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Was ist neu?

Laufmann-ml194


World Mitglied, aus Unentschiedenheit

Mit geplantem Gefängnis

.. sollte nach einen der zahlreichen Entwürfe die Göltzschtalbrücke ausgestattet werden. Es kam nicht dazu.

Der relativ kurze Regionalzug den das "U-Boot", die Reihe 219 um 10:29 Uhr von Plauen nach Hof bringt, kann bei weitem nicht die Göltzschtalbrücke bei Netzschkau-Mylau füllen.

Reichenbach und seine Ortsteile haben von der Auslegung die Größe einer Stadt bis 50.000 Einwohner. Aber schon damals am 19.09.2000 war die tatsächliche Bewohnung in einigen Teilen mehr die eines potemkimischen Dorfes.

Übrigens - Kurzweil bot damals ein Fesselflugballon auf dem Festplatz unterhalb der Brücke. Wagemutig stieg ich ein und sagte mir hinterher ..
.. nie wieder. Bei dieser Gelegenheit stellte sich meine bisher unüberwundene Flug- und Höhenangst heraus.

Zu den bautechnischen und historischen Fakten der Göltzschtalbrücke verweise ich u.a. auf
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6ltzschtalbr%C3%BCcke
Ich denke, anstelle einer Wiederholung mit der Gefahr, dass Ihr davon erschlagen werdet, versuche ich besser Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu großen Bahnbauten der Zeit bis 1855 herzustellen, und damit einen gedanklichen Bogen mit sozialem Kontext zu schlagen.

Die Göltzschtalbrücke, seinerzeit 1851 nicht nur die höchste, sondern bis heute auch die größte Ziegelsteinbrücke war zur damaligen Zeit nicht nur technisch, sondern auch finanziell und auch vor dem Hintergrund der Unruhen 1848, politisch und sozial eine Herausforderung.
Die Elstertalbrücke bei Jocketa übertrifft sie nicht nur von der Länge, sondern unterscheidet sich auch markant durch die kürzere lichte Weihe der Brückenbogen.

Vor dem Hintergrund des Arbeits- und Sozialumfeldes der am Bau beteiligten Arbeiter, ist mit 31 tödlich verunglückten Personen von insgesamt rund 1.700, diese Quote wesentlich höher als bei den Bauarbeiten der Kunstbauwerke der zur gleichen Zeit entstandenen Semmeringbahn (89 Menschen von 20.000).
Wobei gerade bei letzterem Bauprojekt heraus zu stellen ist, dass Krankheiten und Seuchen in den Baulagern ein Vielfaches an Opfern als Unglücke forderten. Institutionen des vorbeugenden Gesundheitschutzes im Arbeitsumfeld wie ASD (Arbeits-Sicherheitstechnischer Dienst etc.) gab´s damals ebenso wenig wie soziale Absicherung für die Arbeiter überhaupt.

Vor diesem Hintergrund kann man den beteiligten Arbeiter nicht genug Respekt entgegenbringen, der auch die Bauleiter wie Ghega bei der Semmering, Wilke beim Göltzschtalviadukt und zuletzt, hier zwar nicht mehr in dieser Zeitschiene, Gerwig bei Schwarzwaldbahn und Gotthardbahn, zu umfassen hat.
Mit dem Schicksal Carl von Ghega lässt sich eindrucksvoll belegen, dass diese von der Funktion und Verantwortung herausgestellten Personenen, leitend aber nicht abgehoben waren. Carl von Ghega starb an einer Lungenschwindsucht, die er sich wohl entbehrungsbedingt bei einem seiner Projekte zugezogen hatte.
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