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Florian Lange


Basic Mitglied, Hagen

Mahlzeit...

Hab mal wieder etwas im Frühjahrsarchiv gekramt und bin auf ein (zumindest bei uns) recht seltenem Motiv gestoßen.

Es gibt hier eine kleine Population (ca.30-40 Tiere) Muffelwild, welche sich hier seit etwa 30 Jahren konstant hält. Muffelwild (ursprünglich aus Korsika eingebürgert) ist im Grunde eine sehr dankbare Wildtierart für den Fotografen, da sie im Gegensatz zu den meisten anderen Schalenwildarten überwiegend tagaktiv ist. Leider hat das Ganze auch wieder seine Kehrseite, denn scheu sind sie leider trotzdem. Und dank ihres sehr guten Sehsinns wissen sie sich gegen fotografische „Annäherungsversuche“ auch sehr gut zu wehren. Dabei nehmen sie nicht nur, wie das meiste andere heimische Wild, Bewegungen war, sondern sind auch in der Lage statische Gegenstände exakt zu erfassen.

Bei den, bei uns vorkommenden Muffeln liegt die Fluchtdistanz bei 200-300m, je nach Gelände. Und dass das wirklich so ist, habe ich vor und nach dieser Aufnahme mehrmals und jedes Mal ziemlich frustriert feststellen müssen. Obwohl ich grundsätzlich die komplette Tarnmontur inkl. Gesichtsmaske und Handschuhen anhatte, entdeckte mich eines der Tiere eigentlich immer, spätestens wenn ich zwischendurch mal den Kopf hob, um zu sehen in welche Richtung ich weiter krabbeln musste.

Bei diesem Bild hatte ich die Muffel auf etwa 500m vom Auto aus entdeckt. Zwischen uns lag ein Bachtal das gute Deckung bot. Die Muffel selber standen mitten auf einer Wiese, die gut kniehoch mit Gras bewachsen war und somit auch als Tarnung wunderbar geeignet war. In dieser Wiese war eine Schneise von ungefähr 8m Breite bereits gemäht, auf der die Muffel das frische Grün ästen. Diesmal machte ich auch nicht den Fehler zwischendurch zu spicken ob die Muffel noch an der alten Stelle standen, sondern bin blind bis zu der Position neben der Schneise gerobbt, die ich mir vorher gemerkt hatte. Dann habe ich mich mit der Kamera im Anschlag seitlich auf die Freifläche gerollt und lag somit unvermittelt direkt vor dem ungefähr vierjährigen Widder auf der Erde, der mich doch recht verdutzt anschaute. Der Schreckmoment dauerte vielleicht 5 sek. reichte aber für 6 Bilder aus. Dann trollte sich das ganze Rudel in den nächsten Wald. Allerdings waren sie aus mir nicht so recht schlau geworden, denn richtig flüchtig waren sie nicht. Ich glaub sie haben noch eine ganze Weile gegrübelt was das für ein komisches Ding in der Wiese war.
Ich amüsiere mich bei dem Bild jedes Mal über den Gesichtsausdruck des Muffels, weil ich finde, dass man ihm mit seinem Grashalm im Maul die Verblüffung doch ansehen kann.

Was mich bei dem Bild etwas stört, ist der Zaunpfahl und Stacheldraht im Hintergrund. Aber an meiner Position konnte ich leider nichts ändern (dann wäre der Muffel wohl weg gewesen), deswegen musste ich mich leider damit abfinden. Retuschieren wollte ich Ihn auch nicht, weil mir der Eingriff für ein Naturfoto zu stark gewesen wäre.

Ich hoffe euch gefällt das Bild und der Text ist nicht zu lang geworden.

Gruß Florian

Aufnahmedaten: Canon 1DMIII, 500mm, f4 bei 1/1000 sek. und ISO1000, freihand

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