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Supernovaexplosion! Nicht 1993 A. D. , sondern vor 11 Millionen ( ! ) Jahren

Supernovaexplosion! Nicht 1993 A. D. , sondern vor 11 Millionen ( ! ) Jahren

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Helmut - Winkel


Pro Mitglied, Freudenberg

Supernovaexplosion! Nicht 1993 A. D. , sondern vor 11 Millionen ( ! ) Jahren

Beide Bilder zeigen die etwa 11 Mill. Lichtjahre ent-
fernte Galaxiengruppe M81 und M82 im Sternbild
Großer Bär.
Die linke Aufnahme wurde am 6.3.1987 in Freuden-
berg, die rechte am 19.4. 1993 bei Palermo in Sizi-
lien aufgenommen.
Sie zeigt - siehe Markierung - eine sogenannte Super-
nova, die etwa drei Wochen vorher dort fotografisch ent-
deckt wurde.
Diese Sternexplosion eines ehemals massereichen
Überriesen erreichte im Maximum milliardenfache
Sonnenleuchtkraft.
Auf Grund dessen sind Supernovae auch bis zu Ent-
fernungen von mehreren Milliarden Lichtjahren hinweg
zu beobachten.
Da das Licht von der Galaxie M81 ca. 11 Millionen Jahre
benötigt, um uns zu erreichen, geschah die Explosion na-
türlich vor 11 Millionen Jahren.
Wir sehen die Himmelobjekte ja nicht unmittelbar - in un-
serer Gegenwart - wir sehen sie stets nur durch das Licht,
das sie aussenden.
Da die Lichtgeschwindigkeit 300.000km/s beträgt, benötigt
das Licht zum Beispiel vom Mond zur Erde etwa 1,3 Sekun-
den, von der Sonne schon 500 Sekunden oder 8 Minuten u.
20 Sekunden. Denn die Sonne ist etwa 150 Millionen km
von der Erde entfernt. Und 150.000.000 km geteilt durch
300.000 km/s ist gleich 500s.
Wir sehen unseren Mond also etwa eine Sekunde, unsere
Sonne schon mehr als acht Minuten und den nächsten Fix-
stern - der 4 Lichtjahre entfernt ist entsprechend 4 Jahre in
der Vergangenheit!
Und unsere große Schwestergalaxie - der Andromedanebel
M31 - den sehen wir im Fernrohr oder auf Fotos wie er vor
mehr als zwei Millionen Jahren aussah, weil das Licht die-
se Zeit benötigt, um uns von dort zu erreichen.
Ein Teleskop kann man in gewisser Weise also als Zeit-
maschine betrachten. Je lichtstärker das Fernrohr ist, des-
to tiefer dringt es in den Raum u n d in die Vergangenheit
vor.
Deswegen sind die Astronomen auch bestrebt, immer leis-
tungsfähigere Beobachtungsinstrumente bauen zu lassen,
um letztlich bis an den Anfang der Zeit - vor etwa 15 Milliar-
den Jahren - zurück zu blicken.

Aufnahmeoptik: 5,5 Zoll Schmidtkamera
Brennweite: 225mm
Blende: f/1,65
Film: 35mm Kodak Technical Pan
Behandlung: Hypersensibilisierung mit Forming Gas
Filter: Wratten CC 10M
Belichtungszeit: links 10 Minuten / rechts 7 Minuten
Entwicklung: Dokumol 20°C/5 Minuten

Kommentare 30

  • aspectus 11. November 2012, 20:29

    Unglaublich faszinierende und kostbare Aufnahmen, die durch deine ausführlichen Informationen auch für den "Normalbürger" noch interessanter werden.
    Meine Hochachtung!!!!
    Viele Grüße Renate
  • Hans F. 8. Januar 2011, 21:21

    Das ist ja Wahnsinn, daß Du das so eingefangen hast. Ich bin begeisert. Selbst wer die beste Technik hat muß schon ein riesiges Glück haben, so etwas zu entdecken. Meine Gratulation zu diesen Fotos ist Dir sicher.
    LG Hans
  • Margot Bock 8. Januar 2011, 15:07

    Eine sehr interessante Aufnahme.
    Aber dein Text, lieber Helmut, der ist erste Sahne,
    so gehalten, daß auch ich das kapiere, wo ich
    kein Astronomenexperte bin. Danke, daß du es
    so schön erklärt hast. Wenn man gelesen hat und
    dann dein Bild betrachtet, dann weiß man, was
    man sieht. So wird dein Foto noch viel kostbarer.
    Lieber Gruß von Margot
  • Trautel R. 6. Dezember 2009, 18:12

    für einen laien für mich eine sehr verständliche information und interessant die anmerkungen dazu deiner buddies.
    abendliche adventsgrüße von trautel
  • Helmut - Winkel 24. März 2009, 22:25


    @Eddie & Helmut...
    und überhaupt an Alle,

    Denke nicht...schaue nur...
    sieh das Licht, das rein und pur...

    © Helmut Winkel
  • Helmut - Winkel 24. März 2009, 9:40


    @Eddie,
    vielen, lieben Dank für Deine Anmerkung!

    Aber es interessiert mich schon, wie
    Du darauf kommst, etwas falsch zu
    machen, nur weil Deine Stammtisch-
    kollegen - auf Grund mangelnder Kenn-
    tnis - verständnislos den Kopf schütteln...?

    Tatsächlich hat meist derjenige, der den
    Kopf schüttelt, ein Problem, dass er - wie
    ein Hund, der das Wasser aus dem nas-
    sen Fell schüttelt - versucht, meist unbe-
    wusst, etwas loszuwerden, was nicht in
    seine eigene beschränkte Vorstellung zu
    passen scheint.... :-)

    Was machen die meisten Zuhörer denn?...
    wenn ihnen jemand sozusagen an den Kopf
    wirft:

    "Alpha Centauri ist ja nur vier Lichtjahre ent-
    fernt, a b e r , - mit einer bedeutungsvollen
    Kunstpause, ganz trocken hinzufügt -
    das sind vierzigtausend Milliarden Kilometer...
    und außerdem sehen wir den Stern stets vier
    Jahre in der Vergangenheit".

    Wenn man mit solchen Zahlen und Be-
    griffen unbedacht jongliert - auch wenn
    man diese anschaulich erklärt - wird man
    garantiert "OttoNormalVerbraucher" früher
    oder später in die Flucht schlagen, weil
    sein relativ kleingesteckter Horizont ein-
    fach überfordert ist...:-)

    Somit stellen wir fest, dass der "Einge-
    weihte" in seiner Begeisterung für die
    Sache gegenüber dem "Ahnungslosen"
    oftmals - ungewollt/unbewusst über das
    "Ziel" hinausschießt, was aber trotzdem
    nicht falsch ist.
    Was ist schon richtig und was falsch,
    lieber Eddie?
    Hast Du etwa in der freien Natur schon mal
    erlebt, dass eine Kuh, ein Baum,meinethal-
    ben auch eine Galaxie u.s.w. Dir zuruft:

    "Hey Eddie! Das ist aber falsch, was Du da
    machst! Mach das gefälligst so und nicht
    anders!"
    Ich sag mal einfach, unsere " Crux ist unser
    Verstand.
    Zuviel - fast ununterbrochenes - Denken und
    die übermäßige Identifikation damit, schaffen
    uns unsere Probleme, die es eigentlich gar
    nicht gibt. :-)

    Es gibt tatsächlich stets nur den ge-
    genwärtigen Moment...und in diesem
    nur die entsprechende "Lebenssituation"...

    Wir Menschen lassen uns aber - durch
    unsere starke Identifikation mit unseren
    Gedanken mehr oder weniger ständig
    mit dem Gedankenstrom mitreißen...ent-
    weder in die Vergangenheit (Erinnerungen)
    oder in die Zukunft (Hoffnungen, Befürcht-
    ungen, Wünsche und Ziele).

    Folglich sind wir h i e r und j e t z t
    so gut wie nie anwesend.

    Wir sind eigentlich - fast - nie "wir selbst"
    oder "bei uns selbst".

    Ausgenommen Situationen,die uns ei-
    nen Augenblick lang im Herzen tief be-
    rühren, uns in Staunen versetzen, die
    uns sprachlos machen oder die uns
    ganz einfach aus der "Fassung" bringen.

    In solchen Momenten tut sich plötzlich eine
    "Lücke" auf, durch die dann die wirkliche Na-
    tur - das Göttliche - durchscheint und aufblitzt...

    ...Fortsetzung folgt...oder auch nicht...:-)))

    LG Helmut
  • Uwe Sievers 13. April 2008, 21:08

    Einfach nur unbeschreiblich für mich....danke für die Ausführliche Info.
    VG Uwe
  • Christian Reisch 14. März 2008, 0:30

    Sehr interessant, beide Bilder zum Vergleich zu haben,
    und es veranschaulicht zu bekommen, wie eine Supernova auffällt, bzw. entdeckt wird. Astrofotografen gebührt Respekt!
    Liebe Grüße - Christian :-)
  • Fritzla 20. März 2007, 16:03

    Da hast Du ja eine coole Collage hingelegt, lieber Helmut.
    So interessant die Anmerkungen sicherlich auch für manche sein mögen, ich muss leider passen.
    Beim Lesen vom Computer gehen mir die Augen in Tränen "auf", und ich kann unmöglich zuEnde lesen.

    Ich habe auch schon versucht, die Anmerkungen zu den Fotos auzudrucken, aber sie erscheinen zu klein, und das gibt bei mir wiederum Augenschwierigkeiten.

    Mein Vorschläg wäre, die langen wissenschaftlichen Texte in allgemeinverständliche Form zu kürzen bzw. eine zweite Version beizufügen.

    So wie ich Dich kenne, lieber Helmut, hast Du sicherlich dafür Verständnis, dass ich nicht den Hawkin am Computer lesen möchte.
    LG Fritzl H.
  • Marion Jaeger 4. Januar 2007, 16:43

    Hallo Helmut, tolle Aufnahme mit - wie von Dir nicht anders erwartet - super interessanter und vor allem verständlicher Erklärung. Echt klasse und fanszinierend !
  • Uwe Vollmann 2. Januar 2007, 16:17

    Hallo Helmut, wenn ich mir diese, Deine so einmalig im Bild festgehaltene, Supernova anschaue und dazu Deine perfekte Erklärung und Deine Erläuterungen zu den hochinteressanten Anmerkungen lese, fühle ich mich ganz klein und winzig, ja geradezu völlig unbedeutend in dieser fantastischen Zahlenwelt und Größe unseres Universums! Wenn ich mir vorstelle, dass Du mit Deinen fotografischen Geräten 11 Millionen Jahre in die Vergangenheit blickst und ich mir dies heute ansehen darf, dann fehlen mir einfach die Worte, dies hier zu kommentieren! Beeindruckend, überwältigend und was mir sonst noch zu diesem Bild an Vokabeln einfällt, kann all das nicht ausdrücken, was ich beim Anblick dieser Aufnahme empfinde! Das Gezeigte auch noch so verständlich und eindrucksvoll zu erklären, wie es Dir hier gelungen ist, ist einfach fantastisch! Danke!
    LG Uwe
  • Bernhard M Müller 16. Dezember 2006, 5:47

    Lieber Helmut,
    Ich bin auf Neutrinos gekommen, weil
    Otmaf geschrieben hat er fühle sich im falschen
    Film weil wir dauernd von schwarzer Materie durchschossen
    würden.
    Von der Dunklen Materie die Du beschreibst werden wir
    ja nicht durchschossen, das können nur Neutrinos sein.
    Übrigens, das mit der Masse der dunklen Materie ist
    erst Theorie, sie liess sich bis jetzt nicht wirklich
    messen, auch auf Grund der Lichtablenkung nicht.
    Aber was erzähl ich da einem Profi. Du weisst viel
    mehr auf dem Gebiet (;-))
    Herzliche Grüsse Bernhard
  • Helmut - Winkel 15. Dezember 2006, 23:46

    Nochmals an alle meinen herzlichsten Dank für eure netten Anmerkungen und interessanten Diskussionsbeiträge.
    @Otmar
    Ich nehme an, Du meinst "Dunkle Materie".
    Ein Begriff, der zum ersten Mal Anfang der neunziger Jahre auftauchte und der eine besondere Art der
    Materie meint, die einerseits Masse besitzt, andererseits aber n i c h t mit Licht wechselwirkt, weshalb sie - die Masse - für unsere visuelle Wahrnehmung unsichtbar ist. Dunkle Materie umgibt die meisten Galaxien in Form eines riesigen Halos und übertrifft die Masse der sichtbaren Materie um den Faktor 10 . Das heißt, wenn unsere Milchstraße (die Galaxis) eine sichtbare Masse von 200 Milliarden ( ausgeschrieben: 200.000.000.000 )Sonnenmassen besitzt, dann ist ihre tatsächliche Masse auf Grund der Dunklen Materie 10 x größer! Also beträgt sie in Wirklichkeit 2 Billionen Sonnemassen!
    Dunkle Materie lässt sich indirekt messen, weil sie mit ihrer Gravitation (der Anziehungskraft) das Sternenlicht ablenkt. Ähnlich wie Glas den Weg des Lichtes verändert.
    Nach den neuesten Daten macht die Dunkle Materie 23 Prozent des gesamten Materie - Energie - Gehaltes des Universums aus.

    Noch geheimnisvoller erscheint uns die "Dunkle Energie" - das ist die Energie des "leeren" Raums (die sogenannte Vakuumenergie).
    Von Albert Einstein erstmals 1917 eingeführt, dann wieder verworfen, erlebt sie heute eine wundersame Auferstehung.
    Denn heute wissen wir, dass sie die v o r h e r r s c h e n d e Materie - Energie - Form des Universums ist.
    Die Menge der Dunklen Energie wächst proportional zum Volumen des Universums. Nach den neuesten Daten macht sie 73 Prozent des Materie - Energie - Gehaltes des Universums aus. Und sie könnte das Universum am Ende in den Großen Kältetod treiben.

    Nebenbei bemerkt: 23 +73 = 96 Prozent! Das ist das, was für uns unsichtbar, und vorerst auch höchst mysteriös bleibt. Die restlichen 4 Prozent - ja - das sind ja immerhin "noch" die mindestens 100 Milliarden Galaxien, von denen j e d e etwa 100 Milliarden Sterne (also Sonnen und möglicherweise noch mehr Planeten) enthält.
    Was sagt man denn dazu!!!
    @Bernhard
    Neutrinos sind jene geisterhaften, fast masselosen, subatomaren Teilchen, die nur extrem schwach mit anderen Teilchen wechselwirken. Es wurde mal, um dies zu verdeutlichen, errechnet, dass ein Teilchenstrom aus Neutrinos selbst eine vier ( ! ) Lichtjahre dicke Bleiwand immer noch zu 50 Prozent durchdringt!!
    Man sollte sie aber n i c h t mit der sogenann-ten "Dunklen Materie" verwechseln. Diese besteht nach den Vorstellungen der "Stringtheorie" nämlich aus sehr exotisch anmutenden subatomaren Teilchen, etwa dem sogenannten " N e u t r a l i n o " , das einem höheren Schwingungszustand der Superstrings entspricht.
    Ich bitte hier um Nachsicht, dass ich unabsichtlich in der Sache "etwas" weiter vorpreschte. Aber wie ihr selbst wisst, ergibt sich oftmals das eine aus dem anderen.
    Landläufig ausgedrückt, "kommt man vom Hölzchen aufs Stöckchen". *schmunzel*
    Belassen wir es erst einmal dabei. Sicher kommen wir später noch einmal auf die Thematik: Superstrings - Wurmlöcher - Multiversum (das ist ein Prozess, aus sich immer weiter verzweigenden Universen - unaufhörlich und ohne Ende...) zurück.
    Wenn ihr es denn wünscht.
    Liebe Grüße, Helmut
  • Hartmuth Kintzel 15. Dezember 2006, 22:47

    Gut dokumentiert.
    Ich habe die Supernova damals auch zufällig fotografiert und erst später darüber gelesen.
    Damals gab es halt noch kein Internet, womit man sich tagesaktuell auf den laufenden halten konnte.

    LG Hartmuth
  • Bernhard M Müller 15. Dezember 2006, 22:24

    Hallo Otmar, Ja Steven Hawkins ist wirklich ein sehr
    interessanter Mensch.
    Was er hier warscheinlich meint sind Neutrinos die
    beim sehr komplizierten Prozess der Kernfusion von
    Wasserstoff zu Helium ausgesendet werden.
    Diese Teilchen passieren die Erde und halt auch uns
    ungehindert und können daher auch keinerlei Schaden
    anrichten. Sie sind nur sehr schwer nachweisbar,
    eben weil sie alles ungehindert passieren. Sie haben
    auch praktisch kein Gewicht. Also keine Sorge
    Sie sind für die Wissenschaft sehr spannend aber
    für uns haben sie keinerlei Bedeutung.
    Herzliche Grüsse Bernhard