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Raumkunst

http://www.fotocommunity.de/blog/agora-bilddiskussion-intensiv

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Kommentare 8

Die Diskussion für dieses Foto ist deaktiviert.

  • Agora Bilddiskussion intensiv 16. September 2016, 20:32

    Der Fotograf schreibt:
    "Erst einmal großen Dank an alle Diskutanten - auch für die Zeit, die Ihr Euch genommen habt. Ich hoffe dies durch meine Antwort ausreichend würdigen zu können.

    Zur Technik:
    Fotografiert wurde im Kleinbildformat, Adox Silvermax100 @ISO 25, der dann entsprechend kürzer entwickelt wurde. Der ohnehin große Dynamikumfang des Films wurde dadurch nochmals erweitert, so dass von den Schattendetails in der Kugel bis zur Wolke oben rechts alles gezeichnet ist. Eine gängige Digitalkamera hätte diesen Dynamikumfang ohne HDR wohl nicht gemeistert.
    Die Problematik verlagerte sich daher zum Scanner, als ich den Kontrastumfang nur eines Negativs übertragen wollte. Ein handelsüblicher Scanner kapituliert auch vor diesem Dynamikumfang und schafft es einfach nicht in einem Rutsch. Deshalb entwickelte eigens dafür das "Digitale Splitgrade": http://experimentelle-fotografie.blogspot.de/2016/08/digitales-splitgrade.html

    Zum Bildinhalt:
    Grundsätzlich transformiert eine Kamera drei Raumdimensionen in zwei Dimensionen und hält die Zeit an - es gehen also zwei Dimensionen der Raumzeit verloren. Durch die Abflachung der Filmdichtekurve - der Preis für einen hohen Dynamikumfang - wird dieser Nivelierungseffekt in den noch vorhandenen beiden Dimensionen verstärkt.
    Dass man trotzdem einen 3D Eindruck hat, ist unserer eingebauten Mustererkennung geschuldet (eine Kugel muss ja rund sein und diese Kugel muss ja vor den Bäumen stehen) und dem bewussten Einsatz von Schlagschatten vorne rechts sowie der kleinen Wolke hinter dem Baum. Zudem ist die Kugel nicht geschlossen und zeigt innere Schattierungen.
    Die Zeitdimension kann man hier nicht illusionieren, da es sich um ein statisches Bild handelt. Wäre während der Aufnahme z.B. ein Kind durchs Bild gerannt, so würde unser Gehirn an dessen Unschärfe die Zeitdimension verankern.
    Es ist also Raumkunst im dreifachen Sinne: (1) Die Skulptur in sich, (2) ihre Beziehung zu den Bäumen, sowie (3) fotografisches Handwerk, eine mehrdimensionale Illusion in einer zweidimensionalen Ansammlung von Mustern (denn mehr ist Fotografie nicht!) aufrecht zu erhalten (gut erkannt @elstp !).

    Sinn gibt diesen Mustern der Betrachter nach seiner individuellen Wahrnehmung, Prägung und vor allem Offenheit, das "Ganze" zu sehen. Erleichtert wird es ihm durch Beziehungen im Bild, um das Chaos an Mustern zu ordnen. Oder um es einmal in den Worten von einem bekannten Fotografen zu fassen: "Ein Laie knipst Objekte, ein Profi fotografiert Beziehungen". Fotografie ist also in erster Linie eine Arbeit an sich selbst. Es braucht viel Zeit, dieses Sehen zu kultivieren, indem man nicht nur das Objekt, sondern auch seine Einbettung in die Umwelt und den Betrachter des fertigen Bildes im Blick hat.

    Zu Euren Kommentaren:
    Den Urheber der Skulptur hatte ich nicht recherchiert, @mia taugts. Mir ging es hier nicht um diese konkrete Plastik, sondern um das Wechselspiel Bäume-Plastik-Licht-Schatten. Ich hätte dann auch den Baumpflanzer und Lichtsetzer recherchieren müssen. Es hätte auch eine andere Beziehung sein können mit anderen Objekten. Ich wollte deshalb bewusst die Skulptur nicht benennen, sonst wäre alles andere weniger wahrgenommen worden (Name drauf - Schublade auf).
    Ob der Künstler die Bäume als Gesamtkunstwerk mit seiner Skulptur gesehen hat, weiß ich nicht, habe aber meine Zweifel.

    Mir ist dieses Ensemble beim Vorbeiradeln mehrfach aufgefallen. Bewusst habe ich nur den Sonnenstand, sprich die Uhrzeit kalkuliert. Daraus ergaben sich die Reflexe und die Schatten. Es war zu diesem Zeitpunkt meine optimale Position. Tiefer ging es nicht, @ Clara Hase, sonst hätte ich mich eingraben müssen, von den Bäumen wären nur Kuppeln übrig geblieben und die obere Linie kleiner Baum - Skulptur wäre nicht entstanden (gut gesehen @tipping1 und @elstp, wie mir überhaupt gefallen hat, wie Ihr Euch auf das Bild "als Ganzes" eingelassen habt).
    Mehr Kontur, @Clara Hase, ist leider nicht ohne Weiteres vereinbar mit dem Versuch, hier bis zu 14 (!!) Blendenstufen Objektkontrast über Negativ, Scanner, Kompression und Bildschirm noch einigermaßen als Bildkontrast rüber zu bringen. Auch hier hätte sicher mehr Kontrast die Skulptur betont, der Ganzheit aber geschadet.

    Der Print auf Baryth - das eigentliche Schicksal des Negativs - ist doch eine andere Welt, die sich digital leider nicht vermitteln lässt.
  • elstp 14. September 2016, 16:55

    Das Besondere an der kuenstlerischen Herangehensweise in der Fotografie ist, anders als in der Malerei oder Bildhauerei:
    Die Kamera zeichnet schonungslos erst einmal alles auf, was sie erfassen kann; und das ist dann zweidimensional abgebildet. Es ist die Aufgabe des Fotografen, der Technik durch sein Wirken ein Bild abzugewinnen, das dem Betrachter das zeigt, was er als Autor zeigen moechte. Wie weit ihm das gelingt, ist eigentlich ein Dialog zwischen ihm und dem einzelnen Betrachter, also subjektiv.

    Im vorliegenden Bild hat der Autor dem Bild Tiefe genommen, und doch ist es ihm gelungen, die auf einer freien Flaeche installierte Skulptur als solche ganz klar erkennbar und plastisch zu zeigen.
    s-w ist fuer dieses Bild toll, weil das Kunst-Objekt als Teil-Motiv hier selbst eine Art Kontrast bildet zu den kleinteilig strukturierten Baeumen. Das wuerde durch eine natuerliche Farbabbildung verloren gehen. Diese Beziehung der Kugel zu den ebenfalls kugeligen Baeumen ist der gewaehlte Weg, die runde Form herauszustellen.
    Eine andere Vorgehensweise waere z.B., das Kunstobjekt im Atelier vor einem anders ausgerichtet schraffierten Hintergrund zu praesentieren, und dann waere die Frage nach dem Raum etwas anders zu betrachten: Eine Skulptur ist ohne einen sie umgebenden Raum nicht zu haben, aber der Fotograf hat mit seiner zweidimensionalen Abbildungsweise kuenstlerischen Spielraum.
  • tibbing1 11. September 2016, 10:21

    Wirkt Kunst nur im Raum? – eine interessante Frage, die auch einen unmittelbaren Bezug zum Bild hat. Die Skulptur wirkt auch vom bildhauerischen Stil her, als würde sie schon länger an diesem Ort stehen und über diesen Zeitraum hinweg hat sie sich mit dem umgebenden „Raum“ verbunden Auf dem Bild sehr schön durch den eingenommenen Standpunkt des Fotografen, der den kleineren Baum auf gleicher Höhe mit der Skulptur bringt und man sieht, wie dessen natürlich gewachsene Form mit der der bildhauerisch geschaffenen korrespondiert. Ähnliches gilt für den größeren Baum im Hintergrund der Kugel, es wirkt fast, als wollte er sie „umarmen“.

    Damit ist eigentlich auch schon die nächste Frage "Würde das Objekt noch so wirken, wenn die Bäume weg wären oder ich einen anderen Standort eingenommen hätte?" beantwortet.
    Das scheint der ideale Standpunkt und Standort zu sein. Das schaue ich mir gerne mal an, da stimme ich @P.King TN zu, besser ist, man mal war auch da. Leider werden Künstler und Werk nicht namentlich erwähnt - da muss man wohl selbst recherchieren (kleiner Kritikpunkt)

    Die dritte Frage „Ist eine Beziehung in einem Bild essenziell für "gute" Fotografie“ ist die schwierigste von allen. Was genau ist damit gemeint? Eine Beziehung in einem Bild innerhalb und zwischen den Abgebildeten, dann würde ich das bezogen auf dieses Bild mit ja beantworten - diese Beziehung hier auch fotografisch darzustellen ist bestens gelöst.
    Da analog fotografiert wurde, musste vorab die Gestaltung bewusst und sorgfältig gewählt werden, das ist eine weitere Beziehungsebene, die „essenziell für "gute" Fotografie", zumindest für diese Art von Fotografie, ist. Man merkt deutlich, der Fotograf hat sich Zeit genommen, auf das „optimale Licht“ gewartet und anschließend wie beschrieben noch eine sorgfältige „Nachbearbeitung“ vorgenommen.

    Die Absicht „Details im Schatten auch bei praller Sonne sichtbar“ zu machen ist gelungen, wobei die „pralle Sonne“ wohl eine zusätzliche Herausforderung war, aber die Schatten sind die Belohnung. Die leicht verwischten Konturen passen, finde ich, ausgezeichnet zur geometrischen Grundform der Kugel, dem zwar in unterschiedlichen Ausprägungen vorhandenen, aber zentralen Motiv des Bildes. Insgesamt eine bemerkenswerte Fotoarbeit, die mir sehr gut gefällt.
  • mia taugts 11. September 2016, 9:00

    In der Kunst- und Architekturfotografie bedient man sich des Werks eines anderen als Motiv. Ich halte es daher für einen guten Stil, den Künstler und das Werk anzuführen.
    Den Künstler zu eruieren sollten in der Regel kein Problem sein, Künstler und evtl. Erläuterungen sind in der Regel am Sockel.

    Eine Freistellung vom Hintergrund sehe ich nicht für gut, da auch der Künstler den Standort mit Bedacht auswählt und die Bäume sicher vor dem Kunstwerk da waren und die Baumkrone sich sogar im Kunstwerk wieder spiegelt
  • P. King NT 10. September 2016, 11:11

    man sollte hier zwei dinge nicht miteinander vermengen:
    1. das kunstwerk selbst und seine wirkung(en) auf den besucher vor ort (darüber können sich ausschließlich diejenigen äußern, die dort waren.)
    2. das foto von diesem kunstwerk und seine wirkung auf den betrachter (dabei sollte es um fotografische fragen gehen, also nicht um die wirkung des kunstwerks selbst, sondern z.b. um die wirkung der perspektive, der bildgestaltung oder der sw-ausführung)

    zu den fragen des fotografen:
    ja (gilt unabhängig von diesem bild)
    nicht beantwortbar wegen s.o
    ja (gilt auch unabhängig von diesem bild)
  • Clara Hase 9. September 2016, 21:22

    Würde das Objekt noch so wirken, wenn die Bäume weg wären oder ich einen anderen Standort eingenommen hätte? Zitatende Autor:

    NEIN, diese Kugel hat dermaßen Kraft und die Bäume "hängen" sind beweglich
    das die Kugel fast wie ein Donner dagegen prescht. Mehr später vielleicht.
    GEGENsätze sind das total. Schon rein materiell betrachtet.
    Die Schatten in dem Objekt sind gut.

    edit 10-09-2016: mehrfach angeschaut -
    der Standpunkt wäre niedriger auch eine Option
    und, ich sehe in meinem Umkreis SW bilder die doch mehr Härte und Kanten haben
    das täte diesem Foto auch gut.
  • Agora Bilddiskussion intensiv 9. September 2016, 19:46

    Der Fotograf schreibt:

    "Dieses Kunstobjekt steht in Bonn am Rheinufer. Künstler und Absicht sind mir nicht bekannt. Ich habe dieses Bild analog aufgenommen mit N-2 in Belichtung und Entwicklung, damit Details im Schatten auch bei praller Sonne sichtbar werden und das Objekt mit den Bäumen im Hintergrund verschmilzt. Und daher jetzt meine Fragen:

    Wirkt Kunst nur im Raum?

    Würde das Objekt noch so wirken, wenn die Bäume weg wären oder ich einen anderen Standort eingenommen hätte?

    Ist eine Beziehung in einem Bild essenziell für "gute" Fotografie?"

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