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Völkerverständigung einmal anders

Völkerverständigung einmal anders

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Patrick Rehn


Pro Mitglied, Bebra-Lüdersdorf

Völkerverständigung einmal anders

Die Eisenbahn hat in den vergangenen knapp 200 Jahren die Entwicklung der Weltgeschichte und der Industrie in vielen Herren Länder wie kaum eine zweite Erfindung beeinflusst. Die ersten Bahnstrecken wuchsen in der Regel zwischen benachbarten Wirtschaftsstandorten, überwanden dabei meist nur geringe Entfernungen und benötigten dafür teilweise mehrere Stunden. Heute ist es selbstverständlich, dass man nicht nur innerhalb des eigenen Landes, sondern auch über mehrere Grenzen hinweg mit der Eisenbahn verreisen kann.

Bereits früh erkannten die Initiatoren der in den einzelnen Ländern entstehenden Eisenbahnnetze einen gewissen Harmonisierungsbedarf, welcher sich in einer weitgehend einheitlichen Spurweite von 1435 Millimeter wiederspiegelt. Zwar entwickelten sich in den einzelnen Ländern über Jahrzehnte höchst unterschiedliche Formen von Signalisierung, Zugsicherung und Energieversorgung, dennoch war es möglich internationale Verkehre durchzuführen: Man wechselte an den Landesgrenzen während der Pass- und Zollkontrolle stets die Lokomotiven. Züge überwanden bereits früh die Grenzen zwischen Ländern, als es noch niemand wagte von einem vereinten Europa ohne Grenzen zu träumen.

Beschränkten sich Reisen bis vor einigen Jahrzehnten hauptsächlich auf das absolut notwendige Minimum, so wurde es nach dem 2. Weltkrieg für immer mehr Menschen möglich in ferne Länder zu reisen. Damit verbunden waren allerdings auch viele fremde Eindrücke und Erfahrungen: Neben den fremden Sprachen und unterschiedlichen Währungen waren da auch die ganz verschiedenen Lebensarten und Umgangsformen.

Einen grenzüberschreitenden Einsatz von Reisezug- und Güterwagen gab es damals sehr wohl, der Einsatz von Lokomotiven und Personalen aus einem Nachbarland waren hingegen die Ausnahme.

Umso bemerkenswerter ist die Veranstaltung, welche sich vom 29. April bis 2. Mai 2010 rund um den ehemals bedeutenden Bahnknoten Bebra ereignete: Auf Initiative eines Eisenbahnvereines reiste unter Anderem die 01 1075 der Stoom Stichting Nederland aus Rotterdam mit einem Sonderzug und mehreren hundert begeisterter Eisenbahnfans an. Die Lokomotive war seinerzeit in Deutschland dem Schneidbrenner entgangen und hatte 1976 eine neue Heimat in Rotterdam gefunden. Ab 1992 wurde die Maschine, zusammen mit weiteren ehemaligen Bundesbahn-Dampflokomotiven in den Niederlanden eingesetzt. Um den Aktionsradius auszuweiten erhielt die Maschine eine Ausrüstung mit der auf dem Netz der Deutschen Bahn notwendigen Zugsicherungseinrichtung PZB 90. Die Lokomotive erhielt wenige Tage vor der Fahrt nach Bebra ihre Zulassung für den Einsatz auf dem deutschen Eisenbahnnetz.

Tausende Eisenbahnfans aus Deutschland, dem benachbarten Ausland und sogar aus den Vereinigten Staaten und Japan bestaunten die 01 1075 und ihre zahlreichen ebenfalls angereisten Kolleginnen. Auch wenn all diese Besucher vielleicht unterschiedliche Sprachen sprechen: Die Faszination für die schwarzen Riesen aus einer vergangenen Zeit und das Leuchten in den Augen der Kinder beim Anblick der Lokomotiven vereinte alle.

Am 30. April unternahm die 01 1075 mit einem Großteil der mitgereisten Eisenbahnfans und zahlreicher weiterer Fahrgäste einen Ausflug ins etwa 45 Kilometer von Bebra entfernte Eisenach. Ein Höhepunkt auf der weitgehend hinter Schallschutzwänden versteckten Strecke ist die Steigung zum Scheitelpunkt bei Hönebach. Kurz vor dem Hönebacher Tunnel konnte ich die Lok mit dem als DPE 37446 eingelegten Sonderzug fotografieren.

Aufnahmedatum: Samstag, 30. April 2010 - 8:53 Uhr || Verwendete Kamera: Nikon D80

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Exif

Kamera D80
Objektiv AF-S DX Zoom-Nikkor 18-135mm f/3.5-5.6G IF-ED
Blende 4
Belichtungszeit 1/640
Brennweite 26.0 mm
ISO 250