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Ulrich Kirschbaum


Basic Mitglied, Mittelhessen

Noch eine Nabelflechte

Nachdem Jörg Ossenbühl eine seltene Blattflechte aus der Gattung der Nabelflechten in der FC vorgestellt hat, möchte ich nicht zurückstehen und zeige einen weiteren Vertreter der Gattung Umbilicaria (lateinisch umbilicus = Nabel, weil diese Flechten nicht - wie sonst bei Blattflechten üblich - mit wurzelähnlichen Gebilden, Rhizinen, am Substrat befestigt, sondern mit einem +- zentralen Nabel angewachsen sind). Die Umbilicarien sind Gesteinsbewohner kühler (meist hochgebirglicher oder skandinavischer) Standorte, in Mitteleuropa findet man sie häufig nur noch als eiszeitliche Relikte, die an sehr kühlen und luftfeuchten Standorten überlebt haben.
Die abgebildete Fransen-Nabelflechte (Umbilicaria cylindrica) verdankt ihren deutschen Namen den starren, randlichen Wimpern. Interessant ist bei ihr die Oberfläche der Apothecienscheiben (siehe Nebenbild): Sie sind nicht - wie gewöhnlich - glatt, sondern deutlich rillig. (Den Fachausdruck dafür möchte ich Euch lieber ersparen -:)).
Das Bild stammt von einem Quarzitblock aus den Hochlagen der Zentralalpen. Die auch vorhandene, gelbe, Landkartenflechte (Rhizocarpon) weist ebenfalls auf den silikatischen (sauren) Charakter des Substrates hin.



Kommentare 13

  • Bo Hemien 5. April 2013, 13:52

    Eine sehr interessante Sache, die ich in dieser Ausführlichkeit bisher noch nicht kannte. Ich werde das bei meinen Touren im Gedächtnis behalten. Vielleicht beherbergt der Vordertaunus auch solche Arten.

    Das Foto ist darüber hinaus sehr detailreich, klar und scharf. Gefällt mir gut, da will auch ich hinkommen.
    vG SeidrArt
  • Werner Zidek 5. April 2013, 12:45

    Obwohl dunkel und schwarz... absolut sehenswert. Da ich nur unsere "Flachlandflechten" gewohnt bin, wirkt diese Flechtenart auf mich doch sehr fremdartig... das Besondere dieser Art wird durch deine sehr interessanten Informationen noch deutlich unterstrichen. Danke dafür...
    Gruß Werner
  • Ulrich Kirschbaum 4. April 2013, 22:35

    @Joachim; in den Alpen habe ich sie bisher lediglich in Höhen zwischen 2000-2700 m gefunden - man sollte also schon gut zu Fuß sein.
    mfg Ulrich
  • wolfgang und maritha 4. April 2013, 22:15

    Eine beeindruckende Aufnahme und eine gute Info.
    Danke !
    Herzliche Grüsse von
    Wolfgang und Maritha.
  • Günther Breidert 4. April 2013, 18:32

    Das verlinkte Bild sieht schon sehr ungewöhnlich aus.
    LG Günther
  • Joachim Kretschmer 4. April 2013, 18:25

    . . sehr interessant und für mich neu. Ich habe diese Flechtenart in den Alpen auch noch nicht entdeckt, muß im Sommer mal genauer aufpassen.
    Viele Grüße, Joachim.
  • Maria J. 4. April 2013, 15:03

    @ Ulrich,
    hab geguckt ... und ja, sie sieht ganz anders aus ... ;-)
    Das Sauerland scheint ein geheimnisvolles Eigenleben zu führen ... bis hin zu den Behörden ... ,-)
    Ich war noch nie dort!
    So ist dieser schöne Nabel-Brauch bisher also unbemerkt an mir vorbeigezogen ... ;-)
    LG Maria
  • Ulrich Kirschbaum 4. April 2013, 13:17

    @Maria, es ist nicht die gleiche Art, sondern die gleiche Gattung (Umbilicaria). Jörgs sieht schon deutlich anders aus (siehe auch mein Bild einer normal entwickelten U. deusta bei Jörgs Präsentation).
    Eiszeitrelikte: Am Rand der bewohnbaren Welt, im Sauerland (der Name sagt schon etwas über das Klima in diesem Teil des Rheinischen Schiefergebirges -:)) kenne ich eine Stelle mit Umbilicarien, die weder in der näheren noch in der weiteren Umgebung zu finden sind; also ein Inselvorkommen in einer seit dem Postglazial umbilicarienlosen Nabelflechtenwüste.
    Wenn man in dieser Gegend wandert, muss man bei den Behörden immer seinen Bauchnabel vorzeigen und fotografieren lassen, damit die Menschen dort die Erinnerung an diese Flechten nicht gänzlich verlieren ... besonders gefragt sind Menschen mit Nabelbruch, also herausstehendem Nabel. Bei uns sind diese Flechten schon so lange verschwunden, dass selbst jener schöne Brauch in Vergessenheit geraten ist -:).
    mfg Ulrich


    mfg Ulrich
  • Maria J. 4. April 2013, 11:49

    Erstaunlich, dass du auf Jörgs Foto diese Flechte erkannt hast ... ,-)
    Um so deutlicher ist sie nun hier zu erkennen!
    Sie scheint die helle Farbe ihres Substrats zu imitieren ...
    und wenn die dunklen Wimpern und Apothecien nicht wären, würde man sie vielleicht gar nicht mehr finden können ... ,-)
    Ein Relikt aus der Eiszeit?
    Was für eine spannende Begegnung ...!
    Auch die Großaufnahme dieser interessanten Apothecien gefällt mir ausgezeichnet!
    LG Maria
  • Jörg Ossenbühl 4. April 2013, 10:41

    ich finde es sehr gut das Du einen weiteren Vertreter der Nabelflechten vorstellst.
    Ein hervorragendes Foto und sehr gute Hintergrundinformationen

    lg jörg
  • Ulrich Kirschbaum 4. April 2013, 9:55

    @Werner: Was hier ein wenig wie Schnee aussieht ist in Wirklichkeit der fast reinweiße Quarzit. auf dem die Flechte sich befand.
    mfg Ulrich
  • Fotofurz 4. April 2013, 9:19

    Eine tolle Flechte die Du hier vorstellst.
    LG Ivonne
  • Werner Bartsch 4. April 2013, 8:13

    eine interessante flechten-art die du hier wieder vorstellst.
    der weiße schnee bewirkt hier einen schönen kontrast.
    lg. werner