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Milchproduktion heute

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Milchproduktion heute

Kuhaltung zur Milchproduktion, Deutschland, fotografiert am 21. Mai 2005

Zur Gewinnung von Muttermilch für den menschlichen Gebrauch werden Rinder zielgerichtet geschwängert (-> Kühe), damit sie nach der Geburt in ihrer sogenannten Milchbildungsperiode (Laktationsphase) die Milch für das Neugeborene in den Eutern bilden. Die Milch entwendet der Mensch, und benutzt sie für den eigenen Gebrauch in Form von Milch, Käse, Quark, Joghurt, Sahne, etc.

Um den Kühen besonders viel Milch abnehmen zu können, müssen diese in regelmäßigen Abständen Kälber gebären, um so die Produktion von Mutter-Milch relativ durchgängig und in höchstem Maße aufrechtzuhalten. Aus diesen zyklisch herbeigeführten Schwangerschaften gehen logischerweise viele neugeborene Tiere hervor. Da zwischen Milch- und Fleischproduktion ein enger Zusammenhang besteht, gibt es für diese Tiere profitable Verwendungszwecke, sprich: Schlachtung und Vermarktung. Die weiblichen Kälber werden später genau wie ihre Mütter für die Milchproduktion genutzt, d.h. auch sie werden dauerhaft geschwängert, um Milch zu bilden, die der Mensch verbraucht.

Während der Laktationsphase wird die Milchbildung in den Eutern der Kühe durch täglich zweimaliges Melken bis etwa 305 Tage nach dem Kalben aufrechterhalten. Den Kühen wird jeweils morgens und abends mit Melkmaschinen (die die Stelle des saugenden Kalbes einnehmen) die Milch abgenommen. Auf jede der vier Zitzen am Euter wird ein Gummisauger gesteckt, daran angeschlossen ist eine Vakuum-Pumpe, die ungefähr einmal pro Sekunde ansaugt und wieder loslässt. Das führt zu einer Öffnung des Schließmuskels an der Zitzenspitze der Euterzitze, wodurch sich ein eigenständiger Milchfluss ergibt.

Die Maschine melkt mehrere Kühe gleichzeitig und braucht für eine Kuh normalerweise 5 bis 10 Minuten. Die so dem Euter des Tieres entnommene Milch wird über Rohrleitungen direkt in einen Tank transportiert, wo sie bei einer Temperatur von 4°C abgekühlt und von dort aus mit einem Tankwagen zur Molkerei geliefert wird. Durch das Pasteurisieren, ein Verfahren zur Haltbarmachung von Frischmilch, wird die Milch 15 bis 30 Sekunden auf 62 bis 74°C erhitzt, um für den Menschen schädliche Keime und Bakterien abzutöten. Diese Methode gilt als eine sichere, um Keimfreiheit zu gewährleisten.

Durch die Hitzebehandlung wird die Kuhmilch für den menschlichen Körper verträglicher, jedoch reagiert der erwachsene menschliche Organismus häufig mit Milchunverträglichkeit. 10 bis 15% der deutschen Erwachsenen vertragen keinen Milchzucker und damit keine oder wenig Milch [Deutsches Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik]. Man kann davon ausgehen, dass 10-25% der Nord- und Mitteleuropäer von der sogen. "Laktose-Intoleranz" betroffen sind. In den südlichen Ländern sind es 40-70%, in Asien und Afrika sogar über 90 bis zu 100%. Somit sind circa 75-80% der Weltbevölkerung laktoseintolerant, was ein absolut natürlicher und ursprünglicher Zustand ist, da nach dem Säuglingsalter für die erwachsenen Säugetiere (darunter auch der Mensch) normalerweise kein Konsum von Muttermilch mehr vorgesehen ist. Das entsprechende Verdauungs-Enzym Laktase wird - vergleichbar dem Wachstumshormon - ´abgeschaltet´. Wenn darüberhinaus jedoch weiter Milch konsumiert wird, verursacht dies bei Menschen mit Laktose-Intoleranz Völlegefühl, Blähungen, Durchfälle, Muskelspannungen, Kreislaufbeschwerden und weitere Schmerzen sowie Übelkeit bis hin zu Bauchkrämpfen und Erbrechen. [Universitätsklinikum Heidelberg · Innere Medizin IV]

Kommentare 3

  • Kunstharz Musikant 22. Mai 2005, 22:15

    die information zu der massenhaltung von tieren/milchproduktion ist offensichtlich der vordergrund...

    wenn es hier irgendwo einen "daumen-hoch-smiley" zum reinsetzen geben würde...
    dann würde ich ihn jetzt hier reinsetzen...

    das moralisch verwerfliche verhalten was industrieelle an den tag legen finde ich schlicht zum kotzen...

    erst letztens las ich einen artikel in dem stand das auf der örtlichen autobahn ein tiertransporter von der polizei angehalten wurde da er offensichtlich überladen war...
    wie sich herausstellte wurden 150 mast-ferkel zuviel geladen von denen fast 100 den stresstod erlitten...

    sowas lässt mich seufzend den kopf schütteln...

    ich hoffe das die zweckentfremdung dieses schlichten aber passenden fotos, der eingesperrten kuh, als einleitung nicht auf groll stoßen wird

    weiter so

    gruß





  • Fernando O.M. 22. Mai 2005, 12:06

    Bild und Erklärung sehr zurückgehalten. Beide lassen den wirklichen Ausmaß des tagtäglichen Grauens kaum erahnen.
    Gruß
    Fernando
  • Jochen V. 22. Mai 2005, 0:20

    Das Bild ist gut !
    Die Erläuterungen sind klasse !
    In Norddeutschland gibt es fast nur noch sog. Laufställe. Diese Haltungsform erlaubt den Tieren sich frei zu bewegen... im Gegensatz zum Anbindestall. Ohne diese recht großen Ställe wäre eine günstige Produktion nicht möglich/rentabel.... und das ist doch der Wunsch von locker 80 % der Konsumenten. Für Lebensmittel geben wir doch immer weniger aus. Vergleiche mal Getreide (nicht Brot)- und Eierpreise von heute und 1960.... Damals mußte man noch richtig viel/lange für den Erwerb von Lebensmitteln arbeiten, heute sind die Kosten (Anteil) fürs Essen eher gering.
    Obwohl: Auf tiefgekühltes Fleisch (zuerst auf Geflügel)verzichte ich mittlerweile auch.... das kommt nämlich von Großerzeugern... und das will ich auch nicht !
    Aber: Die Macht des Marktes/Bürgers erwartet billige Produkte....

    Gruß
    Jochen

    Schön das es noch Augenöffner gibt....

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