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Maria Stuart - Bad Hersfelder Festspiele 2014

Maria Stuart - Bad Hersfelder Festspiele 2014

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Fred Rehberg


World Mitglied, Kassel

Maria Stuart - Bad Hersfelder Festspiele 2014

Mit der Premiere von MARIA STUART wurden am Freitag, den 13. Juni, die 64. Bad Hersfelder Festspiele eröffnet. Das Stück in der Inszenierung von Holk Freytag steht im Zusammenhang mit dem Motto „Macht und Menschlichkeit“ der diesjährigen Festspiele. Das klassische Drama von Schiller, welches bereits im Juni 1800 uraufgeführt wurde, verkörpert wie kein anderes Stück immer noch die allgegenwärtige Aufgabe des Theaters, „die Utopie der Gewaltlosigkeit“ auszurufen.

Im Fokus steht der Konflikt der beiden Königinnen, die gefangen in einem Machtgeflecht es nicht schaffen, „Menschlichkeit an die Stelle der Macht zu setzen“. Die Geschichte spielt im politisch und religiös gespaltenen England des 16. Jahrhunderts und erzählt von den letzten drei Tagen vor der Hinrichtung von Maria Stuart (Marie Therese Futterknecht). Die frühere französische und schottische Königin, die vom Thron vertrieben wurde und Zuflucht in England sucht, ist des Modes an ihrem Ehemann und des Hochverrats für schuldig befunden worden. Auf dem englischen Thron sitzt ihre Rivalin, Elisabeth I. (Gerit Kling), die ebenfalls aus dem Geschlecht der Tutor stammt und mit ihr verwandt ist. Für sie, die Protestantin, stellt Maria Stuart eine ständige Bedrohung dar, da sie von den Katholiken als einzige rechtmäßige Königin angesehen wird. Neben den beiden Kernpunkten des Konflikts, Religion und den Zwängen der Machterhaltung , auch gegen eigene persönliche Zweifel und Überzeugungen, geht es in dem Stück um das immer aktuelle Thema der Beziehungen der beiden zu den Männern in ihrem Umfeld, die vorwiegend ihre eigenen, egoistischen Interessen vorfolgen. Einen starken Eindruck hinterließen bei den Männern z. B. der Baron von Burleigh (Markus Gertken), der rational und machtpolitisch denkend den Tod von Maria Stuart fordert. Dagegen versucht der Graf von Shrewsbury (Wolfgang Jaroschka), sowohl die Staatsinteressen als auch die Rechtmäßigkeit des Todesurteils zu bedenken. Robert Dudley, der Graf von Leicester (Stephan Ullrich), dagegen bemüht sich um die Gunst beider Frauen, lässt aber schließlich doch beide im Stich. Eine ebenfalls überzeugende schauspielerischer Leistung zeigten Nikolaus Kinsky als Staatssekretär und Fabian Baumgarten als Mortimer. In diesem Spannungsfeld zwischen Macht und Machtlosigkeit entwickelt der Regisseur sein Stück unter direkter Einbeziehung der Zuschauer, wenn z. B. Marie Therese Futterknecht schon Minuten vor Beginn der Aufführung auf einem Stuhl auf der Bühne sitzt und die Zuschauer stumm anblickt. Sie spielt ihre Rolle in jeder Phase des Stücks mit einer absolut starken Bühnenpräsents und fasziniert die Zuschauer durch die Kraft ihres ausdrucksstarken Spiel. Die zweite Königin (Gerit Kling als Elisabeth) wirkt dagegen wesentlich kühler und distanzierter, was natürlich auch in ihrer Rolle angelegt ist.

Dem Festspiel-Intendanten Holk Freytag gelang es wieder mit seiner Inszenierung von Schillers MARIA STUART, einen großartigen und würdigen Festpielauftakt auf die Bühne der Stiftsruine zu bringen, in dem er vorwiegend auf die Kraft des Wortes setzt. Unterstützt wurde dies auch durch ein minimalistisches Bühnenbild und den Kostümen (Michaela Barth), mit einer Art Freizeitkleidung für Maria Stuart zu Beginn des Stücks oder dem, der Rolle der kühlen Königin angemessenen Hosenanzug im Manager-Look, bis zu den modernen Anzügen der Berater. Erst am Ende des Schauspiels, wenn die Wände der Ruine in tiefrotem Licht erstrahlen, tragen sie die adäquaten Roben der Königinnen. Einen besonderen Anklang beim Publikum fand der französische Gesandte, Graf Aubespine (Hans- Christian Seeger), der wie eine schrille Lagerfeld-Kopie auftrat. Die Zuschauer spendeten dem Ensemble für ihre zweistündige Vorstellung einen langen Applaus. (Fotos: Fred Rehberg Text: Elke Baron)

Infos und Tickets:
http://www.bad-hersfelder-festspiele.de/spielplan/maria-stuart.html

Mehr Bilder im Ordner: http://www.fotocommunity.de/meine-community/fotos/maria-stuart-2014/812193

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Kommentare 1

  • Sarah Tustra 31. Juli 2014, 8:57

    Und zum Dank dafür, den Festspielen mit anspruchsvollen Produktionen, ein ansprechendes Profil verliehen zu haben, wirft der gemeine Provinzpolitiker den Intendanten raus.