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Franz Meierbert


Free Mitglied, Regensburg

Ludwig Langer

ruht in Frieden auf einem vergessenen Friedhof in Tschechien. Der Friedhof wurde 1945 aufgegeben und seither ist dort nichts geschehen.

Es war am 13. Mai 1945, Sonntag. Die deutsche Bevölkerung von Vollmau rüstete sich zum Kirchgang.
An diesem Tage brachen trotz des Waffenstillstandes und trotz des gutnachbarlichen Verhältnisses der Deutschen zu den Tschechen
uniformierte und bewaffnete Männer ins Dorf, mordeten, plünderten und vertrieben die waffenlose deutsche Bevölkerung. Meistenfalls waren es alte Leute, Frauen und Kinder, denn die jungen Männer waren alle eingerückt oder in der Kriegsgefangenschaft. Der Jammer wurde voll, als die amerikanische Grenzwache sie nicht über die bayerische Grenze ließ. In ihr Dorf durften sie nicht, über die 1 km entfernte Grenze ließ man sie nicht. So lagen sie, beraubt von allem, ohne Nahrung auf der Grenzwiese und niemand wußte, was nun mit ihnen geschehen sollte. Die Kinder hungerten, doch das ausgestandene Grauen verschloß ihnen den Mund; sie verlangten nicht nach Brot. Eine alte Frau verstarb vor aller Augen infolge der ausgestandenen Strapazen auf der Wiese. Andere fielen in Ohnmacht. Hochschwangere Mütter mußten eilends ins Krankenhaus nach Furth gebracht werden, denn es bestand Gefahr einer Notgeburt. Die ersten Opfer waren die gegen 70 Jahre alten Eheleute J. und A. So fand J. M., Vater von fünf unversorgten Kindern, und seine Frau den Tod. Sie wurden vor den Augen der Kinder niedergeschossen. Die Großmutter der Kinder erhielt einen Schenkelschuß. Die Kinder erzählten selbst den Mord. Erschossen wurde weiter F. K.; K. S., der sich im ersten Schrecken mit einer Hacke verteidigen wollte, wurde mit derselben Hacke niedergemacht. Mit zerspaltenem Schädel fand ihn seine Frau tot auf. Ein Flüchtling aus Heidelberg wurde im Bett erschossen. Ein Augenzeuge erzählte, dass sechs Flüchtlinge unterwegs vom Böhmisch Kubitzen nach Bayern waren. Sie wurden bei Vollmau von der Horde eingeholt und niedergemacht. Er konnte sich durch Flucht in eine Scheune retten. Ein Kriminalpolizist sprach später von 47 Toten, welche an diesem Tag in Vollmau erschossen wurden. Später wurde St. W., ein Mädchen von 16 Jahren, von den Angreifern niedergeschossen.. Alle Opfer, ausgenommen die letzten, wurden am Tatort begraben.

Nachdem die Einwohnerschaft vertrieben war, begann die Plünderung. Am ersten Tage des Überfalls wurden die Kästen und Schreine aufgerissen, ihr Inhalt auf den Fußboden geworfen und davon genommen, was einem jeden gefiel. Später nahmen die ehemaligen Nachbarn Kleidung, Lebensmittel, Vieh, landwirtschaftliche Geräte, Einrichtung, kurz, alles was von Wert war, mit. Diese Ausplünderung von Vollmau geschah, bevor die tschechische Regierung die Enteignung des deutschen Vermögens beschlossen hatte. Der Raubüberfall erfolgte am 13., 14. und 15. Mai 1945. Am 25. Mai wurde durch Dekret des Präsidenten der Republik der Gesetzentwurf der csl. Regierung vom 19. 5. 1945 über die Überführung privaten, öffentlichen, beweglichen und unbeweglichen Vermögens der Deutschen, Ungarn und Verräter in die Nationalverwaltung herausgegeben.
Nach Tagen sagte der tschechische Bevollmächtigte der Prager Regierung, Cihák: "Man wisse bisher nicht, wer den Raubüberfall angeordnet und warum er geschah."

Hunderte von Vollmauern können dies durch heiligen Schwur beeiden.

Kommentare 5

  • VerschlussSache 21. März 2009, 19:28

    Hallo Franz, vielen Dank für deine Anmerkung. Die ausführliche Geschichte hier macht mich noch mehr betroffen. Gut, dass du die Fotos verlinkt hast.
    Eine geniale Aufnahme, die du hier präsentierst. bin begeistert. Allerfeinste Arbeit.
    lg Jürgen
  • Kay Holtmann 22. August 2008, 1:34

    ganz wunderbar eingefangen...
    lg kay
  • Fizz 21. August 2008, 20:43

    ganz starkes Motiv und wunderbare Perspektive !!
    Klasse...
    Gruss, Fizz
  • Kyrhia Schindler 21. August 2008, 8:48

    Tolle Sichtweise auf den Stein. Klasse Schnitt.
    Ky
  • Hansenberger 21. August 2008, 8:03

    interressantes Motiv und Foto..

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