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..nix passiert!

Warum können Schnecken über eine Rasierklinge kriechen, ohne sich zu verletzen?

Der Schleim der Schnecke spielt die Schlüsselrolle: Er besteht zwar zu über 90 Prozent aus Wasser, aber darin eingebettet liegen langkettige Eiweiß-Zuckermoleküle – nämlich sogenannte Proteoglucane. Solange der Schleim keiner mechanischen Belastung ausgesetzt ist, bilden die langkettigen Moleküle untereinander schwache Quervernetzungen: Der Schleim verhält sich dann ähnlich wie Gummi und hat gute Klebeeigenschaften. Sobald die Schnecke den Fuß vorwärts schiebt, wirken sogenannte Scherkräfte auf den Schleim. Dann brechen diese Querverbindungen: Der Schleim verhält sich nicht mehr wie ein Kleber, sondern wie ein Gleitmittel. Mit diesem Trick kann eine Schnecke steile Oberflächen hinaufkriechen, ohne rückwärts wieder herunterzurutschen.
Dieses sonderbare Verhalten des Schneckenschleims liefert auch die Antwort auf die Frage: Die Schnecke stützt beim "Überqueren" der Klinge den Großteil ihres Gewichts (vielleicht sogar das gesamte) an den Seitenwänden der Klinge ab; nur ein minimaler Teil lastet überhaupt auf der scharfen Kante. Die Kraft, die dieser Teil der Schnecke auf die Klinge ausübt, reicht nicht dazu aus, dass die scharfe Klinge in den Fuß schneiden kann.
Zudem wirkt der Schleim auf dem Fuß der Schnecke möglicherweise auch als mechanische Schutzschicht, die zusätzlich ein Eindringen der Klinge in den Fuß verhindern kann. Flüssigkeiten – wie der Schneckenschleim –, die unter Belastung dünnflüssiger werden, bezeichnet man als thixotrop. Auch Ketchup ist thixotrop. Deshalb muss man ihn erst schütteln, bevor er aus der Flasche herauslaufen kann. Auch Mayonnaise und Erdnussbutter verhalten sich ähnlich wie Schneckenschleim – aber an das Original aus der Natur kommen die Leckereien aus der Küche nicht heran.
(Quelle: ARD)

Kommentare 5

  • Gisela Schwede 3. April 2013, 14:50

    Da sieht man, Schleimerei kann auch zu was gut sein. Eine tolle Idee ist das, und die Ausführung stimmt natürlich auch.
    LG Gisela
  • Anke Gehlhaar 10. Januar 2013, 12:14

    Ach, lach, erstmal freue ich mich an diesem witzigen Bild, das so gekonnt "gezeichnet" wurde, dazu gibt das Gelb der Augen noch einen schönen Akzent ins Bild.
    Dein Text ist sehr aufschlussreich, danke.
  • Elke Kessler 4. November 2012, 19:18

    Unglaublich! Auch klasse fotografiert. Dazu eine bemerkenswerte Erläuterung zum Staunen über die Eiweiß - Zuckermoleküle und deren Auswirkungen im Schneckenschleim. Bin sehr beeindruckt.

    LG Elke
  • pfiffigunde... 10. Oktober 2012, 15:39

    Aber ein bisschen unwohl wirds einem beim Betrachten schon !
    Tolle Aufnahme von dieser faszinierenden Schneckenakrobatik.
    LG Christina
  • Claudio Micheli 3. Oktober 2012, 13:13

    Bellissima!
    Ciao