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Pro Mitglied, Großenhain

Neben dem Fasanenschlösschen in Moritzburg, ...

... am Niederen Großteich Bärnsdorf befindet sich ein kleiner Hafen mit einer Mole und dem einzigen Leuchtturm in Sachsen.

Die Errichtung maritimer Bauwerke bei Moritzburg geschah in Würdigung eines historischen Ereignisses:

Anfang Juli 1770 hatten russische Schiffe unter Führung von Alexei Grigorjewitsch Orlow die osmanische Flotte in der Seeschlacht von Çesme in der östlichen Ägäis besiegt. Einige Jahre später empfing Kurfürst Friedrich August III. den europaweit als Held gefeierten Orlow in Dresden und erfuhr dabei aus erster Hand Einzelheiten der Seeschlacht, was ihn sehr beeindruckte.
Sein Kämmerer Graf Camillo Marcolini, der unter anderem den Fasanengarten nahe dem Jagdschloss Moritzburg gepachtet hatte, ließ ihm deshalb am Großteich bei Bärnsdorf ein Kriegsschiff nachbauen und zu Wasser lassen. Im Sommer 1776 fand eine erste kurfürstliche Bootsfahrt mit der Fregatte statt.

Dazu passend, trieb der Kurfürst seither den Nachbau einer ganzen Küstenlandschaft voran, um die Schlacht von Çesme nachstellen zu können.
So ließ er unter anderem eine Hafenanlage mit repräsentativer, von Mauern gefasster Anlegestelle, steinernen Pollern und einer Mole errichten, auf der der Leuchtturm Moritzburg gebaut und Kanonen aufgestellt wurden. Im See entstanden mehrere künstliche Inseln (hinter dem Leuchtturm erkennbar); eine trug einen Teepavillon, eine andere eine kleine Festung.

Westlich des Teichs entstand ein hunderte Meter langer Kanal. An dessen Einmündung liegen die nach der gleichnamigen Meerenge zwischen Ägäis und Marmarameer benannten „Dardanellen“. Dabei handelt es sich um ein 400 Meter langes, mittlerweile verfallenes Ensemble künstlicher bastionsartiger Rundungen mit Schießscharten. Zu beiden Seiten der Kanaleinmündung standen Brückenpfeiler mit vorgelagerten Eckbastionen, auf denen Kanonen postiert waren, deren Schüsse die ankommenden Schiffe symbolisch an der Einfahrt in den Kanal hinderten. Die Bastionen sind symbolische Miniaturnachbauten der Befestigungsanlagen der originalen Dardanellenschlösser in der heutigen Türkei.

Fortan wurden am Großteich zur Belustigung des Hofes Seeschlachten nachgestellt, bei denen Einwohner aus Dörfern der Umgebung als Statisten dienten. Am 18. Mai 1790 erfolgte vor fertiggestellter Kulisse in einer kleinen Werft am Südufer des Sees der Stapellauf eines 30.000 Taler teuren zweiten Kriegsschiffs, das jedoch kaum noch zum Einsatz kam.
Im Rahmen eines Fürstentreffens fand in Anwesenheit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. am 28. August 1791 die letzte höfische Segelpartie auf dem Großteich statt. Die Koalitionskriege zogen das Gebiet in Mitleidenschaft; die Schiffe wurden zerstört und die Anlagen verfielen. Übrig blieben nur mehrere Prunkgondeln.

Der Leuchtturm am Fasanenschlösschen ...
Der Leuchtturm am Fasanenschlösschen ...
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Das Fasananschlösschen in Moritzburg ...
Das Fasananschlösschen in Moritzburg ...
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http://de.wikipedia.org/wiki/Niederer_Gro%C3%9Fteich_B%C3%A4rnsdorf

Kommentare 3

  • dodo139 20. März 2013, 15:57

    Gelungenes Panorama.
    LG Doris
  • Huetteberg 19. März 2013, 20:26

    Klasse Aufnahme mit toller Info
    LG Bernd
  • PeSe23 19. März 2013, 19:59

    Großartig, >>>das Foto und die Erläuterung.
    LG Petra