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Was ist neu?

Ralf Horst


Pro Mitglied, Berlin

Mein kleiner Freund vom Arbeitsparkplatz...

Unter'n Zaun hindurch zwängt er sich,
mehr oder wen'ger leer der Magen,
oder wartet schon beim Auto oft auf mich,
kommt zu auf mich um zu sagen:
"Schön dass du da bist, mein Hunger ist so groß,
wo bleibst du nur so lange bloß!?"

In kalten Zeiten fast jeden Tag,
im Sommer selt'ner, nur wenn er mag
mich zu sehn um zu sagen "guten Abend",
nie einen großen oder kleinen Bissen entsagend,
Jahrein, Jahraus, mehr als ein lang' Jahrzehnt,
Immer mehr hab' ich ihn herbeiersehnt...

Jedes Weihnachtsfest gab's schöne Leckerbissen,
je kälter's war, desto mehr,
er schien sehr wohl genau zu wissen,
wenn es kalt und leer war auf dem Gelände
gab es gut zu futtern durch meine Hände.
Das gefiel ihm sichtlich sehr.

Schüchtern allemal unterlag er oft Rivalen,
so war's nicht schwer sich auszumalen,
lange hätt' er's nicht gut überstanden ganz allein,
So musst' ich unbedingt Freund ihm sein.

Viele Zecken und sonst'ges Ungemach ihn oft geplagt,
ließ doch nie Schwäche, Krankheit sehen,
gab mir aber wohl zu verstehen:
"ich brauch' dich, bestimmt hätt' ich sonst verzagt!"
Wie ein Blindenhund führt' er mich so manchesmal zum Wagen,
ich fühlt' mich fast wie hingetragen.

Er fand es schön wenn ich beim Futtern in der Nähe blieb,
wenn ich zu früh von dannen fuhr mit dem Gefährt,
es ihn oft sogleich hinweg vom Futter trieb...
So blieb ich bis er fertig, wie es sich bei Freunden wohl gehört.

Es kam Hitze, Kälte, Schnee und Regen,
uns konnte nichts vom Platze fegen.
Die Krise der Finanzen ließ's Gelände pro Natur,
natürlich, Zufall nur ganz allein...
so war'n wir beide trotzdem Frohnatur.
Und niemand ahnt wie alles so zusammenhängt, groß und klein.

Doch nie kann man alles sehen, wissen, planen,
so kam es nun - Ihr werdet's sicher ahnen -
wie es immer kommt, er kam nicht mehr...
drei Tage nicht, eine Woche nicht...
zwei Wochen und noch länger, mir wurd's so schwer,
das Licht war aus, ich spürt's Gewicht,
so ist es denn vorbei mit der schönen Zeit,
er wird wohl wohnen nun im Himmel weit...
Meine Trauer ist so riesengroß,
doch sie mein allein Gefühl ganz sicher bloß.
Mein kleiner Freund, unwichtig, überseh'n von der großen Welt,
aber wichtig für mich, auch du hast mich nun geprägt
für die neue Zeit, die nun kommt, ich hoffe, mir's irgendwann gefällt...

Kommentare 11

  • Ursel von der Küste 21. August 2012, 10:04

    guten morgen horst,
    in der letzten zeit habe ich sooft an dich und den schwarzen denken müssen. ich kann nicht sagen wieso und warum.
    heute nun sehe ich deine aufnahmen.
    liebe grüsse
    ursel
  • Hartmut Stahl 13. November 2011, 21:32

    sehr tief empfundene Zeilen, auf meiner Arbeitsstelle hatte ich auch mal Katzen, aber sie sind nicht weggeblieben, ich habe sie begraben können, meine erste Katze dort hatte mit dem Sterben auf mich gewartet, das ist Liebe über den Tod hinaus. Viele Grüße, Hartmut
  • bamlebie 12. Oktober 2011, 10:24

    Das ist ja Herzzereißend was ich gerade gelesen habe.Es muss sehr schwer gewesen sein zur Arbeit zu gehen ohne Deinen kleinen Freund wiederzusehen.Immer und immer wieder dieses erdrückende Gefühl in der Brust und nicht's machen zu können.Ganz liebe Grüße sendet Dir herzlich Lisa.
  • Ingrid Sihler 20. September 2009, 13:33

    mich haben Deine Zeilen gestern auch so tief berührt,
    dass ich kaum Worte fand, Zeilen voller Liebe und
    auch Dankbarkeit für die gemeisame Zeit, die Dir
    Dein kleiner Freund geschenkt hat, eine Liebe, die
    er mitgenommen hat auf seinen letzten Weg, er war
    ein Teil von Dir und wird es für alle Zeiten bleiben


    auch diese Worte möchte ich ihm wie schon so
    manchen anderen widmen



    Beim Aufgang der Sonne
    und bei ihrem Untergang
    erinnern wir uns an sie;

    Beim Wehen des Windes
    und in der Kälte des Winters
    erinnern wir uns an sie;

    Beim Öffnen der Knospen
    und in der Wärme des Sommers
    erinnern wir uns an sie;

    Beim Rauschen der Blätter
    und in der Schönheit des Herbstes
    erinnern wir uns an sie;

    Zu Beginn des Jahres
    und wenn es zu Ende geht
    erinnern wir uns an sie;

    Wenn wir müde sind
    und Kraft brauchen,
    erinnern wir uns an sie;

    Wenn wir verloren sind
    und krank in unserem Herzen
    erinnern wir uns an sie;

    Wenn wir Freude erleben,
    die wir so gerne teilen würden
    erinnern wir uns an sie;

    So lange wir leben,
    werden sie auch leben,
    denn sie sind nun ein Teil von uns,
    wenn wir uns an sie erinnern.


    Ingrid
  • Ralf Horst 20. September 2009, 12:43

    Allen, die - egal ob still oder kommentierend - hier so Anteil nehmen, sei hier herzlichst Danke gesagt.
    Es tut sehr gut, zu erfahren, das es soviel so intensives Verständnis gibt.
    Meine Zeilen kamen ohne langes Überlegen zustande, mein Kleiner Großer hat mir dabei ganz sicher geholfen.
    Meine drei heimischen lieben Katzendamen helfen mir natürlich darüber hinweg, aber eine Freundschaft, Liebe bleibt doch immer einzigartig, unersetzbar.
  • Ingrid Sihler 19. September 2009, 23:27

    :-(

    Eines Abends

    Eines Abends wirst Du über Deinem Haus
    ein Licht leuchten sehen,
    und Du meinst zu wissen,
    woher es kommt ...

    ... eines Abends wirst Du über Deinem Haus
    eine Sternschnuppe versinken sehen
    und Du meinst zu wissen,
    wer sie Dir geschickt hat ...

    ... eines Abends wirst Du über Deinem Haus
    den Mond versinken sehen,
    und Du meinst zu wissen,
    wer immer noch an Dich denkt.

    All das ist dein kleiner geliebter Freund
    der über die Regenbogenbrücke ging,
    und dich von dort oben sieht
    um dir einen Gruß zu schicken.

    (Verfasser unbekannt)


    ein stiller, trauriger Gruß
    Ingrid
  • Ursel von der Küste 19. September 2009, 11:05

    tränen habe ich den augen, einen dicken kloß im hals, erinnerungen kommen hoch, ich bin so traurig.
    jede zeile deines gedichtes spüre ich mit dem herzen. wie oft habe ich gewartet und gesucht, wo sind sie nur, warum sind sie nicht hier und dann das glück im herzen wenn sie um die ecke kamen und mir ihr blick sagte, ach du wartest schon.
    So eine freundschaft ist etwas ganz besonderes und der schmerz daher auch, sie ist mit nichts auf dieser welt zu bezahlen.
    einer dieser freunde lebt heute bei mir und ich bin sehr dankbar.
    Deine liebeserklärung an den Schwarzen übertrifft alles.
    ihr werdet euch wieder sehen an der regenbogenbrücke, ich glaube fest daran.
    Liebe aber auch traurige Grüße
    von Ursel
  • Astrid Wiezorek 18. September 2009, 22:33

    Wir haben lange überlegt was wir hier schreiben könnten. Es ist sehr schwer die richtigen Worte zu finden. Es war eine ganz besondere Freundschaft, welche dich geprägt hat. Es war ein Nehmen und geben, aber von beiden Seiten und du hast deine Gefühle so wunderschön wieder gegeben. Wir haben Tränen in den Augen und ein Kloß steckt im Hals, aber wir können uns auch freuen, dass es Menschen wie dich gibt. Du hast deinen kleinen Freund nie im Stich gelassen, und er wusste ganz genau dass er dir vertrauen konnte.
    Die Geschichte geht ans Herz.
    Behalte ihn in Erinnerung, denn die kann dir keiner nehmen. So wird er in deinem Herzen weiter leben.
    Traurige Grüße von Steffen, Astrid & den Schnurries
  • Brigitte Niestrath 17. September 2009, 14:24

    So eine Freundschaft gibt es nur einmal !
    Ich kann mich nur Elke und Gisela anschließen !
    Auch mich haben deine Worte bis in die Seele berührt, aus jeder Zeile spürt man die Liebe und die Freundschaft, die euch verbunden hat !
    Er wird auf dich warten, da bin ich überzeugt !
    Die Worte sind so schön, zwar mit einem traurigem Ende, aber sehr gefühlvoll !
    So eine Freundschaft ist tausendmal wertvoller als alles Geld der Erde !
    Liebe Grüße von Brigitte
  • Rackerli 17. September 2009, 1:01

    Eine Liebeserklärung von Freund zu Freund - selten, wenn nicht so gar nie, haben mich Worte so berührt.
    Ihr werdet Euch wieder sehen...
    LGGisela
  • Katze Elke 16. September 2009, 0:57

    Sehr, sehr liebevoll geschrieben. Ich verstehe jede Zeile. So traurig die letzten Zeilen auch sind, aber ich spüre auch deine Dankbarkeit, dass du diese lange Freundschaft auf Gegenseitigkeit erleben duftest. Ihr habt euch viel gegeben.
    Schönes Foto von deinem Freund - etwas für die Erinnerung, obwohl sie immer im Herzen bleiben.
    LG Elke

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Kategorie Natur
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