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unscheinbare Alltagsgeschichten, Teil 1.892 - heute: der Feinstaub

unscheinbare Alltagsgeschichten, Teil 1.892 - heute: der Feinstaub

Olaf Rocksien


Pro Mitglied, Seevetal b. Hamburg

unscheinbare Alltagsgeschichten, Teil 1.892 - heute: der Feinstaub

let's get serious again!

Die Luft ist mit unerträglichem Staub gefüllt, der Lärm der Maschine dazu ohrenbetäubend. Ich gehe zum Aufseher, deute auf die Kamera und nicke ihm zu. Er nickt zurück, denn ein Gedanke an eine Kommunikation ist angesichts der Umstände absurd.
Die Mädchen sind irritiert, Beachtung zu erfahren ist ihnen fremd - aber es währt nur einen Augenblick, dann greifen die im Wesen der Frau verankerten weiblichen Reflexe und sie beginnen ein kokettes Spiel mit der Kamera, die vor dem allgegenwärtigen Staub zu schützen ich bald aufgegeben habe.
Immer wieder scheue Blicke zum Aufseher - sie können es sich nicht leisten, ihre Arbeit auch nur für einen Moment zu vergessen. Sie arbeiten im Akkord und der stumme Wächter notiert gewissenhaft jede Schale Steine, die von ihnen im Laufschritt vom nahen Steinbruch zum Schredder befördert wird. Das Ergebnis dieser Anstrengungen wird später als Tragschicht im Straßenbau Verwendung finden.

Ich, der ich keine Steine zu schleppen habe und lediglich mit der Kamera ein wenig Unruhe in den festen Arbeitsablauf der Mädchen bringe, beginne zu schwitzen, denn unablässig beheizt eine gnadenlose und gut aufgelegte Sonne auf die Szenerie.
Die Mädchen laufen, lachen, schwitzen ebenfalls und gelegentlich fährt kurz eine Hand hoch zum Gruß, wenn sie mich passieren.
Kichern und Glucksen, wenn sie vor dem Schredder anstehen, ihre Körbe zu leeren.

Der Film ist voll, ich habe einige Szenen festhalten können, zwischendurch ein paar Portraits staubbedeckter Mädchengesichter (keine von ihnen mag älter als 22 Jahre gewesen sein) und selbst eine respektable Menge Steinstaub in Haar und Kleidung mit auf den Weg genommen.

Für einen winzigen Moment sind Akkord und Disziplin vergessen, als ich mich verabschiede - Aufseher und Mädchen lachen, winken und dürften sich köstlich amüsiert haben über einen Fremden, der doch eigentlich auf dem Weg in die nahegelegenen Reisfelder war.....

Nähe Sujata, Bihar Febr. 2007 - FujiProvia100F, Scan vom gottlob nicht sehr staubigen Dia

Kommentare 7

  • Lucy Trachsel 27. Dezember 2011, 7:08

    Mit wieviel Würde sie diese Arbeit ausführen, in einer Welt, die uns so fremd scheint. Ich wollte gerade schreiben "als wären sie auf dem Mond". Aber wahrscheinlich sind das eher wir, die auf dem Mond daheim sind.
    Blickführung, Farbe und Ausstrahlung 1A.
  • Heidi Roloff 26. Dezember 2011, 23:25

    Ein wunderschönes Foto, das mir bis jetzt entgangen war...
    H.
  • Uwe Mewes 15. April 2007, 11:30

    Klasse!
  • Northern Lights 11. April 2007, 17:31

    !!! aleine für den titel diese bildes...
  • Heidi Zawko 11. April 2007, 7:35

    Bild und Geschichte dazu, wieder eine gelungene Einheit. Ein Blick in eine Welt die wir nicht verstehen, die so anders ist und man sich hüten sollte sie mit unseren Maßstäben zu messen.
    Deine Worte haben wieder viel Respekt, ich könnte mir ein Buch mit deinen Reiseberichten und Bildern gut vorstellen.
    VG Heidi
  • paintpictures 11. April 2007, 6:18

    wow das wirkt so fantastisch und ist ein Beweis wie oft Farbe und Freude vorgaukeln kann..
    super
    lg Petra
  • Anja.S. 10. April 2007, 22:08

    gar nicht angestaubt wirkt es, dein bild - sondern eindrucksvoll

    lg
    a