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Sommer-Sehnsucht

http://www.fotocommunity.de/blog/agora-bilddiskussion-intensiv

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Kommentare 16

Die Diskussion für dieses Foto ist deaktiviert.

  • Agora Bilddiskussion intensiv 11. November 2016, 19:42

    Der Fotograf bedankt sich herzlich für die Diskussion seines Bildes.
  • elstp 10. November 2016, 13:54

    Dieses Bild zeigt einen Weg, und es zeigt etwas abseits eine Schranke, eine geoeffnete Schranke, die man passieren koennte. Eine Schranke ist ein Symbol fuer Einschraenkung, Beschraenkung, auch in geistiger Hinsicht, Vergessen beispielsweise. Die Schranke ist zwar offen, aber den Zuweg zum Ziel muss der Wanderer hier offenbar selbst erkennen, der ist nicht klar erkennbar. Das heisst fuer mich, dass er sonst hier emotional nicht an sein Ziel kaeme - selbst wenn es der identische Ort seiner Sehnsucht ist.

    In der Literatur gibt es viele Lebensgeschichten; in denen sich eine starke Sehnsucht zwar erfuellt, aber trotzdem - oder deshalb - tragisch ausgeht. Man erinnert sich zwar an den Ort, nicht aber an die damaligen Bedingungen, und erkennt deshalb die seither erfolgte innere Veraenderung nicht.
  • XYniel 10. November 2016, 9:36

    1. ein mmn sehr foto-impressionistsches bild, dass gut die entschledunigung, ja ruhe und Gemächlichkeit transportiert.
    2. die Elemente sind für mich gut positioniert, auch die unschärfe passt gut, einzig das der Horizont durch den hals läuft macht es ein wenig eigen... nur ein hauch niedriger, nicht zu viel, da sonst die person zusehr aus der Umgebung gelöst wird
    3. die Farbabstimmung hätte ich über die Farbtemperatur etwas "sonniger" gemacht, dabei jedoch das obere weiss der wolken weisser gepinselt. dazu braucht man aber einen sehr guten farbabgestimmten monitor
    4. weiters hätte ich den "ruhig" Charakter des bildes noch durch mehr Breitformat betont...

    aber das Foto lädt mich zum verbleiben ein
  • twelve_pictures 8. November 2016, 9:23

    Das Bild strahlt eine unwahrscheinliche Ruhe und Gelassenheit aus, ja, ist beinahe meditativ.
    Der warme Weißabgleich und der Unschärfeverlauf in die Ferne unterstreicht das.
    Der Bildaufbau wirkt auf mich harmonisch und gibt trotz der platten Landschaft Tiefe.
    Mann und Hund haben noch ein ganzes Stück zu gehen, bis sie Ihren Ort der Sehnsucht erreicht haben, sind aber guten Mutes.
    Alle Bildelemente, auch die, die hier einige wegretuschierten möchten, ergeben mir einen Sinn und gliedern das Bild.
    Über Titel und Einlassung des Autors kann man sich streiten, muss man aber nicht.
    Vielleicht wäre es hier in der Agora sinnvoller, auf Beides zu verzichten, um die Wirkung eines Bildes ohne Beeinflussung zu besprechen.
  • Clara Hase 6. November 2016, 23:06

    elevatorjwo - du hast Recht - schlecht emfinde ich das Bild auch nicht, da machen wohl zuviele textvorlagen schon die Kritik weil man danach sucht.
  • elevatorjwo 6. November 2016, 21:56

    Für mich ist nur der Titel blöd gewählt.
    Das Bild an sich ist klasse.
  • Clara Hase 6. November 2016, 18:42

    auf den ersten blick dachte ich auch: oh wie schön, ein Spaziergang im Grünen.
    Dann den Text lesend: Möwen, Wasser - sie sind in der Unschärfe verschwunden
    Der Mann mit Hund ist mir ein bisschen zu dicht an meinem schweifenden Blick - um nicht zu sagen am unteren Bildrand. Ich sehe dass er Barfuss in Schlappen läuft.. Die rote Leine des Hundes sticht besonders scharf hervor - aber auch das was andere die Schranke nennen.
    Sie wäre nicht so störend, wäre der Wandersmann bereits in der Kurve weiter oben im Bild. Dann wäre sie wie die anderen Zaunpflähle auch, eher so etwas wie eine Streckenführung - die fehlt hier aber, da er sich ziemlich breit macht und ich nicht ins Bild schauen kann und wenn dann wie schon oben gesagt das Möwengeschrei in der Unschärfe versinkt, wie auch dem Meer vorglagerte Dünen. Ich habe irgendwie den Eindruck, dre Mensch geht auf eine Steilküste zu, wir werden ihn nie wieder sehen :-)

    Der Himmel wirkt diesig beschlagen wie in einer Industriestadt unklar.
    Ne, so ganz erfüllt sich meine Sehnsucht nicht.
  • Jürgen W2 6. November 2016, 16:35

    Da die Wolken gelb sind und nicht weiß, vermute auch ich hier eine Veränderung der Farbtemperatur ... egal, ob im Post Processing oder durch die Wahl der White Balance / des Films oder durch einen Filter. Wenn's zur gewünschten Stimmung beträgt, ist das legitim, finde ich. "Be a poet, not a technical writer", sagt ein bekannter Fotograf (D.A.Harvey) in so einem Fall.
    Dass die Möwen so klein und unscharf sind, empfinde ich nicht als Eindruck von Weite, sondern eher als technische Unzulänglichkeit. Auch ist die dunkelste und kontrastreichste Stelle des Bildes die Schranke, und ähnlich verhält es sich mit dem Hinterteil des Hundes ... ist das so gewollt? Ich vermute, das ist eher zufällig so passiert.
    Alles in allem finde ich das Bild sehr sympathisch, aber der Tag "Fotokunst" ist doch ziemlich over the top. Eher ein ganz nettes Urlaubsfoto.
  • Bernard B.. 6. November 2016, 16:17

    Lieber Fotograf, „Sehnsucht nach Sommer, Wärme und Licht“, wie Sie schreiben, das ist wohl nicht selten in diesen Breiten, wenn im November, wenn das Bild gezeigt wird, diese Sommerstimmung schon längst abgekühlt und verblasst ist – ein Stimmungsbild; eine Stimmung, die das Bild hervorrufen will, die wohl so mit Worten schwerlich hervorgerufen werden kann (wie kein Bild sich erschöpfend in Begriffe übertragen lässt), insofern ist Kunst Vermittlerin des Unaussprechlichen (Goethe), auf etwas hinweisend, was sie selbst nicht sein kann.

    Das Bild wirkt MALERISCH im doppelten Sinn (pictorial-picturesque), auf eindrückliche („impressionistische“) Manier, die dem Medium Fotografie entspricht: ein Momenteindruck (Mann mit Hund im Gehen begriffen), Motiv, Licht und Farbwahl wie bei so manchem impressionistischen Gemälde, mit pointillistischen Hauch, dazu auch die Bildkomposition an die von einigen Gemälden erinnernd. Eine Sommerstimmung, nicht marktschreierisch vermittelt, sondern leicht-dezent, und wirkungsvoll.

    Dann ist das natürlich nicht nur ein Bild über eine Stimmung, von einer Landschaft, sondern von einer Landschaft mit MENSCH, hier: ein Mann (wobei der Strohhut eine nostalgische Note ins Bild bringt) mit seinem tierischen Begleiter. Im Allgemeinen sind ja Bilder, auf denen (auch) Menschen dargestellt werden, für die meisten Betrachter viel bemerkens-werter und merk-würdiger als solche ohne; und dieser Mensch kann beim Betrachter Fragen auslösen wie: wohin geht er, und warum (nur) von seinem schweigsamen Hund begleitet?

    Dieser Mensch ist nicht ein der Landschaft gegenübergestellter, sie reflektierender Betrachter, der das Sehen vorführt (wie bei C.D. Friedrich) – hier gehen innerbildlicher und außerbildlicher Betrachter als nicht von der Natur abgehobenes Element ineinander über und in ihr auf. Und er/wir gehen, auf einem kaum angedeuteten Weg, zielstrebig wohin?

    Eine ungestellte, spontan aufgenommene Szene in der Natur, keine gekünstelte Perspektive, keine besonderen Effekte, auf die man setzt zwecks gesteigerter Bildwirkung (für mich: Lichtfülle, Wärme, Entspannung, Freisein von Zwängen und Hetze, Für-sich-Sein). Diese Bildwirkung des Motivs wird GESTALTERISCH reichlich betont:

    Zur BILDGESTALTUNG: die Platzierung des Mannes mit Hund im Bildrahmen erscheint mir stimmig und rund. - Die Größe des Mannes im Bild, mit dem Kopf über Wasser, am Himmel, ist so, dass er deutlich präsent ist, nicht erdrückend, aber auch kein kleines, unauffälliges Bildelement, für mich auch stimmig. - Die Horizontlinie deutlich unter der Mitte, Weite, Unbeschwertheit, Freiheit symbolisierend, verstärkt den Stimmungseindruck. - Auch wenn die Möwen und Seeschwalben die Nähe des Meeres verraten: wenn man etwas mehr Meer als diesen schmalen, unterbrochenen Streifen sehen würde, würde das Bild für mich noch stärker dieser Stimmung vermitteln können (dazu müsste man allerdings einen etwas höheren Standpunkt einnehmen können, und damit würde die Horizontlinie nach unten rutschen, und das Bild bekäme wiederum eine andere Wirkung).

    LICHT UND SCHATTEN: die Sonne steht hoch schräg rechts, das Bild ist nahezu schattenfrei, der Mann ist seltsamerweise auf dem Bild schattenlos; das Bild dürfte an einem Sommermittag aufgenommen worden sein; für Mittagslicht ist die Farbtemperatur verblüffend warm (wohl im post-processing so verändert). Eine Aufnahme zu einer anderen Tageszeit (z.B. goldene Stunde) hätte das Sommerstimmungselement „Lichtdurchflutet“ in der Wirkung stark gemindert und dem Bild einen anderen Aussageakzent gegeben.

    Die FARBEN sind, der Landschaft entsprechend, in der Farbpalette reduziert, der Himmel in Blassblau; sich davon abhebend und betonend: die kräftigeren, dunkleren Farben der Kleidung des Mannes (und das Rote der Leine); das Blau unten (Hose) findet sich im Blau oben (Himmel) wieder, und umgekehrt das Strohgelb der Gräser auch oberhalb des Horizonts.

    Die gewählte geringe Tiefenschärfe erscheint mir passend zur gewünschten Bildaussage.

    Die Stange und der Pfosten im Vordergrund (sowie alle weiteren in der Landschaft verstreuten Pfosten, das Einzige auf diesem Bild von Menschen Konstruierte) würde ich, da der Bildwirkung abträglich, wegretuschieren – es ist kein fotojournalistisches Bild, sondern es geht bei diesem nicht-dokumentarischen Bild um die Stimmungswirkung, die vermittelt werden soll.

    Wenn es mein Bild wäre, würde ich noch ein, zwei weitere Ideen zur Bearbeitung versuchen, wir sind nicht trumpflos: ich würde das Bild insgesamt etwas aufhellen und die Farben der Landschaft etwas entsättigen, dazu eventuell auch ganz dezent split toning einsetzen, und dann prüfen, ob es meiner „inneren Vision“ dieser Szene nahekommt.

    Sie schreiben, dass Sie ASSOZIATIONEN von Betrachtern zum Bild interessieren. Die bei mir durch das Bild hervorgerufene Stimmung und Assoziationen habe ich genannt (Ihre Assoziation mit Bullerbü-heile Welt teile ich übrigens nicht) - was für mich interessant ist: warum aus Sicht des Urhebers eines kreativen Werks Assoziationen von ihm unbekannten Betrachtern/Zuhörern interessant sein können, geschweige denn relevant. Ihr folgender Satz („Oft interpretiert man ja ganz anders, wenn man selbst die Aufnahmesituation kennt") wirft für mich dann etwas Licht auf Ihre Sichtweise: Nach Ihrer Auffassung sollten wohl idealerweise Interpretation von Fotograf und Betrachter zusammenfallen. Dahinter steckt der menschliche Wunsch/das Bedürfnis, verstanden zu werden, und die Kehrseite davon: die Angst, nicht oder falsch verstanden zu werden.

    Dies ist zwar erstrebenswert bei Kommunikation in natürlicher Sprache bei „normalem“ (nicht-poetischem) Sprachgebrauch, jedoch ohne Belang, wenn es um kreatives/künstlerisches Ausdrücken von Dingen, die einem ausdrückenswert erscheinen, geht; hier gibt es keine misslungene Kommunikation; Sie können höchstens dem Betrachter durch einen Bildtitel Assoziationen nahelegen oder vielmehr aufdrängen, und jedem Betrachter steht es frei, dazu „Nein, danke“ zu sagen. Wenn Sie mit dem, was das Bild für Sie bedeutet, zufrieden sind, dann ist das die Hauptsache; umso besser, wenn Sie es veröffentlichen und es tatsächlich etwas anderen vermittelt, es auf Resonanz stößt, also beim Betrachter eine Stimmung hervorzaubert, etwas zum Klingen bringt, sein Herz berührt, oder das Bild über sich hinausdeutet und der Betrachter so einen Denkanstoß erhält.

    Da Sie auch von „INTERPRETIEREN“ schreiben: am Tag der Aufnahme, an diesem Ort, haben Sie diesen Wirklichkeitsausschnitt für sich fotografisch interpretiert, indem Sie, bewusst oder unbewusst, diese Aufnahme an diesem Standort, zu dieser Sekunde gemacht haben, mit diesem Blickwinkel, dieser Brennweite usw., und danach die Aufnahme eventuell auch im Sinne Ihrer Interpretation editiert haben. Sie haben also Ihren Eindruck mittels eines universellen und im Vergleich zur natürlichen Sprache rudimentären, nicht normierten Codes visueller „Kommunikation“ kodiert (sofern man bei Fotografie überhaupt von code sprechen kann, s. R. Barthes).

    Sie haben natürlich Ihren Schlüssel zum Dekodieren der Bedeutung für Sie in dem Sinne, den Sie wünschen, da Sie da waren: Sie erlebten zeitlich das Davor und Danach, räumlich das Hinter –Neben-Über der „Szene“, sahen dieses Licht, hörten die Möwen, rochen die Meeresluft, spürten den Wind auf Ihrer Haut schmeckten das Salz auf Ihren Lippen. -

    Das dann beim Betrachter ankommende Bild hingegen ist der Wirklichkeitsausschnitt aus der Perspektive eines gelähmten, tauben Einäugigen, der durch ein meist recht kleines Loch schaut und sonstiger Sinneseindrücke unfähig ist (Kamera, 2D, fester Standpunkt, fester Blickwinkel) – ein sehr reduziertes Schnipsel Wirklichkeit für den Betrachter, analog zum Hören, wenn wir in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Gesprächsfetzen hier und da aufschnappen. Zudem kann man nicht als selbstverständlich annehmen, dass Sie als Fotograf und der Betrachter über den gleichen Code zum Ver- und Entschlüsseln der beabsichtigten Bedeutung vom Kopf in den Monitor/auf das Papier und zurück verfügen; der Code ist in gewissen Maßen historisch, kulturell und individuell bestimmt; das Bild kann nur in dem Maße vom Betrachter interpretiert werden, in dem er imstande ist, es zu lesen.

    Konkret bei diesem Bild: bei denjenigen, denen eine solche Landschaft, zumal im Sommer, vertraut ist, wird dieses Bild wohl eine stärkere Stimmung hervorrufen und eine solche, die der Ihren näherkommt, als bei anderen Personen (allerdings dürfte die unterschiedlichen Interpretationen dieses Bildes, da die Aussage recht einfach-offen-sichtlich ist, nicht allzu weit auseinander liegen).

    Im Kreativen kann es für den Urheber interessant sein, wie sein Werk entschlüsselt, gelesen wird, aber es ist irrelevant, genauso wie es dem Rezipienten egal sein kann, welches Anliegen der Emittent der Botschaft übermitteln wollte. Das hermeneutische Prinzip gilt: der Betrachter, nicht der Urheber des kreativen Werks, bestimmt die Bedeutung eines Werkes.

    Assoziationen, Interpretationen – auf jeden Fall ein leichtes, unbeschwertes Bild, das aufgrund seiner Einfachheit über das Konkrete hinausweist und mit archetypischen Merkmalen des Sommers an der Nordsee DEN Sommer dort darstellen und beim Betrachten, z.B. gerahmt, an der Wand, eine warme, helle Stimmung hervorrufen kann; und beim Warten auf den nächsten Sommer kann man ja im Kopfkino das Bild ab und an zum Laufen bringen: der Mann geht seinen Weg, wird immer kleiner, der Blick schwenkt leicht nach oben, verharrt da - Weite - Licht!
  • Rogam 6. November 2016, 13:04

    Ich interpretiere in dem Bild eher, 'macht mal ohne mich'. Es weckt die Sehnsucht den Tag ohne Alltagsdruck, ohne Zwang zu nehmen, einfach so wie er kommt.
    Bullerbü hatte da für mich mehr 'Aktion'.
    Hier ist ganz gut ersichtlich wie ein Bild mit der persönlichen Wahrnehmung, Erinnerung verknüpft wird.
  • ShivaK 6. November 2016, 10:03

    Sommer-Sehnsucht sehe ich in dem Bild nicht. Ich sehe einen Mann, der mit seinem Hund über ein eher karges Gelände geht (vielleicht zum Meer); er hat etwas dabei (vielleicht was zum Essen, eine Jacke ...) und will den Tag offensichtlich draußen verbringen. Durch den knappen Schärfebereich im Vordergrund fehlt es für mich dem Bild an Tiefe; flirrende Hitze verbinde ich mit der Unschärfe nicht. Der Gesamteindruck des Bildes ist friedlich, es stört nichts, es ist für mich ein gutes Dokumentarfoto aber ohne den genannten Sehnsuchtsfaktor.
  • elstp 6. November 2016, 7:34

    Sehnsucht vermittelt mir dieses Bild nicht, wohl aber Weite: Da ist der flache Bereich im Vordergrund und hinter dem Wall geht es geradezu ins Unendliche. Mittagshitze kann ich mir gut vorstellen.

    Das mit der Sehnsucht ist so eine Sache, der Begriff beinhaltet einen hohen emotionalen Anteil, und zwar vorrangig von zeitlicher Dauer. Ich denke aber dabei auch an (fast) Unerreichbares.
    Doch, ich wäre. gerne in diesem Moment dort - aber Sehnsucht? Etwas anderes koennte sich bei mir einstellen, wenn dieses Bild z.B. im Januar veroeffentlicht worden waere. Dann waere der Sommer nicht mehr so praesent in mir, und ich waere wohl auch schon mal ein bisschen durchnaesst und durchgefroren gewesen. Vielleicht waere der Begriff Sehnsucht dann angemessener fuer mich? Weil ich diese Waerme, diese Freiheit gerade nicht haben kann?

    Dem Einfuehrungstext folgend habe ich den Titel fuer mich mal in Sehnsucht nach Büllerbü umbenannt; so kann ich mich in die Gefuehle des Autors besser hineinversetzen. Der vergangene Sommer liegt erst eine kurze Zeit zurueck, aber die Kindheit schon lange - und dann sehe ich einen Erwachsenen mit seinem Hund, dem ich, meine Ferien und meine Freiheit geniessend, hinterher troedele. Der Weg ist fuer ein Kind ein bisschen oede, und weit ist es auch, aber vielleicht gibt es dort irgendwo ein Ziel fuer uns....
    Hier stellt sich ein Problem ein, fuer das hier aber der rechte Ort ist: Den Titel zu aendern steht mir nicht zu, aber dem Autor kann ich damit meine Sicht der Bildaussage verdeutlichen.
  • kerstin snekker 5. November 2016, 19:40

    "sommer-sehnsucht" transportiert das bild für mich nicht. durch die pralle mittagssonne wirkt es wie ausgetrocknet und dadurch leider auch sehr flächig, ohne bildtiefe, die bei mir sehnsucht hervor rufen könnte. man spürt, dass es wohl sommerlich heiß ist, das ist leider alles. lg kerstin
  • Wolfgang Zeiselmair 5. November 2016, 19:24

    o.k. dann mach ich den Anfang. Ich habe jetzt den Text des Fotografen gelesen und vergleich ihn mit dem Bild (also den Text, nicht den mir unbekannten Bilderzeuger). Die flirrende Hitze sehe ich nicht. Das Meer ist gerade zu erahnen. Der Eindruck den ich von der Großwetterlage habe ist eigentlich mehr "lauer Spätsommer". Was sehe ich jetzt? Eine flache Landschaft mit Steppenbewuchs, die Andeutung von Meer, Vögel im HG einen blassblauen spätsommerlichen Himmel, einen alten Mann, einen Hund und eine Schranke. Die Protagonisten bewegen sich weg vom Betrachter, verlassen das Set. Die Schranke ist eine Schranke und stört mich hier einfach. Hat mit Sommer und Sehnsucht nichts zu tun. Natürlich könnte man jetzt seitenweise über die Symbolik einer geöffneten Schranke schwadronieren muss aber nicht sein.
    Also Landschaft, jemand geht weg (barfuß, hierzu kann zum Cover "Abbey Road" nachgeschlagen werden :-)), offene Schranke - wenn überhaupt transportiert das Bild den Begriff Abschied. Mehr will ich auch nicht hineininterpretieren, ist ja kein Rorschach Test :-). Für mich ein angenehmes, ruhiges Bild das ohne große Effekthascherei wirkt. Sommersehnsucht transportiert es jedoch nicht.
    Servus
    Wolfgang