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Was ist neu?

Eckhard Meineke


Pro Mitglied, Münster

Matrix

Bocholt, Textilmuseum, 4. April 2010. Nikon D 90 mit Nikkor f/3,5-5,6 28-200 G mm bei 38 mm. JPEG (8 Bit) Fein. ISO 1000. 1/100 sec f/4 bei mittenbetonter Messung. Bearbeitung: Corel PhotoImpact X3. Kontrasterhöhung: S-Kurve. Nachschärfen des auflösungsreduzierten Bildes 20/100.

“Es ist lächerlich. Ich sitze hier in meiner kleinen Stube, ich, Brigge, der achtundzwanzig Jahre alt geworden ist und von dem niemand weiß. Ich sitze hier und bin nichts. Und dennoch, dieses Nichts fängt an zu denken und denkt, fünf Treppen hoch, an einem grauen Pariser Nachmittag diesen Gedanken:, Ist es möglich, denkt es, daß man noch nichts Wirkliches und Wichtiges gesehen, erkannt und gesagt hat? Ist es möglich, daß man Jahrtausende Zeit gehabt hat, zu schauen, nachzudenken und aufzuzeichnen, und daß man die Jahrtausende hat vergehen lassen wie eine Schulpause, in der man sein Butterbrot ißt und einen Apfel?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich; daß man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist? Ist es möglich, daß man sogar diese Oberfläche, die doch immerhin etwas gewesen wäre, mit einem unglaublich langweiligen Stoff überzogen hat, so daß sie aussieht wie die Salonmöbel in den Sommerferien?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß die ganze Weltgeschichte mißverstanden worden ist? Ist es möglich, daß die Vergangenheit falsch ist, weil man immer von ihren Massen gesprochen hat, gerade, als ob man von einem Zusammenlauf vieler Menschen erzählte, statt von dem einen zu sagen, um den sie herumstanden, weil er fremd war und starb?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß man glaubte, nachholen zu müssen, was sich ereignet hat, ehe man geboren war? Ist es möglich, daß man jeden einzelnen erinnern müßte, er sei ja aus allen Früheren entstanden, wüßte es also und sollte sich nichts einreden lassen von den anderen, die anderes wüßten?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß alle diese Menschen eine Vergangenheit, die nie gewesen ist, ganz genau kennen? Ist es möglich, daß alle Wirklichkeiten nichts sind für sie; daß ihr Leben abläuft, mit nichts verknüpft, wie eine Uhr in einem leeren Zimmer –?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß man von den Mädchen nichts weiß, die doch leben? Ist es möglich, daß man ›die Frauen‹ sagt, ›die Kinder‹, ›die Knaben‹ und nicht ahnt (bei aller Bildung nicht ahnt), daß diese Worte längst keine Mehrzahl mehr haben, sondern nur unzählige Einzahlen?

Ja, es ist möglich.

Ist es möglich, daß es Leute gibt, welche ›Gott‹ sagen und meinen, das wäre etwas Gemeinsames? – Und sieh nur zwei Schulkinder: es kauft sich der eine ein Messer, und sein Nachbar kauft sich ein ganz gleiches am selben Tag. Und sie zeigen einander nach einer Woche die beiden Messer, und es ergibt sich, daß sie sich nur noch ganz entfernt ähnlich sehen, – so verschieden haben sie sich in verschiedenen Händen entwickelt. (Ja, sagt des einen Mutter dazu: wenn ihr auch gleich immer alles abnutzen müßt. –) Ach so: Ist es möglich, zu glauben, man könne einen Gott haben, ohne ihn zu gebrauchen?

Ja, es ist möglich.

Wenn aber dieses alles möglich ist, auch nur einen Schein von Möglichkeit hat, – dann muß ja, um alles in der Welt, etwas geschehen. Der Nächstbeste, der, welcher diesen beunruhigenden Gedanken gehabt hat, muß anfangen, etwas von dem Versäumten zu tun; wenn es auch nur irgendeiner ist, durchaus nicht der Geeignetste: es ist eben kein anderer da. Dieser junge, belanglose Ausländer, Brigge, wird sich fünf Treppen hoch hinsetzen müssen und schreiben, Tag und Nacht, ja er wird schreiben müssen, das wird das Ende sein:“


Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
http://gutenberg.spiegel.de/buch/825/1

http://www.youtube.com/watch?v=WnEYHQ9dscY&feature=related









Kommentare 64

  • Eckhard Meineke 22. Januar 2016, 19:52

    In der Tat. Die Lochkartenmonster der 60er Jahre habe ich noch in Erinnerung. HG, E.
  • Rob Nagelhout 22. Januar 2016, 19:51

    Great impression of a wide range of tones in more then one way, What we see here is more of less the start of our language on the computer
    Gr. Rob
  • Eckhard Meineke 3. September 2015, 13:51

    Bei der prekären Mischlichtbeleuchtung eigentlich auffällig; die Kamera verbessert die Wirklichkeit. HG, E.
  • Bernadette O. 20. Juni 2014, 22:27

    Mich spricht das Bild auf einer ganz pragmatischen Ebene an, weil wir mit solchen Lochkarten noch konkret gearbeitet haben, allerdings nicht mehr mit solchen, die mit Schnüren zusammengebunden wurden. Heute braucht man sie nicht mehr, es geht alles elektronisch.
    Das Bild mit dem Rilke-Gedicht zu kombinieren, ist eine spannende Idee.
    LG Bernadette
  • Cidorella 20. Juni 2014, 22:19

    Hi Eckhard,
    spannende Idee, tolle Aufnahme.... ich sehe schon es gibt einige Möglichkeiten;).

    Beste Grüße
    Cido
  • Eckhard Meineke 27. August 2011, 20:08

    Lieber Michael, gestern sah ich die deutsche Produktion „Die Lehrerin“, die selbst einen so alten Mann wie mich noch zu Tränen rührte. Es gibt also durchaus gute deutsche Filme. Was die D700 betrifft: Genieße einfach eine der besten Kameras der Welt; wir haben nur ein Leben! Eckhard
  • Michael Jo. 27. August 2011, 12:57

    gut in Worte komprimiert, lieber Eckhard,
    Deine Beschreibung des Spannungsfeldes
    zwischen Gemeinschaft und Individuum,
    der Gruppenidentität der (vermeintlch oder betont)
    ' progressiven' ..

    Klar weiss ich, dass Hollywood nicht nur
    Blockbuster-Commerz produziert;
    aber: hat ein wirklich gutes Produkt
    solch gezieltes Marketing nötig ?
    Darüberhinaus sollten wir Europäer uns auf
    unsere eigenen ' progressiven' Kräfte und unsere mindestens ebenso gute Film(kultur-)tradition besinnen,
    und nicht alles bedenkenlos fressen und wiederkauen, was aus dem Mekka des Unterhaltungsbusines L. A.
    rüberschwappt (oder in unsere heimische Medienlandschaft gepresst wird ..).
    Kaum ein europaisches Filmfestival, dass sich traut,
    Hollywood zweit- oder drittrangig einzuordnen.
    Dagegen sind diese Oskar- und Golden-Globe-Glamour-Spektakel, diese (Selbst-)Beweihräucherungs-Hochämter all der Stars und Sternchen in L. A. tranige Eitelkeiten zum Gääääähnen (und wegzappen !).
    Aber so ist es: der Prophet gilt im eigenen Land nichts,
    fühlt seinen Marktwert erst durch mediale US-Präsens anerkannt ...
    (negatives, beinahe blamables Beispiel:
    der hochmögende, blasierte Herr H. von Donnersmark ..)

    p.s.1.: jetzt erst Deine ausführliche AM
    (Antwort, Auseinandersetzung mit /) auf Kerstin
    gelesen ..., Zustimmung !,
    - auch wenn ich - was Rilke u.a. betrifft -,
    da kaum mithalten kann (kaum belesen bin)

    p.s.2.: mit der Mandevillschen Markttheorie hast Du mich allerdings erwischt, ins Mark getroffen ... (Stichw.: D700 - duckundweg ...)

    Michael
  • Eckhard Meineke 25. August 2011, 16:44

    Lieber Michael, den Gedanken einer Matrix, die wieder selbst eine Matrix produziert, finde ich sehr ansprechend. Allerdings halte ich das Geschaffene eher für etwas regelhaft Erstelltes, bei dem (im Fall der Texilien) das Ganze leidet, wenn es an einer Stelle beschädigt wird. Die Übertragung des Bildes von Matrix und regelhaft Geschaffenem auf das Spannungsfeld von Gemeinschaft und Individuum ist besonders spannend, kann doch letztlich das, was wir Individualität nennen, nur in Auseinandersetzung mit der vorliegenden gesellschaftlichen Matrix entstehen und wieder auf sie zurückwirken. Dabei ist die faktische Uniformiertheit gerade jeweils „progressiver“ Bewegungen vermutlich ein Element, das zur Formierung der Gruppenidentität gebraucht wird; diese progressive Gruppe gibt dem Einzelnen, der sich ihr anschließt, eine gewisse Sicherheit gegenüber den ihn umgebenden „regressiven“ Strukturen, dient also der Selbstvergewisserung.

    Inwieweit politische Entscheidungen wirtschaftliche Entwicklungen globaler Art steuern können, ist ungewiß; vermutlich setzen solche Entscheidungen eine global vernetzte Politik voraus, wie wir sie nur ansatzweise besitzen. Die Matrix-Filme solltest Du dir ansehen ;-). Es gibt solche und solche Hollywood-Produkte. Eckhard
  • Eckhard Meineke 25. August 2011, 9:52

    Lieber Michael, Du solltest doch mein neuestes Bild mit den scharfen Zähnen des Tigers zerreißen! ;-) Nun gut, Du willst einfach nicht; das tut unserer Fotofreundschaft keinen Abbruch. ;-)) Antworte heute abend. Eckhard
  • Michael Jo. 24. August 2011, 12:42

    das Beispiel mit der Web-Matrix
    finde ich insofern besonders treffend,
    weil hier nicht nur über das Wesen einer Matrix
    nachgedacht (philosphiert ..) werden kann,
    deren Funktion hinterfragt wird,
    sondern weil der Webstuhl selber (ob hand- u. fußbetrieben oder vollmechanisch) wieder eine Matrix
    produziert !
    Trennen wir eine Masche daraus auf,
    ist das Bild an dieser Stelle gestört, löst sich das Produkt allmählich auf.
    Lösen wir eine Masche im Pullover,
    dröselt sich das ganze Teil beim Tragen allmählich auf, sofern wir dem nicht Einhalt gebieten.

    Die Matrix hier als Synonym der doch nicht wirklichen
    Individualität des Einzelnen in einer Gesellschaft zu betrachten, würde ich einerseits verneinen,
    andererseits muss ich dem zustimmen.
    Verneinung: selbst eine totalitär bestimmte Masse
    lässt sich nicht bis in den kleinsten Winkel überwachen, unterordnen, fremdbestimmen
    (Beispiel: im ' Dritten Reich ' );
    andererseits: auch die vermeintliche Individualität,
    die freien Gedanken des Individuums, orientiert/ orientieren sich an Wünschen u. Ideen, die grösstenteils von anderen schon (vor)formuliert wurden,
    von einer Sehnsucht nach Freiheit, die der Einzelne
    (die meisten vermutlich ?) in seiner Vorstellung
    mit bereits formulierten Ideen (Idealen, Meinungen) bekannter Philosophen verbindet u./od. sich an
    Idealvorstellungen (Literaur, Filme, Erzählungen, Träume ..) orientiert.
    Die Frage seiner Existenz, der Lebenswirklichkeit
    (Broterwerb, Abhängigkeit .. ect) dagegen wird dabei
    zunächst oft ausgeblendet (was die Idealvorstellung betrifft).
    Selbst all die ' Hipster' u. ähnliche Möchtegern-Individualisten folgen einem ungeschriebenen Dresscode, der sie als als solche bitte ausweisen möge ...
    Etliche Beispiele von bestimmten Gruppen,
    die loszogen in eine neue, ' freie(re) ' Welt,
    um sich von bestimmten Zwängen zu befreien
    und ein selbstbestimmtes Leben zu führen
    (krasses Beispiel - oder hier doch fehl am Platz ? -:
    die Hutterer, die sich heute noch dem gängigen Raster verweigern), die frühen Beatniks, die Hippie-Bewegung, die Landkommunen ...., sind doch auch wieder an
    eine bestimmte Matrix gebunden, wollen sie als
    Gemeinschaft von ' Individuen' überleben.
    Soeben las ich in einer Beilage der ' Zeit' Berichte
    junger Oppositioneller aus dem Nach-Mubarak-Ägypten, aus Syrien u. Tunesien .. , die belegen,
    dass nur eine enge Vernetzung Gleichgesinnter
    die überkommenen Machtstrukturen aufbrechen kann.
    Was danach kommen wird, darüber herrschen - trotz Hoffnung - noch grosse Zweifel ...
    (Ohne ' Matrix' wären die Muslimbruderschaften,
    die Salafisten ect. keine Gefahr !).

    was uns früher an Mist (ob ernst gemeint, oder
    ' nur' als belächelte Weitergabe einer gewissen Volxmeinung) weitergegen wurde - Beispiel:
    ' ein (DER ::!) Mann muss in seinem Leben ein Kind zeugen (.. früher vermutlich möglichst einen ' Stammhalter '..), ein Haus bauen und einen Baum pflanzen ...;
    mit solch ' Matrizen' wurden unsere Hirne verkleistert.
    Bei all den künftigen ' Businessmen' (Berufswunsch Nr 1 im Ex-Ostblock), den Börsengurus, den globalen Casinoboys
    der Banken, Versicherer und Rohstoffhändler ...
    ist Geld DIE Matrix, die diesen Turbokapitalismus bestimmt.
    Und ' die da oben' - wenn sie nicht längst als Lakaien
    das Spiel dieser Casinos unterstützen - :
    gerieren sich wie die Super-Alphas (Kaste !) in Aldous Huxleys ' Brave new World' ....;
    auch sie allerdings Getriebene eines Systems !
    Und wir hier unten: siehe Fritz Langs grossartiger Stummfilm ' Metropolis' .. oder auch Charly Chaplin in ' Modern Times' ...
    ' Matrix' , den (die) Film(e) habe ich nicht gesehen (!)
    - hat mich bisher auch Null interessiert; allein wg.
    des Riesen-Werberummels für dieses ' Projekt' (Sprachgebrauch jener Hipster) und tiefe Abneigung u. Vorbehalte gegenüber derlei Holywood-Produkten.

    @ Karl-Dieter Frost, Kerstin Stolzenburg und Gert Rehn:
    zustimmendes Kopfnicken !!!
    Gert: Deiner kurzgefassten Beschreibung der Informationstechnik und deren Entwicklung (und Missbrauch !!) füge ich noch ergänzend hinzu:
    die gute, alte Rechen-Schiebetafel, Konrad Zuses geniale Bastelei .. und die mathematischen Grundlagen eines Norbert Wiener (am MIT, USA).

    Michael




  • Eckhard Meineke 23. August 2011, 20:20

    Lieber Wolf, laß Dir Zeit. Die Bilder haben sie auch. Eckhard
  • Wolf Schroedax 23. August 2011, 12:06

    Hallo Eckhard, ich brauche etwas Zeit, um bei dir durchzusteigen, bewürdige aber schon einmal deine Akribie. Bis später/die Tage/die Wochen ! LG Wolf
  • Eckhard Meineke 21. Juni 2011, 21:47

    Lieber Werner, ich muss zugeben, dass ich den zweiten Teil deiner Anmerkung nicht recht verstehe. Die Babylon-Geschichte scheint mir hier nicht anwendbar zu sein. Eckhard
  • werner weis 19. Juni 2011, 23:30





    Ginger White: Zur Fotografie des Ablaufs


    antik rollt hier ein Programm ab
    das klassisch erzählt

    verknüpft mit einem Baumwollfaden
    reihen sich hier Platten aus

    einem metallenem Material, die
    Lochbotschaften aussenden

    wir hören die Klänge aus Babylon,
    wo aus der Masse doch Ordnung

    schallt, doch diese Logiken so zahl-
    reich gleichzeitig und asynchron,

    dass man den Schrei der Bibel braucht,
    um umzukehren in den Sinn von Matrix
  • Eckhard Meineke 30. März 2011, 8:19

    Liebe Sigrun, leider ist das bereits der einzige Teil des Romans, der einen in Aufruhr versetzt; der Rest ist fürchterlich langweilig und am geplanten Thema vorbeigeschrieben. Aber immerhin: Dieser Teil ist schwerlich zu übertreffen. Eckhard


  • Antigone44 29. März 2011, 22:20

    Ist es möglich,dass ich "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" noch nie gelesen habe?
    Ja,es ist möglich.
    Ist es möglich,dass sich beim Betrachten des Fotos ein Kopfkino in Gang gesetzt hat?
    Ja,es ist möglich.
    Ist es möglich,dass ich beimLesen von Rilkes Text in innerer Aufruhr geraten bin?
    Ja, es ist möglich.
    Ich danke Dir!
    Lieben Gruß,Siegrun
  • Eckhard Meineke 22. Juni 2010, 18:01

    Ich denke, er wird nie reif dazu sein; dazu steckt der alte Adam zu tief in uns. Nun ja, vorderhand gibt es auch drängendere Probleme als wesentliche Fortschritte in der Informationstechnologie, solange etwa die Fragen des Umweltverbrauchs, der Überbevölkerung und des Klimawandels nicht gelöst sind. Eckhard
  • Max Stockhaus 21. Juni 2010, 21:40

    Eine sehr philosophische Frage natürlich,
    Solange wie mit der Web-Matrix (die zum Weben, (nicht die vom www) wirds nicht dauern, das ist klar.

    Es vergeht noch ein Weilchen, bis der Mensch sich "künstlich" zu repruduzieren in der Lage ist.
    Es gibt zwar genug Menschen, die glauben, das wird er nie tun können, aber vielleicht wollen sie das nur glauben, weil sie sich fürchten davor
    -
    Wenn er dann doch einmal dazu in der Lage sein sollte, kann man nur hoffen, dass er auch reif genug dafür geworden ist, was zur Zeit leider nicht absehbar ist.

    lgm

    *
  • Eckhard Meineke 21. Juni 2010, 20:35

    Lieber Max, in wenigen Jahren wird die Informationstechnologie von heute der Dinosaurier von morgen sein. Was dann? Eckhard
  • Max Stockhaus 21. Juni 2010, 19:52

    habs vor ein paar Tagen aufghängt in meiner Galerie.

    http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/fav

    Ein überaus interessantes Thema, welches die Menschheit zunehmend weiter beschäftigt, wird hier beleuchtet durch dein "Dinosaurier-Bild"

    Gratulation

    *
  • Eckhard Meineke 2. Juni 2010, 12:00

    Lieber Gert, leider lässt sich alles, was guten Zwecken auf breiter Front dienen könnte, auch missbrauchen; das ist bei der gegenwärtigen elektronischen Welt der Kommunikation noch in viel größerem Ausmaß möglich als bereits seinerzeit, wobei aber die tödliche Effizienz der Maßnahmen im "Dritten Reich" bereits entsetzlich war ... ich erinnere mich an die Eingangsszene des Films "Schindlers Liste". Heute ist man ja mit eingeschaltetem Handy sogar lokalisierbar. Was die amerikanischen Wahlautomaten betrifft, so dürfte damals der demokratische Kandidat durch allfällige Manipulationen um seinen Wahlsieg gebracht worden sein. Eckhard


  • Gert Rehn 2. Juni 2010, 10:10

    hier für Webstühle, aber auch dafür wurde diese Technik verwendet(zuerst von IBM), lieber Eckhard:

    "Die professionelle Auszählung und Erfassung von per Lochkarten eingegebenen Daten erleichterte und optimierte die Datenverarbeitung in Industrie, Gewerbe und Büro. Hollerith-Maschinen hielten überall in Behörden und Firmen Einzug. Sie wurden bei der Buchhaltung eingesetzt, im Personalwesen, zur Erfassung von Kontobewegungen und spielten bei der statistischen Erfassung (Volkszählungen, Wahlen) eine unverzichtbare Rolle. Im Dritten Reich wurden die Hollerith-Automaten missbraucht, weil sich mit ihrer Hilfe die rassistischen Kriterien der Nürnberger Rassengesetze erfassen ließen.(und sonstige dem regime unliebsame leute ebenso schnell, indem man die Karten fallen ließ, G.R.) Lochkarten im Hollerith-Format finden sogar heute noch in US-amerikanischen Wahlautomaten Verwendung, deren - für heutige Begriffe - mangelnde Zuverlässigkeit jedoch bei den Präsidentschaftswahlen 2000 stark in die Kritik geraten ist.(!) aus: Planet-Wissen.

    mfG Gert
  • Eckhard Meineke 20. Mai 2010, 14:37

    @ Kerstin: Liebe Kerstin, deinen Ausführungen unter Punkt 1 ist natürlich vollkommen zuzustimmen. Als Nichttechniker wundere ich mich auch, warum es nicht möglich sein soll, das Öl mit dafür ausgerüsteten Schiffen abzusaugen, bevor das Bohrloch geschlossen werden kann. Punkt 2: Ich meinte Richters „Die Gruppe“. 3. Mystizismus: Auch der Verstand ist von Gott; das bloße Ahnden bringt niemanden weiter und endet im Borderline-Unwesen. 4. Die Bienenfabel beschreibt ja nur eine bestimmte Varietät der Marktwirtschaft, und da wird natürlich ein krasses Gegenbild zu der Gesellschaft der Bedürfnislosen gebraucht, und die Pointe deutlich zu machen. Dass es mit dieser Rigidität in einer wirklich menschlichen Gesellschaft nicht abgehen kann, ist offenkundig. Das Ganze grenzt ja an die Satire oder das Kabarett, das in der Überzeichnung etwas Wahres zeigt, aber zugleich immer auch übertreibt, damit die Karten für die Vorstellung verkauf werden können. Punkt 5: Es ist eine wichtige Erkenntnis der Pragmatik, dass das Meiste ungesagt bleibt ;-). Eckhard
  • Eckhard Meineke 20. Mai 2010, 14:22

    @ Carsten: Lieber Carsten, natürlich kann man nicht immer über die Welt nachdenken. Auch bei dem Problem, seine eigene Existenz bewusst zu leben, gilt es, Maß zu halten und eine Balance zu finden zwischen der Lebenspraxis und der Lebenstheorie. Niklas Luhmann und andere haben das Problem im Prinzip bereits ganz vernünftig beschrieben, wenn sie darauf hinweisen, dass die quasi-automatischen Strukturen unseres Daseins ja erst einmal Problemlösungsfunktion haben; sie haben sich bewährt und müssen nicht dauernd hinterfragt werden. Dadurch gewinnen wir den Freiraum, uns mit den Dingen zu befassen, bei denen eine automatische Steuerung nicht in Frage kommt. Allerdings kann es sein, dass auch und gerade die sozialen "Automatismen" von Zeit zu Zeit nicht mehr zeitgemäß sind und einer Neujustierung bedürfen. Eckhard
  • Eckhard Meineke 19. Mai 2010, 23:21

    Lieber Werner, es war entweder die Steuerung eines Webstuhls oder die einer Spinnmaschine. Übrigens kann man sich in dieser Museumswerkstatt auch etwas Individuelles nach eigenem Entwurf herstellen lassen. Die "Matrix" sollte wie eine Schlange wirken, die vom Baum herabhängt, und damit an "Luz" im Comic "Prototyp" von Ralph König erinnern. Den kennt aber natürlich nicht jeder. Eckhard

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