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Was ist neu?

KathrinJ


Basic Mitglied, Mainz

Nachts sind alle Falter grau...51

Familie: Geometridae (Spanner)
Unterfamilie: Ennominae
Art: Ourapteryx sambucaria

Als Neujahrsgruß möchte ich Euch noch einmal eines meiner Highlights aus dem letzten Jahr zeigen - nämlich einen unserer schönsten Spanner, den Nachtschwalbenschwanz (Ourapteryx sambucaria). Da komme ich heute noch ins Schwärmen *seufz*.

Er zeichnet sich nicht nur durch seine Schönheit, sondern auch durch seine ansehnliche Größe von 5cm Flügelspannweite aus. Die Flügel verraten auch sofort, wie er zu seinem Namen kam, haben die schwanzartig verlängerten Enden doch eine gewisse Ähnlichkeit zum allseits bekannten Schwalbenschwanz. Auch der englische Name Swallow-tailed Moth nimmt darauf bezug.

Der Nachtschwalbenschwanz ist eine weit verbreitete Art der planaren bis montanen Stufe. An sein Habitat stellt er keine allzu großen Ansprüche, findet man ihn sowohl in Bach-und Flußtälern, in Kies-und Sandgruben, an Trockenhängen, als auch in Auwäldern und auch Parklandschaften der Siedlungsbereiche. Wie die meisten "Nachtfalter" ist auch er nachtaktiv, weshalb man ihn ohne Hilfsmittel eher selten zu Gesicht bekommt. In Ortschaften wird er manchmal an beleuchteten Hauswänden gefunden.

Die Falter fliegen in einer Generation von Juni bis in den August hinein. Die Raupen findet man anschließend von Ende August bis in den Juni des nächsten Jahres - die Überwinterung findet also als (Jung)Raupe statt. Diese ist ähnlich imposant wie der Falter und erreicht eine Körperlänge von bis zu 6cm. In typischer Spannermanier ahmen sie Äste und kleine Zweige nach. Dazu sitzen sie bewegungslos an einem Zweig und halten sich zusätzlich zu den Nachschiebern mit einem Gespinstfaden fest, der vom Kopf zur Sitzunterlage führt. Perfektioniert wird dieses Astmimese noch dadurch, daß die Raupe ihren etwas abgeflachten Kopf-Brust-Bereich im Vergleich zum Rest des Körpers seitwärts neigt. In der Mitte des Körpers befinden sich außerdem rechts und links zwei Höcker, die den Eindruck eines leblosen Astes noch verstärken.
Als Futterpflanze dienen in erster Linie Laubholzgewächse, wie bspw. Holunder (Sambucus --> siehe lateinischer Name sambucaria), Efeu, Schlehe, Roter Hartriegel und Gewöhnliche Waldrebe. Als krautige Pflanze ist bisher nur Baldrian nachgewiesen. Die Verpuppung beginnt im Mai in einer kunstvoll angefertigten Puppenwiege. Dazu werden einzelne Blätter oder Blattstücke zusammengewoben und mit einem Spinnfaden an einem Ast befestigt. In diesem frei schwebenden Gespinst verwandelt sich die Raupe nun in eine graugrüne, dunkel gesprenkelte Puppe. Der Falter schlüpft dann nach drei bis vier Wochen.

Der Nachtschwalbenschwanz ist in keinem Bundesland gefährdet.

Den hier gezeigten Falter habe ich aus einer gefundenen Raupe gezogen, aber das habe ich ja schon ausgiebig mit den meisten unter Euch gefeiert :-).

Wer die Raupe noch nicht kennt...:

Ourapteryx sambucaria - Nachtschwalbenschwanz - Raupe
Ourapteryx sambucaria - Nachtschwalbenschwanz - Raupe
KathrinJ


...und wer sich kein Bild von der Puppenwiege machen kann:
Ourapteryx sambucaria II - Nachtschwalbenschwanz - Puppenwiege
Ourapteryx sambucaria II - Nachtschwalbenschwanz - Puppenwiege
KathrinJ



Die runde 50 beschließt Monty mit seinem eigenen Lieblingsfalter :-):

Nachts sind alle Falter grau...50!
Nachts sind alle Falter grau...50!
Monty Erselius



Alles Liebe, Kathrin

Kommentare 7

  • KathrinJ 10. Januar 2011, 0:16

    Lieber Helmut,

    erst mal danke für die Blumen - es freut mich, daß Dir das Bild gefällt :-).
    Du mußt Dich überhaupt gar nicht schämen! Dafür gibt es keinerlei Grund :-). Von der Zucht hatte ich Anfang des Jahres noch überhaupt keine Ahnung. Habe also dieses Jahr zum allerersten Mal Raupen großgezogen. Insofern war ich Dir auch dankbar für Deine Tips! Du bist mir da sicher eine Jahre an Erfahrung voraus und das kann ich wohl auch nie einholen :-).
    Ich wünsche Dir auch einen gutes und erfolgreiches neues Jahr mit immer gutem Licht und wenig Wind :-).

    Alles Liebe, Kathrin
  • Helmut Diekmann 6. Januar 2011, 20:13

    Hallo Kathrin!
    Du beginnst das neue Jahr ja mit einem wunderschönen Falter! Mein Kompliment!
    Ich bin vor genau einem Jahr der fc beigetreten und habe als erstes ein Foto von einem Braunen Bären hochgeladen. Prompt kam dann eine Anmerkung von Dir!
    Ich erinnere mich auch noch daran, wie ich Dir schulmeisterliche Erklärungen über die Zucht von Arctia caja gegeben habe. Inzwischen habe ich festgestellt, dass Du eine regelrechte Schmetterlingsexpertin bist, und schäme mich beinahe meines damaligen schulmeisterlichen Auftretens.
    Ich wünsche Dir ein gutes neues Jahr mit vielen schönen Fotomotiven!
    Alles Liebe, Helmut
  • Macro-Jones67 1. Januar 2011, 17:54

    Für den Jahresbeginn hast du dir ein besonders schönes Motiv ausgesucht.
    Der Nachtschwalbenschwanz mag zwar noch nicht gefährdet sein aber seit ende der Achtziger Jahre können wir einen trend der Abnahme beobachten.
    Wunderschön festgehalten !!!!!!
    BG Mario
  • Daniela Boehm 1. Januar 2011, 17:51

    Die sehen sooo toll aus ;)LGDAni
  • Monty Erselius 1. Januar 2011, 17:49

    Hallo Kathrin,
    also auf den hab ich schon sooooo lange gewartet:-) Ein wirklich traumhaftes Bild mit einer ausgezeichneten Beschreibung, besser kann man es nicht bringen. Schöner kann man nicht in's neue Jahr starten...
    Alles Liebe, Monty
  • Edmund Summerer 1. Januar 2011, 17:20

    wieder mal ganz toll mit deiner super beschreibung dazu. :-)

    lg edi
  • leau 1. Januar 2011, 17:19

    Wow! das ist wirklich ein schöner Falter!
    und die Aufnahme ist klasse!
    ich glaube, das besondere der Aufnahme ist, wie der Falter zu dem vertrockneten Laub kontrastiert
    lg Laura