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Nora Nanu


Free Mitglied, Neugier

Vegetarier

Dieser ungewöhnliche alte Haken war einstmals jung, blank und kräftig. Es muß so um die Zeit gewesen sein, als der Bauer im Märzen noch seine Rößlein anspannte. Hui, hört ihr es noch, das lustige Knallen der Peitschen, wenn es nach dem langen, kalten und dunklen Winter hinaus ging in die erwachenden Felder? Und wie freute sich der Haken, wenn er sich mit stählerner Kraft gegen das ungestüme Temperament der munteren Rösser stemmen konnte. Am Feldesrand saßen derweil mit glänzenden Augen die Kinder, labten sich am Duft der frisch umgeworfenen Scholle, flochten Kränze aus den Halmen am Wegesrand und bissen ab und an herzhaft in ihr Vollkornbrot. Da freute sich der Haken noch mehr, trug er doch zu ihrer gesunden Ernährung bei. Nun ist er alt und fleckig, ohne Aufgabe, Biss und Mumm. Ihm bleiben nur die Erinnerungen an vergangene Zeiten. Was soll's. Er ist bescheiden, genießt in Ruhe und zufrieden sein Altenteil und mampft genüßlich sein vertrocknetes Blatt. Leider gehen nun auch die Kinder lieber zu McDonald's.

Kommentare 13

  • Nora Nanu 21. Juni 2005, 19:41

    Meine Tante Hannchen reicht immer ihren leeren Teller mit den Worten über den Tisch "Ach, gib doch den Kindern" und läßt sich in aller Bescheidenheit das letzte Stück Torte draufpacken. Dann futtert sie es auf und ist anschließend sehr zufrieden. ;-)
    nora
  • Vera Boldt 21. Juni 2005, 14:20

    In den meisten Dingen ist Zufriedenheit eine Augenblickssache , es gibt aber auch eine Zufriedenheit die sich durch`s ganze Leben ziehen kann. Viel ist sicher schon erreicht, wenn man den Neid beiseite stellen kann. Und Perfektionisten haben es mit der Zufriedenheit schwerer.

    ich glaube es ganz sicher

    Das zeigt sich mit der Zeit durch die Handlungsweise.

    Für mich ist es eine Wertung. Sie haben ihr Leben nicht gelebt sondern leben in Abhängigkeit oder durch ihre Kinder. Das kann weder den einen noch den anderen glücklich machen
    LGvera

  • Gabriele K. 21. Juni 2005, 0:13

    Du kennst ja mein Schrecklichbeispiel für Bescheidenheit: Mutter Teresa.
    Aber auch die Frau die sich für ihre Familie meint aufopfern zu müssen -- durchaus in bester Absicht (auch so etwas Schlimmes: Das Beste eines anderen wollen) -- aber ganz unbescheidene Dinge dafür erwartet, mit der Begründung: Schließlich war ich immer für dich/euch da, .... usw.

    Ist Zufriedenheit nicht nur eine Augenblickssache? Also ist auch die damit verbundene Bescheidenheit schnell wieder vorbei?

    Aber ich denke, ich weiß was du meinst: Mit dem zufrieden sein was man hat, ohne mehr zu wollen.
    Rein materiell also?
    Ich weiß jedoch noch nicht, ob ich glaube daß es so etwas gibt.
    Man sagt es so -- aber meint man es auch?

    Und natürlich ist die Beschreibung enes Menschen der sich für die Familie >aufopfert
  • Vera Boldt 20. Juni 2005, 21:13

    ich glaube Gabriele du meinst die "Falsche Bescheidenheit" Dieses abgequetschte Zurücktreten, obwohl mans eigentlich gar nicht will, es aber höflich oder rücksichtsvoll findet.
    Wenn jemand zufrieden ist, ist er auch bescheiden, denn wer zufrieden ist der braucht nicht mehr.

    Ausnahme... geistige Bescheidenheit
    Lgvera
  • Gabriele K. 20. Juni 2005, 20:59

    Ein enormer Unterschied, will mir scheinen.
    Zufrieden bin ich mit mir oder mit anderen, wenn etwas gelungen ist, ein Erfolg errungen wurde oder eine schöne Zeit war, wenn ich etwas begriffen habe, z.B. die Bruchrechnung oder endlich ein Geschenk für jemand Besonderen oder besonders schwierigen gefunden habe....usw.

    Und Bescheidenheit ist die schlimmste Form des Egoismus.
  • Vera Boldt 20. Juni 2005, 19:37

    Was bitte, ist denn bescheiden. Wo ist der Unterschied zwischen Bescheidenheit und Zufriedenheit.
  • Gabriele K. 20. Juni 2005, 19:33

    Aber das ist doch nur der halbe Satz: .... doch weiter kommt man ohne ihr.
    Allerdings ist es mit den SPrichworten meist so eine Sache, denn unbescheidene Bescheidenheit kann auch ganz schön weit bringen.
  • Nora Nanu 20. Juni 2005, 19:18

    Dann bist du anders als meine Omi, die sagt immer "Bescheidenheit ist eine Zier".
    nora
  • Gabriele K. 20. Juni 2005, 12:46

    Tatsächlich, es steht da -- ob ich mir wohl eine Brille zulegen sollte. :-)
    Aber muß er wirklich bescheiden sein? Bescheidenheit ist mir so unangenehm, sie hat meist einen ganz unbescheidenen Hintergrund.
    g
  • Nora Nanu 20. Juni 2005, 10:20

    @Gabriele: Ja - steht oben im Text - er ist zufrieden mit sich und der Welt. Wenn du genau hinschaust, zerrt nur noch ein Spinnennetz an ihm. Danke.
    nora
  • Gabriele K. 18. Juni 2005, 1:31

    Ein spannendes Foto.

    Auf mich macht der Haken jedoch einen entspannten und zufriedenen Eindruck, er knabbert genüßlich an einem leckeren Blatt und freut sich darüber, daß er endlich Zeit für sich und seine Gedanken hat und keiner mehr an ihm rumzerrt.

  • Vera Boldt 17. Juni 2005, 20:17

    Hallo Nora,
    den Haken hast du gut und kontrastreich ins Bild gesetzt.
    Dank deinem sentimentalen Text ist es mir fast gelungen , mich in das Gefühlsleben eines alten Hakens hinein zu versetzen.
    Danke:-)
    LGvera
  • Nora Nanu 17. Juni 2005, 9:01

    Die Welt bietet für Neugierige stets kleine Überraschungen. ;-)
    Danke Markus.
    nora

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