Diese Website verwendet Cookies, um verschiedene Funktionalitäten bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Website erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Weitere Informationen  OK

Was ist neu?

Lucius Sombre


Basic Mitglied

Kommentare 8

  • znopp 1. November 2013, 13:23

    Vier Minuten aus dem Leben einer Gruppe von Menschen, die der Zufall an diesem Ort zusammengeführt hat ...
    lg christian
  • Gerhard Körsgen 31. Oktober 2013, 22:22

    Warten müssen ist an sich derzeit in unserer Gesellschaft äusserst negativ belegt.
    Man möchte alles und im idealsten Falle jeweils sofort.
    Von daher sollten Bilder des Wartens mindestens ein Element enthalten welches die gefühlte Schmerzhaftigkeit des Prozesses nachfühlbar macht.
    Dieses hier ist ein eher lakonisches, ein "Understatement-pic" des Wartens.
    Als solches nicht schlecht, aber eben für viele nicht genug "auf dem Punkt", DIE "offensichtliche" Aussage findet man hier nicht...ein Bild für den elaborierten "Alles schon gesehen haber" der auch scheinbar banales hinterfragt.

    LG Gerry
  • Margareta St. 31. Oktober 2013, 22:07

    Also, ich warte gerne. Vielerlei Gedanken gehen mir dabei durch den Kopf. Die Unruhe, die ich in früheren Jahren beim Warten empfand, ist verschwunden. Gerne beobachte ich, was um mich herum geschieht, oder schließe die Augen und schaue nach innen. Man kann das lernen und glaubt mir, es sogar genießen. Die Menschen auf Deinem Bild scheinen nicht unglücklich zu sein, sondern erwartungsvoll.
    VG Margareta
  • Pekka H. 31. Oktober 2013, 19:06

    Lieber Lucius,

    vielen Dank für die ausführliche Erläuterung, was Dich bei diesem Motiv antreibt. Ich denke, Deine Einschätzung, dass das Bild zu unentschieden ist, um Deine Intention zum Ausdruck zu bringen, ist ein wichtiger Ansatzpunkt. Die Accessoires, die dem Betrachter die Wartesituation einordnen helfen (Bahnhofsuhr, Anzeige, Gleiselement) sind zwar vorhanden, aber das Warten als solches wird nicht betont. Weder in der verbreiteten (und auch bei mir smartphone-Nutzer immer wieder unreflektiert zugelassenen) Sofortablenkung vom Wartezustand noch in einer sichtbaren Verlängerung eines (das andere Extrem) untätigen Seins im Wartezustand. Die von mir angeführten Kritikpunkte sehe ich durchaus als möglichen Beitrag, die eine oder die andere Situation dem Betrachter näher zu bringen. Das Konzept des Unwesentlichen ist mir persönlich in diesem Kontext zu schwer verständlich, als das ich das aus einem einzelnen Bild ohne Weiteres als Intention des Fotografen herauslesen könnte. Das mag in einer Bilderserie gelingen, die die Bedeutung des Unwesentlichen durch Wiederholung sichtbar macht. Bei einem einzelnen Bild sähe ich mich überfordert. Ich bin ein Freund von klarer Bildsprache. Das ist ein recht inhaltsleerer Begriff, weil das Füllhorn, aus dem wir als Fotografen schöpfen können, ein sehr großes ist. Zum Glück. Und ich will auch nicht leugnen, dass ich diesem Bild auch Deinen Bildtitel zuordnen kann. Klarheit heißt für mich hier konkret: Zuspitzung und Verzicht. Entweder das eine oder das andere. Entschieden. Du hast es selber auf den Punkt gebracht.

    LG Pekka

    PS Vielleicht ist es auch einfach unglücklich, dass der nächste Zug in wenigen Minuten einfahren wird;-)
  • Lucius Sombre 31. Oktober 2013, 18:12

    @ Pekka: Vielen Dank für Deine wie immer kluge, klare und ausgesprochen hilfreiche Kritik, die in allen Punkten für mich gut nachvollziehbar ist. Nicht um zu retten, was nicht zu retten ist, sondern um ein bestimmtes Problem zu formulieren, das mich momentan auch hier beschäftigt, dazu ein paar Worte aus meiner Sicht.

    Zwei Aspekte meiner Erfahrung von Menschen: einerseits Nähe, Berührtsein von Personen, Einfühlung (die Kevin-Serie); andererseits Ferne, Zerstreutheit, Entfremdung; "Warten" gehört natürlich zu den Entfremdungsbildern. Gesellschaftliche Entfremdung heute bewegt sich für mich im paradoxen Spannungsfeld zwischen massiver Individualisierung/Kommunikationfluten und Totalisierung der Strukturen/Verschwinden des 'Menschen' - was hier durch die zerfaserte und ins Leere laufende Wartesituation thematisiert werden soll (die Willi mit seinem 'erwartungslosen Warten' sehr gut auf den Punkt gebracht hat). In diesem Kontext sollen die Apparaturen (Anzeigetafel, Uhr, Rolltreppe, Videokameras(?), das Gestänge vorne) hervortreten und dominieren, 'darf' der Betrachter vom Geschehen getrennt sein und 'dürfen' der Leser und die beiden Frauen im Hintergrund durch die Uhr angeschnitten und fragmentiert werden, 'darf' sogar das Bild keinen Fokuspunkt aufweisen.

    Wenn ich Deine Position aus früheren Texten richtig verstanden habe, dann vertrittst Du, wiederum sehr gut nachvollziehbar, die Auffassung, alle Entscheidungen in einem Bild sollten funktional auf das Wesentliche, auf das Thema ausgerichtet sein. Was mich jedoch beschäftigt: Angenommen, meine Skizze gesellschaftlicher Entfremdung sei irgendwie aussagekräftig, dann besagt sie gerade, es gebe nichts Wesentliches, und so entsteht die Frage, ob 'wesentliche' Bildformen geeignet sind, dies darzustellen. Auch wenn das Bild nicht gelungen ist - meiner Ansicht fehlt vor allem ein echtes Spannungsverhältnis, es bleibt zu unentschieden -, so ist es für mich doch ein Experiment mit einer solchen 'nicht-wesentlichen Bildform' und Deine Kritik ein guter Anstoß zu weiterem Nachdenken darüber.
  • Pekka H. 31. Oktober 2013, 15:10

    Lieber Lucius,

    ein sehr schönes Thema hast Du Dir ausgesucht. Aber so richtig will mir der Zugang zum Bild nicht gelingen und dafür gibt es 'vordergründig' einen einfachen visuellen Aspekt: Du hast unten bzw. vorne im Bild eine Sicht- und Kontaktsperre, die mich auf Abstand hält. Das mag jetzt vielleicht etwas überzogen klingen, aber man sollte die Wirkung auch kleiner störender Elemente im Bild niemals unterschätzen. Gut, die leichte Unschärfe bzw. der nicht eindeutige Fokuspunkt, der auf die vergleichsweise lange erforderliche Belichtungszeit zurückzuführen ist, erschwert mir auch ein wenig den Zugang zum Bild, aber solche geringfügigen technischen Mängel sind bei einem Bild, das ansonsten berührt und mitnimmt, sekundär. Ein letztes noch: Fast alle Personen sind angeschnitten, was meistens eher stört bzw. erst dann hilfreich ist, wenn es zur Bildaussage beiträgt (Berührungspunkte, Masse etc. als mögliche Motive).

    LG Pekka
  • Gerhard Körsgen 31. Oktober 2013, 13:15

    Mal so richtig schön gewartet habe ich lange nicht mehr...von daher finde ich Willi's Gedanken gar nicht so verkehrt...

    LG Gerry
  • dersiebtesohn 31. Oktober 2013, 11:37

    Gibt es noch die reine Tugend des Wartens, oder geht es nur darum die Wartezeit mit etwas zu überbrücken? Mir kommt es vor als empfände der Mensch das Warten wie eine Leere die es unbedingt zu füllen gilt. Das Warten in eine Erwartung verwandeln, dem zu erwartenden entgegen fiebern, sich ganz auf die Erwartung fokussieren, das gibt es zu selten...
    Gruss
    Willi

Schlagwörter

Informationen

Kategorie Menschen
Klicks 298
Veröffentlicht
Lizenz

Exif

Kamera COOLPIX P7000
Objektiv ---
Blende 6.3
Belichtungszeit 1/7
Brennweite 42.6 mm
ISO 400