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2.890 23

Peter Arnheiter


World Mitglied, Arnegg

Luzzone-4

Des Rätsels Lösung

oder

Die Besonderheit der Luzzone-Staumauer

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An der Staumauer des
Luzzone-Stausees,
zuhinterst im Bleniotal, wurde
unter der Leitung des Tessiner
Bergführers Luciano Schacher in
anstrengender Arbeit die längste künstliche
Kletterroute der Welt eingerichtet.
Die 165 m hohe,
unten senkrechte,
oben überhängende
Route zieht sich als
farbige Schlange aus 650 künstlichen
Griffen und Tritten durch die
mächtige Betonwand und endet zuoberst
auf der Krone des Staudamms.
Der «geistige Vater» der künstli-
chen Kletterroute ist Edgardo Mannhart,
Direktor des Verkehrsvereins
Blenio. Er erhofft sich durch die neue
Attraktion einen Zuwachs an Besuchern
im Bleniotal, das für seine
grosszügigen Bergwanderungen und
Bergtouren und die verschiedenen Hüttenziele
bekannt ist. Finanziert wurde
das Ganze durch die
Officine Idroelettriche Blenio SA,
das lokale Elektrizitätswerk,
das auch für den Unterhalt
der Staumauer und damit der
Route zuständig ist.
Die Tour umfasst fünf Seillängen
von je rund 34 Metern Länge. Die
Schwierigkeiten steigern sich, je
höher man kommt. Und da die Wand
mit zunehmender Höhe auch stärker
überhängt, wird die Kletterei immer
anstrengender. So gesellt sich zum
äusseren «Betongefühl» mit der Zeit
ein ähnliches in den Unterarmen! Die
maximale Schwierigkeit beträgt 6a,
der Vorsteiger muss aber über eine
gesunde Psyche verfügen: Die Tour ist
sehr ausgesetzt!
Je weiter oben man in der Wand
steht, desto mehr verstärkt sich das
Gefühl der Ausgesetztheit: Dem Auge
bieten sich keine Fixpunkte mehr wie
im natürlichen Fels, und auch der
Standplatz befindet sich nicht auf
einem bequemen Band oder in einer
netten Nische, sondern an zwei
Schrauben hängend auf einer
schmalen Leiste!
Die Einrichtung der Route erforderte
sorgfältige Vorarbeiten. Sie
wurde Schritt für Schritt im Kletterzentrum
Gaswerk in Schlieren bei Zürich
geplant und ausprobiert, bevor sich
die Einrichter ans Bohren, Dübeln
und Kleben im Beton machten.
Auch wenn sich das Naturerlebnis
bei dieser künstlichen Kletterei auf
den Ausblick beschränkt, hinterlässt
eine Begehung durch die ungewohnte
Ambiance, die Neigung und
Ausgesetztheit der Wand dennoch einen
bleibenden Eindruck. Beim Ausstieg
auf die Staumauerkrone ist man froh,
nicht schon vor dem Beginn der Tour
einen Blick nach unten geworfen zu
haben!
Die Tour beginnt aber eigentlich
genau am Rand der Staumauerkrone:
Hier oben, im Restaurant Luzzone,
bezieht man den Schlüssel für die
Einstiegsleiter, hinterlegt ein Depot
von 100 Franken und bezahlt den
Eintritt von 20 Franken. Kletterer, die
in die Route einsteigen wollen, müssen
volljährige, geübte Sportler sein
und im Restaurant Luzzone eine
Haftungserklärung unterzeichnen.

Zitat aus alpen.sac-cas.ch/html_d/archiv/1999/199909/d_39.pdf
Verfasserin: Christine Kopp, Unterseen

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Sony Alpha 100
1/500 s, F 11, 200 mm, ISO 100

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Luzzone-3
Luzzone-3
Peter Arnheiter

Luzzone-2
Luzzone-2
Peter Arnheiter

Luzzone-1
Luzzone-1
Peter Arnheiter

Kommentare 23

  • Alessandrina Künzi 28. September 2007, 14:37

    klasse! danke auch für die informationen!
    lg aless
  • Anke Viehl 27. September 2007, 21:25

    Eine sehr schöne Aufnahme, die durch ihre einzelnen Elemente, den Schatten und den gewählten Bildausschnitt überzeugt.
    lg
    Anke
  • Heidi Romer 21. September 2007, 22:27

    Die Aufnahme gefällt mir sehr gut. Klasse gemacht
    LG Heidi
  • Velten Feurich 21. September 2007, 7:56

    In einem durch Kletterei und andere Bergaktivitäten gesunden Körper wohnt eben auch ein gesunder Geist um die philosophische Weiheit hier mal in den arnheiterschen Mittelpunkt zu rücken. Daran mußte ich bei der Betrachtung des gelungenen Werkes denken, als ich die Paßgenauigkeit der klettersteigähnlichen Erläuterung zu dem Gesammtkoplex sofort feststellen konnte. LG und ein schönes Wochenende mit hoffendlich genau so tollem Wetter, wie bei uns versprochen, wünscht Dir und Deiner Gattin Velten
  • Werner Holderegger 20. September 2007, 22:27

    Deine Bilder über die Luzzone Staumauer und deren Kletterwand sind einsame Klasse. ebenso die Beschreibung über die Kletterwand, den du der Zeitschrift "Die Alpen" entnommen hast ist sehr aufschlussreich, so dass sich kein ungeübert daran wagen sollte.
    LG Werner
  • Michael Hotze 20. September 2007, 21:54

    Klasse die Linienführung und ein gekonnter Bildaufbau. Dieses gefällt mir aus der Serie am besten, da es die Elemente auf ein Minimum reduziert.

    Gruss
    Michael
  • Silvia Wiese 20. September 2007, 13:23

    Das sieht ja klasse aus, eine feine Aufnahme ist dir gelungen, klasse entdeckt.
    LG Silvi

  • Alex der Vikinger 20. September 2007, 8:20

    Hallo Peter. Als hätte ich es geahnt ;-)))) Absolut krass. Nicht nur ein überaus starkes Foto sondern auch eine super Erklärung. Ich werde mich sicher mal auf den Weg machen...

    @KunoCH: Finde deine Interpretation von "Lebensmüden" beim Klettern interessant. Ich wurde oft angesprochen, und gefragt, warum ich für ein Stückchen Fels mein Leben opfern würde. In Wahrheit habe ich mich nirgendwo sicherer gefühlt, als beim "gesicherten" Felsklettern. Jede Bewegung ist geplant, alles was du tust geschieht im Einklang mit den Sicherheitsbestimmungen. Wenn man sich die Unfallstatistiken anschaut, dann passiert beim Felsklettern vergleichsweise wenig, da ist es schon gefährlicher, einfach die Straße zu überqueren, Fußball zu spielen, zu rauchen, zu trinken, Motorrad zu fahren.....
    Lg Alex
  • Theodor Neidek 20. September 2007, 0:23

    Als Hallensportler, (mein zweites Hobby) zähle ich diese Sportart zu den Extremen, die es auf dieser Welt gibt, bewundernswert aber auch etwas für Lebensmüde.
    Du dokumentierst dies in einem Motiv in fotografischer Bestquallität.
    Viele Grüße Theo.
  • Hannelore Ehrich 19. September 2007, 23:37

    Na ich weiss nicht, ob mir das gefallen würde, da hochzuklettern. Immer nur Beton und gar keinen richtigen Berg mit schöner Aussicht. Du schriebst ja auch Ausgesetztheit. Hannelore
  • Martina Brich 19. September 2007, 23:25

    es ist ja fast unglaublich, was ich da eben als Anmerkung las...
    mir würde ja schon auf der Staumauer das Herz in die Hose rutschen...
    die Strukturen der Staumauer sind höchst interessant, aber auch ich habe beim Betrachten den Eindruck als würde das Bild ganz leicht nach rechts kippen, es könnte auch eine Täuschung durch den "Erker" sein...
    lg Martina
  • Bernd Rennhak 19. September 2007, 23:04

    Klasse Schattenwurf an der Wand, tolle Perspektive. Nach Lesen des Textes sträubne sich mir die Haare etwas. Für meine Ansicht kibbelt das Bild nach rechts.
    Gruß Bernd
  • Silva Schrank 19. September 2007, 22:55

    Das Foto ist sehr beeindruckend und ebenso die Vorgabe für eine wagemutige Kletterpartie. Bist Du womöglich da rauf geklettert? Ungesichert? Da krieg ich ja einen Adrenalinschub nur vom baren Hinschauen ;-)
    Interessant auch der lange Schatten des "Balkönlis".
    Liebe Grüsse
    Silva
  • stefan-arendt 19. September 2007, 22:51

    Hammerbild, da würde ich angst bekommen hoch zuklettern. perfekte darstellung.
    lg stefan
  • Petra Sommerlad 19. September 2007, 22:09

    Klasse!!! Das ist natürlich etwas ganz Besonderes!! LGPEtra