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M. Wagner


Basic Mitglied, Sonnenbühl

Sternschnuppen der Perseiden vom 10. bis 14.8.2005

In den Nächten vom 10. bis 14.8.2005 werden wieder die alljährlichen Perseiden zu sehen sein. Das Bild zeigt jedoch eine andere Sternschnuppe, vermutlich eine Geminide, am 14.12.2004.


Einen Artikel zu den Perseiden habe ich auf meiner Homepage geschrieben, ich zitiere ihn hier:


Der August gilt als der Sternschnuppenmonat schlechthin. Vom 10. bis 14. August treten die Perseiden verstärkt auf. Ihr Maximum ist in der Nacht vom 12. zum 13. August. Sie sind am besten zwischen 22:00 und 4:00 morgens zu sehen. Der zunehmende Halbmond ist dann untergegangen. Ein normaler Beobachter kann bei dunklem Himmel alle paar Minuten eine Sternschnuppe sehen, manchmal mehrere kurz nacheinander. Einige Exemplare dürften sehr hell sein. Für die Sternschnuppenbeobachtung benötigen Sie kein Teleskop und kein Fernglas! Die Wahrscheinlichkeit, daß Ihnen eine Sternschnuppe durch das Gesichtsfeld des Teleskops huscht ist äußerst gering...
Die Perseiden sind mit 60 km/s (rund 200.000 km/h ) ziemlich schnell.

Sternschnuppen oder Meteore sind sandkorngroße Staubteilchen, die in der Erdatmosphäre verglühen. Sie huschen mehr oder weniger schnell über den Himmel. Die Perseiden stammen aus dem Schweif des Kometen Swift-Tuttle. Ein tennisballgroßes Stück kann so hell wie der Mond leuchten, größere Brocken gar wie die Sonne, was jedoch äußerst selten ist. Spionagesatelliten haben schon fälschlicherweise Atombombenexplosionen gemeldet, weil solche kosmischen Geschosse in der Atmosphäre verglühten.
Sehr helle Sternschnuppen nennt man auch Feuerkugeln oder Boliden. Sie hinterlassen oft eine Rauchspur, die einige Zeit beobachtet werden kann. Man kann bei extrem hellen Exemplaren auch etliche Sekunden später ein dumpfes Donnergrollen hören. Wenn ein Teil des Brockens den Erdboden erreicht, nennt man dies einen Meteoriten.

Ein Volksglaube besagt, dass sich ein Wunsch erfüllt, wenn man bei einer Sternschnuppenbeobachtung daran denkt. Ein einfaches Experiment zeigt, dass das Psychologie ist: Wenn Sie eine Sternschnuppe sehen, wünschen Sie sich, dass 1000 andere kommen. Und bei jeder neuen wünschen Sie sich immer mehr. In aller Regel wird Ihr Wunsch leider nicht in Erfüllung gehen...

Alexander von Humboldt hätte im November 1800 mit diesem Experiment allerdings Erfolg haben können: Er beobachtete einen Leonidensturm. Damals zog die Erde durch den Schweif des Kometen Tempel-Tuttle, der sehr viele Sternschnuppen hervorbrachte. Humboldt berichtete, daß im Maximum kein vollmondgroßes Stück am Himmel war, wo nicht eine Sternschnuppe durchhuschte. Allerdings verebbte der Sternschnuppensturm wieder, als die Erde die Bahn des Kometenschweifes verließ.

Derartige Sternschnuppenregen gab es bei den Leoniden noch öfters. Allerdings wird neueren Berechnungen zufolge die Erde nicht wieder durch eine dermaßen dichte Leonidenwolke ziehen.

Sternschnuppen sind übrigens geräuschlos, da der Schall auf dem langen Weg durch die Atmosphäre immer schwächer wird. Und doch gibt es ab und zu Beobachter, die ein zischendes Geräusch bei einer Sternschnuppe gehört haben wollen. Es gibt eine bisher unbestätigte Theorie, dass in seltenen Fällen elektromagnetische Wellen, die mit Lichtgeschwindigkeit von der Sternschnuppe abgestrahlt werden, am Boden Resonanzen auslösen, die Schall erzeugen.

Ich habe eine dunkle Erinnerung, dass die erste Sternschnuppe, die ich sah, ebenfalls ein derartiges Geräusch auslöste. Allerdings kann dies auch Einbildung sein, da das schon sehr lange zurückliegt und ich mich damals noch nicht weiter mit Astronomie beschäftigt hatte.


Martin Wagner

Kommentare 4

  • Heidi Schneider 22. Februar 2006, 22:26

    Sehr interessant, der Text, danke!
    Leider ist der Vordergrund recht hässlich. aber man kann ja nicht immer auf Mount Haleakala auf Maui sitzen...
    Schaut aus, wie russische Nacht nach viel Wodka...
    Ob das wohl ein Ausschnitt ist? Währe ja wahnsinniger Zufall, wenn du grad eine Sternschnuppe erwischt hättest...
  • M. Wagner 16. August 2005, 0:41

    Hallo Thomas, Oliver und Markus,
    danke, daß es Euch gefällt. Ich habe ca. 50 Aufnahmen gemacht, die noch entwickelt werden müssen. Die Filme der 3 Kameras sind noch nicht voll. Das mit der zischenden Sternschnuppe ist interessant!

    Viele Grüße,
    Martin
  • Markuss MMI 13. August 2005, 18:09

    prinzipiell finde ich es gut, wenn hier auf aktuelle ereignisse hingewiesen wird und erklärt werden. danke dafür!
    leider ist der himmel bei uns sehr spät aufgerissen, und ich habe nur eine sternschnuppe gesehen, die war allerdings sehr, sehr groß und flog im pegasus (wurde ein stück von ihm mitgenommen... ;-) )
    ernsthaft: ich glaube tatsächlich ein deutliches zischen vernommen zu haben. dazu muss ich sagen, dass ich schon viele sternschnuppen zuvor gesehen habe und noch nie ein zischen gehört habe. reine schallübertragung kann es nicht gewesen sein, dafür kam das zischen zu schnell (praktisch mit dem verlöschen) - wirklich interessantes thema.
    LG Markus
  • Der Gelbe Bär 13. August 2005, 2:29

    Gerade jetzt lohnt sich das raus zu schauen. Habe schon viele schöne Sternschnuppen gesehen.
    Jetzt hab ich einen steifen Nacken und schöne Erinnerungen ;-)

    Gruß,
    Oliver