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Mergelgruben - die Gitarre

Mergelgruben - die Gitarre

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Markus Novak


Pro Mitglied, Ehringshausen

Mergelgruben - die Gitarre

Nikon D90 + 10-20 f4-5.6 ISO 400 mit 2500 K - 10mm Brennweite (15mm KB)
195s f11 mit zwei Petromax-Hk500 Petroleum-Laternen
an 9 verschiedenen Ausleuchtungs-Standpunkten
Einzelbild aus RAW mit Nikon ViewNX von 2500K auf 2100K korrigiert
min. Kontrastverbesserung und Nachschärfung in PS CS3

Dieses Bild ist das Ergebnis von ca. 5 std. Arbeit in der allerdings
noch 3 std. Arbeit mit einer Variante mit Blitzbeleuchtung eingerechnet sind.
(vermutlich zeige ich die geblitzte Version demnächst auch)
Leider waren einige Fehlversuche nötig um das Reflextionsverhalten
der Laternen richtig einschätzen zu können - dafür wurden wir belohnt
mit einer fertigen Aufnahme die keinerlei Montage oder Retusche erforderlich machte !!

Die 9 Positionen der Petromax-Laternen wurden zwischen 5s und 9s
belichtet. Während die Laternen an den nächsten Standort gebracht
wurden, musste das Objektiv abgedunkelt werden.

Dank an Bert und Wuddl für die zeitgleiche Arbeit mit den zwei Lampen !
Das Verfahren setzte eine gewisse logistische Durchführung voraus !

Besonderen Dank wieder an Bert der uns sicher hinein und heraus
geführt hat ! Ohne ihn wäre dieses Bild nicht entstanden !!


Die Gänge sind ca. 8m hoch, am Boden inks ca. 6m breit.
Der Durchbruch rechts wird von den wenigen ortskundigen
Führern "Gitarre" genannt und ist am Boden ca. 3m breit.
Vermutlich sieht man links mehr als 30m in die Tiefe.
Im rechten Durchgang sind es vermutlich 15m .

Belegte Spuren reichen mindestens 450 Jahte in die Vergangenheit.
Mergel wurde bereits von den Römern als Baustoff verwendet.
In entsprechend alten Gruben lassen sich dementsprechende
historische Funde aus den nachfolgenden Epochen finden.
So diente diese Grube bereits im 30-jährigen Krieg als Zuflucht
für Verfolgte etlicher Volksgruppen bishin zu den beiden Weltkriegen.
Aber auch Schmuggler nutzten das weit verzweigte Tunnelsystem
für ihre Zwecke.

Mergelgestein ist ein Sedimentgestein und besteht je etwa zur Hälfte
aus Ton und Kalk. Bei höheren Kalkgehalten spricht man von Kalkmergel,
bei niedrigeren von Tonmergel. Er entsteht, wenn gleichzeitig Ton
abgelagert und Kalk ausgefällt wird.
Um das Gestein abzubauen schlug man einen etwa 2m hohen Stollen
ins weiche Gestein, um sich dann von oben nach unten, bis zum Ende der
Mergelschicht durchzuschlagen. Da Steinquader abgebaut wurden
entstand das typische Muster, das den Eindruck erweckt als seinen die
verbliebenen Abstützungen aus Steinen aufgetürmt.
Da über der Decke nur wenig feste Struktur vorherscht mussten
Trägersäulen in geringen Abständen belassen werden. Dadurch sind
unglaubliche Labyrinthe entstanden, die dem Laien lediglich eine
Orientierung per Kompas ermöglicht. Es ist absolut lebensgefährlich
eine Exkursion ohne einen erfahrenen Führer auf eigene Faust zu
unternehmen.

Der dunkle Bereich an den Wänden in Bödennähe zeigt nicht das Ende
der Mergelschicht, sondern ist lediglich ein Zeugnis einer völlig anderen
Abbaumethode die vermutlich viele Jahrzehnte später erfolgte.
Denkbar ist ein Abbau der zu Schotter verabeitet wurde.

Ich habe zwei Monate gebraucht um einen Führer zu finden, der bereit war
Fotografen bei ihrer langwierigen Arbeit zu unterstützen.
Ich bin überaus dankbar nun zum Zweiten mal Bert als außerordentlich
versierten Führer gewinnen zu können, der uns obendrein mit schier
endloser Geduld bei den Fotoarbeiten geholfen hat.

Wuddl hat einen eigenen Account hier in der FC
eröffet, in dem er auch Bilder aus dieser "Mergeltour-Juli" zeigt.

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