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Preußen-Familie

Preußen war ein vom Mittelalter bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bestehendes Land zwischen Ostsee, Pommern, Polen und Litauen, dessen Name nach 1701 auf ein weit größeres, aus dem Kurfürstentum Brandenburg hervorgegangenes Staatswesen angewandt wurde, das schließlich fast ganz Norddeutschland einschloss. Ursprünglich bezeichnete „Preußen“ nur den Kern des Deutschordensstaats und die aus ihm hervorgegangenen Herrschaftsgebiete außerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Nachdem die Herzöge von Preußen und Markgrafen von Brandenburg aus dem Haus Hohenzollern 1701 den Titel „König in Preußen“ angenommen hatten, wurde der Name auf ihre sämtlichen Besitzungen inner- und außerhalb des Reichs ausgedehnt.

Die ursprüngliche historische Landschaft Preußen, benannt nach ihren baltischen Ureinwohnern, den Prußen, entsprach in etwa dem späteren Ostpreußen. Nachdem der Deutsche Orden das Preußenland unterworfen hatte, für das er aufgrund der päpstlichen Bulle von Rieti (1234) keinem weltlichen Lehensherren unterstand, bildete es zusammen mit Pommerellen das Zentrum des Deutschordensstaates.[1] Dessen Gebiet wurde beim Zweiten Friedensschluss in Thorn 1466 geteilt: in das der polnischen Krone direkt unterstehende Königliche Preußen, das Pommerellen einschloss, und in den Restordensstaat, der ebenfalls die polnische Lehenshoheit anerkennen musste. Durch dessen Säkularisierung entstand 1525 das weltliche Herzogtum Preußen,[2] das 1618 durch Erbschaft an die Kurfürsten von Brandenburg fiel. Diese regierten nun beide Länder in Personalunion.

Kurfürst Friedrich Wilhelm konnte das Herzogtum 1657 aus der polnischen Lehensherrschaft lösen. Da es außerhalb der Reichsgrenzen lag, war es nunmehr souverän, so dass sich Kurfürst Friedrich III. 1701 als Friedrich I. zum „König in Preußen“ krönen lassen konnte. Zentrum des hohenzollernschen Herrschaftsgebiets, für das sich in der Folgezeit die zusammenfassende Bezeichnung Königreich Preußen einbürgerte, blieb die Mark Brandenburg. Im 18. Jahrhundert stieg das Königreich unter der Regierung Friedrichs II. zur europäischen Großmacht auf und löste 1866 infolge des Deutschen Krieges Österreich als führende Macht in Deutschland ab. 1871 vereinte Preußen alle deutschen Staaten mit Ausnahme Österreichs unter seiner Führung. Fortan war es der dominierende Teilstaat des Deutschen Reiches.

Nach dem Sturz der Monarchie in der Novemberrevolution von 1918 wurde aus dem Königreich der republikanisch verfasste Freistaat Preußen, der während der Weimarer Republik ein Bollwerk der Demokratie war. Im sogenannten Preußenschlag wurde seine Landesregierung jedoch 1932 von der Reichsregierung entmachtet. Mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 verfügte der Alliierte Kontrollrat der vier Besatzungsmächte in Deutschland die rechtliche Auflösung Preußens. De facto hatte es bereits mit dem Kriegsende 1945 aufgehört, als Staat zu bestehen. Sowohl die Deutsche Demokratische Republik als auch die Bundesrepublik Deutschland und viele ihrer Länder haben preußische Traditionen weitergeführt. Die Gebiete, die bis 1918 - also zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung - den preußischen Staat bildeten, gehören heute zu Deutschland und sechs weiteren Staaten: Belgien, Dänemark, Polen, Russland, Litauen und Tschechien.

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