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Residencia Paranal

Residencia Paranal

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Sighard Schraebler


Free Mitglied, Frankfurt am Main

Residencia Paranal

Auf dem Paranal in Chile gibt es ein Hotel für Beobachter am ESO VLT, dem Very Large Telescope Array der europäischen Südsternwarte, das sich selbst verdunkelt, wenn es Nacht wird. Zum einen ist das Hotel so in den Felsen integriert, dass davon nach oben nur eine Lichtkuppel und nach Westen ein paar Balkons herausragen, zum anderen werden Lichtschirm und Rolläden elektrisch angesteuert, so dass von innen kein störendes Licht heraustritt. Man beachte die Schirmkonstruktion an der Decke. Vom Eingang her führt ein Rundgang um das Innere der Kuppel. Die Wände bilden eine Galerie für die Amateuraufnahmen der hier tätigen Techniker und Wissenschaftler, die in einer erstklassigen Cafeteria gegenüber dem Eingang (links oben im Bild) mündet.

Ein viel beachtetes Motiv ist ein auf den ersten Blick unscheinbares Bild von zwei Bildern an der Wand, das man bekommt, wenn man das Bild und das Bild rechts nebendran fotografiert - sozusagen iterativ und selbstähnlich wie eine Fernsehkamera, die man auf einen Monitor richtet. Im Untergeschoss gibt es ein wunderbares Schwimmbad mit Palmengarten, genau das Richtige für die tockenste Wüste der Welt.

Ansonsten ist dieses Hotel einfach nur cool, schon alleine wegen der prominenten Lage und weil es so überaus praktisch den Berg als Wärmespeicher nutzt, tagsüber kühl, nachts angenehm warm. Oben auf dem Berg öffnen sich gegen Abend die großen Kuppeln, wobei aus Yepun's abgesetzter Kuppel ein oranger Laserstrahl in den Himmel greift, der künstliche Stern für die adaptive Optik. Über jede Dorfdisco müsste man schimpfen, täte sie ähnliches, aber hier ist der Laser zur Abwechslung einmal richtig sinnvoll und gehört daher gemeinsam mit der abgesprengten Bergkuppe und den überhaupt nicht kuppelförmigen Drehzylindern, in denen die Teleskope hausen, zum Wahrzeichen des VLT.

In mondlosen Nächten wird es so dunkel, dass helle Sterne Schatten werfen. Man kann hier nicht nur das Zodiakallicht sehen, sondern auch den viel schwächeren Gegenschein der Ekliptik. Beim Sonnenuntergang kann man häufig den Green Flash oder sogar den seltenen Blue Flash beobachten.

Ich habe den Film zwar nicht gesehen, aber man hat mir erzählt, dass hier der letzte Bond gedreht wurde, einigen sollte die Lokation somit irgendwie bekannt vorkommen.

Wer englisch versteht, dem dürfte das hier gefallen: Der ESOCAST
http://www.youtube.com/watch?v=Qm1YMURfZ_k http://feeds2.feedburner.com/ESOcast?format=xml http://www.eso.org/public/archives/esocast.html
http://deu.archinform.net/projekte/13970.htm http://de.geocities.com/radioteleskope/ra085.jpg

Kommentare 7

  • E wie Energy 15. Juli 2009, 11:03

    oh ja, es wird Zeit für Urlaub; perfekt gelungene Aufnahme
  • Hartmuth Kintzel 12. Mai 2009, 22:12

    Do kommt der Neid in mir hoch...
    Vielleicht schaffe ich es ja auch noch mal dorthin.
    Mann darf die Hoffnung nur nicht aufgeben ;)

    Grüße
    Hartmuth
  • Josef Käser 12. Mai 2009, 18:28

    Eine Reise dorthin ist mir kaum möglich, umso wervoller dein Bild mit dem Text dazu.
    LG Sepp
  • Sighard Schraebler 11. Mai 2009, 23:54

    Tja, die Reise zu den Sternen bekommt da eine ganz pragmatische Bedeutung: Man reist, um sie zu sehen. Aber man sieht noch so viel mehr, was man nicht erwartet hat, z.B. Menschen die von 2 Euro am Tag leben und trotzdem richtig glücklich sind. Da kommen schon einige Meme in Verwirrung. Ich kann Dir also nur eine gute Reise oder einen langen Stromausfall für Deine Straßenbeleuchtung wünschen.
    LG Sighard
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mem
  • Hermann A. 11. Mai 2009, 23:47

    Klingt abschreckend.
    Das mit dem schwarzen Himmel habe ich auf Zypern, auf dem Olymp, dem höchsten Berg dort, erlebt. Es hat mich schier umgehauen! Was man dort alles sehen konnte! Das kennt man bei uns in Mitteleuropa gar nicht, und schon gar nicht in der Nähe großer Städte. Und bei mir nervt die Straßenbeleuchtung, wenn ich Sterne gucken will.
    LG Hermann
  • Sighard Schraebler 11. Mai 2009, 22:59

    Was soll ich sage Hermann? Die Freiheit ist mühsam, es ist eine Wüste, man muss das Wasser dorthin bringen und das Öl und rundherum in 150km ist - nichts. Antofagasta im Norden ist die nächste größere Stadt. Schöner jedoch ist San Pedro, weiter nordöstlich gelegen. Oben bei den Links unter geocities ist eine Karte. Wenn Du wirklich in die Atacama möchtest, dann kann ich Dir in der Nähe von San Pedro diese zwei Unterkünfte empfehlen: http://www.atacamadventure.com/ und http://www.spaceobs.com/en/lodge.php LG Sighard
  • Hermann A. 11. Mai 2009, 21:01

    Klasse Foto, klasse Info!
    Gruß Hermann
    (Ich glaube, ich muss da auch mal hin.)