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Michael.J.Bauch


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Stiftungsrelief

Die „steinerne Stiftungsurkunde“ des Juliusspitals in Würzburg, die der Bildhauer Hans Rodlein 1576 schuf, belegt neben der schriftlichen „Fundation“ den Stiftungsauftrag des Juliusspitals. Solch steinerne Stiftungsurkunden waren seinerzeit in Europa häufiger. Da viele Menschen nicht lesen konnten, wollten die Stifter durch bildhafte Darstellung den Menschen näher bringen, welchen Auftrag sie für ihre Stiftung vorgesehen hatten.

Die steinerne Stiftungsurkunde des Juliusspitals ist über die Jahrhunderte bis heute im farbigen Original sehr gut erhalten geblieben. Obwohl es in diesem Zustand kaum vergleichbare in ganz Europa gibt, kann sie der Betrachtende fast auf Augenhöhe direkt und nicht hinter Glas betrachten.„Tibi derelictus est pauper“ „Dir ist die Hoffnung anvertraut“ „In praece pauperum spem habui“ „Auf das Gebet der Armen setze ich meine Hoffnung“. Auf in Worte gefasste Kernaussagen wollte der Fürstbischof selbst bei diesem steinernen Bild dann doch nicht ganz verzichten. Dennoch sind die eigentlichen Botschaften in Bildern zu sehen: Die Stiftung sollte unter dem Schutz des dreieinen Gottes stehen. Mehrere Alte, Kranke und Gebrechliche sind zu sehen und werden behandelt. Ein Priester steht mit Bibel und erhobenem Zeigefinger am Krankenbett: die täglichen Gebete waren verpflichtend und sollten zum Seelenheil des Stifters beitragen. Gott und vor allem eigene Interessen - die Hoffnung auf einen guten Platz im Jenseits - waren für den Stifter sicher von besonderer Bedeutung.

Pilger, im Bild an Pilgerstab und Jakobsmuschel zu erkennen - wurden seinerzeit im Juliusspital auch aufgenommen. Ebenso Waisenkinder, natürlich züchtig in Mädchen und Jungen getrennt und in Windeln gewickelte Neugeborene; diese mussten aus dem Bistum sein, wurden streng katholisch erzogen und bei Bedarf auch umerzogen.

Im Hintergrund sieht der Betrachtende Beispiele der regen Bautätigkeit des Fürstbischofs. Schließlich Erselbst, Julius Echter in vollem Ornat mit Bischofsstab und fränkischem Herzogsschwert, die Insignien seiner kirchlichen und weltlichen Macht. In der Mitte des Bildes soll sich die älteste Abbildung des fränkischen Bocksbeutels befinden...

Das Bild habe ich auf ein paar übereinander gestapelten Paletten (Danke Harald!) stehend mit der Nikon D 700 und dem alten AF Nikkor 50 mm 1.4 incl. Streulichtblende auf Stativ in RAW belichtet. Beim Licht habe ich penibel auf den richtigen Zeitpunkt geachtet - ausschließlich natürliches Tageslicht von beiden Seiten.

Ich konnte nicht anders: es musste irgendwann auf meine Seite bei der Fotocommunity - ich mag dieses Relief einfach sehr. Wer nach Würzburg kommt: das muss man gesehen haben, das Juliusspital und der wunderschöne ruhige Park mitten in der Stadt lohnen sich sowieso... mal abgesehen von den excellenten Getränken die dort unter diesem Relief lagern...

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Exif

Kamera NIKON D700
Objektiv ---
Blende 8
Belichtungszeit 1
Brennweite 50.0 mm
ISO 200