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Malte Ruhnke


Free Mitglied, Stuttgart

Tod eines Kunstwerks

Das Projekt "Stadtverwaldung" von Joseph Beuys (Im Volksmund auch "7000 Eichen" genannt) entstand 1982-1987 im Rahmen der 2 documenta-Ausstellungen in Kassel. Der Künstler ließ 7000 Eichenbäume und 7000 Basaltsteine im ganzen Stadtgebiet verteilt aufstellen, immer jeweils ein Baum und ein Stein nebeneinander, die u.a. Leben und Tod symbolisieren sollten. Man kann sagen, daß es neben dem "Skywalker" das bekannteste Kunstwerk im öffentlichen Raum in Kassel ist.

http://www.7000eichen.de/

Im Januar 2005 wurden im Rahmen eines Bauprojektes ca. 10 der Bäume in der Rudolph-Schwander-Straße einfach abgesägt, ohne daß es zuvor eine öffentliche Diskussion über die Notwendigkeit dieser Maßnahme gegeben hätte. Die Steine verblieben zunächst an ihren Standorten und wurden von Kasseler Bürgern und Künstlern mit Trauerflor versehen.

Symbolträchtigerweise wurden die Basaltsteine ebenfalls herausgerissen und zunächst als eine Art Müllhaufen im Baustellenbereich gelagert, bis sie mittlerweile verschwunden sind. Mein Bild zeigt genau diesen Zustand, die Beuys´schen Basaltsteine mit Trauerflor, wie sie achtlos hinter einen Bauzaun geworfen wurden.

Ich möchte mit dem Bild auch zur Diskussion aufrufen, wie in Deutschland mit Kunst umgegangen wird - in Kassel seit dem "Niederreißen der Treppe" ein heißes Thema. Zu dem Kunstwerk habe ich insofern einen starken Bezug, als daß ich damals seine Entstehung genau verfolgt habe und der erste Baum der "7000 Eichen", den der Künstler 1982 vor das Museum Fridericianum pflanzen ließ, eins meiner Fotomotive geworden ist:

Fridericianum und Baum
Fridericianum und Baum
Malte Ruhnke


Dieser steht zwar noch, ist aber z.Zt. "zugebaut" durch einen provisorischen Theaterbau, und somit kann man auch nicht gerade von einem respektvollen Umgang mit Kunst sprechen.

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