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Ulrich Kirschbaum


Basic Mitglied, Mittelhessen

"Todesstreifen"

Anbei ein Flechten-Suchbild vom Dach meines Nachbarn. Wie man darauf sehen kann, zieht sich über das gesamte Dach ein ca. 1 m breiter, völlig flechtenfreier Streifen. Er existiert schon seit ca. 1976 (bald nachdem das Haus gebaut wurde). Die Erklärung: Über diesen Streifen verlief früher die Oberleitung des Stromes (vermutlich Kupferkabel, von denen bei Regen Tropfen auf das Dach fielen). Obwohl in unserem Dorf seit ca. 1983 – also seit 30 Jahren – die Oberleitungen durch Erdkabel ersetzt worden sind, wirkt sich diese fungizide Hinterlassenschaft bis heute so aus, dass es keine Flechte schafft, den „Todesstreifen“ zu besiedeln, während sich ringsum ausgewachsene, alte Flechtenexemplare (wohl Lecanora muralis - Mauerflechte) befinden. Beim heutigen Dauerregen war das wieder einmal besonders deutlich zu sehen. Auch die Moose haben bisher Schwierigkeiten, dort Fuß zu fassen. Das finde ich ziemlich deftig.

Kommentare 20

  • Ulrich Kirschbaum 12. Oktober 2013, 23:12

    @Thorben: Kupferionen sind toxisch für Pilze. (Aber ganz so lange, wie Radioaktivität, wirkt es nun doch nicht -:)
    mfg Ulrich
  • Thorben96 12. Oktober 2013, 19:12

    Ich frage mich was wohl in dem Kupfer drin ist das den Flechten schadet.
    Eventuell gibt es noch andere Metalle die das selbe bewirken können.
    Finde das aber spannend und es verdeutlich die negativen folgen durch so eine Leitung, wenn man überlegt 47 Jahre besteht so ein Todesstreifen, dass ist fast so schlimm wie Radioaktiveverstrahlung :O
    Wie reagieren eigentlich Flechten auf Elektrizität ?

    Achso das Flechtenbestimmungsbuch ist angekommen und es ist super :)

    VG : Thorben
  • Burkhard Wysekal 7. Oktober 2013, 0:04

    Ulrich, die Dinger stehen zuweilen auf dem Friedhof rum. Vielleicht tut`s auch eine Bronzetafel...?
    LG, Burkhard
  • Ulrich Kirschbaum 6. Oktober 2013, 23:33

    @Maria, das Haus hat kürzlich eine junge Familie gekauft - und allen geht es (zumindest bisher) gut. Die Leute turnen allerdings auch nicht auf ihrem Dach herum -:)
    @Burkhard, die Frage mit der Bronze ist interessant; habe ich bisher noch nicht beobachtet, weil es bei uns hier keine mir bekannten Bronzedenkmäler gibt.
    mfg Ulrich
  • Burkhard Wysekal 6. Oktober 2013, 22:55

    Hochinteressant mit fesselnder Erklärung. Das Kupferzeug wirkt ja ewig....;-).
    Da dürften ja auch keine Flechten unter einem Bronzedenkmal vorkommen...?
    LG, Burkhard
  • Maria J. 6. Oktober 2013, 19:21

    Eine mysteriöse Geschichte.
    Aber auch die Flechten rechts und links von diesem Todesstreifen sehen nicht ganz gesund aus.
    Du meinst, es liegt am Regen, der über das Kupferkabel gelaufen ist?
    Könnte es nicht auch der Elektrosmog gewesen sein?
    Auf jeden Fall etwas beängstigend.
    Ich hoffe, den Menschen unter diesem Dach
    geht es gut ...!
    LG Maria
  • Conny Wermke 6. Oktober 2013, 9:49

    Das ist ja spannend..und irgendwie auch bedrückend..

    LG Conny
  • Ulrich Kirschbaum 6. Oktober 2013, 0:13

    @Stefan, im Kartoffel- und Tomatenbau wird z.B. gegen die Braunfäule (Pilzkrankheit) Kupferkalk gespritzt (übrigens auch im sog. biologischen Anbau).
    Tötet man den Flechtenpilz (Mykobiont) in der Symbiosegemeinschaft der Flechten, geht auch der Algenpartner (Photobiont) zugrunde.
    @Karl, ich bin ziemlich sicher, es sind Eternitplatten; schau mal, wie gleichmäßig die sind (das würde auch hinsichtlich der hier aufgeworfenen Frage mehr Sinn machen, weil der glatte und dichte Tonschiefer viel leichter abwaschbar ist).
    @Günher, mir geht es mit den Flechten so, wie anderen mit den Pilzen: Wenn man sich erst einmal eingesehen hat, entdeckt man sie überall!
    mfg Ulrich
  • Ulrich Schlaugk 5. Oktober 2013, 23:01

    Hoch spannende Dokumentation.
    MfG Ulrich
  • Günther Breidert 5. Oktober 2013, 21:48

    Es ist doch erstaunlich, was es alles gbt und daß es dir auch noch aufgefallen ist.
    LG Günther
  • kgb51 5. Oktober 2013, 20:59

    Hallo Ulrich, ein ausdrucksstarkes Foto und eine sehr aussagekräftige Info dazu. Diese Beobachtung dürfte für alle interessant sein, die sich um fugizde Ausrüstung von Farben und Putzen interessieren.
    Mich erstaunt, dass die Wirkung der Kupferionen so lange anhält. Das wirft bei mir die Frage auf: Handelt es sich bei dem Dachmaterial um Schiefer oder Eternit?
    So ähnliche Beobachtungen habe ich beim Bahnhof in Siegen gemacht. Allerdings existiert die Oberleitung dort noch
    LG Karl
  • Stahl Alexander 5. Oktober 2013, 20:16

    Das ist wirklich hochinteressant,ein absolut zeigenswertes Doku.
    LG ALEX
  • Stefan Traumflieger 5. Oktober 2013, 20:14

    ich finde die Flechten und Moose auf Hausdächern bereichernd. Dass Kupfer so flechtozid wirkt, hätte ich nicht gedacht. Spannende Doku!
    VG Stefan
  • Manfred Bartels 5. Oktober 2013, 20:14

    @Ulrich
    :-(....Schade, dann wird das nix mit dem Patent...
    Trotzdem vielen Dank für deinen Hinweis. Ich habs nicht gewusst.
    Lg Manfred
  • Ulrich Kirschbaum 5. Oktober 2013, 20:08

    @Manfred, das gibt es schon (schau mal bei Amazon unter "Dachschutz mit Kupferband"). Wenn Du aber verzinkte Dachrinnen hast, würde ich mir das überlegen -:( ... unabhängig von den Flechten.
    mfg Ulrich

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