziieren lässt.
    Ich kann mir aber vorstellen das diese Aufnahme in sehr gross evtl noch mehr Wirkung entfalten würde - an einer Wand und dass der Kontakt zum Wasser dann intensiver wäre.

    Anders wäre ein Wusch wieder wenn man architektur fotografiert und die Linien verzieht, die sonst starr und statisch sind - das ergibt häufig ein malerisches Bild.
  • elstp 15. Oktober 2016, 10:12

    Die Idee, das schnell fliessende Isar-Wasser fiktiv zum Betrachter zu machen, ist schon etwas besonderes. Der Gedanke ist vielleicht angelehnt an das Erleben eines Bootsfahrers, der im Vorbeifahren die Boeschung fluechtig wahrnimmt; und trotzdem kann das Bild gerade das nicht vermitteln. Wie auch, denn das Wasser, fuer mich ein Symbol fuer Leben, ist ja selbst keiner Sinneswahrnehmung faehig. Bei laengereem Betrachten kann man sich aber sehr wohl wie auf einem Floss fuehlen.

    Ich finde, im vorderen Bildteil ist ein Wasserstrudel erkennbar, ich sehe eine zu weissen Schemen zusammen gezogene Wasseroberflaeche, und ich sehe in Richtung Horizont eine Uferboeschung; darueber sehe ich noch einen sich abendlich verdunkelnden Himmel. Und ich merke, ohne etwas Konkretes, also z.B. ohne diese Stromschnelle, koennte ich dieses Bild nur aesthetisch finden, also reduziert auf einen angenehmen Anblick und ohne eine Meinung zu einer irgendwie gearteten Bildaussage. ABER: Die Stromschnelle ist sogar sehr realistisch, denn die sieht das menschliche Auge auch in unmittelbarem Erleben nicht klarer!

    Also, die Idee ist Klasse und ihre Umsetzung auch. Der Betrachter sieht ganz realistisch das, was er auf dem Wasser - und nicht anstelle des Wassers - sehen wuerde. Das haette sich mir aber ohne die Erlaeuterung des Autors nicht erschlossen.
  • Agora Bilddiskussion intensiv 14. Oktober 2016, 19:23

    Der Fotograf schreibt:

    "Das Bild zeigt einen Flussabschnitt des Isar-Oberlaufs mit seinen typischen Stromschnellen.

    Technisch gesehen ist es an einen „Mitzieher“ angelehnt, wie aus Sport- und Action-Themen gemeinhin bekannt. Mir gefiel die Idee, das Ufer aus Sicht des Wassers als vorbeiziehende Kulisse wahrzunehmen.

    Unkonventionelle Bilder sind immer streitbar. Daher möchte ich erstens ausloten, ob Ihr mit dieser Bildidee im Allgemeinen etwas anfangen könnt. Zweitens interessiert mich, wie Ihr folgendes Manko einschätzt: Anders als bei einem „echten“ Mitzieher ist kein Motivteil wirklich scharf. Nachdem die Technik ja nur adaptiert ist, gelten vielleicht andere Toleranzwerte?"

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Kamera PENTAX K-5
Objektiv A Series Lens
Blende 13
Belichtungszeit 1.3
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ISO 100

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