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Remigiusbrunnen zu Viersen ...

Remigiusbrunnen zu Viersen ...

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Bernd Hohnstock


Complete Mitglied, Viersen / NRW

Remigiusbrunnen zu Viersen ...

Der ursprüngliche Remigiusbrunnen mit der Statue des Pfarrpatrons, der erhöht unter einem baldachinartigen Aufbau inmitten der Brunnenschale thronte, wurde nach dem Entwurf der Gebrüder Mormann ausgeführt und am 15. Oktober 1916 geweiht. Im Jahre 1942 musste die Plastik des heiligen Remigius gleichzeitig mit den Kirchenglocken abmontiert und zum Zwecke der Herstellung von Waffen und Munition abgeliefert werden. Der Brunnen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst ohne Figur wieder aufgestellt. Schließlich entwarf der Künstler Gernot Rumpf die Gestaltung der heutigen Brunnenanlage. Auch er setzt die Figur des heiligen Remigius in die Mitte des Brunnens, aber sie erscheint nicht so majestätisch erhoben wie in vergangener Zeit, heute vermittelt er als junger lächelnder Bischof eine eher gütige und menschliche Ausstrahlung, die der Brunnenplastik einen mehr profanen als sakralen Charakter verleiht. Der heilige Remigius hält den Bischofsstab in der Hand, die Krumme des Stabes ist in Form eines Ölzweiges wiedergegeben, dem Symbol der Versöhnung zwischen Gott und den Menschen. An den Ecken des Bischofsstuhles sind die symbolischen Darstellungen der vier Evangelisten zu sehen: Matthäus als Engel, Markus als Löwe, Lukas als Stier und Johannes als Adler. Schützend im Gewand des Heiligen geborgen findet sich die Kirche St. Remigius als kleines Modell. Auf der Rückseite des Bischofsitzes sind die lateinischen Losungsworte des St. Remigius zu lesen: Abstine – Sustine – Agredere, das bedeutet: Enthalte dich – ertrage geduldig – greife die Sache tatkräftig an. Zu Füßen des Heiligen verteilen sich auf dem Rand der Brunnenschale bronzene Tierplastiken, die die menschlichen Schwächen widerspiegeln sollen. Der Zorn repräsentiert sich als mächtiger Stier mit Flügeln, Rädern und Fäusten. Die Wollust erscheint in Gestalt zweier balzender Vögel. Die Gefräßigkeit wird von einem Fisch demonstriert, der einen seiner Artgenossen verschlingt. Die Glucke, die mit den Flügeln Münzen zusammenrafft, stellt den Geiz dar. Die Schlange betrachtet neidisch das eigene Schwanzende, an dem ein weiterer Schlangenkopf erscheint. Ein Seehund stellt die Trägheit zur Schau, indem er sich genüsslich auf dem Brunnenrand räkelt. Die Bezeichnung des Lasters, die sonst bei jedem Tier eingraviert sind, fehlt hier. Hierdurch soll der Betrachter zur Aktivität ermuntert werden, d.h. er soll die hier dargestellte menschliche Schwäche selber herausfinden. Der Pfau, Symbolfigur der Eitelkeit, reckt stolz seine drei Köpfe. Zwischen diesen sieben größeren Tierdarstellungen sind als Auflockerung noch einige kleinere Tierplastiken wie Igel, Maus und Schildkröte angebracht worden.

Quelle : http://www.publicartwiki.org

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