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Dr.Thomas Frankenhauser


World Mitglied, 40595 Düsseldorf

Plädoyer für die Jagd - § 2 -

Sich über gute Trophäen zu freuen, ist richtig.
Hier freue ich mich über die drei Rehgehörne aus Ungarn - "brave" Böcke, wie der Jäger sagt. "Schön" ist bei Jägern verpönt, deshalb sagt man in der Jägersprache "braver" oder "guter" Bock. Die Jägersprache, obwohl größtenteils im Dritten Reich unter Göring entstanden und gefestigt, ist nun mal Bestandteil der Jagdkultur - unabhängig vom unmenschlichen System , in dem sie zur Regel erhoben wurde. -
Dies sind die drei Trophäen aus Ungarn, wo ich mit Othmar W. Mayer auf der Jagd war. Ich habe sie heute nach unversehrtem Erhalt der Gehörne aus Wien, die mir von einem Jagdkollegen Othmars nach Hause geschickt wurden, der sie mit in den Odenwald genommen hatte, nochmals "totgetrunken". Das Tottrinken entspricht einem alten Brauch der Jäger, nach dem die Jagdbeute mit Alkohol geehrt wird.
(Übrigens mit einem Grauburgunder, dem Bickensohler Vulkanfelsen 2011, einerm sehr guten Tropfen, der mir dieser Tage von einer Patientin beim Hausbesuch geschenkt wurde. - Dankeschön, Frau X.!)

Die wichtigste Ehrung des toten Tieres, das manchmal nach langwieriger und anstrengender Jagd erlegt wird, besteht in der "Totenwache", einem längeren Verweilen beim erlegten Wild, das aus Dankbarkeit für die besonders früher als Nahrung notwendigen Tiere einfach durch Besinnen und nochmaliges Erleben der Jagd zu einem besonderen Erlebnis wurde.
Wer nach dem erfolgreichen Schuß sofort die Beute in den Kofferraum packt und davonfährt, ist der Bezeichnung als "Jäger" nicht wert. Es gehört eine angemessene Zeit des Überdenkens der Jagdsituation einbrach dazu - um etwas zu lernen, für das Behalten der stets besonderen Situation - und nicht zuletzt, um dem Wild "die letzte Ehre zu erweisen", wie es ja auch bei Beerdigungen der Menschen üblich ist. Ein großer Respekt gegenüber der Kreatur, die man als Lebensgrundlage benutzt, ist einfach anständig - so wie der Respekt gegenüber den geernteten Früchten beim Erntedankfest. Oder zum Beispiel dem Relativiereren der Herstellung des "Biosprits" aus Getreide, weshalb das Europaparlament überlegen muß, ob es rechtens ist, aus Getreide Benzin herzustellen, solange noch Menschen auf der Erde verhungern.

Düsseldorf, 17.10.2012 - Foto: meine "kleine" Schwester Veronika. Danke, Roni!

Ein Ausschnitt dieses Fotos bildet das neue RÄTSEL ! (Nächstes Bild)

Kommentare 18

  • Mantis0070 25. Oktober 2012, 22:25

    @Martin Zi,
    mit Namibia meist Du die schießwütigen, die ihre BIG FIVE, als Trophähe auf ihrem Konto verbuchen wollen und in der Schweiz gibt es bald wieder einen Braunbären(M13 genannt) der eine lohnenswerte Trophähe abgibt, da ist doch ein Steinbock"pienuts" *ironiemodusoff*
    Du neigst ja jetzt schon zu "alle Jäger böse nur ich nicht"
    Du wirst als Jäger Deine Erfahrungen machen, da bin ich mir sicher aber man ollte die gesammte Jägerschaft doch bitte nicht in einen Topf werfen!!!!!!
    LG Mantis
  • Martin Zi. 25. Oktober 2012, 21:49

    Mal davon abgesehen, dass dieses Foto nicht so dolle ist, verstehe ich das mit dem "Plädoyer für die Jagd" nicht so recht.
    Jäger argumentieren meiner Erfahrung nach für ihr Hobby, damit, dass es bei der Jagd nicht um das Töten des Tieres gehe, sondern um Hege und Pflege der Natur, es soll um Bestandssicherung, um den Schutz von Wald und Flur vor Wildschäden und ein harmonisches Leben mit der Natur, Heimatverbundenheit...usw.
    Ich finde diese Aussagen stehen in Kontrast zum reellen Jägersein der meisten Grünröcke. Ich frage wie es zusammenpasst, wenn Jäger große Strecken zurücklegen, um zum Beispiel bei uns im Elbe-Elster Kreis einen Hirsch töten zu können oder Wildschweine oder Mufflons, wo bei es bei letzteren nicht mehr so eine weiteres möglich ist, da der wohl wirklich wahre naturverbundene Jäger diesen Bestand sehr stark verkleinert hat. (Aber der Wolf und der Jäger ist ein anderes Thema) Nicht wenige Jäger fahren nach Namibia, um dort auf Großwild Jagd zu gehen oder in die Schweiz, um einen Steinbock in der Trophäensammlung zu haben.
    Für mich passt dieses Verhalten der Jägerschaft einfach nicht mit ihren Argumenten, welche sie für die Jagd anführen zusammen. Meinem Erachten nach, ist es nicht weidmännisch, der Trophäe wegen zu jagen, auch nicht, wenn dabei weidmännische Bräuche gepflegt werden.
    Ich werde im kommenden Jahr selbst meinen Jagdschein machen, er gehört für mich zum Forststudium dazu und auch die Jagd an sich, stellt für mich nichts schlimmes dar, sie ist in geordneten Bahnen nötig und nicht zu umgehen, aber eben nach bestimmten Werten, auf die sich die Jäger zurückbesinnen sollten, denn eigentlich ist die Jagd kein Hobby für Reiche oder Privilegierte, sondern eine Berufung.
  • christine frick 18. Oktober 2012, 19:20

    Interessante Info.
    LG Chris
  • Nscho-tschi 7 18. Oktober 2012, 10:38

    Ohhhhh der Thomas mal in Grün ....fehlt nur noch die ....Kappppp
    sehr schönes Foto von Dir & den Trophäen
    lg Rosi
  • Dr.Thomas Frankenhauser 17. Oktober 2012, 22:51

    @Othmar: Einverstanden!!! GLG nach Wien! Thomas.
  • Dr.Thomas Frankenhauser 17. Oktober 2012, 22:49

    @Gerdt: Natürlich ist es verwerflich, bei großem Benzinverbrauch lange Strecken zu fahren, um auf die Jagd zu gehen. Aber tun das nicht viele Brötchen-holende "Normalbürger" auch jeden (Wochenend-)Tag???
    @Mantis: Jäger in einen Topf zu werfen, ist reinster Kannibalismus. Und da stellt sich die Frage, ob man Tiere töten darf, um zu essen ((-: . Darüber gibt es verschiedene Ansichten, die alle respektiertbwerden müssen. Bin allerdings sicher, daß der größte Teiler Anmerker morgens zum Frühstück gern Wurst auf dem Teller haben . . .
    @Andreas: Sicher gibt es eine ganze Menge Autofahrer, denen der Führerschein entzogen werden müßte. Aber nicht allen, sonst haben die Tankstellen (siehe Gerdt!) nix mehr zu tun. Auch in der Eifel . . . (((-. . Du weißt, wie ich die Eifel liebe! Ihre sturen, aber netten Bewohner schätze ich ganz besonders. Fahr mal im Winter bei Glatteis in eine Wiese und kippe mit dem Auto um. Nirgendwo wirst Du erleben, daß ein Bauer 200 m weit durch tiefen Schnee gestapft kommt und fragt einen: "Kann ich Ihnen helfen?" !!! Er hat sicher was anderes zu tun, als "reichen" Jägern, die zu doof sind, richtig autozufahren, mit dem Traktor auszuhelfen . . .
    Alles ist relativ, und eine Beurteilung der Wahrheit würde allen guttun - den Reichen, den Armen, den Jägern, den Veganern, den Fotografen und Nichtfotografen sowie den Ehrlichen und den Lügnern. Ich bin der festen Überzeugung, daß nur die Ehrlichkeit den Menschen auf Dauer hilft. Und es kostet nichts, die Wahrheit zu sagen - im Gegenteil! Das w ä r e für mich echtes Christentum . . . Diskussion erwünscht!
    Danke für Eure engagierten Kommentare - find alle wichtig und interessant!
    Und Andreas kriegt jetzt seinen "letzten Bissen"! Siehe nächstes Foto!
  • Othmar W. Mayer 17. Oktober 2012, 22:41

    Servus Thomas,
    Im Kreise der Familie mit Glas in der rechten Hand ist kein Verstoß gegen jagdliches Brauchtum. ;-)
    Zu: [...] Die Jägersprache, obwohl größtenteils im Dritten Reich unter Göring entstanden und gefestigt, ist nun mal Bestandteil der Jagdkultur - unabhängig vom unmenschlichen System , in dem sie zur Regel erhoben wurde.[...]
    Können wir uns auf folgende Formulierung einigen?
    Brauchtum im Jagdbetrieb
    Das Brauchtum ist so alt wie die Jagd selbst und entstand aus uralten Jagdritualen, welche sich über die Jahrtausende immer regional verändert haben. Je nach Technik der Jagdwaffen entstanden die unterschiedlichsten Jagdmethoden; um das Wild erfolgreich zur Strecke zu bringen ohne die Jäger, ob Urmensch oder Neuzeitmensch, zu gefährden.
    Ein Teilgebiet des Brauchtums ist die Weidgerechtigkeit. Sie hält fest, Wildtiere nicht unnötig zu quälen oder gar sinnlos zu töten. Das Wild muss bei den Jagdmethoden eine realistische Chance zur Flucht haben. Weiters ist immer schwächeres vor starkem Wild zu erlegen und nicht umgekehrt.
    Viele andere Punkte der Weidgerechtigkeit sind heute schon gesetzlich geregelt.
    Die Jägersprache
    Sie ist eine Fachsprache und ein Bindemittel der jagenden Zunft. Ihre Verwendung sollte in Jägerkreisen üblich und selbstverständlich sein. Sie soll wie automatisch gesprochen werden und nicht „gekünstelt“ klingen. Bei der Jägersprache ist es wie bei jeder „Fremdsprache“: nur wer sie verwendet, kann sie. Nichtjägern gegenüber sollte aber nicht mit „Fachwörtern“ geprahlt werden! Jäger begrüßen und verabschieden sich gegenseitig mit „Weidmannsheil“. Mit „Weidmannsdank“ antwortet der Jäger nur, wenn das „Weidmannsheil“ als Glückwunsch zur Beute oder bei jagdlichen Ehrungen verwendet wird.
    Herzliche Grüße
    Othmar
  • Mantis0070 17. Oktober 2012, 22:33

    @ Andreas,
    die Medien tun einen Großteil bei! Es gibt aber auch schießwütige denen der Jagdschein entzogen werden müßte!
  • Mantis0070 17. Oktober 2012, 22:26

    @Reinhard,
    man soll nicht alle Jäger in einen Topf werfen!!!
    Gruß Christiane
  • GERDT GINGKO 17. Oktober 2012, 22:25

    Ich knie nach jedem Tanken an der Zapfsäule nieder!
  • Andreas E.S. 17. Oktober 2012, 22:25

    Ich finde es sehr gut, dass du dich ausführlich mit der Jagd und der Freude an der Jagd beschäftigt hast. Auch die Tradition, die mit der Jagd zusammenhängen sind wichtig. Vermisst habe ich "den letzten Bissen", der dem erlegten Wild in die Äser gelegt wird. Allerdings scheint das Ansehen der Jäger nicht hoch zu sein, trotz aller Bemühungen und Akrtionen seitens der Jäger. Auch bei denbisherigen Anmerkunge zu spüren. Die übliche Vorstellung, dass der Jäger mit der Büchse durch den Wald läuft und auf alles schießt, was er kriegen kann ist noch oft zu spüren. Das merke ich bei Wildaufnahmen, bei dem ein Hochsitz im Hintergrund steht. "Das Wild hat Glück gehabt, dass da kein Jäger saß". Das ist der übliche Tenor zu solchen Fotos. Da ist offensichtlich eine riesige Wissenslücke bei den meisten Menschen um Schonzeiten, Freigaben durch die untere Jagdbehörde, jagdbares Wild und vieles, vieles andere, was der Jäger beachten muß. Das Deutsche Jagdwesen ist für meine Begriffe das beste was mir bekannt ist. Das kann ich als Nichtjäger (also nur Jäger mit der Kamera) unbedingt bestätigen.

    Ich wünsche dir weiter viel Freude bei der Jagd

    Herzliche Grüße aus der Eifel
    Andreas
  • GERDT GINGKO 17. Oktober 2012, 22:23

    Wer das Wild sofort in den Kofferraum schmeisst und davonrast, ist ein Wilddieb!
  • GERDT GINGKO 17. Oktober 2012, 22:20

    Rechts ist der älteste Bock!!!!!!! - aber ein ganz braver!

    LGG
  • Natur RB 17. Oktober 2012, 22:07

    Es ist doch ein Treppenwitz wenn man von Ehrung des toten Wildes durch einen Krummfinger spricht. Tut mir leid aber ich kenne aus eigenen Erleben ca 90% schießgeile Krummfinger die für viel Geld diesen Hobby fröhnen. Heger und Pfleger sind selten. Es wird größter Wert auf starke Trophäen gelegt. Sie fahren ins ausland und schießen Elefanten oder Auerwild. Für Geld bekommt man alles. Diese zumeist kranke dekadente Zunft könnte wegen mir austerben !!!!!! Gruß reinhard
  • Eifelwunder 17. Oktober 2012, 21:59

    Respekt für Ihre Meinung !

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