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Verschwinden V - Erinnerung

Verschwinden V - Erinnerung

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Lucius Sombre


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Verschwinden V - Erinnerung

Diese kleine Serie thematisiert verschiedene Arten, in denen Gegenwart verschwindet - die Zeitlichkeit des Menschen.

Selbstbildnis der Künstlerin Meret Oppenheim, mit persönlicher Widmung, in einer griechischen Privatsammlung.

Kommentare 7

  • dannpet 26. Oktober 2014, 1:26

    Das Foto transportiert ein Gefühl, das Gefühl eines Lebens. Wir können eintauchen und für einen kleinen Moment Teil einer anderen Erinnerung werden. Doch was sind nun Erinnerungen? Vereinfacht gesagt...

    Erinnerungen sind ganz persönliche Zerrbilder der Vergangenheit, sie verblassen und verschwinden mit der Zeit, sie sind wie das Leben selbst, sie sind endlich. Erinnerungen zu sammeln, sie auszustellen ist die Angst vor dem Vergessen, vor dem Vergessenwerden.

    Der Blick in die Vergangenheit ist zweifelsohne reizvoll und er !könnte! uns die Zukunft lehren. Auf der anderen Seite hindern uns zu viele Erinnerungen die Gegenwart zu leben, sie verwandeln unsere Zukunft in der Gegenwart in Vergangenheit.

    Aber lassen wir das Foto selbst Erinnerungen schreiben oder einfach nur anklingen, lassen wir unseren Gedanken freien Lauf... ...

  • dersiebtesohn 17. Oktober 2014, 14:21

    Ich denke auch, dass wir den Dialog abbrechen sollten, denn Sätze wie "was hat denn das mit dem Geraffelt zu tun?" und Allgemeinplätze wie "dass Menschen sterblich sind", laden mich nicht ein auf diesem Niveau weiter zu diskutieren.

    Eines aber noch: das Bild erzwingt keinen Gedanken, es lässt aber Gedanken zu. Deshalb mag ich es. "Eindeutige" Bilder gehen mir sonstwo vorbei.

    Schönen Tag noch
  • dersiebtesohn 17. Oktober 2014, 13:13

    Wenn ich ein Foto von einem Baum einstelle und darunter schreibe: Baum, habe ich dann bereits mein Foto interpretiert, beschrieben, erklärt?
    Für mich bedeutet die Ansage der Motivation, ein Bild zu gestalten in dem ich zeigen möchte wie Gegenwart verschwindet, nicht, dass ich den Menschen "erkläre" wie Gegenwart verschwindet.
    Diesen Freiraum, in dem jeder Betrachter seine Gedanken zum Thema entwickeln kann, sehe ich vorgehalten.

    Gruß
    Willi
  • dersiebtesohn 17. Oktober 2014, 10:36

    Ich sehe im Begleittext, dass der Bildautor sich mit einem Thema beschäftigt. Mit keinem Wort versucht er den Sinn und den Gedanken mit dem er sein Bild schuf zu erklären. Ich sprach von der Motivation, ein Bild zu schaffen, also vom Ausgangspunkt. Dass der Autor erklärt was offensichtlich zu sehen ist, ist nur der Fairness geschuldet, wenn man due Habseligkeit oder die Hinterlassenschaft Dritter abbildet.
    Nich einmal: vom Bildautor wird keine Bildinterpretation ( Erklärung ) geliefert. Darauf kommt es an. Wie immer, wir ziehen den Vorhang zu und alle Fragen offen. So muss das sein.

    Gruss
    Willi
  • Arina Tarcitus 16. Oktober 2014, 22:27

    Lieber Lucius,
    für mich ein sehr berührendes Bild! Mit dem Photo und seinem Text beschreibst Du für mich in gewisser Maße auch den Wert eines Menschen und den schrecklichen Anteil, den Zeit hat. Wir können für unsere Mitmenschen sehr wertvoll gewesen sein, vielleicht für einige Menschen der Wichtigste, weil es der Mensch ist, der einen versteht, wie man ist,so denkt und so fühlt, wie man selbst- man sich verstanden fühlt. Für diese "Aret"" von Menschen sind wir tief im Herzen verankert, aber was ist mit den anderen?

    Wie sagt man so schön: Die Zeit heilt alle Wunden, das Leben geht weiter. Eigentlich kluge Worte, die aber von vielen Menschen falsch verstanden werden. Für sie bedeutet Zeit vergessen, viele leben weiter, als ob nichts passiert ist. Eine Traueranzeige in der Zeitung und dann? Was bleibt dann? Die Dinge, die zurück bleiben werden in Kisten verpackt, auf dem Dachboden verstaut und gut ist. Ist das der Wert unseres Lebens? Sind wir eine ganze Kiste aus Papier wert? Waren wir so schrecklich zu unseren Mitmenschen, dass sie uns vergessen wollen?

    Sicherlich muss jeder für sich einen Weg finden mit dem Tod umzugehen, für mich bedeutet es aber nicht vergessen, sondern erinnern, den Menschen in meinen Gedanken und Gefühlen weiter leben lassen.
    Dieses Selbstbildnis, das Du auf diesem Photo thematisierst ist für mich eine sehr schöne Art und Möglichkeit, die Menschen, die uns wichtig waren und sind weiter leben zu lassen, ihnen trotzdem noch den Wert zu geben, den sie für uns hatten und auch immer haben werden.

    Liebe Grüße
    Arina
  • dersiebtesohn 16. Oktober 2014, 11:38

    Ibg13,

    wenn das Bild für dich nicht den gedanklichen Hintergrund des Bildautos vermittelt, so scheint es doch etwas anderes zu vermitteln. Und genau das hätte ich jetzt gerne mal gelesen, denn man kann schon sagen:
    "Das ist kein Auto, aber es rollt auf vier Rädern",
    aber dann muss man sich auch fragen lassen:"Oh, was ist dann?"

    Weiterhin: der Bildautor gibt keine Erklärung zum Bild ab. Wo? Ich sehe keine. Einzig und allein gibt er die Motivation zu einer Bildgestaltung preis.

    Auch, wenn ich das oben noch nicht erwähnt habe, ich finde das Bild gelungen. Und mir erzählt die ästhetische Anordnung einer Hinterlassenschaft eine Menge.
    Dass Lucius einer ist, der über das Bild und die Worte viel mehr Gedanken freisetzen kann als viele hier, die schon fast mit brutaler Bildsprache arbeiten, weil ihnen die Worte von Vornherein fehlen, ist für mich offen"sichtlich".

    Gruss
    Willi
  • dersiebtesohn 16. Oktober 2014, 0:16

    Wenn ich mir dieses Foto betrachte, dann stelle ich für mich fest, dass das Verschwinden des Menschen auch durch seine Hinterlassenschaft, sein Vermächtnis, gezeigt werden kann.
    Und manchmal fülle ich diese Leerstellen von Menschen, die für immer verschwunden sind, mit deren Dinge aus, die sie zurück gelassen haben. Manchmal blättere ich auch in alten Alben und suche nach Dingen die mit ihnen verschwunden sind, oder Dingen, die schon verschwunden waren als ich diese Menschen zum ersten Mal wahrnahm.
    Wenn ich selbst einmal verschwunden sein werde, wird niemand mehr da sein, der die Dinge, die ich zurücklassen werde, mir zuordnen wird. Der Gedanke ist ebenso beruhigend, wie beunruhigend.
    Eigentlich bin gezwungen, nichts zurück zu lassen. Man könnte auch sagen, ich lebe in der absoluten Freiheit, nichts von mir zurück lassen zu müssen, wenn mir nicht noch ein großer Wurf gelingt..:-)

    Grüße
    Willi

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